Ruhrfähre soll Karfreitag ablegen

Was in Witten klappt und von Nutzern des Ruhrtalradweges gerne angenommen wird, soll bald auch zwischen Bochum und Hattingen möglich sein. Foto: Jürgen Theobald
Was in Witten klappt und von Nutzern des Ruhrtalradweges gerne angenommen wird, soll bald auch zwischen Bochum und Hattingen möglich sein. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Förderverein will im Frühjahr 2018 Stiepel und Blankenstein wieder übers Wasser verbinden. Noch fehlen allerdings Genehmigungen – und Geld.

Langsam wird es konkret. Nachdem eine Machbarkeitsstudie Fährverbindung von Stiepel und Blankenstein für möglich hält, haben die Initiatoren dieser Idee Rückenwind. Und steuern auch schon gezielt auf ein Datum hin, an dem zum ersten Mal eine Fähre über die Ruhr schippern und von Stiepel nach Blankenstein übersetzen soll: „Am Karfreitag 2018“, sagt Klaus Thormählen, Vorstandsmitglied des Vereins „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“.

Warum es gerade Ostern sein soll, erklärt sich ganz einfach: An diesem Wochenende nimmt die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) nach der Winterpause den Fährbetrieb an der Ruine Hardenstein wieder auf. Und da sie mit einer kleineren Fähre auch die Strecke Stiepel-Blankenstein bedienen wird, möchte man gerne zeitgleich starten.

Noch gibt es allerdings einige Hürden zu überwinden. So fehlen dem Verein noch einige Genehmigungen. Etwa die des Regionalverbandes Ruhr (RVR) für den Fährbetrieb und von den Unteren Naturschutzbehörden der beteiligten Städte, die noch eine Artenschutzprüfung vornehmen müssen, da die favorisierte Anlegestelle auf Hattinger Seite in einem Naturschutzgebiet liegt.

Und auch an Geld fehlt es noch. Bis zu 55 000 Euro werden als einmalige Investition in die Inbetriebnahme der Fähre vonnöten sein; für das Errichten der Anlegestelle, einen Nachtliegeplatz und auch für das Anschaffen von Fahrradständern. Der Verein „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“ ist guter Dinge, weitere Spenden zu bekommen. 10 000 Euro wurden bereits gesammelt, um die Machbarkeitsstudie bezahlen zu können. „Und jetzt, wo das Projekt konkreter und realistisch wird, wird es einfacher“, glaubt Klaus Thormählen.

Zuvor müssen die Vorstandsmitglieder aber noch einige Gespräche führen. Etwa mit dem Kanuclub Wiking Bochum, der Einschränkungen für seinen Trainingsbetrieb fürchtet. Und mit dem Ruhrverband wegen des Grundstücks, auf dem der Anlegesteg gebaut werden soll.

Insgesamt freut sich der Verein über viele Befürworter, die Fährverbindung, die bis 1960 schon einmal bestand, wieder einzurichten. Zu der Info-Veranstaltung jetzt im Stadtmuseum Blankenstein erschienen rund 60 Besucher. Die Stadt Hattingen wünscht sich, dass durch den Publikumsverkehr der Gethmannsche Garten in Blankenstein wieder mehr Beachtung findet. Und das Willi-Michels-Haus in Welper hofft durch die Radtouristen auf mehr Übernachtungsgäste. Die Stadt Bochum hat dem Verein „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“ sogar angeboten, ihm bei der Koordination der Genehmigungsverfahren zu helfen. Damit die Fähre dann tatsächlich am Karfreitag aufs Wasser kann.

WAZ-Bericht von Gernot Noelle