Hunderte besuchten Konzert für Wittens Schleusenwärterhaus

Die Besucher genossen das Benefizkonzert zum Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses. Foto: Uwe Möller
Die Besucher genossen das Benefizkonzert zum Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses. Foto: Uwe Möller

WAZ. Das Benefiz-Konzert „Rock an der Ruhr“ hat am Samstag (29.8.) viele hundert Besucher zum Schleusenwärterhaus gelockt. Nach zahlreichen Spendenaktionen steht der Wiederaufbau des historischen Gebäudes nach dem verheerenden Brand kurz vor seinem Abschluss.

Schon von weitem kann man es sehen und hören: Am Schleusenwärterhaus an der Ruhr ist richtig was los. Passend zu diesem Anlass gibt sich der Spätsommer noch einmal die Ehre – bei herrlichem Sonnenschein haben viele Besucher den Weg zum alten Fachwerkhaus, gefunden, das nun wieder in neuem Glanz nach der Sanierung erstrahlt.

Gebäude wurde im Januar angezündet

Im Januar hatten Unbekannte das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert beziehungsweise einen Nachbarschuppen angesteckt, von dem aus die Flammen übergriffen. Das Schleusenwärterhaus war fast bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach vielen Monaten harter Arbeit ist das alte Schätzchen nun wieder in seiner ganzen Schönheit zu bewundern.

„Die Decken und die Böden im Innenbereich sind schon fertig und auch das Dach ist wieder vollständig gedeckt“, erklärt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung), die das Haus betreibt. „Im Moment wird noch der Innenputz des Fachwerks wieder aufgebaut. Im September werden alle Arbeiten abgeschlossen sein.“

Keine Versicherung für Gastronomie abgeschlossen

Die Schäden am Gebäude selbst hat die Versicherung bezahlt, aber auch die Außenanlagen hatten gelitten. Und das Schlimmste: „Wir hatten aus Kostengründen keine Betriebsfortführungsversicherung“, so Strauch. „Deshalb mussten wir eine aufwändige Außenhütte errichten, die es uns erlaubte, die Gastronomie aufrechtzuerhalten.“ Diese Zusatzkosten konnten nur durch Spenden aufgefangen werden. Und da zeigten die Wittener Bürger sehr viel Einsatz – mit originellen Ideen und viel Engagement kam eine große Summe zusammen.

Auch die Veranstaltung am Samstag diente dem guten Zweck: Vier Bands aus der Region spielen bei „Rock an der Ruhr“ – sie verzichten auf ihre Gage. Initiiert hat dieses Event die SPD des Ennepe-Ruhr-Kreises. „Wir haben uns gefragt, was wir tun können. Und Musik ist immer eine geeignete Sache, um viele Menschen zusammenzubringen“, sagt Sabine Kelm-Schmidt von der SPD.

Musik bringt viele Menschen zusammen“

„In Zusammenarbeit mit der Wabe haben wir alles auf die Beine gestellt, die Bands angesprochen und das nötige Equipment zur Verfügung gestellt.“ Der Eintritt ist frei, in den Umbaupausen zwischen den Bands rührt Landratskandidat Olaf Schade, den auch die Grünen unterstützen, die Werbetrommel: „Wahlkampfreden werden aber nicht gehalten.“

Die Rechnung geht auf. Spaziergänger, Radfahrer, Kanuten, Hundebesitzer und Angler – auf der großen Wiese vor dem historischen Gebäude lauschen sie der Band „Mrs. D. Bunny“ aus Hattingen, die gerade die legendäre „Route 66“ besingt, mit viel Groove und tollen Bläsern. Für Bandleader Klaus Tödtmann, der den Bereich Tourismus im EN-Kreis leitet, ist der Einsatz für die gute Sache eine Selbstverständlichkeit. „Wir spielen oft bei Charity-Veranstaltungen. Und dieses wunderschöne Gebäude ist den Einsatz wirklich wert.“

Besucher zeigen sich beeindruckt

Besucher Robert Malaschedski ist begeistert: „Toll! Das Ambiente hier ist sowieso richtig schön. Und dass alle gemeinsam so viel auf die Beine gestellt haben, um den Wiederaufbau zu stemmen, ist schon beeindruckend.“ Auch Irene Trägenap, die mit ihrem Mann und den Enkelkindern Inja und Finn zum Konzert gekommen ist, freut sich: „Wir kommen aus Durchholz und waren schon oft hier. Die Kinder können sich austoben, treffen Freunde. Hier fühlen sich alle wohl. Wir werden auch in Zukunft Stammgäste bleiben.“

Bis in den späten Abend wird bei Rock, Funk und Soul mit den „Returns“, den „Shy Bandits“ und „EN-1“ weitergefeiert.

WAZ-Bericht von Cordula Rode