„Stout“ spielt in den Ruhrwiesen gegen die Kälte an

Foto: Manfred Sander

WAZ. „Folk am Fluss“ verspricht Jahr für Jahr ziemlich kaltes Wetter und Folkmusik vom Feinsten. Insofern war der Freitagabend keine Überraschung.

Der Reporter trifft gerade richtig in den Ruhrwiesen ein. Kaum hat er sein lila Fahrrad abgeschlossen, stimmt „Stout“ mit „Dirty Old Town“ den Klassiker schlechthin an. Es ist grau, es ist kalt – und damit wieder Zeit für „Folk am Fluss“.

Schon zum neunten Mal hat der unermüdliche Verein um Folkfreunde wie Lilo Dannert oder Wabe-Chef Thomas Strauch das musikalische Früh-Event am Schleusenwärterhäuschen gestemmt. Die Tüchtigen wurden vom Wettergott insofern belohnt, dass es zumindest nicht regnete.

Als sich der Reporter früh am Freitagabend auf den Weg zum Ruhrufer machte, hingen die Wolken noch bleischwer über der Innenstadt. Dafür war es dort wärmer geworden. Wovon in der freien Natur dann wiederum keine Rede sein konnte.

Dafür gab es genügend Stimmungsmacher, auch in flüssiger Form, die den Körper wärmten. Das war nötig, zumal die beiden Stout-Musiker immer wieder längere Pausen einlegten. Gelegenheit, sich ein Guinness oder Kilkenny zu holen. Mit Irish Stew gab es zudem eine irische Spezialität auf den Teller. Alles in allem war es ein perfekter irischer Abend: schlechtes Wetter, gute Musik, gute Getränke.

Nur die Besucher, die in erstaunlich großer Zahl erschienen waren, ließen sich nicht so recht aus der Reserve locken. Jedenfalls folgte niemand der Aufforderung von der Bühne, doch endlich einmal die Bänke an die Seite zu schieben, um Platz für ein flottes Tänzchen zu machen. Sei’s drum, die Deutschen brauchen nun mal etwas länger, um warm zu werden, was an diesem Abend allerdings nur schwer gelang – rein wettermäßig gesehen.

Stout jedenfalls ließ keine Wünsche offen. Das war Folk pur und wir freuen uns schon aufs nächste Fluss-Konzert viel zu früh im Jahr.

WAZ-Bericht