140 Wittener drehen Runde für Runde für Schleusenwärterhaus

Ganze Familien nahmen an dem Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus teil. Foto: Barbara Zabka
Ganze Familien nahmen an dem Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus teil. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Kinder, Hunde, Rollifahrer und ein Fast-Achtzigjähriger: Sie alle nahmen teil am großen Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus. Es hat sich gelohnt.

„Laufen für das Schleusenwärterhaus“ – dazu hatte das Triathlon-Team Witten aufgerufen und am Samstag einen Spendenlauf für den Wiederaufbau nach dem organisiert. Trotz des mäßigen Wetters schnürten viele die Turnschuhe – und liefen und liefen und liefen. Mit Kind, Kegel und Hund. Alte und junge Menschen. Allein oder in Gruppen. Alle waren gut gelaunt – für einen guten Zweck.

Organisatorin Lilo Frigge-Dümpelmann zog erfreut eine positve Bilanz. Stattliche 1072 Euro „erliefen“ die insgesamt 139 Aktiven. „Die Teilnehmer nutzten viele Möglichkeiten, die Strecke zu meistern“, erzählt die Mutter der Wittener Läufe begeistert. Manche gingen spazieren, andere liefen, walkten, die Kleinsten fuhren auch Rad.

Fünfzehnjährige läuft 20 Runden

Um 14 Uhr gingen die letzten Läufer auf die einen Kilometer lange Strecke rund um das Schleusenwärterhaus. Zwei Stunden später war der Zauber schon vorbei. Obwohl es nicht um Schnelligkeit und Wertungen ging, hatte sich die Organisatorin kleine Preise für besondere Leistungen ausgedacht. So gab es zwar keine offizielle Siegerehrung, aber mit Unterstützung der Stadtwerke etliche Gutscheine für Schwalbe und Schwimmbad.

Eine Siegerin war die 15-jährige Nina Dussin. Mit 20 Runden legte sie die längste Strecke überhaupt zurück. „Das ist beinahe ein Halbmarathon“, freute sich Lilo Frigge-Dümpelmann. „Glückwunsch.“ Der jüngste Läufer war Dominik Mosler. Mit seinen drei Jahren absolvierte er an der Hand seiner Eltern eine komplette Runde. Der älteste Teilnehmer war der 78-Jährige Bruno Brahman, der sechs Runden – sprich sechs Kilometer – lief.

Ganze Familien am Start

Als größte Familie gingen die Dreiers an den Start. Levi (7) und Schwester Maja (19) rannten insgesamt sechsmal die Strecke. Immer im Schlepptau von Mama Regina (47), die es als leidenschaftliche Läuferin immerhin auf zehn Runden brachte. Papa Christian (49) lief nicht mit, sorgte aber dafür, dass die Kinder in der Pause wieder zu Kräften kamen. Stattliche 22 Kilometer hat die Familie zurückgelegt. Zu den emsigsten Vereinen, die mitmachten, gehörten der TTW selbst und der KSV.

Freude am Laufen für einen guten Zweck lag allen Beteiligten am Herzen. Pia lief mit Mama Tina Wedig (41) sechs Runden. „Nicht schnell, aber zum Schluss hab ich doch geschnauft“, erzählt die Achtjährige in der Pause. „Mama hätte aber noch länger laufen können.“ Thomas Niemeyer (48) hatte aus Spaß und für den guten Zweck die Laufschuhe angezogen. Elf Runden können sich sehen lassen.

Thilo kam mit dem Rollstuhl

Mit dem Rollstuhl machte sich Thilo auf die Strecke. Ehrgeizig meisterte er Runde für Runde. Nach 13 Kilometern ist Schluss - beschloss er für sich. Im kleinen Umkleidezelt herrschte zwischenzeitlich großes Gedränge. Es war zwar nur ein kleines Iglu-Zelt fürs Camping. Aber die Organisatoren hatten an alles gedacht. Dort konnte jeder die verschwitzen Klamotten wechseln, Radhelme und Rucksäche ablegen.

Das Damentrio Annelore (73), Susanne (48) und Elfie (73) war nach vier Runden „platt“. Trotzdem wollen sie für fünf Runden bezahlen. „Ehrensache“, sagt das Dreigestirn. „Fünf Kilometer hatten wir uns schließlich vorgenommen.“ Am Ende des Laufes sieht man überall zufriedene Gesichter. Auch bei Wabe-Chef Thomas Strauch, der inzwischen deutlich über 10 000 Euro Spenden für den Wiederaufbau eingesammelt hat.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka