Pressespiegel


24.07.2017: Wabe bringt Karibik zum Wittener Zollhaus

Sie genossen die Cocktailnacht am Zollhaus: Heike (li.) und Anja. Foto: Thomas Nitsche
Sie genossen die Cocktailnacht am Zollhaus: Heike (li.) und Anja. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Rund 250 Gäste sind der Einladung der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) gefolgt und feierten am Alten Zollhaus im Ruhrtal eine Party mit Cocktails. Vorab hieß es, die Fete steige nur bei gutem Wetter – bei Regen würde sie verschoben. Zwar goss es kurz vor Beginn um 17.30 Uhr noch wie aus Kübeln, pünktlich um 18 Uhr hörte der Regen jedoch auf und der Sommer zeigte sich von seiner schönsten Seite.

Ein paar Tropfen hätten dem Erfolg der Party allerdings auch keinen Abbruch getan. Unter großen Sonnenschirmen entspannten sich die Gäste und genossen die angenehme Temperatur von 22 Grad Celsius. Die Atmosphäre ähnelte der in der Karibik.

Mit Piña Colada, Ipanema, Virgin Colada und Caipirinha konnten sich die Gäste zwischen vier Cocktails entscheiden, zwei davon waren alkoholfrei. Auf die Gabel gab’s Bratwürstchen, Nackensteaks und Empanadas (Teigtaschen, gefüllt mit Fleisch oder Gemüse). „Ich bin mit meinen Eltern gekommen. Wir wollen uns einen richtig schönen Abend machen“, sagt Besucherin Johanna Ambrosat, die mit Wabe-Organisatorin Julia Hellwig befreundet ist. Einen Cocktail hat die junge Sparkassenangestellte aus Witten schon intus. „Einen alkoholfreien“, sagt sie vergnügt.

Zu karibischen Klängen genossen die Gäste „die Ruhe an der Ruhr“, wie Julia Hellwig spontan reimt. Es war bereits die zweite Cocktail-nacht, die die Wabe ausgerichtet hat. „2016 hat so gut geklappt, das wollten wir wiederholen“, sagt Hellwig. Sie spricht von einem vollen Erfolg angesichts der rund 250 Gäste, die gekommen waren. Ziel dieser Cocktailnacht, die gegen 22 Uhr endete, war es, „mehr junge Leute zum Alten Zollhaus ins Ruhrtal zu bringen“, sagt die 23-jährige Wittenerin. Sie gehört zum studentischen Zirkel der Wabe.

Für den 26. August ist ein Französischer Abend am Alten Zollhaus geplant. Los geht es wieder um 18 Uhr. „Es gibt Chansons, Baguette, Käse und Wein“, verspricht Julia Hellwig. Eben alles, was man mit unserem schönen Nachbarland in angenehme Verbindung bringt.

WAZ-Bericht von Marcus Römer

11.07.2017: Im Sommer landet viel Müll in Wittens Natur

Seit Mai sammelt ein BIWAQ-Team am Rheinischen Esel Müll ein. Foto: BIWAQ
Seit Mai sammelt ein BIWAQ-Team am Rheinischen Esel Müll ein. Foto: BIWAQ

WAZ. Ein „Biwaq“-Team sammelt fast täglich den Müll am Rheinischen Esel ein. Auch am Ufer des Kemnader Sees stapelt sich an Sommertagen der Unrat.

Eigentlich ist der Rheinische Esel ein Weg für Radfahrer und Spaziergänger. Manch einer scheint ihn jedoch als Abfalleimer zu betrachten. Mitarbeiter des Projekts „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) haben dort schon über 100 Säcke voll Müll gesammelt, seitdem die Stadt sie im Mai zum neuen „Kümmerer“ ernannt hat.

„Vor allem im Annener Teil gab es viele Schmuddelecken“, sagt Projektleiterin Irena Cichy. „Auch der Bereich an der Erlenschule war ein Problem.“ Seitdem das achtköpfige Biwaq-Team täglich montags bis freitags Kolonne geht, hat die Vermüllung nach Angaben der Wabe-Frau jedoch abgenommen.

„Trotzdem gibt es immer noch Stellen, an denen man merkt, dass sich die Leute da am Wochenende bei schönem Wetter treffen.“ Eine sei am Schwesternpark, eine andere am Toom-Baumarkt. „Meistens dort, wo ein Getränkemarkt in der Nähe ist“, sagt Irena Cichy.

Am Kemnader See sind Mitarbeiter des Freizeitzentrums im Sommer ebenfalls nahezu täglich im Einsatz, um den herumliegenden Abfall einzusammeln. „Bei hohem Besucheraufkommen entsorgen wir jeden Tag drei bis vier Kubikmeter Abfall“, sagt Sprecherin Claudia Spoo. Das entspricht etwa 33 Mülltonnen, wie sie jeder vor seiner Haustür stehen hat. Ein Schwerpunkt ist das Freizeitbad Heveney. „Da ist einfach mehr los als zum Beispiel am Südufer.“

Am Ruhr­tal­rad­weg gibt es laut Bi­waq-Pro­jekt­lei­te­rin Irena Cichy we­ni­ger Ver­schmut­zung. „Er ist tou­ris­ti­scher und hat eine an­de­re Ziel­grup­pe.“

Vor kur­zem hat das Team um die Wa­be-Mit­ar­bei­te­rin eine An­fra­ge aus Bo­chum be­kom­men. „Hier sol­len wir unter an­de­rem auch einen Rad­weg rei­ni­gen“, sagt die 58-Jäh­ri­ge.

Und wie sieht es in der restlichen Stadt aus? „Klar gibt es bestimmte Stellen, aber die wechseln“, sagt Thomas Bodang von der Abteilung „Reinigung und Entsorgung“ bei der Stadt. „Hauptschwerpunkt sind Glas- und Papiercontainer. Da wird relativ viel abgestellt.“ Zudem gibt es rund 500 wilde Kippen.

Für den stellvertretenden Leiter des Betriebsamtes ist solcher Umweltfrevel unbegreiflich. „Ich kann es einfach nicht verstehen: In unserer Restmüllgebühr ist doch schon alles drin.“ So könnten die Wittener etwa alte Elektrogeräte oder Sperrmüll kostenlos abgeben. „Wer dagegen seinen Abfall einfach irgendwo hinwirft, geht das Risiko ein, dass er erwischt wird und eine Strafe zahlen muss.“

Und was ist, wenn man unterwegs ist und der nächste Abfalleimer mal wieder überfüllt? Bodang sieht da kein Problem. „Wir haben flächendeckend Papierkörbe in Witten, weit über tausend.“ Für mehr gebe es keine Kapazitäten.

Irena Cichy vom Biwaq-Projekt will denen, die ihren Müll achtlos wegwerfen, nicht mit erhobenem Zeigefinger begegnen. „Ich freue mich, dass so viele Wittener scheinbar gern ihre Freizeit in der Natur verbringen. Aber sie sollten etwas mehr Rücksicht nehmen und ihren Müll mitnehmen oder zumindest neben einen vollen Abfalleimer stellen. Dann brauchen wir nicht alles einzeln aufzupiksen.“ Ein geradezu höflicher Appell.

WAZ-Bericht

05.07.2017: Grünes Licht für zweite Ruhrtalfähre

Nach dem Vorbild der alten „Hardenstein“ soll die Ruhrtalfähre für Wanderer und Radfahrer zwischen Stiepel und Blankenstein verkehren. Foto:Gerd Lorenzen
Nach dem Vorbild der alten „Hardenstein“ soll die Ruhrtalfähre für Wanderer und Radfahrer zwischen Stiepel und Blankenstein verkehren. Foto:Gerd Lorenzen

WAZ. Neben der sehr erfolgreichen Fährverbindung an der Ruine Hardenstein will die Wittener Wabe bald eine zweite Überfahrt auf der Ruhr ermöglichen – zwischen Bochum-Stiepel und Hattingen-Blankenstein. Dazu wurde der Förderverein „Ruhrtalfähre“ gegründet, der eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gab. Diese gibt für das Vorhaben nun grünes Licht. „Vom Grundsatz her funktioniert sie (die Fähre) in technischer Hinsicht“, so der Vereinsvorsitzende Horst Schott.

Die Studie wurde zusammen mit dem Artenschutzgutachten vorgestellt. Die Wassertiefe reicht aus, auch finden sich sowohl in Bochum als auch in Hattingen Anlegestellen für die Fähre, so das Ergebnis der Nachforschungen. Im Bochumer Teil könnte die Fähre dort anlegen, wo bereits ein Steg gebaut ist, bezeichnenderweise also am Ende der Straße, die „An der Alten Fähre“ heißt. Auf Hattinger Seite wiederum gibt es gleich drei Anlegemöglichkeiten – etwa östlich des Gelände des Rudervereins Blankenstein Ruhr.

Der Naturschutz könnte für das Vorhaben trotz allem noch zu einer Hürde werden. Die artenschutzrechtliche Studie bestätigt das Vorkommen verschiedenster Arten in dem Gebiet, beispielsweise des Eisvogels, des Turmfalken und der Wasserfledermaus. Sollten Brutstätten entdeckt werden, hätte der Verein Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. „Das sind überwindbare Vorgaben“, sagt Schott.

Mittlerweile konnte der Verein rund 10 000 Euro an Spenden akquirieren, mit denen die Studien bezahlt werden können. Nun hoffen die Mitglieder auf weitere Unterstützung. Die Gesamtkosten für die einmalige Investition zur Einrichtung der Fähre betragen laut Studie zwischen 51 000 und 55 000 Euro – ohne die möglichen Ausgleichsmaßnahmen. Das Geld wird benötigt, um etwa Fahrradständer anzuschaffen und eine Starkstromleitung zu verlegen, mit der das Boot aufgeladen werden kann. Dafür werden weitere Spender und Sponsoren nötig.

Abgesprochen sei, dass die Wittener Wabe mit ihrer „Kleinen Fähre“ die Strecke bedient – das ist die ausgemusterte erste „Hardenstein“, die bis 2010 in Heven pendelte. Weil das Schiff zu klein wurde, wurde es ersetzt. „Der Fährbetrieb basiert auf der Bewilligung von Fördergeldern durch die Arge Bochum“, so Wabe-Chef Thomas Strauch, der vor der ersten Fahrt noch einen weiten Weg sieht. „Den Antrag werde ich erst stellen, wenn ich weiß, das wir die Fähre wirklich fahren dürfen.“ Nichtsdestotrotz gehe er davon aus, dass „man so ein erfolgreiches Projekt aus Witten durchaus verpflanzen kann“.

WAZ-Bericht von Nathanael Ullmann

02.06.2017 - WDR Lokalzeit Ruhr: Unterwegs mit den Ruhrtalrangern

Unterwegs mit den Ruhrtalrangern

Lokalzeit Ruhr | 02.06.2017 | 03:14 Min. | Verfügbar bis 02.06.2018 | WDR

Es sind die klassischen Pannen mit dem Rad, um die sich die Ruhrtalranger kümmern: Reifen platt, Kette abgesprungen etc. sie patrouillieren zwischen März und September täglich auf dem Radweg zwischen Bochum-Dahlhausen und der Hohensyburg bei Dortmund.

www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ruhr/video-unterwegs-mit-den-ruhrtalrangern-100.html

24.05.2017: Wabe-Team hält den Rheinischen Esel in Schuss

Das Radelvergnügen auf dem Rheinischer Esel soll ungetrübt bleiben. Ein Team der Wabe hilft dabei mit. Foto: Wabe

WAZ. Ein Team der Wabe hilft jetzt mit, den Rheinischen Esel in Schuss zu halten. Bürger können Problemstellen an eine Hotline melden.

Die Verbindung zwischen Dortmund und Langendreer ist als Rad- und Spazierweg beliebt. Weniger erfreulich sind dabei wilde Müllkippen, verkrautete Wegeränder, überragende Hecken oder tiefe Pfützen durch beschädigte Wegeoberflächen. Das Projekt „Wir im Quartier“ der Wabe wird sich jetzt um solche pflegebedürftige Stellen kümmern. Wabe: Bürger sollen sich dort wohl fühlen

Vom Ledderken bis zur Kreisstraße wird das siebenköpfige „BIWAQ“ Team (Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier) der Wabe den Rheinischen Esel ab jetzt Abschnitt für Abschnitt säubern und ausbessern. „Wir möchten, dass die Menschen sich hier sicher und wohl fühlen. Der Radweg soll zum Spazieren einladen oder auch mal zum Pausieren auf einer Bank“, sagt Irena Cichy, Anleiterin des Gartenbau-Teams. Die Wabe will sich auch dafür einsetzen, dass Sitzgelegenheiten ergänzt werden. Das Pflegeprojekt läuft in Kooperation mit dem Betriebsamt. Es wird von der EU und dem Bundesumweltministerium gefördert. Die Wabe qualifiziert dabei Menschen für den Arbeitsmarkt.

Außerdem können die Nutzer des Weges Schmuddelecken, Gefahrenpunkte oder Vandalismus-Schäden auf dem Rheinischen Esel melden. Czichy: „Das ist ein Gemeinschaftsprojekt für Witten. Die Beteiligung der Anwohner ist uns sehr wichtig.“

Die Melde-Hotline: wochentags 8 Uhr – 14 Uhr, 02302/39538-0 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) ist ein Bundesprogramm des Europäischen Sozialfonds und Partnerprogramm des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“. BIWAQ verbessert die Chancen von Menschen in Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen. Ziel ist es, Projekte zur Integration in Arbeit zu fördern. Finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

WAZ-Bericht

16.05.2017: Ruhrtal-Radfest: Guter Rat rund ums Rad

Das wurde noch voller: Das Ruhrtal-Radfest kurz nach Beginn. fotografiert vom Hubsteiger aus. Rechts das Schleusenwärterhaus, links die Burgruine. Fotos:Barbara Zabka

WAZ. Das schöne Wetter lockte etliche Gäste zum Radfest ans Ruhrufer: die den Biergarten nutzten, ihr Zweirad putzten und vom Hubsteiger aus guckten.

Das Ruhrtal-Radfest steht und fällt mit dem Wetter. 2014, bei Dauerregen, „standen wir hier zu zehnt“, erinnert sich Organisator Thomas Strauch. Am Sonntag (14.), bei viel besserem Wetter als angekündigt, genossen viele hundert Gäste ein ruhiges Fest mit vielen Informationen.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

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25.04.2017: „Stout“ spielt in den Ruhrwiesen gegen die Kälte an

Foto: Manfred Sander

WAZ. „Folk am Fluss“ verspricht Jahr für Jahr ziemlich kaltes Wetter und Folkmusik vom Feinsten. Insofern war der Freitagabend keine Überraschung.

Der Reporter trifft gerade richtig in den Ruhrwiesen ein. Kaum hat er sein lila Fahrrad abgeschlossen, stimmt „Stout“ mit „Dirty Old Town“ den Klassiker schlechthin an. Es ist grau, es ist kalt – und damit wieder Zeit für „Folk am Fluss“.

Schon zum neunten Mal hat der unermüdliche Verein um Folkfreunde wie Lilo Dannert oder Wabe-Chef Thomas Strauch das musikalische Früh-Event am Schleusenwärterhäuschen gestemmt. Die Tüchtigen wurden vom Wettergott insofern belohnt, dass es zumindest nicht regnete.

Als sich der Reporter früh am Freitagabend auf den Weg zum Ruhrufer machte, hingen die Wolken noch bleischwer über der Innenstadt. Dafür war es dort wärmer geworden. Wovon in der freien Natur dann wiederum keine Rede sein konnte.

Dafür gab es genügend Stimmungsmacher, auch in flüssiger Form, die den Körper wärmten. Das war nötig, zumal die beiden Stout-Musiker immer wieder längere Pausen einlegten. Gelegenheit, sich ein Guinness oder Kilkenny zu holen. Mit Irish Stew gab es zudem eine irische Spezialität auf den Teller. Alles in allem war es ein perfekter irischer Abend: schlechtes Wetter, gute Musik, gute Getränke.

Nur die Besucher, die in erstaunlich großer Zahl erschienen waren, ließen sich nicht so recht aus der Reserve locken. Jedenfalls folgte niemand der Aufforderung von der Bühne, doch endlich einmal die Bänke an die Seite zu schieben, um Platz für ein flottes Tänzchen zu machen. Sei’s drum, die Deutschen brauchen nun mal etwas länger, um warm zu werden, was an diesem Abend allerdings nur schwer gelang – rein wettermäßig gesehen.

Stout jedenfalls ließ keine Wünsche offen. Das war Folk pur und wir freuen uns schon aufs nächste Fluss-Konzert viel zu früh im Jahr.

WAZ-Bericht

13.04.2017: Bei Folk am Fluss in Witten ist nicht nur das Bier bittersüß

Duo Stout: Mario Kuzyna (links) und Simon Scherer treten am Freitagabend, 21. April, bei 'Folk am Fluss' am Schleusenwärterhaus in Witten Heven auf. Foto: Christian Daitche

WAZ. Das Duo „Stout“ spielt am Freitagabend, 21. April, am Schleusenwärterhaus in Heven auf. Dazu gibt es irische Speisen und Getränke.

Freunde und Freundinnen irischer Volksmusik und Lebensart sollen am Freitag nach Ostern am Schleusenwärterhaus in Heven auf ihre Kosten kommen. Der Wittener Folkclub und die Wabe bitten dort am 21. April wieder zu Folk am Fluss.

Kinder spielen, Hunde tollen, in einer Brandschale lodert ein Lagerfeuer: Lilo Dannert (Witten Folk) und Thomas Strauch (Wabe) setzen bei der inzwischen neunten Auflage auf das bewährte Rezept. Deshalb fährt zur Unterstützung der Fenster-Theke auch wieder ein zusätzlicher Bierwagen auf. Aus den Zapfhähnen fließen dunkles, obergäriges Stout und helles, mildes Ale, sprich Guinness und Kilkenny. Die Gulaschkanone liefert Irish Stew, die Riesenbratpfanne mit Rücksicht auf die wachsende Zahl vegetarischer Irland-Fans Rosmarinkartoffeln mit Sour Sauce.

Auf der Bühne gibt in diesem Jahr ausnahmsweise ebenfalls „Stout“: Nach dem bittersüßen Gerstenmalzgebräu mit cremiger Schaumkrone hat sich das Duo aus Mario Kuzyna und Simon Scherer benannt. Der Wittener und der Dortmunder sind studierte Musiker und Folk-Veteranen. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, bekannten und unbekannten Songs und Tunes aus dem ganzen Spektrum der irischen Folkmusik ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Ihr Programm reicht von lauten, rauen Pub-Songs über gefühlvoll arrangierte Balladen bis zu mitreißenden Tune-Sets. Durch die vielfältige Instrumentierung in allen Kombinationen zweier Gitarren, dem Tenor-Banjo, der Mandoline und dem Knopfakkordeon aber vor allem mit ihren beiden charakteristischen, harmonierenden Stimmen erzeugen sie einen überraschend breiten Klang.

„Einlass“ im Biergarten neben dem Schleusenwärterhaus ist ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird von der Sparkassen- und Bürgerstiftung unterstützt. Zwischendurch geht aber auch der Hut für einen freundliche Spende rum.

Folk am Fluss habe nach Rock am Fluss bisher immer die meisten Wittener an die Schleuse gelockt, sagt Thomas Strauch. Lilo Dannert rät den Gästen aber aus Erfahrung dringend, sich warm einzupacken. Am Abend kann es noch schnell frisch werden. „Und Glühwein schenken wir nicht aus“, so Dannert. Auch das sollte für echte Irland-Fans aber kein Hinderungsgrund sein.

Die beiden Musiker spielen, notfalls mit klammen Fingern, bis spät in die Nacht. Dabei sollen sie wenigstens nicht wie Kollegen in den Vorjahren im Dunkeln stehen. Für eine ausreichende Bühnenbeleuchtung sei gesorgt.

WAZ-Bericht

08.04.2017: Ruhrtalranger helfen Radlerin in Not

Rangerteam

WAZ. Zehntausende Radler befahren jedes Jahr den Ruhrtalradweg. Aber nicht immer geht dort alles glatt. Eine Radtouristin in Not hat sich jetzt für die Hilfe der Ruhrtalranger bedankt.

Man erkennt sie an ihrer beigen Uniform, die Ranger der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe). Sie befahren und begehen die Strecke zwischen Bochum-Dahlhausen und dem Hagener Hengsteysee. Sie helfen Radlern und Wanderern, sorgen für die Sicherheit und Qualität des Ruhrtalradweges und schützen die Naturräume in der Ruhraue.

Erst Anfang dieser Woche erlitt eine Radfahrerin, die auf dem Ruhrtalradweg von Witten nach Bochum zurückfuhr, in Höhe der Kleinzeche Theresia einen Platten. Drei vorbeifahrende Ranger boten ihr schnell ihre Hilfe an und führten die Reparatur kurzerhand und unkompliziert durch. Der Radfahrerin wurde so ein mühseliger Fußmarsch erspart, ganz nach dem Motto: Wer sein Rad liebt, der schiebt! Die Radfahrerin lobte: „Tolle Leistung und eine gute Sache, die für die Region weiter ausgebaut werden könnte.“

WAZ-Bericht

06.04.2017: Beliebter Radlertreff an der Ruhr startet in die neue Saison

Das Team der WABE empfing die ersten Gäste zur Eröffnung des Schleusenwärtehauses mit Blumen. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Bei schönstem Frühlingswetter hat das Königliche Schleusenwärterhaus die Saison eingeläutet. Für die Gäste gab’s gelbe Rosen. Es gibt auch Neues.

Pünktlich zum ersten gefühlten Sommertag hat das Königliche Schleusenwärterhaus an der Ruhr seine Pforten geöffnet. Bei viel Sonne und Temperaturen um die 25 Grad begrüßten Mitarbeiter ihre ersten Gäste mit Blumen.

„Das ist unsere frühlingshafte Botschaft zur Eröffnung“, sagt Julia Hellweg, Mitarbeiterin der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), die die Gastronomie betreibt. Sie und ihre Kollegen verteilen an diesem Freitag gelbe Rosen an die Besucher. die haben es sich gleich auf den Bänken und Stühlen rund um das historische Schleusenwärterhaus bequem gemacht.

„Die Menschen haben den ganzen Winter drinnen verbracht und freuen sich darüber, nun die Sonne genießen zu können“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Und so schmecken das kühle Weißbier oder die kalte Cola in der Sonne ganz besonders gut. So mancher hat sich diese Erfrischung redlich verdient. Viele Radler nutzten die Wiedereröffnung für eine entspannte Rast.

Beate (55) und Günter Weckelmann (62) haben schon einige Kilometer auf ihrem Tandem hinter sich gebracht. Das Ehepaar startete mit Freunden in Rüdinghausen und fuhr über den Rheinischen Esel nach Langendreer und von dort an die Wittener Ruhr. Zwei Drittel der insgesamt gut 32 Kilometer langen Strecke, schätzt Mitfahrer Friedhelm Ruckes (64), hatten die Rüdinghauser da bereits zurückgelegt.

Weiter ging es mit der Ruhrtalfähre, die an diesem Tag ebenfalls den Anker erstmals in der neuen Saison wieder lichtet. Von 10 bis 18 Uhr ist sie nun wieder bis Oktober zwischen dem Schleusenwärterhäuschen und der Burgruine Hardenstein unterwegs. „Das ist einfach der schönere Weg“, sagt Ruckes.

Ein paar Tische weiter sitzt Familie Dellwig. Die Fahrt mit der Fähre, die für den Nachwuchs besonders spannend ist, haben sie bereits hinter sich. Nun lassen die Dellwigs Bratwurst im Brötchen schmecken. „Hier im Grünen ist es einfach schön“, meint Sylvia Dellwig.

Grillwürstchen und Steaks wird es auch zukünftig am Schleusenwärterhaus geben. Aber, verrät Thomas Strauch, schon bald soll die Speisekarte ergänzt werden. Dafür wurde eigens ein syrischer Koch angestellt, der Spezialitäten aus seinem Heimatland anbietet. Ein Angebot, dass sich bereits seit einiger Zeit im ebenfalls von der Wabe bewirtschafteten „Alten Fritz“ in der Augustastraße in der Innenstadt bewährt.

Ansonsten setzt der Betreiber am Schleusenwärterhaus auf Altbewährtes. 14 Tage habe es gedauert, so Strauch, ehe das alte Gemäuer und das Umfeld auf Vordermann gebracht worden waren. „Manche Dinge sind während des Betriebs nur sehr aufwändig nachzusteuern. Und niemand möchte ein warmes Bier“, so Strauch. Das Urteil der ersten Gäste fiel durchweg positiv aus. Nun kann der echte Sommer kommen.

WAZ-Bericht von Marcel Kling

21.03.2017: Hardenstein-Fähre bekommt ein neues Deck

Die „Hardenstein“ bekommt ein neues Deck. Recycling-Platten werden zugeschnitten und verlegt. Foto: Wabe

WAZ. Wenige Tage vor Saisonstart werkeln Wabe-Mitarbeiter eifrig an der Ruhrtalfähre. Sie erneuern das Deck des Schiffes. Wird’s rechtzeitig fertig?

Die Ruhrtalfähre bekommt seit ein paar Tagen ein neues Deck. Denn das ehemalige Kunststoff-Deck von 2010 ist laut Wabe mittlerweile viel zu dünn geworden. Nach fast einer Millionen Fahrgäste habe es nun ein so hohes Alter erreicht, dass es einem neuen Deck aus Recycling-Platten weichen müsse.

Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren, um bis Freitag (24.3.) fertig zu werden. Denn an diesem Tag startet die „Hardenstein“ in die neue Saison. Doch das ist, so die Wabe, leichter gesagt als getan, da die Recycling-Platten jeweils einzeln ausgemessen, passgenau zugeschnitten und höhengenau verlegt werden müssen, um Stolperkanten zu vermeiden.

„Wir drücken unseren Fährleuten fest die Daumen und freuen uns auf eine erfolgreiche Saison 2017“, erklärt eine Sprecherin der Wabe, die den Pendelverkehr auf der Ruhr in Höhe der Burgruine betreibt. Die Fähre ist im Frühjahr täglich von zehn bis 18 Uhr im Einsatz.

WAZ-Bericht

20.03.2017: Bei Möbelbörse erhält Gebrauchtes eine zweite Chance

Hier gibt’s fast alles: Thomas Strauch, Robert Beckmann, Cornelia Zimmermann und Silke Kreitz zeigen das Sortiment. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Vor zwei Jahren zog die Möbelbörse der Walze vom Novum in der City nach Rüdinghausen. Das wurde jetzt gefeiert.

Hohe Stöckelschuhe mit Absätzen, für die man fast einen Waffenschein braucht, Rollatoren, Fitnessgeräte oder Schrankwände – bei der Walze gibt es nahezu nichts, was es nicht gibt. Seit zwei Jahren ist die Möbelbörse jetzt in den ehemaligen Supermarkträumen an der Kreisstraße 128 in Rüdinghausen beheimatet. Das wurde nun ordentlich gefeiert: Mit Würstchen, Sekt und Orangensaft sowie jeder Menge Besuchern, die in den kunterbunten Angeboten herumstöberten.

Natürlich hat die Walze, eine Abteilung der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), eine viel längere Geschichte: Bereits 1984 wurde das Wittener Arbeitslosenzentrum (Abkürzung Walze) als Verein gegründet. Vom „Arbeitslosentreff“ entwickelte sich die Walze zum sozialen Betrieb, in dem damals etwa 60 Arbeitslose Beschäftigung fanden.

Bebelstraße, Annenstraße, Novum-Gebäude in der unteren Bahnhofstraße – das waren die Stationen, bevor die Möbelbörse sich im März 2015 in Rüdinghausen niederließ. Auf rund 600 Quadratmetern präsentiert sie als Nachfolger eines Buchgroßhändlers dort ihr Angebot. „Das ist mehr als wir eigene Fläche im Novum hatten“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Leisten könne sie sich das nur, weil die Harpen Immobilien bei der Miete ausgesprochen kulant sei.

„Wir fühlen uns hier pudelwohl. Das Publikum ist auch sehr nett“, lobt Annette Möller, seit 17 Jahren Verkaufsleiterin der Möbelbörse, Rüdinghausen als bisher besten Standort. Das Angebot kommt aus Haushaltsauflösungen, die vom Walze-Team gewuppt werden, und aus Spenden zusammen.

Und was wird so gekauft? „Hier läuft fast alles. Bis auf Herrenkleidung, Bettwäsche, Gardinen – und dunkle Möbel in der Art ,Gelsenkirchener Barock’. Die sind total out“, weiß die 62-Jährige. Im Novum seien noch in zwei Räumen dunkle Eichenmöbel gesammelt und regelmäßig von zwei Händlern aus Polen abgeholt worden. „Aber die holen inzwischen nur noch helle Möbel und vor allem Deko“, so die Verkaufsleiterin.

Etwa 20 Mitarbeiter hat die Möbelbörse vor Ort, „von Festangestellten bis zu 1,50-Euro-Kräften“, sagt Projektleiterin Cornelia Zimmermann. Von jenen zuvor arbeitslosen Walze-Mitarbeitern der letzten Jahre, die irgendwann weggegangen seien, hätten 20 Prozent irgendwo anders eine Beschäftigung gefunden, schätzt Strauch. „Aber meist eine prekäre, etwa als Saisonarbeiter oder in Zeitarbeit“, ergänzt er.

Viele der Kunden, die am Montag in den Geschäftsräumen an der Kreisstraße stöberten, schauen öfter rein. „Besonders für Leute, die nicht so viel Geld haben, ist das hier eine gute Möglichkeit, etwas zu finden“, sagt Rentnerin Heidi Rother. Haushaltssachen hat sie schon dort gekauft, jetzt sucht sie ein Gästebett oder eine kleine Couch. „Denn ich gestalte gerade die Wohnung komplett um“, erzählt die Annenerin. An der Möbelbörse schätzt sie besonders die ruhige Atmosphäre, dass man nachfragen könne, aber nicht bedrängt werde. „Bei großen Geschäften ist das leider oft anders. Ich weiß das, weil ich selbst gelernte Kauffrau bin“, sagt die 65-Jährige.

Jürgen Günther hat gerade einen Bilderrahmen gekauft. „Aber wir spenden der Walze auch häufig was“, betont der 70-Jährige. Geschirr, Vasen. „Und eben erst eine Designerjacke meiner Frau.“

WAZ-Bericht

14.03.2017: Schwalbe ist ab 1. April wieder auf der Ruhr unterwegs

Am Montag wurde noch der Anstrich ausgebessert, am 1. April heißt es dann: Leinen los! Die Schwalbe fährt ihre Gäste im 30. Jahr über die Ruhr in Witten. Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Service

WAZ. Frühlingswetter, Lust auf Freizeit im Freien. Wer die Sonne an Bord der Schwalbe oder im Biergarten des Schleusenwärterhäuschens in Heven genießen möchte, muss sich noch ein paar Tage gedulden. Der Biergarten öffnet am 31. März, am 1. April heißt es dann Leinen los!

Die MS Schwalbe II, die den Stadtwerken gehört, schippert im 30. Jahr vom Freizeitbad Heveney bis zur Uferstraße in Bommern. Im vergangenen Herbst wurde das Ausflugsschiff, das 150 Menschen Platz bietet, technisch überholt. Am gestrigen Montag wurde der Anstrich der Schwalbe in der Schleuse ausgebessert. Damit sie während ihrer Einsatzzeit bis Ende Oktober einen glänzenden Eindruck macht.

Den Saison-Startschuss am 1. April kann nur noch Hochwasser verhindern, so Stadtwerke-Sprecher Thomas Lindner. Wer an der Anlegestelle „Zeche Nachtigall“ an Bord gehen möchte, sollte wissen, dass er dort keine Informationen zu den Abfahrtszeiten findet. Wer diese vermisst, kann sich bei Vandalen bedanken, „die das Schild immer wieder zerstört haben“, betont Lindner.

Am 31. März läutet die Wabe ab 10 Uhr die Biergartensaison am Schleusenwärterhaus ein. Es gibt Getränke, Bratwurst und Kuchen. Mit Blick auf die Ruhr können sich Spaziergänger und Radler entspannen und den Abend bei Wein und Flammkuchen ausklingen lassen. Auch die Ruhrtalfähre geht wieder in Betrieb, die zwischen der Burgruine Hardenstein und dem Schleusenwärterhaus pendelt. Öffnungs- und Fährzeiten: täglich von 10-18 Uhr.

WAZ-Bericht von Jutta Bublies

22.01.2017: Im "Alten Fritz" in Witten kochen bald Flüchtlinge

Die Wabe will den „Alten Fritz“ in einen neuen, besonderen „Ort der Begegnung“ verwandeln. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Was am Schleusenwärterhaus geklappt hat, probiert die Wabe ab Februar in der City aus: ein gastronomisches Flüchtlingsprojekt im „Alten Fritz“.

Lebendig geht es bald wieder in der Traditionsgaststätte „Zum alten Fritz“ an der Augustastraße zu. Das Lokal, das in den letzten Jahren vor sich hinkränkelte und in den letzten Wochen leer stand, hat mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe) einen neuen Mieter gefunden.

Das Wabe-Team hat schon die Ärmel hochgekrempelt und vieles auf Vordermann gebracht. Es will ab Februar einen neuen „Ort der Begegnung“ in der Innenstadt schaffen. Einen Namen gibt es bereits. Die neue Lokalität im alten Ambiente heißt künftig „fritz.“ Nach den positiven Erfahrungen des Sommers am Schleusenwärterhaus soll eine ähnliche „Cross-over-kitchen“ die bodenständige Esskultur des Ruhrgebiets – von Currywurst bis Erbsensuppe – nun im Zentrum mit arabischen und insbesondere syrischen Spezialitäten vereinen.

Täglich soll es dann kalte und warme Speisen geben – alles frisch zubereitet, viele Salate und wenig Fleisch. Mit ungewöhnlichen Gewürzen wie Minze, Kardamon, Harissa, Safran oder Zitrone. „Das ist eigentlich ein Trend der Zeit. Weg von den Fleischbergen“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. „Aus vielen kleinen Mezze, also Gerichten, kann sich jeder sein individuelles Mahl zusammenstellen.“ Damit wolle man neugierig und Appetit machen. „Gleichzeitig bereichert anderes Essen auch eine Kultur“, fügt Mitarbeiterin Yvonne Hellwig hinzu.

Im „fritz.“ will die Wabe ganzjährig Praktika in Gastronomie und Küche für Menschen mit Fluchterfahrung anbieten – angelehnt an das erfolgreiche Experiment am Ruhrufer. Langfristige Ziele sind die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und die Einrichtung neuer Ausbildungsplätze. Gleichzeitig sind alle Bürger herzlich willkommen. Denn im „fritz.“ stehen die Türen für Feiern und Vereine offen. Los geht es am Freitag, 3. Februar, mit einem kleinen Fest im neuen „Alten Fritz“.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

20.01.2017: Wabe übernimmt "Zum alten Fritz"

Die Mitarbeiter der Wabe bieten neben dem „regulären“ Kneipenbetrieb auch kulinarische Leckerbissen zum kleinen Preis an. Foto: Walter Demtröder

lokalkompass. Die Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) hat jetzt eine eigene Kneipe. Am Freitag, 3. Februar, wird die Gaststätte „Zum alten Fritz“ an der Augustastraße unter dem Namen „fritz.“ neu eröffnet.

Natürlich handelt es sich dabei um keine „gewöhnliche“ Kneipe. Vielmehr möchte die Wabe Flüchtlingen einen Ort der Begegnung bieten und ihre bisherigen Angebote ergänzen. Gleichwohl sollen aber auch Leute angesprochen werden, die gerne mal am Abend ein Bierchen in Gesellschaft trinken und dabei nicht abgeneigt sind, auch eine Kleinigkeit zu essen.

Das Konzept hinter dem „fritz.“ erklärt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe. „Am Schleusenwärterhaus haben wir zweimal pro Woche syrische Küche angeboten. Für viele Leute war das mal etwas anderes als die gewöhnliche Currywurst. Dieses Angebot wurde total gut angenommen, und teilweise sind viele Leute auch gekommen, um sich die Speisen mit nach Hause zu nehmen. Allerdings war das ein Angebot, das wir nur bis zum Herbst aufrechterhalten konnten, weil es danach draußen zu kalt wurde. Wir haben anschließend versucht, dieses Angebot im Zollhaus weiterzuführen, aber dafür war die Küche einfach zu klein.“

Parallel dazu musste der damalige Pächter der Gaststätte „Zum alten Fritz“ an der Augustastraße im September 2016 die Segel streichen. Die Wabe sah eine Möglichkeit, das kulinarische Angebot dort fortzuführen und gleichzeitig zu ergänzen.

„Wir haben“, so Thomas Strauch, „Kontakt zum Vermieter aufgenommen, der unsere Idee gut fand, und so haben wir die Räumlichkeiten angemietet, zunächst für zwei Jahre.“

Es wurden einige Umbauten vorgenommen, bei denen eine neue Decke eingezogen und eine Küche installiert wurde. Im Eingangsbereich wird künftig der Kneipenbetrieb mit kleinen kulinarischen Angeboten aufgenommen, wobei diese kulinarischen Angebote den besonderen Reiz ausmachen. Nach original syrischen Rezepten wird das fortgeführt, was am Schleusenwärterhaus begonnen hat. Die Preise für die kleinen Köstlichkeiten, die sich an den spanischen Tapas (kleine Appetithäppchen) orientieren, werden zwischen zwei und maximal sieben Euro liegen. Gleichzeitig sollen im „fritz.“ auch Ausbildungs- und Praktikumsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden.

Der hintere und größere Kneipenbereich soll für Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung oder Vorträge genutzt werden. Schank- und Gastraum können auf Anfrage auch für eigene Anlässe, Feiern, Vereinstreffen und Nachbarschaftsfeiern genutzt werden.

Geöffnet haben wird das „fritz.“ montags bis samstags von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr, Sonntag ist Ruhetag.

Bericht von lokalkompass.de

 

16.01.2017: Lokal „Alter Fritz“ in der Wittener City erwacht zu neuem Leben

Im Schleusenwärterhäuschen haben syrische Flüchtlinge schon Gerichte aus ihrer Heimat gekocht und dort den Gästen serviert. Foto: Barbara Zabka, Archiv

WAZ. Nicht am Ruhrufer, sondern mitten im Zentrum will die Beschäftigungsinitiative Wabe einen Ort der Begegnung schaffen, nicht nur für Flüchtlinge.

Die Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) plant ein neues Projekt in der innenstadtnahen Gaststätte „Zum alten Fritz“. Dort soll mit Flüchtlingen ein „Ort der Begegnung“ entstehen. Das Lokal an der Augustastraße wird am Freitag, 3. Februar, wiedereröffnet.

Das auf zwei Jahre befristete Projekt kennt man aus dem Schleusenwärterhaus: Flüchtlinge probieren sich aus, kochen etwa ihre Speisen. Die Wabe bietet Praktika in Gastronomie und Küche an. Sie will Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnen. Dabei spricht sie nicht nur Schutzsuchende an, sondern alle Wittener, gerade aus dem Viertel. Sie können Schank- und Gastraum für eigene Anlässe wie Feiern, Vereins- und Nachbarschaftstreffen nutzen.

Regelmäßig gibt es warme und kalte Speisen, eine „Cross-Over-Kitchen“, die die bodenständige Esskultur des Reviers mit arabischen und syrischen Spezialitäten vereint. Es werden „Mezze“, kleine Appetithäppchen, serviert. Im Veranstaltungszentrum sind u.a. Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung, Vorträge und Diskussionen geplant. Geöffnet wird montags bis samstags von 12 bis 14 und von 18 bis 22 Uhr.

WAZ-Bericht

12.01.2017: Einbrecher schlagen Fenster vom Wittener Zollhaus ein

Beliebt bei Radlern und Fußgängern an der Ruhr, die gemütlich etwas essen oder trinken möchten: das von der Wabe bewirtschaftete Zollhaus. Jetzt kamen nachts ungebetene Gäste. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Wieder traf es eine Wabe-Gastronomie an der Ruhr: 2015 brannten Unbekannte das Schleusenwärterhaus nieder, jetzt wurde im Zollhaus eingebrochen.

Unzählige Besucher lassen es es sich bei gutem Wetter am Zollhaus am Ruhrufer schmecken. Jetzt kamen aber ungebetene Gäste zur Gaststätte nahe der Lakebrücke: In der Nacht zu Mittwoch (10./11. 1.) schlugen sie ein Kellerfenster ein und durchsuchten die Räume nach Diebesgut.

Damit traf es erneut ein von der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) bewirtschaftetes, denkmalgeschütztes Gebäude an der Ruhr: Bis heute Unbekannte brannten im Januar 2015 nachts das Schleusenwärterhaus nieder. Schaden: 160 000 Euro. Die bei Radlern und Spaziergängern beliebte Gastronomie wurde restauriert und öffnete im Frühjahr 2016 neu.

Diesmal kam die Wabe glimpflicher davon: Die Täter stahlen Schlüssel. Vier Bierkästen, die sie an der Kellertreppe zum Abtransport bereit gestellt hatten, holten sie nicht ab. Auch Würstchen und Steaks, die sie in einen Beutel gepackt hatten, ließen sie liegen. Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 209-8305.

WAZ-Bericht

18.10.2016: Syrische Speisen gibt’s nun regelmäßig

Praktikanten mit einer Fluchtgeschichte zaubern syrische Gerichte.

WAZ. Der Erfolg des arabischen Speisenangebots am Königlichen Schleusenwärterhaus war nicht nur den sommerlichen Temperaturen zuzuschreiben. Liebevoll zubereitete Salate und Lammspieße waren in den vergangenen vier Wochen ein echter Renner im Ruhrtal.

Nun macht das Königliche Schleusenwärterhaus Winterpause. Wegen des großen Zuspruchs der syrischen Küche, die mithilfe von Gastköchen und Helfern aus dem Förderzentrum organisiert ist, geht der Verkauf im Zollhaus Herbede weiter – und zwar jeden Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr.

Der ein Jahr zuvor ausgebaute Innenraum im Zollhaus Herbede bietet den Gästen auch bei schlechtem Wetter und kalten Wintertagen die Möglichkeit, im Warmen Platz zu nehmen. Weiterhin können Gäste zwischen 10 und 12 Uhr ein Frühstück genießen, danach gibt es neben dem Grillangebot, regionale und saisonale Speisen. Das historische Zollhaus Herbede befindet sich im Ruhrtal 1. Weitere Infos unter www.wabembh.de oder auf www.facebook.de/wabembhwitten

WAZ-Bericht

30.09.2016: Langzeitarbeitslose sollen mehr Chancen bekommen

Im Jobcenter Witten. Ende August 2016 bezogen 1795 Menschen in der Stadt Hartz-IV-Leistungen. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Im Jobcenter Witten. Ende August 2016 bezogen 1795 Menschen in der Stadt Hartz-IV-Leistungen. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

WAZ. Das Wittener Jobcenter begrüßt eine Initiative von Landräten und Oberbürgermeistern für Langzeitarbeitslose. Ende August gab es in Witten 1963 Betroffene, von denen 1795 Hartz-IV-Leistungen bezogen haben.

Im EN-Kreis waren zu diesem Zeitpunkt 4636 Menschen langzeitarbeitslos, 4093 erhielten Arbeitslosengeld II. Man denke darüber nach, „Menschen in gesellschaftlich relevanten Bereichen für Aufgaben einzusetzen, für die es den Bedarf, bisher aber keine Finanzierung gibt“, heißt es in einem Brief Schades und seiner Mitstreiter an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die man in dieser Sache um Unterstützung bittet.

Steffen Louis, stellvertretender Leiter des Wittener Jobcenters, weiß aus der Praxis: „Ab 55 ist das Risiko deutlich erhöht, von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen zu sein.“ Vor allem Menschen mit geringer Qualifikation hätten wenig Chancen, einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Louis: „Und viele Langzeitarbeitslose sind gering qualifiziert.“

Das Jobcenter biete daher entsprechende Maßnahmen an. „Wir fördern die berufliche Weiterbildung, wenn jemand keine abgeschlossene Berufsausbildung hat.“ Seien Menschen motiviert, „gibt es für sie bei uns einen Strauß von Möglichkeiten. Aber diese werden nicht immer genutzt“. Und natürlich gebe es auch „eine Reihe von Leuten, die sich in ihrer Situation eingerichtet haben, deren Anspruch nicht ist, dauerhaft Arbeit zu finden“, so Louis. „Viele haben den Glauben an sich verloren und sehen in manchen Dingen keinen Sinn mehr. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt nicht ohne Folgen für die Psyche.“

Ein großes Problem bei der Vermittlung der Menschen sei auch, „dass die Wirtschaft sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat“. Arbeitsangebote für Geringqualifizierte, Helfertätigkeiten, gebe es kaum noch. Louis: „Es ist öffentliches Geld notwendig, um neue Beschäftigungsverhältnisse für Langzeitarbeitslose zu schaffen, die der Allgemeinheit zugute kommen.“ Nicht zuletzt sei ein Umdenken in der Wirtschaft notwendig. „Denn Menschen, die 50 plus sind, wieder in Arbeit zu vermitteln, ist häufig sehr schwierig.“

Susanne Fuchs, Projektkoordinatorin bei der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe), würde sich über mehr Geld für die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen freuen. 20 sind derzeit bei der Wabe in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen – finanziert durch Landesmittel. Die Menschen arbeiten in der Gastronomie im Schleusenwärterhaus und im Herbeder Zollhaus, in der Radstation Witten, bei der Möbelbörse der Wabe, im Garten- und Landschaftsbau. „Wir können die Leute aber nur für zwei Jahre beschäftigen, obwohl welche darunter sind, die wir gerne dauerhaft einstellen würden, wenn wir das finanzieren könnten“, erklärt Fuchs.

Die es für einen „Mehrwert für die Gesellschaft hält“, wenn mehr Menschen in Beschäftigung gebracht werden. Denn Langzeitarbeitslosigkeit koste nicht nur Steuergelder, sondern könne Betroffene auch krank machen. „Auch dann fallen Kosten für die Gesellschaft an.“

WAZ-Bericht von Jutta Bublies

19.09.2016: Karibische Kulisse am Zollhaus trotzt dem Regen

Machten gute Miene zur verregneten Cocktailnacht am Zollhaus: die Wabe-Mitarbeiter Lara Quell, Bennet Bauer und Yvonne Hellwig (v. li.). Foto: Ziegler
Machten gute Miene zur verregneten Cocktailnacht am Zollhaus: die Wabe-Mitarbeiter Lara Quell, Bennet Bauer und Yvonne Hellwig (v. li.). Foto: Ziegler

WAZ. Lichterketten, Blumengirlanden und Kerzenschein in allen Sommerfarben verwandelten am Samstagabend den Garten am Herbeder Zollhäuschen in eine Traumkulisse. Trotz des pünktlich um 18 Uhr einsetzenden Regens strömten die Partygäste in Scharen zur ersten Cocktailnacht.

Die drei studentischen Hilfskräfte der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) hatten die Idee zu diesem besonderen Abend mit viel Arbeit und Liebe zum Detail umgesetzt. Karibische Speisen und Cocktails lockten etwa 300 Menschen jeden Alters an. Mit so viel Andrang hatte selbst Julia Hellwig vom Organisationsteam nicht gerechnet. Die langen Wartezeiten vor der Bar versüßte sie den Gästen mit Fruchtspießen. Die Gitarren des Markus-Conrad-Duos wurden aber doch zu nass, so dass die Musiker in die seit diesem Sommer neu eingerichteten Gasträume im Zollhaus umziehen mussten.

„Sehr entspannt, auch wenn das Wetter hätte besser sein können, schöne Atmosphäre und gute Preise.“ So fasste es Gast Bastian (25) zusammen. Ivetta Olbrich war zum ersten Mal hier und wusste gar nicht, dass die Wabe mit Langzeitarbeitslosen arbeitet. „Jetzt habe ich Verständnis, wenn mal was nicht gleich sofort klappt.“

Als um halb elf die Lichter ausgingen, sagte ihre Freundin auf dem Weg zum Auto: „Was für ein wunderschöner Abend.“ Julia Hellwig vom Wabe-Team ist rundum zufrieden und freut sich schon auf eine Neuauflage im kommenden Sommer.

WAZ-Bericht von Kerstin Glathe

14.09.2016: Karibisches Flair im Zollhaus

Zollhaus Herbede

WAZ. Das Zollhaus Herbede bietet einen Abend lang karibisches Flair. Am Samstag, 17. September, lädt die Wabe erstmalig zur Cocktailnacht ein. Ab 18 Uhr gibt es im Zollhaus Cocktail-Variationen, südamerikanisches Essen und kleine Snacks. Jeder Cocktail wird auch in einer alkoholfreien Variante angeboten.

Zusätzlich zu Speisen und Getränken sorgt auch die passende Musik für eine sommerliche Stimmung: Das Markus-Conrad-Duo spielt ab 19 Uhr. Die Cocktailnacht soll ein Stück Karibik nach Witten bringen und die Besucher in Urlaubsstimmung versetzen, so die Veranstalter.

Für alle Besucher hat die Wabe außerdem ein ganz besonderes Angebot auf Facebook. Wer dort unter www.facebook.de/wabembhwitten die zugehörige Veranstaltung der Cocktailnacht teilt, bekommt einen Cocktail seiner Wahl zwei Euro günstiger.

WAZ-Bericht

10.09.2016: Baba Ghanousch ersetzt die Bratwurst

Syrische Flüchtlinge kochen am Schleusenwärterhaus Gerichte aus ihrer Heimat: Olivia, Ayda 3, Hiven, Abdulrahman, Akram und Ayman.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services
Syrische Flüchtlinge kochen am Schleusenwärterhaus Gerichte aus ihrer Heimat: Olivia, Ayda 3, Hiven, Abdulrahman, Akram und Ayman.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services

WAZ. Mittags, vor dem Schleusenwärterhaus in Heven: Hungrige Radfahrer und Spaziergänger sitzen unter den Bäumen am Ruhrufer. Brigitte Hoppe ließt konzentriert die Speisekarte. Statt der obligatorischen Pommes mit Currywurst stehen heute schwierige Wörter wie „Fatousch“ und „Baba Ghanousch” auf dem Plan. Die 63-Jährige entscheidet sich für einen Lammspieß und gibt ihre Bestellung an einer kleinen Holzbude auf. Innen haben sich die fünf Gastköche aus Syrien und dem Irak eingerichtet. Akram (40) steht am Grill und wendet das brutzelnde Fleisch. Die Frauen stehen am Holztresen und schnippeln Berge von Paprika und Tomaten.

Seit drei Wochen kochen die fünf Flüchtlinge jeden Donnerstag und Freitag für die Besucher am Schleusenwärterhaus. Montags und dienstags steht dafür Sprachunterricht auf dem Programm. Das Ganze ist eine Aktion des Förderzentrums „Sprache & Beschäftigung“. In vier verschiedene Betriebe dürfen die anerkannten Flüchtlinge in der Zeit der Projekts schnuppern. Mindestdauer eines Praktikums ist zwei Wochen, die meisten verlängern.

Auch Hiven (33) aus Damaskus fühlt sich an ihrem neuen Arbeitsplatz wohl. Sie schneidet Zitronen für einen der frischen Salate. Zwischen den Töpfen und Pfannen flitzt auch Töchterchen Ayda umher. Die Dreijährige ist Liebling des gesamten Küchenteams. Neugierig untersucht sie alles, was sie nicht kennt. Dabei hat sie einen neuen Lieblingssatz gelernt: „Was ist das?“

Die fremden Speisen kommen bei den Ausflüglern gut an. „Der Spieß war wirklich köstlich“, gibt Brigitte Hoppe ihr Urteil ab. „Alles schmeckt frisch und liegt nicht so schwer im Magen wie unser deutsches Fastfood.“ Nach der Stärkung geht es für die 63-Jährige und ihre Radler-Truppe weiter auf dem Ruhrtalradweg Richtung Wetter.

„Eigentlich hatten wir uns Picknick-Stullen geschmiert“, erzählt eine andere Radfahrerin. „Aber dann sah das Essen so gut aus, dass wir uns nochmal umentschieden haben.“

Die fünf Köche ernten viel Lob für die Speisen. Ann-Kristin (21) ist studentische Hilfskraft des Projekts und übersetzt die anerkennenden Worte der Gäste ins Arabische. Gemeinsam mit Hausleiterin Esther Sennlaub hilft sie auch beim Kassieren und schwierigen Bestellungen. „Ich finde es toll, so lebensnah mit Flüchtlingen zu arbeiten – abseits von den ganzen theoretischen Kursen“, erzählt Ann-Kristin. „Na ja, und das gute Essen war auch ein Anreiz“, fügt die Studentin lachend hinzu.

„Wir sehen die Flüchtlinge nicht als geduldete Gäste“, erklärt Projektleiterin Manuela Leupold vom Förderzentrum „Sprache & Beschäftigung. „Sie reichen ein Stück ihrer Kultur und Heimat weiter. Das ist für beide Seiten wunderschön.“

Das vom Jobcenter geförderte Zentrum bietet Projekte für erwachsene, anerkannte Flüchtlinge an. Ziel ist dabei die berufliche Eingliederung und handlungsorientierter Sprachunterricht.

Träger des Zentrums sind die Wittener Wabe, die AWO und das Deutsche Rote Kreuz.

WAZ-Bericht von Mirjam Benecke

05.09.2016: Junge Musiker lassen es richtig krachen

Gut besucht war die zweite Ausgabe von 'Rock an der Ruhr'. Foto: Barbara Zabka
Gut besucht war die zweite Ausgabe von 'Rock an der Ruhr'. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Gut besucht war die zweite Ausgabe von „Rock an der Ruhr“, zu der Wabe und SPD am Samstag ans Schleusenwärterhäuschen geladen hatten. Vom Nachmittag bis zum Abend rockten vier Bands die Bühne.

Den Anfang machte „Berit & the Boys“ aus Gelsenkirchen. Sängerin Berit Tenhaven hatte es bei ihrem Auftritt mit Martin Matern allerdings bei lediglich einem Begleit-Boy belassen. Dennoch wusste das Duo mit Songs von Reinhard Mey bis Janis Joplin zu gefallen und erntete den verdienten Applaus des Publikums. Am Abend wurde es voller

Weiter ging es mit den „Returns“ aus Wetter. Die Oldie-Band wurde bereits in den Sechzigerjahren gegründet. Das Publikum applaudierte, obwohl musikalisch vielleicht nicht immer alles reibungslos zusammenlief. Hier stand eindeutig der Wiedererkennungseffekt der Stücke im Vordergrund, und der war gegeben.

Je mehr es auf den Abend zuging, desto voller wurde es, und desto länger wurden auch die Schlangen am Wurst- und am Getränkestand. Voller wurde es auch auf der Bühne. Angetreten war die „Unknown Blues Band“ mit kleinem Bläsersatz. Die Wittener Combo feierte eine Blues-Party, bei der die Besucher voll auf ihre Kosten kamen. Gleich vier der Musiker betätigten sich als Sänger – solo und im Satz – und auch bei den Ansagen spielten sie sich die Bälle zu. Man merkte der Band die Spielfreude an, die keiner der „alten Hasen“ auf der Bühne vermissen ließ.

Mittlerweile wurde es langsam dunkel, und einige Strohballen – eigentlich als zusätzliche Sitzgelegenheiten gedacht – waren von fleißigen Kinderhänden zerpflückt worden; allmählich sah die Wiese vor der Bühne aus wie bei einem großen Rockfestival.

Zeit für die letzte Band des Abends, die „Simple Beatz“, ebenfalls aus Witten. Die jungen Musiker ließen es von Beginn an richtig krachen und nach Steppenwolfs „Born to be wild“ zu Beginn einen Rock-Klassiker nach dem anderen folgen. J.J. Cales „Cocaine“, Bob Marleys „I shot the sheriff“ oder Stevie Wonders „Superstition” wurden dabei auf eigene Weise interpretiert. Allerdings dauerte es eine Weile, bis der Funke aufs komplette Publikum übersprang. Doch auch das gelang, und bei „Sweet home Alabama“ sangen alle mit.

WAZ-Bericht von Walter Demtröder

02.09.2016: Käufer bleiben Möbelbörse nach Umzug treu

Viel zu stöbern gibt’s im Laden. Verwaltungsleiter Axel Kuhlmann zeigt einen Spiegel samt passender Kommode. Foto: Manfred Sander
Viel zu stöbern gibt’s im Laden. Verwaltungsleiter Axel Kuhlmann zeigt einen Spiegel samt passender Kommode. Foto: Manfred Sander

WAZ. Ein kleiner Möbelladen ganz weit draußen, ab vom Schuss. Kann das gutgehen? Für die Gebrauchtmöbel-Börse der Walze war der Umzug von der City raus nach Rüdinghausen ein Risiko. Verwaltungsleiter Axel Kuhlmann gibt zu: „Wir hatten vorher große Befürchtungen, aber heute können wir sagen: Die Wahl des neuen Ladenlokals war goldrichtig.“

Die Eingangstür des 650 Quadratmeter großen Ladens an der Kreisstraße steht kaum still an diesem Vormittag, es ist ein reges Kommen und Gehen: 80 bis 100 Kunden täglich finden den Weg zur Möbelbörse. „Wir machen mindestens so viel Umsatz wie vorher in der Bahnhofstraße“, so Kuhlmann. Die Stammkunden seien der Walze treu geblieben. „Und wir haben tatsächlich viele neue aus dem Umland dazugewonnen.“ Dortmunder vor allem, die Stadtgrenze ist schließlich nur einen Steinwurf weit entfernt.

Studenten kommen vorbei und Schnäppchenjäger, Laufkundschaft und Sammler, die gezielt nach alten Stücken schauen: „Manche kommen alle 14 Tage vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt.“ Wer nichts verpassen will, muss oft vorbeischauen: „So ein Ledersofa ist in der Regel nach zwei Wochen weg – und manchmal werden die Möbel schon verkauft, während wir noch aufbauen“, sagt der Walze-Verwaltungsleiter. Wer da zu spät kommt, hat Pech gehabt: „Nachbestellen ist bei uns nicht.“ Die Ware stammt schließlich aus Wohnungsauflösungen, manches ist zudem gespendet: Einzelstücke also.

Die Vorstellung, es kauften vor allem Sozialschwache hier ein, sei grundverkehrt, versichert Verkäuferin Silke Kreitz. „Es kommen alle: Reiche und Arme, querbeet.“ Auch der Altersdurchschnitt sei kaum zu benennen: Sie verkaufe junge Möbel an Alte und alte an Junge. „Die mögen es ja sehr, etwa eine Chippendale-Kommode mit einem modernen Teil zu kombinieren.“

Wer Lust hat zu stöbern, der kann fündig werden: Omas Sofa steht neben einer angesagten Kommode im Kolonial-Stil, der alte Rumtopf auf dem Esstisch mit den flotten Rattan-Stühlen. Günstig ist alles: Ein dreiteiliges Ledersofa gibt’s für 330 Euro, die Waschmaschine für 200, ein goldenes Mokka-Service für 13 Euro – runterhandeln erlaubt.

Einem älteren Herrn aus Herdecke hat es an diesem Vormittag eine Stereoanlage für 65 Euro angetan. „Da überlege ich gerade“, sagt er und dreht an den Knöpfen – doch seine Frau bremst: „Eigentlich wollten wir doch nach einem Schlafzimmerschrank gucken.“ Auch Viola Norwidat schlendert zum wiederholten Mal durch die Gänge. Kaufen will sie jedoch nichts, sie spendet lieber regelmäßig Hausrat für die Börse: „Uns geht es jetzt gut“, sagt die Stockumerin. Aber sie wisse noch, was es heißt, mit wenig auskommen zu müssen. „Für die, die wenig haben, ist so ein Laden goldrichtig.“

Die Möbelbörse an der Kreisstraße 128 ist mo. bis fr. von 9.30 bis 18 Uhr, sa. von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Wer Möbel spenden will oder eine Wohnungsauflösung plant: 69 81 51

Zum Team der Möbelbörse gehören viereinhalb Stammkräfte und rund 20 Langzeitarbeitslose, die sechs bis zwölf Monate hier arbeiten, u.a. in Transport, Aufbereitung und Ab- und Aufbau.

WAZ-Bericht von Britta Bingmann

31.08.2016: Wittener Wabe serviert syrische Gerichte am Ruhrufer

Praktikanten mit einer Fluchtgeschichte zaubern syrische Gerichte.
Praktikanten mit einer Fluchtgeschichte zaubern syrische Gerichte.

WAZ. Die Küche des Schleusenwärterhauses wird mit einer arabischen Prise nachgewürzt. Ab sofort können Gäste donnerstags und freitags von 13 bis 18 Uhr die syrische Küche probieren.

Das Angebot der von der Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) betriebenen Gastronomie an der Ruhr reicht von gegrilltem Lamm- und Hähnchenspießen bis „Taboulé“ und anderen Salatspezialitäten. Solche exklusiven Leckereien werden noch bis Sommerende zubereitet.

Die Idee dabei: Menschen mit Fluchtgeschichte, die im Förderzentrum Witten beraten und betreut werden, machen ein Praktikum unter realen Bedingungen. Im Ruhrtal sollen angehende Köche oder Küchenhelfer ihr Talent ausleben und gleichzeitig die Sprache lernen können. Unter praktischen Begebenheiten werden Einkäufe, das Vor- und Zubereiten sowie die Kalkulation und der Verkauf Teil des Sprachunterrichts vor Ort

WAZ-Bericht

27.07.2016: Ruhrfähre könnte bald bei Stiepel in See stechen

Bald zwischen Stiepel und Blankenstein unterwegs? Für den Verkehr in Witten war die „Hardenstein 1“ zu klein geworden. Foto: Jürgen Augstein
Bald zwischen Stiepel und Blankenstein unterwegs? Für den Verkehr in Witten war die „Hardenstein 1“ zu klein geworden. Foto: Jürgen Augstein

WAZ. Kommt die Fähre oder kommt sie nicht? Die Idee, die alte Fährverbindung auf der Ruhr zwischen Bochum-Stiepel und Hattingen-Blankenstein an Wochenenden für Ausflügler wieder aufleben zu lassen, bleibt in der Diskussion. Die Strecke befindet sich direkt hinter dem Wehr am Kemnader See an der Wittener Stadtgrenze – ein Ausflugsziel, das auch bei vielen Wittenern sehr beliebt ist.

Während der Verein Ruhrfähre weiter Geld für eine Machbarkeitsstudie sammelt und diese voraussichtlich im Spätsommer vorlegen will, hängt jetzt vieles an einer politischen Entscheidung: Denn die Ruhrauen in Stiepel sollen ab 2017 unter Naturschutz gestellt werden.

Der Landschaftsplan sieht dann lediglich das Befahren der Ruhr mit Fahrzeugen ohne Motor vor. Für eine Fähre mit Elektromotor müsste eine Sondererlaubnis her. Zum Einsatz kommen soll möglichst die alte, motorisierte Fähre „Hardenstein 1“ der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), die für den Wittener Betrieb zu klein geworden war: Sie ist nur für 16 Personen ausgelegt, die neue Fähre, die in Witten schippert, für 45. Zuletzt war in der Diskussion, dass die Wabe den Fährbetrieb zwischen Stiepel und Blankenstein übernimmt.

Ob es dafür eine Sondererlaubnis geben wird, ist noch unklar. Die Bochumer Stadtrats-Fraktion FDP & Die Stadtgestalter macht sich für die Fähre stark. „Es ist eine charmante Idee, die alte Fährverbindung über die Ruhr, die bis 1960 Bestand hatte, mit Hilfe einer kleinen Elektrofähre wieder aufzunehmen“, so Vorsitzender Felix Haltt. Um diesen Betrieb zu ermöglichen, haben FDP & Stadtgestalter eine Anregung beim Umwelt- und Grünflächenamt eingereicht: Für den Fährbetrieb soll es eine Ausnahme geben. „Der Schutz der Natur ist in keiner Weise gefährdet, da sich die Anleger außerhalb des Naturschutzgebiets befinden“, meint Manfred Baldschus, FDP-Bezirksvertreter und Mitglied des Vereins.

Der Landschaftsplan BochumMitte/Ost (Naturschutzgebiet Ruhraue Stiepel) lag bis Mitte Juli im Zuge einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Technischen Rathaus aus. Der Entwurf soll nun überarbeitet und danach den parlamentarischen Gremien vorgelegt werden, ehe er ein zweites Mal öffentlich ausgelegt und schließlich vom Rat beschlossen wird, erklärt Thorsten Lumma vom Umwelt- und Grünflächenamt. „Voraussichtlich im kommenden Frühjahr wird das soweit sein.“

Ob die Sondergenehmigung für den Fährbetrieb eine Chance hat, mag Lumma nicht voraussagen. „Die Machbarkeitsstudie wird darüber Aussagen liefern“, sagt er. „Wenn die Vereinbarkeit mit dem Naturschutz gegeben ist, spricht grundsätzlich nichts gegen einen Fährbetrieb.“ Auf Stiepeler Seite soll der Anleger „Zur alten Fähre“ als Haltepunkt dienen. Wo die Fähre in Blankenstein halten könnte, darüber machten sich die Vereinsmitglieder jetzt vor Ort ein Bild. „Zwischen dem Gelände des Rudervereins und der Mündung des Pleßbachs in die Ruhr gibt es zwei bis drei gute Standorte“, meint Klaus Thormählen, zweiter Vorsitzender. Manfred Overrath vom Heimatverein Blankenstein ergänzt: „Das Gelände des Rudervereins wird gar nicht tangiert.“ Der Ruderverein hatte zuvor Bedenken geäußert, dass ein Fährbetrieb die Wettkämpfe stören könnte.

WAZ-Bericht von Sven Westernströer

22.07.2016: Rotarier bepflanzen Beet rund ums Böckchen

Die Rotarier haben die Patenschaft für das Blumenbeet rund um das Böckchen im Stadtpark übernommen und bezahlen außerdem die Reinigung der Radwege-Hinweisschilder durch die Wabe: Dr. Michael Koch (hinten, v.l.), Uwe Liesche, Rainer Altenberend (vorne, v.l.) und Frank Flörecke. Foto: Barbara Zabka
Die Rotarier haben die Patenschaft für das Blumenbeet rund um das Böckchen im Stadtpark übernommen und bezahlen außerdem die Reinigung der Radwege-Hinweisschilder durch die Wabe: Dr. Michael Koch (hinten, v.l.), Uwe Liesche, Rainer Altenberend (vorne, v.l.) und Frank Flörecke. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Da wird sich nicht nur das „Böckchen“ freuen: Die Skulptur, die inmitten eines Beetes im Stadtpark steht, schaut jetzt nicht mehr auf Wildwuchs, sondern auf ein ordentlich gepflanztes Blumenmeer. Das ist den Mitgliedern des Rotary Clubs Witten zu verdanken, die an einem sonnigen Samstag Ende Mai die Ärmel hochgekrempelt, ordentlich geschwitzt und in vierstündiger Arbeit 1500 Pflanzen in den Boden gebracht haben.

„Heimat“ – unter diesen Begriff wollen die Rotarier in diesem Jahr ihre Aktivitäten ganz besonders stellen. Und dazu gehöre, dass die Stadt schöner wird, sagt Präsident Dr. Michael Koch. Dass der Serviceclub sich für den Anfang ausgerechnet das Böckchen-Beet schräg gegenüber von Haus Witten ausgesucht hat, hat natürlich auch einen Grund: „Wir haben die Skulptur vor 59 Jahren gespendet.“ Bei der einmaligen Pflanzaktion wird es nicht bleiben, denn die Rotarier haben eine Patenschaft für die 50 m² große Fläche übernommen. So, wie sich andere Bürger schon um die Beete vor ihrer Haustür kümmern, werden auch sie sich jetzt regelmäßig an dieser Stelle im Stadtpark als Gärtner betätigen. Fünf Müllsäcke voller Unkraut

„Ich habe vor zwei Wochen fünf Müllsäcke voll Unkraut da rausgeholt“, sagt zum Beispiel Rainer Altenberend. Und schon wieder lugen einige Halme frech hervor. Im Herbst folgt dann die Winterbepflanzung. Statt roter und weißer Begonien außen sowie weiß und lila blühendem Salbei im Mittelkreis, werden dann Stiefmütterchen und Blumenzwiebeln gesetzt.

Weil die Stadt aber von einem hübschen Beet allein nicht schöner wird, hatten die Rotarier noch eine Idee: Ihnen stach die rotweiße Radwegebeschilderung ins Auge, auf der mancherorts kaum noch etwas zu erkennen war. Dafür holten sie dann die Wabe ins Boot und zahlten ihr die Reinigung von zehn Schildern.

Eine Mitarbeiterin habe sich 30 bis 40 Schilder im Bereich Innenstadt, Uni und Bommern angeguckt, ihr Aussehen dokumentiert und die zehn schlimmsten ausgewählt, erklärt Wabe-Chef Thomas Strauch. Die seien teils hinter Gebüsch versteckt oder von Algen verklebt gewesen. Bernd Hohmeister und Marcel Hedtmann waren dann mit Vorarbeiter Uwe Freund unterwegs, um die Schilder zu reinigen. Gerade steht Hedtmann auf der Leiter und wienert das letzte, das auf der Ruhrstraße/Ecke Husemannstraße steht.

Zehn saubere Schilder und ein ordentliches Beet sind ein Anfang, aber wird Witten davon wirklich schöner? Die Aktion solle eine Art Vorbildcharakter haben, erklärt Rotary-Präsident Koch. Er und die anderen Mitglieder setzen auf Nachahmer und hoffen: „Vielleicht macht das ja Schule.“

WAZ-Bericht von Annette Kreikenbohm

05.06.2016: Ein Stück Frankreich im Hohenzollernviertel

Bei der Eröffnung der Boule-Bahn am Karl-Marx-Platz (von li.): Haimo Hurlin (Vorsitzender Verschönerungsverein), Thomas Strauch (Wabe), Susanne Fuchs (BW Annen) und Philipp Topp (Kreissportbund). Foto: Flemming Krause
Bei der Eröffnung der Boule-Bahn am Karl-Marx-Platz (von li.): Haimo Hurlin (Vorsitzender Verschönerungsverein), Thomas Strauch (Wabe), Susanne Fuchs (BW Annen) und Philipp Topp (Kreissportbund). Foto: Flemming Krause

WAZ. Seit rund fünf Jahren ist der Verschönerungsverein Hohenzollernviertel damit beschäftigt, das Erscheinungsbild seines Stadtviertels aufzuhübschen. „Wir haben verschiedene kleine Projekte gestartet“, erzählt Haimo Hurlin, der Vorsitzende dieser Nachbarschaftsinitiative. Ihr letztes Projekt: Eine frei nutzbare Boulebahn auf dem Karl-Marx-Platz. Vor einer Woche startete die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) mit dem Bau der zehn Meter langen und drei Meter breiten Bahn, jetzt wurde sie eröffnet.

Mehr als 50 Anwohner und syrische Flüchtlinge kamen zur Einweihung und ließen die Kugeln sofort fliegen. „Wir hatten die Idee, dass wir den Platz mehr nutzen und uns ihn als Bürger aneignen müssen“, betont Hurlin. „Bislang hatte der Platz doch eher das Image, ein Hundeklo und Parkplatz zu sein.“

Da man dieses Projekt nicht alleine stemmen konnte, holte sich der Verschönerungsverein Unterstützung. Die Wabe legte die Bahn an und räumte zudem das gesamte Areal auf. „Die haben unglaublich reingehauen“, freut sich der Vereinsvorsitzende.

Ein wichtiger Motor sei zudem der Kreissportbund gewesen: Der Bau einer Boulebahn passte perfekt in das Projekt „Bewegt älter werden im Quartier“ vom Landessportbund NRW. „Als der Verein uns gefragt hat, ob wir sie finanziell etwas unterstützen, haben wir uns sofort eingeklinkt“, erläutert Philipp Topp vom Kreissportbund Ennepe-Ruhr. „Boule ist eine altersübergreifende Sportart und leicht zu lernen.“ 2000 Euro Fördermittel stellte der Landessportbund bereit.

Ebenfalls an der Boule-Bahn beteiligt: die DJK Blau-Weiß Annen ist für die sportliche Komponente verantwortlich – etwa bei Boule-Turnieren. „Wir sind ein DJK-Verein und haben den Boulesport ja quasi mitentwickelt“, begründet Susanne Fuchs, Vorsitzende von Blau-Weiß Annen, ihr Mitwirken. Nun wolle man das befreundete Wiesenviertel ermutigen, ebenfalls einen Bouleplatz zu bauen, „um dann Quartiersturniere spielen zu können“, hofft Hurlin auf Nacheiferer.

WAZ-Bericht von Flemming Krause

17.05.2016: Als die Wabe den Ruhrtal-Tourismus entdeckte

2008 bekam der Ruhrtalradweg seine Wegweiser. Eberhard Zimmerschied, Sonja Leidemann, Thomas Strauch und Andreas Müller packen mit an. Foto:Liesenhoff
2008 bekam der Ruhrtalradweg seine Wegweiser. Eberhard Zimmerschied, Sonja Leidemann, Thomas Strauch und Andreas Müller packen mit an. Foto:Liesenhoff

WAZ. Heute ist die Wabe – die Wittener Gesellschaft für Arbeit- und Beschäftigungsförderung – aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr feiert sie ein kleines Jubiläum: Im August vor 20 Jahren wurde sie gegründet. Damals war die Wabe nur ein kleines, zartes Pflänzchen. Ziel war und ist es, Langzeitarbeitslose von der Straße zu holen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Fünf neue ABM-Kräfte übernahmen die Projektleitung. Alle waren vor ihrer Einstellung schon eine gewisse Zeit arbeitslos. Eine von ihnen war Gartenbau-Ingenieurin Irena Cichy. Sie ist bis heute der Wabe treugeblieben und hat viele der zahlreichen Projekte federführend mitentwickelt und betreut. Der heutige Geschäftsführer Thomas Strauch stieß erst drei Jahre später, also 1999, zum Team. Seit zehn Jahren gehört auch Susanne Fuchs zum Führungskader.

Heute ist der Ruhrtal-Tourismus ein bedeutendes Standbein der Wabe. Das Königliche Schleusenwärterhaus, Ruhrtalfähre, Zollhaus und nicht zuletzt die Radstation sind einige Beispiele. „Durch das Thema Fahrrad sind wir eigentlich erst auf Freizeit und Tourismus gekommen“, erinnert sich Thomas Strauch. „Und in diesem Bereich lag und liegt eine Menge Entwicklungspotenzial.“

Wieder ein Blick zurück: Der Garten- und Landschaftsbau war in den ersten Jahren die Seele der Wabe. Der Betriebshof befand sich an der Marienstraße. „Wir haben an vielen großen Projekte mitgearbeitet. Sie alle haben unsere Stadt schöner und liebenswerter gemacht“, erinnert sich Irena Cichy. Dazu gehören Lutherpark, Breddegarten, Spielplatz Haldenweg, Steinbruch Imberg und der Park der Generationen. „Alle Projekte wurden vom Land gefördert, weil Beschäftigung damit verknüpft war“, so Strauch.

Weitere Standbeine waren der Hochbau und die museale Wiederherstellung von Gebäuden – beispielsweise der Umbau der alten Gepäckabfertigung im Hauptbahnhof zur beliebten Radstation. Die DLRG-Wachstation am Südufer des Kemnader Sees, die Kleinzechen Egbert, Margarethe und Turteltaube, aber auch das Goepelhaus tragen die Handschrift der Wabe.

Schon immer war die Gesellschaft auch über die Stadtgrenzen hinaus aktiv. Ein gutes Bespiel ist die Betreuung des Ruhrtal-Radwegs vom Hengsteysee bis Dahlhausen. Auf dem 42 Kilometer langen Teilstück sehen die Ruhrtal-Ranger nach dem Rechten. Und nach dem Spendenaufruf „Ein Meter Radweg“ konnten die Mitarbeiter ein Stück „Holperstrecke“ zwischen Schleuse und Lakebrücke pflastern.

Zum Rad kam vor der Ruhrtal-Kulisse ziemlich schnell das Thema Wasser. Insgesamt 14 Bootsanleger wurden gebaut. Und die erste kleine Ruhrtal-Fähre wurde angeschafft. Sie verbindet die Schleuse mit der Burgruine Hardenstein. Die Ruine hat dem kleinen Schiff auch schließlich seinen Namen vermacht:„Hardenstein“. Rund 150 000 Menschen nutzen diesen Fährdienst in jedem Jahr – gegen eine Spende. Seit 2010 wurde ihre „große Schwester“ eingesetzt. Fähre Nummer eins liegt jetzt vorübergehend auf dem „Trockendock“.

Zum aufblühenden Tourismus gehört natürlich auch die Bewirtung der Gäste. Die ersten Gehversuche gab es mit Grillständen und einem kleinen Verkaufspavillon auf der Wiese am Schleusenwärterhaus. „Schließlich haben wir das alte Häuschen 2006 gepachtet. Zwei Jahre später dann gekauft“, so der Geschäftsführer. „Ein neues Projekt war geboren. Alle haben die Ärmel hochgekrempelt, um den Sanierungsstau zu beseitigen und die Gastronomie in Schwung zu kriegen.“ Ein Rückschlag war der Brand am 24. Januar 2015. Doch nach Wiederaufbau und Vollsanierung geht der Betrieb jetzt weiter.

Ein paar Schritte weiter liegt das alte Zollhaus an der Lake-Brücke. Die Wabe hat es 2012 gepachtet und in Absprache mit dem Eigentümer, der Friedr. Lohmann GmbH, durchsaniert. Jetzt gibt es ein weiteres Kleinod am Ufer der Ruhr – mit leckerem Essen und Kulturprogramm.

Im Laufe der beiden letzten Jahrzehnte hat die Wabe auch den Werkhof übernommen. In direkter Nachbarschaft der Firma Wiegard am Hellweg werden Heranwachsende auf das Berufsleben vorbereitet. Auch das Wittener Arbeitslosen-Zentrum, bekannt als „Walze“, ist in der Wabe aufgegangen. „Unser erstes Gebrauchtmöbelkaufhaus war im Novum“, erzählt Strauch weiter. Weil die Immobilie verkauft werden sollte, musste die Möbelbörse an die Kreisstraße umziehen.

Auch heute noch ist der rote Faden die Beschäftigungsförderung für Menschen, die sonst keine Chancen haben. „Die Zeit, die Arbeitsverdichtung und das Tempo am ersten Arbeitsmarkt sind wichtige Faktoren, wo unsere Leute nicht sofort mithalten können“, erklärt Thomas Strauch. „Aus diesem Grunde organisieren wir unsere Arbeit um den einzelnen Menschen herum – entsprechend seinen Fähigkeiten und Können.“

Rund 40 Leute sind momentan sozialversicherungspflichtig bei der Wabe beschäftigt. Sie verdienen in der Stunde mehr als den derzeitigen Mindestlohn von 8,50 Euro. Dazu kommen rund 70 Ein-Euro-Jobber, die pro Stunde 1,50 Euro erhalten.

„Drei von fünf ehemaligen Mitarbeitern kommen nach der Wabe in eine feste Stellung“, zieht Strauch ein positives Fazit. Insgesamt 3000 Langzeitarbeitslose fanden unterm Strich mit der Wabe zurück ins Berufsleben. Wichtigste Voraussetzung ist die Bereitschaft und der Wille zum Mitmachen. Die Wabe arbeitet nicht profit-orientiert, aber rentabel. „Die Wirtschaftlichkeit muss stimmen. Und beim Faktor Zeit brauchen wir einen größeren Spielraum“, ergänzt Irena Cichy. „Ansonsten lässt sich alles einrichten.“

Eine Radverbindung zwischen Emscher und Ruhrtal, ein Gartenbau-Projekt mit der Awo Ennepe-Süd für Schwerbehinderte und eine weitere Fährverbindung auf der Ruhr vom Stiepeler Alten Fährhaus zum Ruderclub Welper: Pläne für die Zukunft hat das quirlige Wabe-Team auch schon geschmiedet.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

08.04.2016: Kapitän der Ruhrtalfähre in Witten baut Schiff selbst

Feiern in diesem April zehnjähriges Jubiläum: Kapitän Christoph Heemann und die große Hardenstein. Mit Unterstützung hat der 48-Jährige das Schiff selbst gebaut. Foto: Thomas Nitsche
Feiern in diesem April zehnjähriges Jubiläum: Kapitän Christoph Heemann und die große Hardenstein. Mit Unterstützung hat der 48-Jährige das Schiff selbst gebaut. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Hundert Meter – so lang ist die Strecke, die Christoph Heemann berufsbedingt etwa 50-mal am Tag fährt. Der 48-Jährige ist Kapitän der Ruhrtalfähre. Seit zehn Jahren bringt er Radfahrer und Wanderer nahe der Burgruine Hardenstein von einem Ufer der Ruhr ans andere. Genau so lange gibt es die Fähre: „Ich war von Anfang an dabei“, sagt Heemann. Vom Programmierer zum Kapitän

Vor seinem Job als Fährleiter hat der gebürtige Hattinger als Programmierer gearbeitet. Als die Wabe 2006 das Projekt mit der Ruhrtalfähre startete, meldete sich Heemann freiwillig – und bekam eine Festanstellung. An den Schreibtisch zurück will er nicht. „Mir gefällt die freie Natur. Das ist einer der schönsten Plätze im Ruhrgebiet.“

Zu Beginn seiner Laufbahn stand Heemann am Ruder der kleinen Hardenstein. Die reichte irgendwann nicht mehr aus: „Die Passagiere mussten zum Teil zwei Stunden warten.“ Ein Jahr habe er die Werften der Welt abtelefoniert – auf der Suche nach einem bezahlbaren Schiff. „Irgendwann habe ich gemerkt: Das können wir vergessen. Wir müssen das selber machen.“ Eine Werft aus Holland stiftete ein Schiffswrack. „Wir haben den Rumpf genommen und den Rest selbst zusammengeschweißt“, sagt Kapitän Heemann. Geholfen haben ihm Mitarbeiter der Deutschen Edelstahlwerke in Witten und einige Schiffsbauer.

Die Pläne hat der 48-Jährige allein gemacht. „Im Prinzip muss man nur ins Gesetz gucken. Da steht auf 1500 Seiten, wie man ein Schiff bauen muss.“ Weil er einige Semester Maschinenbau studiert hat, habe er zudem „ein bisschen Ahnung“ von Stahl. Trotzdem: „Dass das Schiff schwimmt, wusste ich erst, als wir es ins Wasser gelassen haben.“

15,3 Meter lang und 20 Tonnen schwer ist die neue Hardenstein. An 250 Tagen im Jahr schippert Kapitän Heemann auf ihr über die Ruhr. Langeweile nicht in Sicht? „Wenn man 50-mal am Tag hin- und hergefahren ist, hat man auch mal Lust durchzufahren“, gibt der 48-Jährige zu. „Aber mein Job ist abwechslungsreich.“ Als Fährleiter steuert Heemann nicht nur das Schiff. „Ich kümmere mich auch um die Formalien, teile zum Beispiel Dienste ein.“ Neben dem 48-Jährigen sind bis zu drei weitere Vertragskräfte auf der Hardenstein im Einsatz sowie jeweils fünf Ein-Euro-Jobber und Ehrenamtliche. Ursprünglich habe die Wabe den Fährdienst als reines Freiwilligenprojekt geplant, sagt Heemann. „Aber das ist ein Fulltime-Job.“ Für die Passagiere ist die Überfahrt im Prinzip kostenlos. Sie zahlen, „was es ihnen wert ist“. Offenbar gibt es genug Spenden, um das Projekt am Leben zu halten.

Dennoch: Den Beruf des Fährleiters ergreife jedoch niemand planmäßig. „Dafür gibt es zu wenig feste Stellen.“ Ein Grund, warum sich die Fährleiter in Deutschland kennen. „Unter uns besteht ein großer Zusammenhalt“, sagt Christoph Heemann. „Jedes Jahr gibt es das große deutsche Fährleitertreffen, das findet immer woanders statt.“ Dieses Jahr gehe es nach Bamberg, zur Regnitz-Fähre. „Das ist eine kleine Kanalfähre, die mit einem Holzstab gesteuert wird“, freut sich der 48-Jährige. Mit dabei: seine 16-jährige Tochter. „Sie begleitet mich immer. Ihr scheint die Schifffahrt auch im Blut zu liegen.“

WAZ-Bericht von Andrea Böhnke

02.04.2016: Hohe Bordsteinkanten bremsen Senioren aus

Eine typische Situation: Der absenkte Bordstein ist zugeparkt, Rollstuhlfahrerin Elisabeth Roth kann nicht auf den Bürgersteig der Kreisstraße gelangen.Foto: Thomas Nitsche
Eine typische Situation: Der absenkte Bordstein ist zugeparkt, Rollstuhlfahrerin Elisabeth Roth kann nicht auf den Bürgersteig der Kreisstraße gelangen.Foto: Thomas Nitsche

WAZ. 2014 lief das Projekt „Soziale Stadt Annen“ aus, in sieben Jahren wurden fünf Mio Euro in Wittens schwächelnden Stadtteil investiert. Im Anschluss möchten verschiedene Gruppen – etwa die Wabe mit ihrem Biwaq-Projekt oder die Awo mit Quartiersmanager Norbert Henke – sich weiter kümmern. Im Fokus stehen nun die älteren Annener.

Zunächst geht es um Mobilität: Wie gut können sich Senioren in Annen bewegen? Wie schwierig das sein kann, ist einem als fitter Fußgänger wenig bewusst. Bei einem Stadtrundgang prüfte gestern Rollstuhlfahrerin Elisabeth Roth eine typische Route: vom Awo-Seniorenheim Kreisstraße durch die Bebelstraße bis zum Drogeriemarkt am S-Bahnhof.

Sie begleiteten Mitglieder von Wabe, Awo und SPD, der Seniorenvertretung sowie Bezirkspolizist Bernd Sander. Solche Rundgänge soll es in nächster Zeit in vielen Ecken Annens geben. Sicherheit und Barrierefreiheit wolle man dokumentieren, die Ergebnisse gingen dann an die Stadtverwaltung. Viele der Schwachstellen sind allerdings schon lange bekannt.

Wenn Elisabeth Roth aus dem Altenheim rollt, fangen die Probleme an: Die Kreisstraße hat nur auf einer Straßenseite einen Bürgersteig. An einigen Stellen ist der Trottoir abgesenkt, genau davor parken aber häufig Autos. Das ist nichtmals die Schuld der Autofahrer, denn diese Stellen sind nicht auf der Straße – etwa mit weißen Zacken – markiert. Und: selbst kleinste Erhöhungen schaffen manche betagten Damen nicht mit ihrem Rollator.

Weiter geht es den mehrfach geflickten und holperigen Bürgersteig gen Bebelstraße. „Ich fahre sowieso immer auf der Straße“, sagt Elisabeth Roth. Mit pinkem Tuch, grell-orangefarbener Decke und Warnweste rollt sie in ihrem E-Rolli die Strecke entlang. Zur Bushaltestelle biegt sie nicht in die Straße Im Rohr ab, das Kopfsteinpflaster dort hält sie ab.

Kurz vor der Kreuzung Kreisstraße/Bebelstraße gibt es wieder etwas zu bemängeln: Die Straßenlampen verschwinden in den Baumkronen und sind schmutzig, unten kommt zu wenig Licht an. „Mit anderen Leuchtmitteln könnte man da bestimmt etwas machen“, findet Polizist Bernd Sander.

Bei einem anderen Angstraum findet auch er keine Lösung: „Bei trübem Wetter oder im Dunklen trauen sich viele Senioren nicht auf den Rheinischen Esel.“ Helles Licht neben die Ruhebänke schlägt Norbert Henke vor. „Das liegt eher an der Bevölkerungsstruktur und nicht an der Beleuchtung“, glaubt Polizist Sander. Willy Humberg, Ratsherr für Annen, bekräftigt: „Früher war es viel schlimmer in der Bebelstraße, es ist sehr viel ruhiger geworden.“

Weiter geht’s zum Bahnhof. „Der ist ganz schlimm“, winkt Elisabeth Roth ab. Fast witzig ist die Fußgängerinsel auf der Friedrich-Ebert-Straße: Der abgesenkte Bordstein der Straße befindet sich seitlich davon. „Zum Drogeriemarkt kommt man am besten über die Fußgängerampel an der Annenstraße“, sagt Bernd Sander, „gerade im Alter sollte man besser die sicheren Wege gehen“.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

23.02.2016: Wabe stellt neues Personal zur Saison ein

WAZ. Die Wabe sucht zum Saisonstart im März neue Mitarbeiter für die Gastronomie von Schleusenwärter- und Zollhaus. Studentische Hilfskräfte haben ebenso eine Chance wie Mitarbeiter auf geringfügiger Beschäftigungsbasis oder Arbeitslose im Zuge von Beschäftigungsmaßnahmen.

Im Einzelnen werden studentische Hilfskräfte für den Service gesucht, außerdem erfahrene Mitarbeiter für den Biergartenbetrieb, die Arbeitslosengeld II beziehen. Der Wittener Verein für Arbeit und Beschäftigungssicherung braucht außerdem einen ausgebildeten Gastronomen als Teamleiter.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere wunderschön an der Ruhr und im Muttental gelegenen Gastronomien stetig weiterzuentwickeln und damit den zunehmenden Ruhrtaltourismus zu stärken“, heißt es in der Stellenbeschreibung. Zu bieten hat die Wabe einen „reizvollen“ Arbeitsplatz. Dafür erwartet sie vom Gastronom „vielfältige Erfahrung in der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Originalität und kostenbewusstes Handeln“.

WAZ-Bericht

19.02.2016: Was verkraftet das Wittener Ruhrtal?

'Wabe-Chef Thomas Strauch im behutsamen sanierten alten Zollhaus neben der Lakebrücke. Seit Oktober 2015 sind auch die Innenräume für Gäste nutzbar. Die Außengastronomie steht den Besuchern schon deutlich länger zur Verfügung. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Wabe-Chef Thomas Strauch im behutsamen sanierten alten Zollhaus neben der Lakebrücke. Seit Oktober 2015 sind auch die Innenräume für Gäste nutzbar. Die Außengastronomie steht den Besuchern schon deutlich länger zur Verfügung. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

WAZ. Etwa 140 000 Radler setzen pro Saison mit der Ruhrtalfähre über, 1,5 Millionen spazieren, skaten oder radeln jährlich am Kemnader See. Das Ruhrtal ist ein Besuchermagnet wie nie.

Doch was verkraftet die Region? Und wie sieht ihre Zukunft zwischen Natur, Kultur und Massenevents wie dem Zeltfestival mit 140 000 Gästen in nur 17 Tagen aus?

Das will die Reihe „Ruhrauengespräche“ klären, die im Mai stattfindet. Wo könnte sie besser angesiedelt sein als am Schleusenwärterhaus, das selbst zu den Publikumshits der Region zählt? An fünf Terminen können die Besucher dort mit Experten aus verschiedenen Bereichen diskutieren, natürlich umsonst und draußen. Die jeweilige Uhrzeit steht noch nicht fest, wird also noch bekannt gegeben.

Los geht’s am 5. Mai. Dann ist Michael Cramer, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im EU-Parlament, zu Gast. Außerdem wird Björn Frauendienst, Mobilitätsbeauftragter der Bochumer Uni, darüber berichten, wie mit Leihrädern (Stichwort: Metropolrad-Ruhr) die Verbindung zwischen Uni und Wittener Ruhrtal geschaffen werden könnte. Denn eine Mietstation ist auch für das Zollhaus an der Lakebrücke geplant.

Das wird bekanntlich, ebenso wie das Schleusenwärterhaus, von der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) bewirtschaftet. Die zeichnet, unterstützt von den Stadtwerken, auch für die „Ruhrauengespräche“ verantwortlich. Naherholung und Stadtentwicklung oder Energiegewinnung durch (Ruhr-)Wasser sind außerdem Themen. „Wenn WAZ-Leser weitere Ideen haben, die in die Reihe passen, können sie sich gern bei uns melden“, sagt Wabe-Chef Thomas Strauch ( Tel. 39538-25).

Am 11. Mai wird beispielsweise Prof. Christa Reicher, Raumplanerin der TU Dortmund, unter dem Titel „Stadt der Zukunft“ darüber sprechen, wie die Naherholung im Ruhrtal künftig aussehen könnte. Weitere Termine sind u. a. am 12. Mai (Christine Fuchs, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, erzählt über „Witten und Velocity“) sowie am 19.Mai, wenn Dr. Stefan Thomas über (Ruhrwasser-)Energie und Klimaforschung mit dem Publikum diskutieren möchte.

„Wir hätten in dieser Reihe auch gerne noch einen Imker dabei gehabt, um über Bienen und Bienensterben zu sprechen. Aber das hat nicht geklappt, weil die im Mai besonders beschäftigt sind“, sagt Thomas Strauch, Chef der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), von der die Reihe ins Leben gerufen wird. Übrigens auf Anregung des Journalisten und Kandidaten der vorigen Bürgermeisterwahl Walter Budziak, wie Strauch betont.

Auch das Thema „Energieerzeugung in lokaler Gemeinschaft“ fände er für die „Ruhr-auengespräche“ wünschenswert. Schließlich liegt der energiereiche Fluss gleich vor der Haustür. Auch vor dem Schleusenwärterhaus, das nach Brandstiftung in 13-monatiger Bauzeit wiedererrichtet wurde. Am 18. März wird es, zeitgleich mit dem Start des Fährbetriebs, erneut seine Pforten öffnen. 160 000 Euro wurden in die Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes gesteckt.

Auch das Zollhaus an der Lakebrücke hat die Wabe ordentlich aufgemöbelt. So wurden – natürlich immer in Absprache mit dem Denkmalschutz – u. a. die Fußböden erneuert oder zwei Schlafzimmer in einen Gastraum verwandelt. An diesen Beispielen zeigt sich wieder: Das Ruhrtal ist ständig in Bewegung.

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

04.02.2016: Ein Jahr nach Brand des Schleusenhauses noch keine Spur vom Täter

'Das Schleusennwärterhaus in Witten war in der Nacht zum 24. Januar 2015 komplett abgebrannt. Foto: Barbara Zabka
Das Schleusennwärterhaus in Witten war in der Nacht zum 24. Januar 2015 komplett abgebrannt. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Nachdem vor einem Jahr das Schleusenwärterhaus an der Ruhr in Witten brannte, hat die Polizei noch keine Spur. „Es gab Hinweise, aber diese haben sich nicht bestätigt“, sagte Polizeisprecher Volker Schütte auf Anfrage. Es habe sich „kein hinreichender Tatverdacht ergeben“. Ein Problem der Ermittler: Es konnten nicht viele Spuren gesichert werden. „Es gibt derzeit keine neuen Ermittlungsansätze“, räumt Schütte ein. Aber in Sicherheit könnten sich der oder die Täter nicht wiegen: „Wenn es neue Spuren oder Hinweise aus der Bevölkerung gibt, kann das schnell wieder anders aussehen.“

Am 24. Januar 2015 hatte das Schleusenwärterhäuschen gebrannt. Es entstand ein Schaden von rund 100 000 Euro. Das Haus musste neu wieder aufgebaut werden. Nach Ermittlung von Brandexperten stellte es sich heraus, dass das Feuer mutwillig gelegt worden war.

Indes sucht die Polizei fieberhaft nach dem Täter, der die geplante Flüchtlingsunterkunft am Annener Berg am 25. Januar niedergebrannt hatte. Es wurde eine Ermittlungskommission mit Beamten aus verschiedenen Fachbereichen gegründet. Sichergestellte Spuren würden nun ausgewertet, so Schütte. „Eine heiße Spur haben wir noch nicht.“ Ebenso wie im Fall des Brandanschlags am 3. September auf das seinerzeit geplante Flüchtlingsheim in Witten-Bommerholz ist der Staatsschutz im Einsatz.

Die Polizei bittet in allen Fällen weiter um Hinweise: 0234 909 4110 oder -4441.

WAZ-Bericht

08.01.2016: Wittens Schleusenwärterhaus nach Brand wieder aufgebaut

'Strahlt wieder in neuem Glanz: das Schleusenwärterhaus an der Ruhr, das von Brandstiftern abgefackelt worden war. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
'Strahlt wieder in neuem Glanz: das Schleusenwärterhaus an der Ruhr, das von Brandstiftern abgefackelt worden war. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

WAZ. Ein Bild der Verwüstung bot das Schleusenwärterhaus in Witten, nachdem es vor fast genau einem Jahr von Unbekannten abgefackelt worden war. Bis heute konnte die Polizei den Brandstifter nicht ermitteln. Aber inzwischen ist der beliebte Ausflugsort an der Ruhr wieder aufgebaut worden. Mitte März, zeitgleich mit dem Start des Fährverkehrs, soll auch das Schleusenwärterhaus wieder für die Besucher öffnen.

Schon von weitem strahlt das neu gedeckte, rote Dach. Auch die Balken das Fachwerks glänzen schwarz und frisch. Fußböden, Sanitäranlagen – alles fertig.

Unzählige Radler vom benachbarten Ruhrtalradweg

„Auch die Kabel sind bereits verlegt, müssen nur noch verschaltet werde“, so Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), die das Schleusenwärterhaus betreibt. Bis auf eine kleine Stelle im Fußboden, die ausgebessert werden muss, sind dann alle Wiederaufbauarbeiten abgeschlossen. „Bis Anfang März soll auch der Rollrasen liegen“, so Strauch. Denn das Außengelände soll noch etwas aufgepeppt werden.

Und natürlich wird dort der meist umlagerte Grillstand wieder aufgebaut, von dem sich die Besucher ihre Würstchen, Pommes oder Koteletts holen, um sie dann an den Tischen neben dem historischen Gebäude zu verzehren. Bei gutem Wetter sitzen dort bekanntlich unzählige Radler vom benachbarten Ruhrtalradweg oder Fußgänger, die an diesem idyllischen Ort ein Päuschen einlegen.

Rund 160.000 Euro hat der Wiederaufbau des denkmalgeschützten Hauses gekostet, bezahlt wurde er von der Versicherung. Schon vor dem Brand hatte die Wabe immer wieder Teile des Gebäudes behutsam restauriert. „Bis auf die Verschieferung der Westfassade war damals alles fertig“, erinnert sich Thomas Strauch. Um so ärgerlicher, dass dann diese ganze Arbeit ein Raub der Flammen wurde.

Durch Leitungsleck 5000 Kubikmeter Wasser verloren

„Ein Problem haben wir noch“, so der Geschäftsführer: „Wir müssen ein Leck suchen. Es muss sich irgendwo auf der Stecke zwischen Wasserwerk an der Herbeder Straße und Schleusenwärterhaus befinden. Laut Wasseruhr haben wir schon 5000 Kubikmeter verloren.“ Sicher ärgerlich, aber gegen die Arbeiten der letzten Monate ein Klacks.

WAZ-Bericht

15.12.2015: Wabe-Mitarbeiter polieren das Stadtbild auf

'Wir im Quartier': Mitarbeiter des Wabe-Projekte bringen die Radwegbeschilderung auf dem Rheinischen Esel auf Vordermann. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
'Wir im Quartier': Mitarbeiter des Wabe-Projekte bringen die Radwegbeschilderung auf dem Rheinischen Esel auf Vordermann. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

WAZ. Mit der Kontrolle der Beschilderung des Rheinischen Esels haben die Mitarbeiter des neuen Wabe-Projekts „Wir im Quartier“ jetzt ein erstes Zeichen gesetzt.

Seit September bietet das Projekt in Kooperation mit dem Jobcenter EN Langzeitarbeitslosen zum einen eine Beschäftigung und Qualifikation im Garten- und Landschaftsbau (GaLa). Zum anderen wirken sie an der Gestaltung und Verschönerung der Stadtteile Annen sowie von Heven-Ost/Crengeldanz mit. Dort reinigten und polierten die GaLa-Mitarbeiter jetzt die Radwegschilder des „Esels“, sie entfernten Aufkleber, die dort nicht hingehören, aber auch Routen-Hinweise, die nicht mehr gültig sind.

Geplant sind weitere Aktionen, die der Unterhaltung vorhandener Angebote dienen - wie die Pflege des Parks der Generationen in Annen. Es sollen aber auch Gammel- und Schmuddelecken beseitigt werden. Um das Leben „im Quartier“ angenehmer zu machen, könnten auch Sitzgelegenheiten geschaffen werden, wo sie älteren Mitbürgern beispielsweise auf dem Weg zum Einkaufen fehlen. Oder es könnten hohe Bordsteinkanten beseitigt werden, wo sie der Barrierefreiheit im Weg stehen. Die Wabe bittet Anwohner und Bürger aus Annen sowie aus Heven-Ost/Crengeldanz deshalb auch, sich zu melden, wenn sie Ideen zur Verschönerung ihres Stadtteils beisteuern möchten (Kontakt: 39538-12).

Auf Ortsteile beschränkt

Das Wabe-Projekt „Wir im Quartier“ beschränkt sich auf diese Gebiete, weil es Teil des größern Programms „Biwaq“ („Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“) ist. Für dieses Bundesprogramm bekommt Witten bis 2018 1,6 Millionen Euro aus Bundesmitteln. „Biwaq“ ist ein Partnerprogramm des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“, deshalb die Beschränkung auf die Ortsteile. Es soll Langzeitarbeitslosen auf unterschiedlichen Wegen neue Perspektiven eröffnen.

Vhs koordiniert vier Projekte

Die vier parallel laufenden „Biwaq“-Projekte in Witten werden von der Volkshochschule koordiniert. Die Wabe ist mit „Wir im Quartier“ im GaLa-Bau aktiv, die Awo richtet sich mit ihrem Projekt „Huckepack“ an junge, arbeitslose Eltern. Die Quabed schult Menschen mit Migrationshintergund zu „Quartierslotsen“ für Mitbürger aus ihrem eigenen Umfeld. Das Kolping-Bildungszentrum Ruhr möchte Langzeitarbeitslose als Servicekräfte im Gastgewerbe qualifizieren, aber auch als Fachkräfte für den Küchen- Möbel- und Umzugsservice.

Projektkoordinatorin für alle „Biwaq“-Projekte ist Susanne Klönne bei der Volkshochschule: 581-8680.

WAZ-Bericht

30.11.2015: Wittener Zollhaus öffnet bald auch im Winter

Das Zollhaus in der Baustellenphase: (v.li.) Roland Löpke, Thomas Strauch, Susanne Fuchs, Irina Cichy, Bärbel und Eckart-Lohmann-Voß. Foto: Barbara Zabka
Das Zollhaus in der Baustellenphase: (v.li.) Roland Löpke, Thomas Strauch, Susanne Fuchs, Irina Cichy, Bärbel und Eckart-Lohmann-Voß. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Knapp drei Jahre ist es her, dass die Wabe zum ersten Baustellengespräch ins Zollhaus einlud. Damals stellte man den Biergarten vor. Jetzt präsentiert die Arbeitsloseninitiative ihre Pläne für den Innenausbau des alten Gebäudes: Ab dem Frühjahr sollen auch drinnen Speisen und Getränke angeboten werden. „Unser Angebot wird dadurch kontinuierlicher und ganzjährig“, freut sich Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch.

Noch ist das historische Gebäude an der Lakebrücke eine Baustelle: Der Holzboden knarrt, die Wände sind unverputzt und der Staub liegt auf den Fensterbänken. „Seit Anfang August ist die ehemalige Wohnung frei“, sagt Irene Cichy. Die 56-jährige Wabe-Mitarbeiterin kümmert sich um den Bau. Nach mehreren Gesprächen mit der Eigentümerin, der Friedrich Lohmann GmbH, bekam die Wabe grünes Licht. „Wir haben die Wohnung komplett entkernt. Boden raus, Decken runter“, sagt Cichy.

Teils arbeiten eigene Angestellte im Zollhaus, teils externe Unternehmen. Gemeinsam haben sie in wenigen Wochen schon viel geschafft: Der Eingangsbereich ist bereits verputzt – aus Denkmalschutzgründen mit braunem Lehm. Zur Ruhr hin wurden neue Fenster ins Mauerwerk gebrochen. So hat man einen guten Blick auf das vorbeifließende Wasser und den Garten.

Bald sollen etwa vierzig Personen im Inneren des Zollhauses Platz finden. Einer der Räume könnte sogar später für private Feiern vermietet werden. „Das ist super. Hier kann man problemlos Krach machen“, freut sich der Herbeder Roland Löpke, Ratsmitglied für die Piraten. Er ist froh, dass die Wabe ein Angebot für Schlecht-Wetter-Tage schafft.

Nach der Erweiterung soll es im Zollhaus neben dem Standardrepertoire Pommes und Flammkuchen auch neue Kreationen geben: „Wir suchen nach Gerichten, die man gut vorbereiten kann“, sagt der 61-jährige Thomas Strauch, etwa Erbsensuppe oder Reibekuchen mit Lachs. „Aber wir sind Westfalen. Natürlich gibt es weiterhin Pommes mit Currywurst“, sagt Irena Cichy lachend. Dazu soll das Frühstück im Zollhaus auf Vegetarisches und Veganes ausgeweitet werden.

Eckard Lohmann-Voß, pensionierter Chef der Eigentümerin Friedr. Lohmann GmbH, freut sich schon auf das erweiterte Angebot. „Ganz früher war hier auch schon eine Kneipe drin“, erinnert sich der 83-Jährige. Auch für die Belegschaft sei es eine Bereicherung, da diese schon jetzt teils ihre Pausen am Zollhaus verbringe.

Für Wabe-Geschäftsführer Strauch hat der Ausbau neben dem größeren Angebot für Radfahrer, Wanderer und Skater auch einen ganz praktischen Grund: Für die Mitarbeiter gibt es dann auch in den Winter-Monaten etwas zu tun.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

Info: 
Neue Zollhaus-Öffnungszeiten: 10-17 Uhr
Betriebsferien: 21.12. bis zum 03.01
Ab dem 04.01. ist wieder geöffnet

14.10.2015: Welthundetag: „Tierisch was los“ am Zollhaus Herbede

Informations- und Verkaufsstände begleiteten die Veranstaltung zum Welthundetag am Zollhaus an der Lake-Brücke in Herbede mit einem kleinen Markt. Viele Hundefreunde trafen sich dort auf dem Weg zur Hundewiese. (Foto: Barbara Zabka)
Die Informations- und Verkaufsstände begleiteten die Veranstaltung zum Welthundetag am Zollhaus an der Lake-Brücke in Herbede mit einem kleinen Markt. Viele Hundefreunde trafen sich dort auf dem Weg zur Hundewiese. (Foto: Barbara Zabka)

lokalkompass.de: Munteres Hundegebell, wohin das Ohr auch hört. Am Welthundetag waren viele Hundefreunde auf ihrer gewohnten Hundewiese in Herbede unterwegs. Aber dieser Tag war etwas ganz Besonderes. Denn es warteten ganz viele Überraschungen auf die Besucher.

Rund um das Zollhaus Herbede – im Schatten der Lakebrücke  – hatten etliche Händler ihre Info- und Marktstände aufgebaut. Überall stand der „beste Freund des Menschen“ im Fokus. Rund um die kleine „Hunde-Messe“ am Zollhaus hatten freilich alle Vierbeiner, die hier vorbeitrabten, vorbeihechelten oder entspannt niedersanken das Zepter in der Hand.

Viele Hundegänger kamen mit ihren Vierbeinern an den Infoständen vorbei. Meistens eher zufällig. „Leider habe ich gar nichts davon im Vorfeld erfahren. Aber jetzt bin ich hier. Und das, was ich sehe, ist gut“, lacht Monika Hentschel (61). Schließlich ist es Samstagmittag. Viele Vierbeiner haben „Druck“. So muss es zügig weitergehen  – auf die beliebte Hundewiese.

„Viele Besucher kennen unsere Hundekot-Tonne leider nicht“, sagt Christiane Küpper vom Zollhaus. „Denn noch immer stinkt es an vielen Stellen“, schüttelt sie bedauernd mit dem Kopf. „Aber das ist jetzt Sache der Hundehalter.“ Sie hofft, dass sich alle positv verändern.

Am Welthundetag stehen rund um das Zollhaus die pelzigen Vierbeiner im Mittelpunkt. Und natürlich sollen „Frauchen und Herrchen“ auch nicht zu kurz kommen. So gibt es Halsbänder in allen Variationen. Und auch passende Uhrenarmbänder, Hundegeschirre und Leinen. Kurz oder lang. Ganz besonders trendig sind Hundeleinen aus Schiffstauen – dekorativ eingefärbt und absolut wasserfest. Diese Leinen sind sicherlich die künftigen Hinkucker bei der Hunde-Runde auf der Hundewiese.

Rund um das Zollhaus hatte man sich bestens auf den Welthundetag und den kleinen Basar vorbereitet. So gab es nicht nur „Hot Dogs“ im Angebot, sondern auch die süße „Kalte Schnauze“ aus Omas Rezept-Buch. Für die zweibeinigen Besucher. Auf die Vierbeiner warten diverse Hundepralinen wie die „Goldene Pfote“ oder „Scharfe Brezeln“.

Selbst die Arche Noah aus dem Tierheim war mit einem großen Bücherstand zum Stöbern vertreten. Kleine, engagierte Unternehmen priesen ihre Dienste an. Hundesitting, Fotosession, Haustierservice, Homöopathie oder auch die Idee des Friedhofs für Mensch und Tier fanden hier ein Forum. Kreative und konstruktive Ideen sind stets und ständig mehr als erwünscht.

Text und Foto von Barbara Zabka

31.08.2015: Hunderte besuchten Konzert für Wittens Schleusenwärterhaus

Die Besucher genossen das Benefizkonzert zum Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses. Foto: Uwe Möller
Die Besucher genossen das Benefizkonzert zum Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses. Foto: Uwe Möller

WAZ. Das Benefiz-Konzert „Rock an der Ruhr“ hat am Samstag (29.8.) viele hundert Besucher zum Schleusenwärterhaus gelockt. Nach zahlreichen Spendenaktionen steht der Wiederaufbau des historischen Gebäudes nach dem verheerenden Brand kurz vor seinem Abschluss.

Schon von weitem kann man es sehen und hören: Am Schleusenwärterhaus an der Ruhr ist richtig was los. Passend zu diesem Anlass gibt sich der Spätsommer noch einmal die Ehre – bei herrlichem Sonnenschein haben viele Besucher den Weg zum alten Fachwerkhaus, gefunden, das nun wieder in neuem Glanz nach der Sanierung erstrahlt.

Gebäude wurde im Januar angezündet

Im Januar hatten Unbekannte das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert beziehungsweise einen Nachbarschuppen angesteckt, von dem aus die Flammen übergriffen. Das Schleusenwärterhaus war fast bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach vielen Monaten harter Arbeit ist das alte Schätzchen nun wieder in seiner ganzen Schönheit zu bewundern.

„Die Decken und die Böden im Innenbereich sind schon fertig und auch das Dach ist wieder vollständig gedeckt“, erklärt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung), die das Haus betreibt. „Im Moment wird noch der Innenputz des Fachwerks wieder aufgebaut. Im September werden alle Arbeiten abgeschlossen sein.“

Keine Versicherung für Gastronomie abgeschlossen

Die Schäden am Gebäude selbst hat die Versicherung bezahlt, aber auch die Außenanlagen hatten gelitten. Und das Schlimmste: „Wir hatten aus Kostengründen keine Betriebsfortführungsversicherung“, so Strauch. „Deshalb mussten wir eine aufwändige Außenhütte errichten, die es uns erlaubte, die Gastronomie aufrechtzuerhalten.“ Diese Zusatzkosten konnten nur durch Spenden aufgefangen werden. Und da zeigten die Wittener Bürger sehr viel Einsatz – mit originellen Ideen und viel Engagement kam eine große Summe zusammen.

Auch die Veranstaltung am Samstag diente dem guten Zweck: Vier Bands aus der Region spielen bei „Rock an der Ruhr“ – sie verzichten auf ihre Gage. Initiiert hat dieses Event die SPD des Ennepe-Ruhr-Kreises. „Wir haben uns gefragt, was wir tun können. Und Musik ist immer eine geeignete Sache, um viele Menschen zusammenzubringen“, sagt Sabine Kelm-Schmidt von der SPD.

Musik bringt viele Menschen zusammen“

„In Zusammenarbeit mit der Wabe haben wir alles auf die Beine gestellt, die Bands angesprochen und das nötige Equipment zur Verfügung gestellt.“ Der Eintritt ist frei, in den Umbaupausen zwischen den Bands rührt Landratskandidat Olaf Schade, den auch die Grünen unterstützen, die Werbetrommel: „Wahlkampfreden werden aber nicht gehalten.“

Die Rechnung geht auf. Spaziergänger, Radfahrer, Kanuten, Hundebesitzer und Angler – auf der großen Wiese vor dem historischen Gebäude lauschen sie der Band „Mrs. D. Bunny“ aus Hattingen, die gerade die legendäre „Route 66“ besingt, mit viel Groove und tollen Bläsern. Für Bandleader Klaus Tödtmann, der den Bereich Tourismus im EN-Kreis leitet, ist der Einsatz für die gute Sache eine Selbstverständlichkeit. „Wir spielen oft bei Charity-Veranstaltungen. Und dieses wunderschöne Gebäude ist den Einsatz wirklich wert.“

Besucher zeigen sich beeindruckt

Besucher Robert Malaschedski ist begeistert: „Toll! Das Ambiente hier ist sowieso richtig schön. Und dass alle gemeinsam so viel auf die Beine gestellt haben, um den Wiederaufbau zu stemmen, ist schon beeindruckend.“ Auch Irene Trägenap, die mit ihrem Mann und den Enkelkindern Inja und Finn zum Konzert gekommen ist, freut sich: „Wir kommen aus Durchholz und waren schon oft hier. Die Kinder können sich austoben, treffen Freunde. Hier fühlen sich alle wohl. Wir werden auch in Zukunft Stammgäste bleiben.“

Bis in den späten Abend wird bei Rock, Funk und Soul mit den „Returns“, den „Shy Bandits“ und „EN-1“ weitergefeiert.

WAZ-Bericht von Cordula Rode

27.08.2015: Wittener Hundewiese bekommt Mülltonne für Kotbeutel

Johannes Einig (AHE), Thomas Strauch von der WABE, Sula Waßen mit Hund Feldmann und Martin Jedamzik mit seinen Hunden Artus, Richard und Nina (v.li.) stellen die neue Tonne vor. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Johannes Einig (AHE), Thomas Strauch von der WABE, Sula Waßen mit Hund Feldmann und Martin Jedamzik mit seinen Hunden Artus, Richard und Nina (v.li.) stellen die neue Tonne vor. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

WAZ. Hundebesitzer in Herbede können aufatmen: Ein großes Ärgernis an der Hundewiese gehört bald der Vergangenheit an. Die zu Häufchen gestapelten Kotbeutel waren vielen Spaziergängern schon lange ein Dorn im Auge. Es fehlte an Papierkörben, um die Hinterlassenschaften der Vierbeiner zu entsorgen. Seit gestern steht am Eingang zur kleinen Halbinsel ein spezielle Mülltonne. Dort können die Hundebesitzer nach dem „Gassi-Gang“ die Beutel einwerfen.

„Das Problem stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel“, so Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe. „Deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht.“ Ein runder Tisch mit dem Ordnungsamt, dem Freizeitzentrum Kemnade und dem Ruhrverband verlief wenig effektiv, weil die Zuständigkeiten zu kompliziert sind. So ist der Ruhrverband der Eigentümer, der das Gelände dem Freizeitzentrum zur Nutzung überlassen hat. Das wiederum hat die Fläche an die Stadt übergeben.

„Nicht die fehlenden Papierkörbe waren das eigentliche Problem. Sondern die Frage der Entsorgung. Denn unter dem Strich verursachen Müllbehälter Betriebskosten“, so Strauch weiter. „Wir haben nach einer unbürokratischen Lösung gesucht und sie in Zusammenarbeit mit der AHE nach einem kurzen Telefonat auch gefunden.“

Die neue Tonne für die Hundewiese ist eine Spezialanfertigung der AHE. Sie ist mit einem Schloss verriegelt. In den Deckel wurde eine kleine Öffnung gefräst. „Da passen nur die Kotbeutel durch“, erklärt Johannes Einig von der AHE. „Kein Restmüll, keine gelben Säcke.“

„Im Laufe der Jahre ist es schlimmer geworden“

In Kooperation mit der Wabe will der Entsorger diese Tonne immer dann leeren, wenn auch am Zollhaus die Müllabfuhr kommt. Das ist dreimal in der Woche. Und um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Tonne nicht in der Ruhr schwimmt, wurde sie gestern demonstrativ an einer Laterne angekettet. Mit dieser Lösung sind fürs Erste alle Beteiligten zufrieden.

Auf den Kosten bleiben momentan alle Beteiligten sitzen. „Aber da könnte unser bewährtes Spendenmodell greifen“, ergänzt Strauch. „Zahl, was es Dir wert ist.“ Künftig sollen Spendenboxen am Zollhaus und an der Hundewiese sein.

Martin Jedamzik (58) kommt seit Jahren regelmäßig mit seinen Vierbeinern zur Hunde wiese. Er ist von der neuen Lösung mit der Mülltonne begeistert. „Im Laufe der Jahre ist es schlimmer geworden“, weiß er aus Erfahrung. „Was es früher nicht gab, das waren die Plastikbeutel. Im Gegensatz zur Kacke verrotten die auf keiner Wiese. Der größte Mief herrscht übrigens unter der Brücke – besonders im Sommer.“

Die Tonne ist ein Pilotprojekt. Bis Jahresende soll getestet werden, ob sich die Situation verbessert.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka


Spendenaufruf

Wir kümmern uns auch um unsere Vierbeiner mit ihrem Hundebesitzern. Ein großes Ärgernis auf dem Nachbargelände waren die Anhäufung von Kotbeuteln. Frau Suna Waßen ergriff die Initative und suchte gemeinsam mit uns nach einer Lösung. Zusammen mit dem Entsorger AHE haben wir eine Spezialmülltonne gebaut, die ab sofort am Eingang zur Hundewiese zum Müllentsorgen einlädt. Diese Leistungen sind nicht ohne Kosten verbunden, deshalb sind Spenden ausdrücklich erwünscht.

Spendenkonto: Stichwort “Hundewiese”, Sparkasse Witten DE 68 4525 0035 0000 750000.

Spendenbescheinigungen bei Nennung ihres Namens und Anschrift im Betreff. Vielen Dank!

25.08.2015: Vier Bands rocken für Schleusenwärterhaus in Witten

Beliebter Treffpunkt an der Ruhr: Das Schleusenwärterhaus. Dort findet das Benefiz-Konzert statt. Foto: Klaus Pollkläsener
Beliebter Treffpunkt an der Ruhr: Das Schleusenwärterhaus. Dort findet das Benefiz-Konzert statt. Foto: Klaus Pollkläsener

WAZ. Vier Bands spielen am kommenden Samstag (29.8.) für den Wiederaufbau des abgebrannten Schleusenwärterhauses.

Beim Benefiz-Konzert „Rock an der Ruhr“ sollen Spendengelder für den Wiederaufbau des abgebrannten Schleusenwärterhauses gesammelt werden. Vier Bands spielen dort am kommenden Samstag ab 16 Uhr. Die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) und die SPD Ennepe-Ruhr veranstalten das Großereignis.

Die Einnahmen werden über Spenden, Speisen- und Getränkeverkauf erzielt, der Eintritt ist dagegen frei. Der gemeinsame Landratskandidat von SPD und Grünen, Olaf Schade, wird in den Umbaupausen die Werbetrommel für den guten Zweck rühren.

Den Anfang des Konzert macht „Mrs. D. Bunny“ aus Hattingen. Die Band serviert Hip-Jazz, Soul und Funk. Es folgen die „Returns“ aus Wetter. Bandleader Eberhatd Fandrey, der die Idee zu diesem Konzert hatte und einen Großteil der Organisation stemmte, verspricht Rock-Oldies aus drei Jahrzehnten.

Jüngstes Mitglied ist „Slow Hand“ Jo Raidt, der anschließend auch mit seiner Stammformation „Shy Bandits“ zum Rockereignis beiträgt. Den „schüchternen Banditen“ gehört die Bühne ab 19 Uhr. Ab 20.30 Uhr folgt Rock vom Feinsten mit „EN-1“. Die Cover-Band aus Witten freut sich auf ein Heimspiel und sorgt für druckvolle Rockmusik.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

27.07.2015: Die etwas andere Wittener Pool-Party

Folie, Wasser und Seife – der perfekte Rutschspaß! Dieser Junge amüsierte sich am Sonntag beim Planschbeckenfest am Wittener Schleusenwärterhäuschen. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Folie, Wasser und Seife – der perfekte Rutschspaß! Dieser Junge amüsierte sich am Sonntag beim Planschbeckenfest am Wittener Schleusenwärterhäuschen. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

WAZ. Die Wabe hatte zum Planschbeckenfest an das Schleusenwärterhäuschen eingeladen. Am Sonntag spielte das Wetter mit bei der etwas anderen Pool-Party.

Die Sonne scheint. Die Kinder planschen, das Wasser spritzt. Die Wabe hatte am Sonntag zum ersten Planschbeckenfest „Kleiner Fährmann“ eingeladen. Ein Riesenspaß für Klein und Groß am Schleusenwärterhaus.

„Viele Leute flanieren einfach hier entlang“, freut sich Irena Cichy (56) von der Wabe. Radfahrer sonnen sich im Biergarten und schauen den Kindern beim Toben im Nass zu.

Auf der kleinen Fähre Hardenstein können die Kinder ihr Diplom „Kleiner Fährmann“ absolvieren. Sechs Aufgaben müssen sie dafür zuerst an Land erledigen. Zum Beispiel das Wasserkreislauf-Quiz oder den Wasserbomben-Lauf. „Am besten war aber das Papier-Bötchen-Basteln“, erzählt der siebenjährige Jan. „Das Bötchen schwimmt“, sagt Bruder Finn (5).

Die Jungs müssen noch auf die Fähre, wo sie mit einem Stab einen Rettungsring einfangen sollen. „Das ist in Anlehnung an die echte Fährmannsprüfung“, erklärt Wabe-Abteilungsleiter Christoph Heemann. Über 100 Kinder hatten bis zum späten Nachmittag stolz ihre Urkunde entgegengenommen.

Ein Planschbecken reiht sich an das andere. Die Wabe hatte welche aufgestellt. Wer wollte, konnte aber seinen eigenen Pool mitbringen. 30 Wasserbecken kamen so zusammen. Zwar bleibt offen, ob dies das angestrebte „längste Planschbecken des Landes ist“, aber dies ist dem fünfjährigen Finn auch total egal. Das Kind liegt mit seiner blauen Badehose in einem der Becken und entspannt. „Ist eh viel zu warm da draußen“, meint der Kleine.

„Solche Feste sind ein Gewinn“

Dieter (64) und Heidi (63) Lohmeyer sitzen in Liegestühlen am Ruhrufer. Sie erholen sich von einer Radtour und schauen ihren Enkeln zu. „Solche Feste sind ein Gewinn für das Ruhrtal“, finden sie. Einige Meter weiter rutschen gerade zwei Jungen über eine Teichfolie. „Folie, Wasser und Seife. Das ergibt den perfekten Spaß“, sagt Marcus Idel (26). Auch er ist schon über die Bahn geschlittert. Sonst quietschen dort aber vor allem Kinder vor Vergnügen. „Die Erwachsenen würden gerne, trauen sich aber nicht“, meint Idel.

Leo (6) nimmt Anlauf und lässt sich auf seine Knie fallen – ab geht die Post. „Rutscht gut!“, stellt der Knirps grinsend fest. Danach hüpft er in eines der grünen Planschbecken. Wasserbomben und Wasserpistolen inklusive. „Die Pistole kann zehn Meter weit spritzen“, sagt Leo beeindruckt und demonstriert dies auch gleich.

Mit Mama, Papa und Geschwistern ist Leo aus Hattingen gekommen – das eigene Planschbecken im Gepäck. Und wer eignet sich besonders gut als Ziel für eine Wasserattacke? Natürlich Mama Charlotte Döppers (35). Aus dem Angriff wird schnell eine Wasserschlacht. Irgendwann bespritzt sich die ganze Familie mit den Pistolen. Da bekommt dann auch der Reporter mal eine Ladung ab. Schöne Abkühlung!

Entlang des Ufers: Ein Sinnespfad für die Füße

Anlässlich des Festes hatte Irena Cichy (56) auch einen Sinnespfad am Ufer entlang angelegt: Barfuß gab es Kies, Sand und Heu zu erfühlen. Der Pfad wird Montag wieder abgebaut.

Künftig soll bei heißem Wetter das Wasserspaß-Eldorado kurzfristig wieder aufgebaut werden. Ohne großes Fest, einfach zum Planschen – so die spontane Idee der Wabe.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

20.06.2015: Das Wittener Schleusenhaus bringt Glamour in die Provinz

Das Schleusenwärterhaus und Schleuse Herbede in Witten um 1958. Das Foto stammt aus dem Buch 'Heven - Einst und Jetzt'. Foto: Heimatverein Heven
Das Schleusenwärterhaus und Schleuse Herbede in Witten um 1958. Das Foto stammt aus dem Buch 'Heven - Einst und Jetzt'. Foto: Heimatverein Heven

WAZ. Friedrich von Preußen ließ die Herbeder Ruhrschleuse und das „Königliche Schleusenwärterhäuschen“ erbauen. Deren Geschichte wird zurzeit näher erforscht.

Frau Müller-Kissing kennt man bei der Arbeitsloseninitiative Wabe nur unter ihrem Vornamen. „Die Milena sitzt da hinten“, heißt es. Oder sie strolcht im Stadt- oder Landesarchiv herum: Denn die 31-Jährige erforscht die Geschichte des Schleusenwärterhäuschens.

Als das Fachwerkhaus mit den grünen Fensterläden auf der Hevener Ruhrseite im Januar abbrannte, wurde es schlagartig über Witten hinaus bekannt. Von 2005 bis 2014 sanierte es die Wabe. Der Biergarten gegenüber der Ruine Hardenstein entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel. Schon vorab war das Haus eng mit der Geschichte der Stadt und ihren Menschen verbunden. Und es brachte Glamour in die Provinz: Das „Königliche Schleusenwärterhäuschen“ ließ Friedrich II. von Preußen erbauen.

Anfangszeit ist unbekannt

Diese Fakten eignen sich gut für Hinweisschilder oder Prospekte, darum schickte Wabe-Chef Thomas Strauch Milena Müller-Kissing auf Spurensuche. Sie hat Ur- und Frühgeschichte studiert und schreibt an der Ruhr-Uni Bochum zurzeit an ihrer Doktorarbeit über die spanische Bronzezeit. Als Hilfskraft übernimmt sie bei der Wabe grafische Arbeiten, etwa Fotobearbeitung. „Ich mache ja auch die Homepage von Blau-Weiß Annen“, sagt Müller-Kissing. Susanne Fuchs, die sich im Sportverein und bei der Wabe engagiert, holte die Übungsleiterin fürs Geräteturnen einst zur Wabe.

Was gibt es beim Schleusenwärterhaus noch zu entdecken? „Vieles aus der Anfangszeit ist unbekannt“, so Müller-Kissing. Die Herbeder Schleuse gab es schon im 18. Jahrhundert. Wo wohnten in dieser Zeit die Schleusenwärter? Das Wohnhaus wurde 1835 erbaut. Bekannt sind aber nur die Namen späterer Bewohner. Diese fand die Historikerin in Listen des Schifffahrtsamtes, die heute im Landesarchiv Duisburg liegen. „Handschriftlich in Sütterlin, die man nur am Mikrofiche-Gerät lesen kann“, verdreht Milena Müller-Kissing die Augen. Fest steht: Alle Schleusenwärter kamen aus Witten. „Wenn jemand weiß, mein Ur-Ur-Ur-Opa war Schleusenwärter, soll er sich bei mir melden!“

Flutwelle nach Möhne-Katastrophe

Was waren die Aufgaben eines Schleusenwärters, nachdem die Ruhrschifffahrt 1890 nahezu eingestellt war? Die Wasserstände durchgeben, außerdem betrieb man dort einen Fährkahn, wo auch heute die „Hardenstein“ pendelt. Manchmal fuhr die Schifffahrtsverwaltung die Strecke ab – dann musste die Schleuse funktionieren.

Hochwasser gab es früher übrigens häufiger. Stark zerstört wurde das Haus in den 20er Jahren und durch die Sprengung der Möhne-Talsperre, 1943. So kaputt wie nach dem Brand im Januar 2015 war es da jedoch nicht: Dass dessen Ursache Brandstiftung war, steht fest. „Aber dieses Feuer steht nicht in Zusammenhang mit den anderen Wittener Fällen“, so Polizeisprecher Volker Schütte. Wer’s war, muss weiter erforscht werden.

Die Geschichte der Herbeder Ruhrschleuse

Im 18. Jahrhundert waren Wasserstraßen die einzigen Transportwege für Kohle, doch die Ruhr war ein schwieriger Fluss. Neben stark schwankenden Wasserständen war ihr Unterlauf durch Wehre gesperrt, da mit der Wasserkraft Mühlen betrieben wurden. Diese Hindernisse umging man durch Schleusen.

Seit den 1770er Jahren wurden trotz hoher Kosten zwischen Herdecke und Mülheim 16 Schleusen gebaut. Die Herbeder Schleuse wurde 1776 bis 1778 auf Veranlassung von König Friedrich II. errichtet. Durch Förderung des Bergbaus im Ruhrgebiet, versuchte die Berliner Regierung die Folgen des Siebenjährigen Krieges (1756-63) zu lindern. 1828 bewältigte die Herbeder Schleuse bereits 157 Schiffe. Allerdings war die hölzerne Schleuse ständig Beschädigungen durch Hochwasser und Eis ausgesetzt.

Nach dem Bau der Eisenbahnstrecke im Ruhrtal erlebte die Schifffahrt einen rapiden Niedergang: Während 1886 noch 110 Schiffe Steinkohle von Witten nach Ruhrort transportierten, passierte 1888 nur ein Schiff die Herbeder Schleuse. 1890 wurde der Verkehr eingestellt, die Schleuse verfiel.

Das Königliche Schleusenwärterhaus wurde 1835 errichtet. Die Bauform hatte die preußische Oberbaudeputation entwickelt. Das Haus war die Heimstatt zahlreicher Schleusenwärter. Einer von ihnen war Friedrich Wilhelm Striepen, der die Herbeder Schleuse in den 1820er Jahren bediente. Weitere Bewohner waren Heinrich Arnold Witte, Schleusenwärter zwischen 1865 und 1874, sowie Georg Haarmann (1874 bis 1887). Familie Rosendahl bewohnte das Schleusenwärterhaus von 1887 bis 2005 über mehrere Generationen.

Gerd und August Rosendahl waren es auch, die die verheerende Flutwelle aufgrund der Möhneseekatastrophe 1943 miterlebten: Von sieben Gebäuden blieb nur das Schleusenwärterhaus stehen. August Rosendahl rettete sich und seine Nachbarn, indem er seinen Kahn an einen Baum band und darin ausharrte, bis das Hochwasser nachgelassen hatte.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

08.06.2015: 15.000 Euro Spenden für Schleusenwärterhaus

Geld für den Neuanfang: Klaus Weinold (l.), Margarete und Paul Stahl. Foto: Thomas Nitsche
Geld für den Neuanfang: Klaus Weinold (l.), Margarete und Paul Stahl. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Ende Januar brannte das Königliche Schleusenwärterhaus an der Ruhr komplett aus. Nun gibt es Licht am Ende des Tunnels: In dieser Woche sollen die Arbeiten der Zimmerleute abgeschlossen sein.

„Dann können die Dachdecker mit der Arbeit beginnen“, sagt Thomas Strauch, Chef der Wabe, die die Gastronomie in dem Schleusenwärterhäuschen über Jahre aufbaute und nun den Neuaufbau leisten muss. Wenn die Dachdecker fertig sind, kommt die Inneneinrichtung dran: Toilette, Fußböden, Fliesen, Fenster, Treppe, Elektrogeräte – alles wurde zerstört und muss neu eingerichtet werden. Über 100.000 Euro Schaden hat das Feuer angerichtet, Brandstiftung, wie die Polizei später feststellen sollte.

Während die Versicherung den Schaden am Haus komplett bezahlt, ist dies im Außenbereich nicht der Fall. Das verwüstete Außengelände, die Holzhütte, die den provisorischen Gastro-Betrieb beheimatet, und die kleine, in Mitleidenschaft gezogene Straße vor dem Schleusenwärterhaus muss die Wabe aus eigener Tasche bezahlen. Die Straße hatte es deshalb hart getroffen, weil die Lastwagen der Baufirmen immer drüber holperten. „Dafür war sie nicht ausgelegt“, so Strauch.

Großes Fest zur Neueröffnung geplant

Die vielen kleinen und größeren Spenden, die die Wabe seit dem Brand bekommen hatte, sind bei all den Kosten Gold wert. „Es gab viele Privatspenden zwischen fünf und hundert Euro“, freut sich Thomas Strauch. Erst am Freitag hatte der Heimatverein Heven 500 Euro zugesteuert. Zwei Wittener Bäcker hatten das „Schleusenwärterhaus-Brot“ entwickelt, 25 Cent ging pro Brotverkauf in den Neuaufbau des königlichen Hauses an der Ruhr. Insgesamt sind mittlerweile rund 15 000 Euro zusammengekommen. „Mit dem Geld können wir unsere Kosten decken“, so der Wabe-Chef.

Die Neueröffnung des Schleusenwärterhäuschens ist für den 29. August mit einem großen Fest geplant. „Dann wird es in altem Glanz neu erstrahlen“, freut sich Strauch.

WAZ-Bericht von Dennis Sohner

11.05.2015: Hunderte machen sich auf den Weg zum Radfest in Witten

Radfest bei Bilderbuchwetter: Neben den Besuchern fanden auch zahlreiche Hersteller den Weg ins Ruhrtal. Foto: Barbara Zabka
Radfest bei Bilderbuchwetter: Neben den Besuchern fanden auch zahlreiche Hersteller den Weg ins Ruhrtal. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Das 9. Radfest im Ruhrtal lockte bei Traumwetter Hunderte von Besuchern an. Vor dem „Ritt“ zum Schleusenwärterhaus wurde der Rheinische Esel geputzt.

Gustav Schneider arbeitet sich Meter für Meter mit der Heckenschere auf dem Rheinischen Esel entlang. Der 82-jährige Wittener kürzt die Brombeersträucher, die durch den Zaun auf den Radweg wuchern. „Esel kraulen“ heißt die Aktion am Sonntagvormittag. Tatsächlich hatte der Esel die Schönheitsbehandlung nötig.

„Gerade jetzt, bei dem schönen Wetter, sind viele Mütter mit Kindern unterwegs. Da schlitzen sich die Kleinen ganz schnell die Hände die stacheligen Brombeersträuchern auf“, sagt Gustav Schneider und knipst den nächsten widerspenstigen Zweig ab. Etwa zwei Kilometer weiter, genau an der Grenze zwischen Witten und Bochum, steht der Initiator der Aktion, der begeisterte Radfahrer Andreas Müller (63), vor zwei vollen Müllsäcken. „Ach, wir kommen heute gut voran“, sagt der Wittener Verkehrsplaner zuversichtlich. „Im letzten Jahr hatten wir hier mehr zu tun.“ Beide Städte, Bochum und Witten, fühlten sich mittlerweile für die Pflege des Radwegs verantwortlich.

Andrang an der Würstchenbude und am Kuchenbüfett

Während sich der Rheinische Esel im Laufe des Vormittags zur reinlichen Ausfahrtmeile herausputzt, steht auch auf einer anderen beliebten Freizeitstrecke der (Draht-)Esel im Mittelpunkt. Im saftigen Grün des Ruhrtals tummeln sich ab Sonntagmittag Zweiradfreunde rund um das Schleusenwärterhaus. Sie feiern das neunte Radfest. Parkplätze sind dort überflüssig. Dafür säumen etwa hundert Fahrräder schon zum Auftakt den Rand des gepflasterten Wegs.

Passend zum Namen des Veranstalters, der Wabe, gleicht der Festplatz heute einem großen surrenden Bienenstock. Der Andrang an Würstchenbude und Kuchenbüfett ist groß. Auch die Info-Stände zu E-Bike oder Verkehrssicherheit sind dicht umringt. Interesse wecken ebenfalls die Liegeräder, die die Bochumer Firma „tri-mobil“ ausstellt. Sie sind nichts für den kurzen Weg zum Bäcker, aber für lange Strecken ein echter Geheimtipp.

Probefahrt auf neuen Liegerädern

Viele wagen eine Probefahrt auf den bequem aussehenden Liegedreirädern. Einmal bis zur Herbeder Straße und zurück. Lara Krampitz testet das neuartige Gefährt: „Ein angenehmes Fahrgefühl. Das Radfest ist eine tolle Möglichkeit, auch mal außergewöhnliche Modelle auszuprobieren.“ Bei Preisen von 700 Euro aufwärts verzichtet die 38-Jährige allerdings auf einen Spontankauf.

Tochter Mia interessiert sich mehr für die rote Hebebühne am Giebel des Schleusenwärterhauses. Mutige Besucher können aus 20 Metern Höhe auf die Festwiese hinunterschauen. Die Sechsjährige ist Feuer und Flamme. „Da hinten kann man sogar noch den Rathausturm sehen“, staunt sie über die gute Aussicht. Auch die Kunststücke der Artistengruppe „Manni & Slam Biker“ sind aus der luftigen Höhe gut zu erkennen.

Akrobatik auf Mountainbikes

Alle halbe Stunde springen Olli, Eddy und Manni auf ihren BMX-Rädern über die aufgestellte Rampe. Salti, Drehungen und sogar ein Rückwärtssprung begeistern die Zuschauern. Das Publikum schwankt – dort bewundernder Applaus, da ängstliche Gesichter. Doch die drei sind Profis und meistern alle Tricks gefahrlos.

Solche Stunts bleiben den Festbesuchern erspart. Sie müssen auch ohne Salto aufpassen, keinen Unfall zu bauen. Denn es ist so viel los, dass der Ruhrtalradweg vorm Schleusenwärterhaus zum Nadelöhr wird: Bitte absteigen und schieben.

WAZ-Bericht von Mirjam Benecke

27.04.2015: 140 Wittener drehen Runde für Runde für Schleusenwärterhaus

Ganze Familien nahmen an dem Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus teil. Foto: Barbara Zabka
Ganze Familien nahmen an dem Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus teil. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Kinder, Hunde, Rollifahrer und ein Fast-Achtzigjähriger: Sie alle nahmen teil am großen Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus. Es hat sich gelohnt.

„Laufen für das Schleusenwärterhaus“ – dazu hatte das Triathlon-Team Witten aufgerufen und am Samstag einen Spendenlauf für den Wiederaufbau nach dem organisiert. Trotz des mäßigen Wetters schnürten viele die Turnschuhe – und liefen und liefen und liefen. Mit Kind, Kegel und Hund. Alte und junge Menschen. Allein oder in Gruppen. Alle waren gut gelaunt – für einen guten Zweck.

Organisatorin Lilo Frigge-Dümpelmann zog erfreut eine positve Bilanz. Stattliche 1072 Euro „erliefen“ die insgesamt 139 Aktiven. „Die Teilnehmer nutzten viele Möglichkeiten, die Strecke zu meistern“, erzählt die Mutter der Wittener Läufe begeistert. Manche gingen spazieren, andere liefen, walkten, die Kleinsten fuhren auch Rad.

Fünfzehnjährige läuft 20 Runden

Um 14 Uhr gingen die letzten Läufer auf die einen Kilometer lange Strecke rund um das Schleusenwärterhaus. Zwei Stunden später war der Zauber schon vorbei. Obwohl es nicht um Schnelligkeit und Wertungen ging, hatte sich die Organisatorin kleine Preise für besondere Leistungen ausgedacht. So gab es zwar keine offizielle Siegerehrung, aber mit Unterstützung der Stadtwerke etliche Gutscheine für Schwalbe und Schwimmbad.

Eine Siegerin war die 15-jährige Nina Dussin. Mit 20 Runden legte sie die längste Strecke überhaupt zurück. „Das ist beinahe ein Halbmarathon“, freute sich Lilo Frigge-Dümpelmann. „Glückwunsch.“ Der jüngste Läufer war Dominik Mosler. Mit seinen drei Jahren absolvierte er an der Hand seiner Eltern eine komplette Runde. Der älteste Teilnehmer war der 78-Jährige Bruno Brahman, der sechs Runden – sprich sechs Kilometer – lief.

Ganze Familien am Start

Als größte Familie gingen die Dreiers an den Start. Levi (7) und Schwester Maja (19) rannten insgesamt sechsmal die Strecke. Immer im Schlepptau von Mama Regina (47), die es als leidenschaftliche Läuferin immerhin auf zehn Runden brachte. Papa Christian (49) lief nicht mit, sorgte aber dafür, dass die Kinder in der Pause wieder zu Kräften kamen. Stattliche 22 Kilometer hat die Familie zurückgelegt. Zu den emsigsten Vereinen, die mitmachten, gehörten der TTW selbst und der KSV.

Freude am Laufen für einen guten Zweck lag allen Beteiligten am Herzen. Pia lief mit Mama Tina Wedig (41) sechs Runden. „Nicht schnell, aber zum Schluss hab ich doch geschnauft“, erzählt die Achtjährige in der Pause. „Mama hätte aber noch länger laufen können.“ Thomas Niemeyer (48) hatte aus Spaß und für den guten Zweck die Laufschuhe angezogen. Elf Runden können sich sehen lassen.

Thilo kam mit dem Rollstuhl

Mit dem Rollstuhl machte sich Thilo auf die Strecke. Ehrgeizig meisterte er Runde für Runde. Nach 13 Kilometern ist Schluss - beschloss er für sich. Im kleinen Umkleidezelt herrschte zwischenzeitlich großes Gedränge. Es war zwar nur ein kleines Iglu-Zelt fürs Camping. Aber die Organisatoren hatten an alles gedacht. Dort konnte jeder die verschwitzen Klamotten wechseln, Radhelme und Rucksäche ablegen.

Das Damentrio Annelore (73), Susanne (48) und Elfie (73) war nach vier Runden „platt“. Trotzdem wollen sie für fünf Runden bezahlen. „Ehrensache“, sagt das Dreigestirn. „Fünf Kilometer hatten wir uns schließlich vorgenommen.“ Am Ende des Laufes sieht man überall zufriedene Gesichter. Auch bei Wabe-Chef Thomas Strauch, der inzwischen deutlich über 10 000 Euro Spenden für den Wiederaufbau eingesammelt hat.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

 

 

31.03.2015: Mit Trockeneis gegen den Ruß

Thorsten Bennewitz (35) bearbeitet mit der Trockeneispistole die Giebelbalken. Der Oberflächenruß fällt ab und rieselt ins Erdgeschoss. Foto:Thomas Nitsche
Thorsten Bennewitz (35) bearbeitet mit der Trockeneispistole die Giebelbalken. Der Oberflächenruß fällt ab und rieselt ins Erdgeschoss. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Spezialfirma reinigt Balken des Schleusenwärterhauses. Sie werden mit Kohlendioxid abgestrahlt, damit es nicht weiter „nach Holzkohlengrill“ riecht.

Es zischt, es dampft und es rieselt: Im Dachgeschoss des Schleusenwärterhäuschens rücken Andreas Funke (50) und Thorsten Bennewitz (35) von der Brandsanierungsfirma BBS den rußgeschwärzten Balken in dieser Woche mit ihrer Trockeneispistole zu Leibe.

Die verbrannten Schrägbalken (Sparren) sind längst entfernt, weiterhin schützt ein Notdach mit grüner Plane das Haus von 1835 vor Regen. Jetzt werden die verbliebenen Giebelbalken und die (waagerechten) Deckenbalken von der bis zu fingerdicken Rußschicht befreit. „Das Zeug muss runter, sonst würde es hier weiter wie am Holzkohlengrill riechen“, sagt der Wittener Architekt Thorsten Kestner, Bauleiter für den Wiederaufbau.

Das Trockeneisverfahren ist schonender als das Sandstrahlverfahren, gilt aber trotzdem als effektiv. Vor dem Schleusenwärterhaus brummt ein großer Generator. Daneben steht eine schwarze Thermobox wie vom Pizzaservice – nur viel größer und schwerer. Sie enthält 100 Kilogramm Trockeneis, das beim Öffnen dampft und aussieht wie eine körnige Masse aus Eisnadeln. „Das fassen Sie besser nicht ohne Handschuhe an“, warnt Andreas Funke. „Das ist minus 80 Grad kalt und führt zu Erfrierungen, die sich wie Verbrennungen anfühlen.“ Außerdem klärt er den überraschten Laien auf: „Das ist kein gefrorenes Wasser, sondern gefrorenes Kohlenstoffdioxid.“

Die weiße Masse, er spricht von „Eispellets“, füllt Funke eimerweise in einen silbernen Kasten im Erdgeschoss des Brandhauses. Dieses Strahlgerät wird vom Kompressor mit Druckluft und Strom versorgt. Mit Hochdruck schießt es das Trockeneis in den langen Schlauch, der durch die offene Decke ins Dachgeschoss führt. Dort steht Funkes Kollege Thorsten Bennewitz und führt den Strahl aus der Trockeneispistole langsam und streifenweise über die schwarzen Holzbalken. Das ist jetzt der Moment, in dem es oben zischt, dampft und rieselt! Und weil es das ohne Zuschauer noch viel schlimmer tut, tragen die Männer bei dieser Arbeit Schutzanzug, Mundschutz und einen Helm mit Visier.

Trotzdem schauen sie danach aus der Wäsche wie Bergleute nach der Schicht, nur dass nicht Kohle, sondern Ruß ihr Gesicht schwärzt. Auch der neugierige Reporter bezahlt seinen kurzen Ausflug ins Oberstübchen mit einer belegten Zunge, einer besprenkelten Jacke und später einem rußgeschwärzten Papiertaschentuch.

„Beim Auftreffen auf das Holz, verdampft das CO2, und der Ruß fällt ab,“ erläutert Thorsten Bennewitz das Verfahren. Tatsächlich: Direkt beim Abstrahlen hellt sich das Holz deutlich auf. Danach sieht es zwar nicht wieder aus wie vor dem Brand vom 24. Januar, aber entschieden besser als danach.

Nach der Reinigung mit Trockeneis wird geprüft, ob Balken weiter behandelt, z.B. grundiert werden müssen, um verbleibenden Brandgeruch zu unterbinden. Wo Putz schwarz geworden ist, wird er nicht gereinigt, sondern abgeklopft und erneuert.

Das Richtfest des neuen Dachstuhls plant die Wabe für Samstag, 25. April. An diesem Tag ruft das Triathlon Team der TG Witten zum Spendenlauf ein. Kontakt:
731 07 (Dümpelmann).

BBS aus Waltrop gilt als führendes Unternehmen im Bereich der Brand- und Wasserschadensanierung. Fünf Brüder der Familie Bernd gründeten die Firma vor 20 Jahren. Inzwischen hat sie 60 Beschäftigte. Bei der Brandsanierung setzt sie neben dem Trockeneisverfahren (CO2) auch das Sandstrahlverfahren oder das JOS-Verfahren (Wasser mit Granulat) ein. In Witten war BBS auch nach Brandschäden an der Kita Erlenschule und am Jugendzentrum Freeze (Heven) tätig.

WAZ-Bericht von Johannes Kopps

28.03.2015: Triathlon Team ruft zu Lauf für Schleusenwärterhaus auf

Organisieren Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus: Das Triathlon Team der TG Witten, hier im Trainingslager auf Mallorca. Foto: privat
Organisieren Spendenlauf für das Schleusenwärterhaus: Das Triathlon Team der TG Witten, hier im Trainingslager auf Mallorca. Foto: privat

WAZ. Jeder tut das, was er kann, um seinen Beitrag zum Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses zu leisten. Die bäcker backen Brot, die Triathleten laufen.

Das Triathlon Team der TG Witten ruft am Samstag, 25. April, zum Spendenlauf für den Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses auf. Jeder kann mitmachen, ob Läufer, Walker oder Wanderer.

Der Stadtsportverband begrüßt ausdrücklich die Aktion, eine von vielen Initiativen für das abgebrannte Denkmal am Ruhrufer. Er erhofft sich eine „große Unterstützung“ durch die Wittener Bürger. Gleichzeitig wird an diesem Tag Richtfest gefeiert. Denn der Wiederaufbau läuft auf vollen Touren.

Gestartet wird ab zirka zwölf Uhr, nach dem offiziellen Richtfestakt, Startende ist um 14 Uhr, Laufende um 16 Uhr. Die Strecke führt rund ums Schleusenwärterhaus über befestigte Wege. Eine Runde ist einen Kilometer lang.

Jeder Teilnehmer zählt seine Runden selbst. Als Spendenbeitrag zahlen Erwachsene einen Euro pro Runde, Kinder und Jugendliche 50 Cent. Die Spenden werden vor Ort eingesammelt. „Alle gehen zu 100 Prozent an die Wabe zum Wiederaufbau des Schleusenwärterhauses“, heißt es.

Gewertet und geehrt werden die größte Gruppe einer Schule, eines Vereins, eines Unternehmens, die größte Rundenanzahl einer Gruppe und eines Einzelstarters. Ansprechpartner ist Peter Dümpelmann unter 731 07.

WAZ-Bericht

24.03.2015: Saisonstart der „Hardenstein“ in Witten eingeläutet

Am Samstag (21.3.) lief es noch mau, am Sonntag (22.3.) schon rund: Saisonstart der „Hardenstein“. Foto: Fischer
Am Samstag (21.3.) lief es noch mau, am Sonntag (22.3.) schon rund: Saisonstart der „Hardenstein“. Foto: Fischer

WAZ. Trotz des abgebrannten Schleusenwärterhäuschen – der Tourismus im Ruhrtal geht weiter. Am Samstag (23.3.) startete die „Hardenstein“ in die Saison.

Pünktlich zum Saisonstart konnte Fährmann Christoph Heemann die Deutschland-Flagge an Bord der „Hardenstein“ hissen, dann startete sie am Samstag (21.3.) um zehn Uhr in die neue Saison.

Die ersten Passagiere waren zwei Radfahrer aus Bommern, die den Kemnader See umrundet hatten. Rund 55 Fahrgäste wollten am Samstag das andere Ufer der Ruhr erreichen. Trotz Regen und Kälte waren Radfahrer, Senioren und Familien mit Kindern im Ruhrtal unterwegs. Sie ließen sich von den Unbilden des Wetters nicht beeindrucken.

Mit den Sonnenstrahlen am Sonntag (23.3.) kamen dann auch mehr Passagiere zum Haltepunkt der Fähre an der Schleuse. Rund 400 Menschen wollten nach der Winterpause übersetzen. „Alle freuten sich, dass wir wieder im Einsatz waren“, sagt Heeman, der schon 2006 Fährmann auf dem kleinen Boot war.

Auch in dieser Saison wird die Tradition fortgesetzt, dass es keinen Ticketverkauf gibt. An Bord steht eine Spendendose, wo jeder seinen freiwilligen Obolus reinwerfen kann. Die Fähre ist übrigens jeden Tag von zehn bis 18 Uhr in Betrieb. Nur bei Ruhr-Hochwasser legen die Fährleute eine Zwangspause ein.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

22.03.2015: Rollende Redaktion stand am Wittener Schleusenwärterhaus

WAZ-Redakteur Johannes Kopps (links) moderierte die Rollende Redaktion am Schleusenwärterhäuschen. Hier sprach er gerade mit Wabe-Chef Thomas Strauch (re.), in der Mitte Susanne Fuchs von der Wittener Gesellschaft für Arbeit- und Beschäftigungsförderung. Foto: Walter Fischer
WAZ-Redakteur Johannes Kopps (links) moderierte die Rollende Redaktion am Schleusenwärterhäuschen. Hier sprach er gerade mit Wabe-Chef Thomas Strauch (re.), in der Mitte Susanne Fuchs von der Wittener Gesellschaft für Arbeit- und Beschäftigungsförderung. Foto: Walter Fischer

WAZ. Als hätte sich die Schleuse geöffnet: Trotz Regen lockte die Rollende Redaktiion 50 Besucher zum Schleusenwärterhaus. Es gab interessante Neuigkeiten. 

Das Königliche Schleusenwärterhäuschen gestern, heute und morgen stand nach dem Brand im Mittelpunkt des Baustellendialogs unserer „Rollenden Redaktion“. Rund 50 interessierte Bürger kamen am Samstag (21.3.) ans Ufer der Ruhr, um zuzuhören und sich selbst einzubringen. Redakteur Johannes Kopps moderierte.

„Nachts um drei Uhr rief mich die Feuerwehr an. Da brannte nicht nur unser Haus, sondern auch ich lichterloh“, erinnert sich Susanne Fuchs von der Wabe. Bauleiter und Architekt Thorsten Kestner sieht den Brand ganz leidenschaftslos und pragmatisch. „Das Haus ist kaputt, also reparieren wir es jetzt ordnungsgemäß.“

Damit hat die Wabe in den letzten beiden Monaten bereits begonnen. „Wieviel Denkmal ist eigentlich kaputt“, fragte der Moderator in die Runde. „Rund zehn Prozent“, schätzt Kestner. „Das Dach war allerdings komplett weg. Aus Denkmalschutz-Gründen bauen wir jetzt einen neuen Dachstuhl neben den Resten des alten.“

Das bedeutet, dass die historischen Dachbalken im Haus verbleiben. „Sie tragen in Zukunft nur sich selbst“, erklärt der Bauleiter. Richtfest könnte nach seinen Prognosen in etwa vier Wochen sein. Im Innenraum wollen die Experten dann mit einem Trockeneisverfahren dem Brandgestank und den Kokelresten zu Leibe rücken.

Die Steuerung der Schleuse ist komplett zerstört. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, versichert Rainer Altenberend, Prokurist der Stadtwerke. „Aber wir benötigen individuelle Bauteile. Nichts von der Stange. Und Sonderanfertigungen kosten nicht nur Geld, sondern auch Zeit.“ Doch niemand muss auf eine Schwalbenfahrt in diesem Sommer verzichten. Das Ausflugsschiff lichtert trotzdem den Anker. „Wir fahren im Oberwasser zwischen Uferstraße und Hardenstein für den halben Fahrpreis.“

Die Ruhrschleuse ist zwar defekt, dafür öffnete der Himmel am Samstag alle Schleusen. Im strömenden Regen rückten die Zuhörer ein Stück näher zusammen. Heißen Kaffee gab es in der hölzernen Doppelgarage, die provisorisch für die Gastronomie aufgebaut wurde. Diese könne doch später als Unterkunft und Materiallager für die Fährenbesatzung genutzt werden, war im Publikum zu hören.

Auch Dieter Koch (76) meldete sich zu Wort. Schon seit seiner Kindheit ist er dem Schleusenhaus sehr verbunden. Im Schuppen durfte er früher sein Paddelboot abstellen. Er ärgert sich heute über zu viel Bürokratie der Denkmalbehörde. „Die Vorschriften machen manche Dinge unnötig teuer. Teure Eichenbalken unterm Dach – ist das wirklich nötig?“ fragt Koch.

Obwohl die Hausversicherung einen Teil des Brandschadens übernimmt, ist die Wabe als Betreiber des Gebäudes weiter auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Einen Spendenlauf für den Wiederaufbau organisiert das Triathlon Team am 25. April rund um das Schleusenwärterhaus. Fest steht – der Ort wird nicht verwaisen.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

21.03.2015: Möbelbörse eröffnet in neuen Räumen

Beate und Ulrich Pfalz waren zum Stöbern extra aus Heven gekommen. Foto: Barbara Zabka Funke FotoService
Beate und Ulrich Pfalz waren zum Stöbern extra aus Heven gekommen. Foto: Barbara Zabka Funke FotoService

WAZ. Viele Kunden kamen zur Eröffnung der Walze an in Rüdinghausen. Doch die Betreiber hoffen, dass der neue Standort auch auf Dauer angenommen wird.

Und da sage noch einer, in Rüdinghausen wäre nichts los! Stattdessen: Verkehrschaos, Stau auf der Kreisstraße. Und alles nur, weil die Walze wieder aufgemacht hat. „Endlich!“, sagt eine Kundin und schiebt ihren Einkaufswagen zur Kasse.

Nicht alle wollen ihren Namen sagen, die zur Eröffnung der Gebrauchtmöbel-Börse am Freitagmorgen gekommen sind. Aber stöbern wollen sie alle. Und das sind viele, überraschend viele: „Nein, mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet“, sagt Prokurist Axel Kuhlmann erfreut. Denn das „lasse hoffen“: Hoffen, dass der Standort am Rande der Stadt von den Bürgern angenommen wird.

Auf rund 600 Quadratmetern präsentiert die Walze nun ihr Angebot. „Das ist mehr als wir eigene Fläche im Novum hatten“, sagt Geschäftsführer Thomas Strauch. Leisten könne sich die Wabe das nur, weil die Harpen Immobilien bei der Miete ausgesprochen kulant gewesen sei. „Die wollen auch, dass hier am Standort was passiert.“ Erst einmal läuft der Mietvertrag über zwei Jahre, dann wird geschaut, wie’s läuft in Rüdinghausen. „Es ist zwar nicht so zentral wie in der Stadt, aber dafür gibt’s neue Potenziale in den angrenzenden Dortmunder Stadtteilen zu erschließen.“ Und überhaupt sei Rüdinghausen ja ein guter Standort zum Möbelkauf. „Der Mitbewerber wird sich der neuen Konkurrenz stellen müssen“, flachst Kuhlmann mit Blick auf Ostermann – „die uns übrigens schon oft geholfen haben“.

Das Möbelhaus mag größer sein – ein mit Perlen besetztes Brautkleid hängt indes nur bei der Walze. Wobei das edle Stück die Ausnahme ist: Kleidung gibt’s eigentlich nicht, dafür alles sonst, vom Teelöffel bis zum Ehebett. Besonders stark vertreten sind übrigens Rollatoren – und Fitnessgeräte: Laufbänder, Ergometer, Crosstrainer. Wer also glaubt, das Angebot sei mehr was für Alte, der täuscht sich: Ebenso gibt’s einen lila Schrank, ein top modernes Design-Kieferbett und edle schwarz-goldene Espresso-Tassen von Versace.

Oder muss man sagen: Gab es? Die Sachen gingen nämlich weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln: Couchtisch, Stühle – verkauft. Wandschrank, zwei Garnituren – reserviert. Und das Kleinzeug, das läuft ja eh: Ums Hutschenreuther-Porzellanpüppchen für 98 Euro wird gefeilscht: „Schauen sie mal, da sind alle Finger noch dran, das ist ganz selten.“ Bei der Wanduhr mit offenem Uhrwerk für einen Zehner ist das nicht nötig: „Die nehme ich, die passt perfekt in den Flur.“ Ulrich und Beate Pfalz haben schon ein paar Küchengeräte unterm Arm, „aber über den Massivholzschrank da vorn, da müssen wir noch sprechen“.

Aber gern, sagt Silke Kreitz, die neu zum Walze-Team gehört. Denn bislang habe sie „nur positive Rückmeldungen“ bekommen: „Alle freuen sich ganz einfach, dass wir wieder da sind.“

Das sind die neuen Öffnungszeiten der Walze, die jetzt an der Kreisstraße 128 in Rüdinghausen zu finden ist: Montag bis Freitag 9.30 – 18 Uhr, Samstag 10 – 15 Uhr. Kontakt: 69 81 51 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Termine für Wohnungsauflösungen oder Entrümpelungen können wie gewohnt gemacht werden.

WAZ-Bericht von Britta Bingmann

21.03.2015: Baustellengespräch am Schleusenwärterhaus

Das Schleusenwärterhaus an der Hevener Schleuse wurde am 24. Januar bei einem Brand schwer beschädigt. Der Wiederaufbau läuft. Foto: Thomas Nitsche
Das Schleusenwärterhaus an der Hevener Schleuse wurde am 24. Januar bei einem Brand schwer beschädigt. Der Wiederaufbau läuft. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Bauleiter, Denkmalschützer, Stadtwerke und Wabe stehen Bürgern Samstag, 21.3., Rede und Antwort zum Wiederaufbau. Saisonstart für Biergarten und Fähre.

Wie schwer genau wurde das Schleusenwärterhäuschen bei dem Brand am 24. Januar beschädigt? Wie lange dauert der Wiederaufbau – und welche Rolle spielt dabei der Denkmalschutz? Wann funktioniert die Schleuse wieder, deren Steuerung ebenfalls zerstört wurde?

Über diese und andere Fragen können alle interessierten Wittenerinnen und Wittener sich an diesem Samstag vor Ort aus erster Hand informieren. Die Wabe und die WAZ-Lokalredaktion laden herzlich zum „Baustellendialog“ ein. Die „Rollende Redaktion“ macht von 11 bis 12.30 Uhr am Schleusenwärterhäuschen Station. Als Experten informieren dort Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch, Stadtwerke-Prokurist Rainer Altenberend (Schleusentechnik, MS Schwalbe), Denkmalschützer Udo Wagner, Architekt Thorsten Kestner und Susanne Fuchs (Wabe). Das Gespräch wird moderiert von Johannes Kopps (WAZ).

Die Wabe zeigt auf Stellwänden Bilder aus der Geschichte des 1835 errichteten Schleusenwärterdienstgebäudes und aktuelle von den Brandschäden. Bürger können noch Ideen für Wiederaufbau einbringen. Auch über laufende und geplante Benefizaktionen wird informiert.

Dabei muss am Samstag niemand auf dem Trockenen sitzen. Am 21. März beginnt trotz des Brandschäden „planmäßig“ die Saison am Schleusenwärterhaus. Die Fähre Hardenstein setzt Spaziergänger und Radfahrer wieder zum anderen Ufer über. Und der Biergarten lädt wieder zum Verweilen an der Ruhr ein. Bis zur Wiedereröffnung des Schleusenwärterhauses werden die Besucher von einer Holzhütte aus bewirtet, die dafür extra aufgebaut wurde. Wie früher am Fenster des Gebäudes werden dort jetzt Pommes und Currywurst, Kaffee und Kuchen sowie Bier und andere Kaltgetränke angeboten.

WAZ-Bericht

13.03.2015: Rollende Redaktion der WAZ Witten am Schleusenwärterhaus

Das Schleusenwärterhaus in Witten wurde am 24. März durch ein Feuer schwer beschädigt. Der Dachstuhl und die Zwischendecke wurden völlig zerstört, außerdem ein Teil der Rückseite. Dieses Foto wurde am 11. März aufgenommen. Ein Notdach schützt das Haus vor Regen. Foto: Thomas Nitsche
Das Schleusenwärterhaus in Witten wurde am 24. März durch ein Feuer schwer beschädigt. Der Dachstuhl und die Zwischendecke wurden völlig zerstört, außerdem ein Teil der Rückseite. Dieses Foto wurde am 11. März aufgenommen. Ein Notdach schützt das Haus vor Regen. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Die Wabe und die WAZ-Lokalredaktion laden alle Wittenerinnen und Wittener, denen das Schleusenwärterhäuschen am Herzen liegt, zum „Baustellendialog“ am Samstag, 21. März, ein. Von 11 bis ca. 12.30 Uhr stehen vor Ort Experten am Mikrofon der Rollenden Redaktion für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Dort kann sich jedermann aus erster Hand über den Wiederaufbau des ausgebrannten Schleusenwärterhäuschens informieren.

Nach dem Schock über die Zerstörung waren bei der Wabe zahlreiche Anrufe und W-Mails eingegangen. „Das zeigt, dass sich die Leute in hohem Maß mit dem Schleusenwärterhaus identifizieren“, freut sich Susanne Fuchs (Wabe). Erste Spendenaktionen sind schon gelaufen, weitere sind geplant. Zudem gingen Vorschläge ein – zum Beispiel, das Umfeld beim Wiederaufbau barrierefrei und rollatorgerecht zu gestalten.

Auch über solche Ideen soll beim „Baustellendialog“ gesprochen werden. Als Experten nehmen daran unter anderen Architekt Thorsten Kestner (Bauleiter beim Wiederaufbau), Zimmermannmeister Thomas Tüttemann, Denkmalschützer Florian Schrader, ein Vertreter der Stadtwerke (Schleuse/Schwalbe) sowie Wabe-Chef Thomas Strauch teil. Das Gespräch wird von WAZ-Redakteur Johannes Kopps moderiert.

Der „Baustellendialog“ wurde schon einmal für diesen Sonntag angekündigt. Die Wabe hat ihn jetzt aber auf Samstag, 21. März, verschoben. An diesem Tag ist offizieller Saisonstart für die Fähre Hardenstein und für den Biergarten. Zur Bewirtung der Gäste wird jetzt als Übergangslösung eine Holzhütte aufgebaut. Dort werden wie in den Vorjahren an der Futterluke Pommes & Currywurst, Kaffee & Kuchen, Bier & Kaltgetränke angeboten.

Verschieben wird sich auch das Richtfest, das die Wabe schon einmal ehrgeizig für den 21. März angekündigt hatte. Der neue Dachstuhl ist zwar in Vorbereitung, dieser Termin ist aber nicht zu halten. Jetzt wird der 25. April (Samstag) für das Richtfest ins Auge gefasst.

WAZ-Bericht von Johannes Kopps

14.02.2015: Wabe will am 21. März Richtfest feiern

Der Dachstuhl konnte bisher nur provisorisch gesichert werden, er soll bis zum 21. März erneuert werden. Foto: Jürgen Theobald
Der Dachstuhl konnte bisher nur provisorisch gesichert werden, er soll bis zum 21. März erneuert werden. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Mit dem neuen Dachstuhl will sie ein Zeichen setzen. Ein Notdach schützt das Schleusenwärterhausvor weiterem Wasserschaden. Die durchnässte Zwischendecke musste entfernt werden.

„Es geht voran.“ Und: „Oha, das geht aber flott!“ Als auf Facebook in dieser Woche Bilder von Dacharbeiten am Schleusenwärterhäuschen auftauchten, kam Freude auf, hundert Daumen schnellten hoch. Wer glaubt, das neue Dach sei schon drauf, hat sich aber zu früh gefreut. Noch wird gesichert und entsorgt.

Bis Mitte der Woche galt noch: Betreten verboten – Einsturzgefahr! Die Zwischendecke zum Dachboden aus Sparren, Lehm und Stroh hatte sich mit Löschwasser vollgesaugt. Zudem lastete das Gewicht der Dachpfannen darauf, vier von fünf waren nach unten gefallen. Stellenweise hatte die Decke bereits nachgegeben.

Zuerst musste die Stockumer Baufirma Richardt ran. Ihre Arbeiter stützten die Querbalken der Decke mit Eisenstempeln ab. Dann legten Zimmermann Tüttelmann (Hammertal) und seine Leute das Dachgebälk und was das Feuer vom 24. Januar davon übrig gelassen hatte, frei. Nachdem sie die Pfannen von der Zwischendecke geräumt hatten, kam der Befreiungsschlag: Die Zimmerleute drückten die Decke, die nicht mehr zu retten war, von oben aus in die Tiefe.

Jetzt liegt der durchweichte Brei aus Lehm und Stroh auf dem Steinboden im Parterre. Knietief kann man darin waten. Gespenstisch. „Hallo, bitte Klobürste benutzen, jeder, auch du!“ steht an der Tür zum WC, das keine Rückwand mehr hat. Dahinter, im Geräteschuppen, hatte das Feuer zuerst gewütet. Im Eckregal stapeln sich Prospekte. Ruhrtaltourismus. Darüber blickt man durch die offene Decke, von der nur die Balken geblieben sind, ins Dach.

„Seit gestern dürfen wir wieder rein“, sagt Wabe-Mann Uwe Freund (56). Mit seinen Kollegen trägt er den Schutt eimerweise hinaus. Zwei große und vier kleine Container wurden schon abgefahren. Kühlschränke, Spülmaschine, Tische, Stühle wanderten ins Lager – mal sehen, was noch zu gebrauchen ist.

Das gilt auch für die Bausubstanz: Für nächste Woche haben sich die Obere Denkmalbehörde aus Münster und eine Spezialfirma für Brandsanierungen angesagt. Rein optisch müssen neben Dach und Decke zwei Drittel der Rückseite ersetzt werden. Die Tücke im Detail: Wie verkohlt oder doch nur angeschwärzt sind Deckenbalken und das Ständerwerk? Wie nass ist das Mauerwerk jedes einzelnen Gefaches? Retten, was zu retten ist, schreibt der Denkmalschutz vor.

Was schon wie ein neuer Dachstuhl aussah, ist nur ein Notdach, damit es nicht reinregnet. Die Tüttelmänner haben ihn aus alt und neu zusammengezimmert, eine Folie drüber gezogen. Aber: Die Wabe will ein Zeichen setzen und zum Saisonstart (Fähre, Biergarten mit Container) am 21. März Richtfest feiern. Der neue Dachstuhl soll dann drauf sein – dann wieder waschecht mit Eichenbalken. Ganz fertig wird das Haus aber erst 2016.

WAZ-Bericht von Johannes Kopps

 

13.02.2015: Neues Café für Rüdinghausen kommt im März

Bäcker Beckmann aus Dortmund übernimmt in Rüdinghausen in der Kreisstrasse ein leeres Ladenlokal. Foto: Thomas Nitsche
Bäcker Beckmann aus Dortmund übernimmt in Rüdinghausen in der Kreisstrasse ein leeres Ladenlokal. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Es tut sich was in Rüdinghausen – und das gleich doppelt. Lange standen das ehemalige Schlecker-Ladenlokal und das alte Coop-Gebäude an der Kreisstraße leer. Nun wird in beiden fleißig gewerkelt. Im März soll es dann soweit sein: In den Schlecker-Räumen öffnet ein Café, das Beckmanns, gegenüber die Möbelbörse der Wabe.

Lange hatte die Wabe nach einem neuen Standort gesucht, nachdem der alte im Novum an der unteren Bahnhofstraße im letzten Sommer gekündigt worden war. „Auf die Schnelle haben wir damals nichts gefunden, was für uns bezahlbar gewesen wäre“, sagt Prokurist Axel Kuhlmann. Vorübergehenden Unterschlupf fand die Börse dann in einer Halle der Firma Böhmer an der Annenstraße. Hier war zwar ein Lagerverkauf möglich, aber nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen. „Das war keine Dauerlösung.“

Mit offenen Augen sei man daher durch die Stadt gegangen und dabei auf das Ladenlokal in Rüdinghausen gestoßen. 650 Quadratmeter groß, preislich gut zu stemmen – aber ziemlich weit draußen: „Wir hoffen, dass das trotzdem funktioniert“, sagt Kuhlmann. Klar, Laufkundschaft werde es da nicht viel geben, aber die brauche man im Möbelgeschäft auch nicht so dringend. Allerdings verkauft die Börse dazu auch viel Kram von Wohnungsauflösungen – kleine Kostbarkeiten aus alten Zeiten. „Und da hoffen wir, dass die Wittener uns die Treue halten – auch da draußen in Rüdinghausen.“

In rund einem Monat soll es so weit sein, bis dahin wird renoviert. Wobei: „Das Gebäude ist in seinem sehr guten Zustand“, so Kuhlmann. Streichen und einrichten, mehr sei eigentlich nicht zu tun.

Das sieht gegenüber im neuen „Beckmanns Backlokal“ ganz anders aus. Hier bleibt derzeit kaum ein Stein auf dem anderen. Sanitär-Räume, Böden, Decken: Alles wird neu gemacht. Entstehen soll ein gemütliches, modernes Café mit 24 Sitzplätzen. Frühstück, Snacks, Back- und Konditoreiwaren wird es hier ab Anfang März geben. Geöffnet sein soll jeden Tag, sonntags sogar durchgehend. „Und wenn wir sehen, dass die Rüdinghauser auch am Samstagnachmittag Kaffee trinken wollen, machen wir auch dann auf“, versichert Inhaber Andreas Beckmann.

Er freut sich, den Standort gefunden zu haben. „Ein tolles Ladenlokal, gut einsehbar, und in der Nähe tummeln sich nicht – wie sonst so oft – gleich fünf, sechs Konkurrenten. Was ihm jetzt dort noch fehlt sind Mitarbeiter: „Ob Teilzeit, Vollzeit oder Aushilfe: Bitte bewerben!“

WAZ-Bericht von Britta Bingmann

30.01.2015: Schleusenwärterhaus: Es war Brandstiftung

Polizei geht davon aus, dass das traditionsreiche Fachwerkhaus in Witten-Heven von außen angezündet wurde. Foto: WAZ
Polizei geht davon aus, dass das traditionsreiche Fachwerkhaus in Witten-Heven von außen angezündet wurde. Foto: WAZ

WAZ. Der Verdacht bestätigt sich: Das Feuer im Schleusenwärterhaus in Heven wurde von Brandstiftern gelegt. Das teilte am Freitag Morgen die Polizei mit. In der Nacht des Samstag, 24. Januar, war das traditionsreiche Gebäude komplett abgebrannt. Eine Zeuge hatte den Brand gegen 1.40 Uhr entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Als die eintraf, schlugen die Flammen bereits aus dem Gebäude..

Die Ermittlungen gestalteten sich zunächst schwierig, denn aufgrund der Einsturzgefahr konnte die Polizei den Brandort tagelang nicht betreten. Mittlerweile haben die Brandermittler der Bochumer Kriminalpolizei sowie ein unabhängiger Sachverständiger die Örtlichkeit intensiv untersucht. „Wir gehen davon aus, dass es in dem Fachwerkhaus zu einer Brandstiftung gekommen ist“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte. „Das Haus wurde vermutlich von außen angesteckt.“

Die Polizei sucht nun Zeugen, die in der Nacht verdächtige Personen auf dem Gelände beobachtet haben. „Der Brand kann auch schon zwei Stunden vor seiner Entdeckung gelegt worden sein“, meint Schütte. „Wir sind dankbar für jeden Hinweis.“ 0234/9091023

WAZ-Bericht von Tina Bucek

27.01.2015: Schleusenwärterhaus Witten nach Brand ein Jahr nicht nutzbar

Das Schleusenwärterhäuschen an der Ruhr nach dem verheerenden Brand in der Nacht auf Samstag (24.1.). Foto: Thomas Nitsche
Das Schleusenwärterhäuschen an der Ruhr nach dem verheerenden Brand in der Nacht auf Samstag (24.1.). Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Das ganze Ausmaß des Brandes wird jetzt sichtbar: Etwa ein Jahr ist das Schleusenwärterhäuschen nicht nutzbar. Auch der Schiffsverkehr ist betroffen.

Drei Tage nach dem verheerenden Brand des Ausflugslokals „Königliches Schleusenwärterhäuschen“ schützt nun ein Bauzaun das schwarzverkohlte Balkengerippe. Kupferdiebe hatten bereits versucht, die Kabel zu stehlen. Dabei ist das nun einsturzgefährdete Fachwerkhaus am Ruhrufer gesperrt – bis die Kripo ihre Untersuchungen zur Brandursache durchgeführt hat.

Hat jemand das idyllische Kleinod an der Ruhr angesteckt? Laut Polizei ist sowohl Brandstiftung als auch ein technischer Defekt möglich. Das Feuer brach in einem Anbau aus, in dem sich der Stromanschluss und die Steuerung für die Herbeder Ruhrschleuse befindet. Diese ist ganzjährig ans Stromnetz angeschlossen – im Gegensatz zur Gastronomie, die seit Saisonende im November in Winterschlaf liegt.

Dieser Raum stand zum Schutz vor Hochwasser auf Stelzen – dass es ihn einmal gab, kann man nun allenfalls erahnen. „Die Steuerung und die komplette Stromversorgung der Schleuse sind mitverbrannt“, sagt Stefanie Klockhaus von der Bezirksregierung Düsseldorf, der die Ruhrschleuse gehört. Die Schleuse sei nicht mehr funktionstüchtig. Das heißt: „Sie wird nicht zu Beginn der Schifffahrtssaison im April funktionieren.“

Das bedeutet für das Fahrgastschiff Schwalbe, das in der Saison zwischen Bommern und Stausee pendelt, „dass wir vorerst nur im Oberwasser bleiben“, so Stadtwerke-Sprecher Lindner. Die Schwalbe wird nur noch von der Uferstraße zur Herbeder Schleuse verkehren. Das Schleusen, ein Höhepunkt der Tour, wird ebenso wegfallen wie die Fahrt in den Kemnader Stausee. Glück im Unglück: Im Oktober 2015 wäre die veraltete Schleusensteuerung sowieso erneuert worden.

Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, hat für das Schleusenwärterhaus konkrete Pläne: „Unser Ziel ist es, im April 2016 das Haus neu zu eröffnen.“ In diesem Sommer wird man dennoch den Biergarten betreiben. Zurzeit würden Gespräche geführt mit dem Verein „Jack in the Box“, der Seecontainer so umbaut, dass man sie in der Gastronomie nutzen kann. „Das Schleusenwärterhäuschen ein Jahr lang zu schließen, können wir uns gar nicht erlauben“, sagt Strauch.

Zwar gibt es eine Gebäudeversicherung, die den Schaden übernehmen wird, doch wird die auszuzahlende Summe nicht alles abdecken können. Strauch: „Wir haben 2014 erheblich renoviert und wollten nun eine Neubewertung für eine höhere Versicherungssumme machen lassen.“ Wie hoch die Schadenssumme ist, steht erst fest, wenn das Innere des Gebäudes betreten werden kann. Auch gestern war dies den Brandermittlern der Polizei nicht möglich. Am Mittwoch soll nun ein unabhängiger Brandsachverständiger kommen. Strauch: „Ein Mann mit einer Axt.“

WAZ-Bericht von Susanne Schild

12.12.2014: Radstation sucht Räder für Flüchtlinge

WAZ. Ab sofort werden gebrauchte Kinder- und Damenfahrräder gesucht – für eine Spendenaktion der Radstation der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe).

Die Abholung der Räder erfolgt kostenlos direkt an der Haustür des Spenders. Auch defekte Räder werden angenommen und von der Radstation wieder fahrtüchtig gemacht. Die Räder kommen Flüchtlingsfamilien in Witten zugute.

Unter dem Motto „Mobilität für Flüchtlingsfamilien“ möchte die Wabe den Flüchtlingsfamilien in Wittenein ein Stück Selbstständigkeit ermöglichen. Radfahren will aber auch gelernt sein. Deshalb wird die Spendenaktion von einem Fahrradkurs begleitet, der im nächsten Frühjahr von der Radstation organisiert wird. Irena Cichy, Projektleiterin der Radstation, hierzu: „Dies ist nicht unser erstes Spendenfahrrad­projekt. Wir fangen mit einfachen „Trockenübungen“ an, um den Gleichgewichtssinn und die Kenntnisse über den Straßenverkehr zu schulen. Erst danach geht’s auf die Räder.“ Wer ein Kinder- oder Damenfahrrad, unbeschädigte Helme oder Satteltaschen spenden und abholen lassen möchte, meldet dies bitte unter: Radstation Witten, 39 90 01 (8-16 Uhr).

WAZ-Bericht

 

10.09.2014: Gepflasteter Radweg an der Ruhr in Witten fertig

Hier war er noch eine Baustelle, jetzt ist der Radweg neben dem Treidelpfad an der Ruhr in Höhe der Anlegestelle für die Fähre Hardenstein fertig. Foto: Jürgen Theobald
Hier war er noch eine Baustelle, jetzt ist der Radweg neben dem Treidelpfad an der Ruhr in Höhe der Anlegestelle für die Fähre Hardenstein fertig. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Die Wabe dankt allen Spendern, die sich an dem Projekt „1 Meter Engagement“ beteiligt haben. Sie ermöglichten die Pflasterung eines kleinen Stück Radwegs, der direkt neben dem alten Treidelpfad an der Ruhr verläuft - Höhe Schleusenwärterhäuschen. Die kurze Strecke wird auch noch offiziell eröffnet.

Ohne offizielle Eröffnung sind die wenigen hundert Meter neuer Radweg am Schleusenwärterhäuschen in Betrieb gegangen. Er verläuft direkt neben dem historischen Treidelpfad, dort, wo auch die Fähre Hardenstein oder die Schwalbe anlegt. Bisher waren Radler immer auf die Wiese ausgewichen, um die Huckelpiste über die historischen Steine zu umfahren. Sobald ein Schild auf das Bodendenkmal Treidelpfad hinweist, wird auch der Radweg eingeweiht.

WAZ-Bericht

25.08.2014: Wittener Radstation bangt um Arbeitsplätze

Überdacht und bewacht: Gerade Pendler wissen ihre Fahrräder in der Radstation im Bahnhof gut aufgehoben. Foto: Walter Fischer
Überdacht und bewacht: Gerade Pendler wissen ihre Fahrräder in der Radstation im Bahnhof gut aufgehoben. Foto: Walter Fischer

WAZ. Wenn die Bahnhofshalle umgebaut wird, muss die Radstation ihren jetzigen Standort wohl aufgeben. Der Eigentümer betont zwar, den gerade bei Berufspendlern beliebten „Fahrrad-Parkplatz“ mit angeschlossener Werkstatt im Bahnhof halten zu wollen. Doch die Beschäftigten bangen um ihre Jobs.

Olaf ist „Wiederholungstäter“, wie er selbst von sich sagt. Der Wittener hat nach 2012 jetzt zum zweiten Mal einen befristeten 1,50-Euro-Job in der Radstation im Bahnhof. „Super“ sei es hier, sagt der 42-Jährige, der wie die meisten seiner Kollegen eigentlich langzeitarbeitslos ist. „Die Radstation ist auch soziale Auffangstation“, meint deren Leiter Frank Lojda. Doch seitdem der Pachtvertrag ausgelaufen ist und der Umbau der Bahnhofshalle irgendwann vor der Tür steht, bangen sie alle um ihre Arbeitsplätze. Denn in dieser Form wird es die Radstation an dieser Stelle dann wohl nicht mehr geben.

Es ist Freitagmorgen (22.8.) und im Bahnhof wenig los. Mesut (28) schraubt ein Hinterrad los, um den Schlauch zu wechseln. Irgendwo liegt ein verschmierter Öllappen, ein Radio plärrt, rauchen ist erlaubt. Mesut leistet Sozialstunden, weil er Mist im Verkehr gebaut hat. „Schade“ fände es der 28-Jährige, gäbe es die Station nicht mehr.

Die Wabe, die Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung, hat die Radstation vor Jahren aufgebaut. Inzwischen ist sie kaum noch aus dem Bahnhof wegzudenken. 30 Berufspendler haben ein Jahresticket, um hier täglich bewacht das Rad stehen zu lassen, andere lösen nur die Tageskarte. Dazu kommt die kleine Werkstatt. Hinten im „Tunnel“ stehen auch Leihräder. Je nach Wetterlage sei gut zu tun, sagt Frank Lojda, der einzige Festangestellte unter 15 bis 20 Ein-Euro-Jobbern.

Auch für den 49-Jährigen geht es um viel, wurde er nach zwei Jahren doch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. „Das ist eine blöde Situation“, meint er. Theoretisch könne der Eigentümer jederzeit sagen, „dass wir in wenigen Monaten raus müssen. Wir sind ja nur geduldet“. Gleichzeitig betont der hoch gewachsene Mann: „Es ist nett von ihm, dass er sich um eine Alternative bemüht.“
Werkstatt auch im Heizungskeller denkbar

Gemeint ist Markus Bürger, der die Bahnhofshalle voraussichtlich ab 2015 umbauen will und anstelle der Radstation nach finanzkräftigeren Mietern sucht. Bürger versichert: „Wir wollen die Radstation im Bahnhof behalten.“ Er wolle nicht nur ein historisches Stadttor schaffen, sondern auch einen Start- und Endpunkt für Pendler und touristische Unternehmungen.

Lojda zeigt uns eine „Alternative“, den Heizungskeller an der Seite zum ZOB, zu dem eine steile Treppe führt. Dort wäre vielleicht eine Werkstatt denkbar, während die Dauerparker im langen Tunnel hinten in der jetzigen Radstation weiter ihr Fahrrad abstellen könnten. Dort ist Platz für über 100 Räder, ein Chip-System wäre denkbar. Dann aber, sagt Frank Lojda mit einem Ton des Bedauerns, „hätten die Leute kaum noch Kontakt mit uns“. Er fürchtet, dass viele Pendler wegblieben - und die harten Jungs nicht mehr gebraucht werden.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein

04.08.2014: Spenden für eine bessere Fahrstrecke

160 Meter holpriger Radweg liegen momentan noch zwischen dem Anleger der Fähre Hardenstein und dem Biergarten des Schleusenwärterhauses (im Hintergrund). Das soll sich jetzt ändern. Foto: Timm  Witten
160 Meter holpriger Radweg liegen momentan noch zwischen dem Anleger der Fähre Hardenstein und dem Biergarten des Schleusenwärterhauses (im Hintergrund). Das soll sich jetzt ändern. Foto: Timm Witten

Ruhr Nachrichten. Jeder, der den Ruhrtalradweg zwischen Schleusenwärterhaus und dem Anleger der Fähre Hardenstein gefahren ist, kennt sie – die kleine Marterstrecke. Die Holpersteine sind Überbleibsel des früheren Treidelpfades und somit ein Bodendenkmal.

Um diese Rüttelstrecke zu umfahren, weichen die Radler meist auf die Rasenfläche nebenan aus, die aber auch nicht den optimalen Untergrund bietet. „Es gibt drei bis vier verbesserungswürdige Abschnitte entlang des Ruhrtalradwegs, dieser ist einer davon“, sagt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe.

Was lag da näher, als eine alte Aktion wiederzubeleben, die bereits im Jahr 2011 half, eine ausgewaschene Wegstrecke des Radwegs vom Anglerheim in Richtung Schleuse zu befestigen. Damalige Länge der Wegstrecke: 275 Meter. Sie konnte dank der Spenden-Aktion „Ein Meter Engagement“ tiptop hergerichtet werden.

Nun sind es also 160 Meter Radweg-Strecke, die mit Bürgerengagement flott gemacht werden sollen. „Und das ist riesig“, freut sich Wabe-Mitarbeiterin Susanne Fuchs. Denn schon vier Wochen nach dem ersten Spenden-Aufruf sind bereits 10 620 Euro eingegangen. „Die Materialkosten haben wir zusammen“, sagt Thomas Strauch. „Und nach solchem Anfangserfolg wissen wir, dass wir es schaffen werden.“ Die Gesamtkosten betragen 25 000 Euro.

Damit der kleine Schönheitsfehler am Radweg beseitigt werden konnte, mussten viele Drähte zusammenlaufen. Denn viele Zuständigkeiten kreuzen sich an der Ruhr. Ruhrverband, Stadtwerke, Stadt Witten, EN-Kreis sowie die Regierungspräsidenten aus Düsseldorf und Arnsberg mussten zustimmen. Und auch Bauer Friedrich Hummelsiep aus Sprockhövel, der einen sechs Meter breiten Randstreifen von seiner Futterwiese opfern musste.

Ab Montag rollt also das schwere Baugerät an. In etwa vier Wochen soll der Lückenschluss eröffnet werden. Um weitere Spenden zu acquirieren wird Wabe-Geschäftsführer Strauch an den nächsten Wochenenden direkt am Fähranleger die Werbetrommel rühren. Denn jede Spende zählt. Auch die ganz kleine.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

18.07.2014: Am Anfang stand Improvisationstalent

Rita, Thomas, Silke und Jörg (v.li.) genießen am Schleusenwärterhäuschen ihre Radtourpause. Foto: Thomas Nitsche / WAZ FotoPool
Rita, Thomas, Silke und Jörg (v.li.) genießen am Schleusenwärterhäuschen ihre Radtourpause. Foto: Thomas Nitsche / WAZ FotoPool

WAZ. Der Ruhrtalradweg war eröffnet, ein gastronomisches Angebot fehlte. Bis die Wabe das Schleusenwärterhäuschen kaufte und vom Holzkohlegrill aus die Radler versorgte. Später kam dann auch noch das Zollhaus hinzu.

Zugegeben: Die Lage ist einmalig. Unmittelbar an der Ruhr, genauer gesagt am Ruhrtalradweg, mit Blick auf die Burgruine Hardenstein (die jetzt im Sommer vom dichten Grün der Bäume ein wenig verdeckt wird), und nur einen Steinwurf von der Fähre entfernt, liegt das „Königliche Schleusenwärterhaus“. Gebaut wurde es 1835 für, wie der Name schon sagt: den Königlichen Schleusenwärter. Der bediente nämlich von Hand die damalige Holzschleuse. Bestimmt wäre der Herr Schleusenwärter froh gewesen, wenn er nach dieser schweißtreibenden Arbeit ein kühles Bier oder auch eine heiße Bratwurst bekommen hätte. Hat er aber vermutlich nicht.

Doch wer heute nach einer anstrengenden Radtour, einer Wanderung oder einem Spaziergang am Schleusenwärterhaus ankommt, der kann sich auf einem der etwa 240 Sitzplätze niederlassen, im Schatten oder in der Sonne, und bei Pommes oder Flammkuchen, bei Wasser oder Bier wieder zu Kräften kommen. „Es gab schon lange die Überlegung, dass hier eine Gastronomie entstehen müsse“, sagt Wabe-Projektleiterin Christiane Küpper. Der Ruhrtalradweg war eröffnet, die Infrastruktur fehlte. Dennoch hätten sich viele da gar nicht erst heranwagen wollen, so Christiane Küpper – „wegen der ganzen Vorschriften: Denkmalschutz, Naturschutz, Wasserschutz.“ Doch die Wabe wagte es und kaufte dem Land NRW 2009 das Gebäude ab.

Das befand sich leider in relativ schlechtem Zustand: Schimmel, Moder, überall marodes Holz. Da half nur eine Kernsanierung. Doch die dauerte. Daher wurde erst einmal ein bisschen improvisiert: Bis die richtige Küche im Haus fertig war, versorgte man die hungrigen Radler und Spaziergänger vom Holzkohlegrill.

Heute ist das Publikum ebenso bunt gemischt wie zahlreich: Eine Frau sitzt mit Kaffeetasse und Buch in der Sonne, eine Familie mit zwei kleinen Kindern diskutiert gerade die Mittagessenauswahl, ein altes Ehepaar plant die Fahrt mit der Fähre, eine Truppe Fahrradausflügler genießt lachend ihre Pause.

Auch das direkt an der Lakebrücke gelegene Zollhaus wird von der Wabe betrieben. Früher hat hier der Zöllner gelebt, der den Zoll für die Überquerung der Brücke kassierte. Seit Juni 2013 lädt der Biergarten mit seinen etwa 200 Plätzen ebenfalls zur kurzen – oder auch längeren – Radtourunterbrechung ein. Wie am Schleusenwärterhaus hat die Wabe hier klein angefangen: mit Grill und Holzpavillon. Im August soll die Küche im Innenbereich eingeweiht werden können, „wenn alles nach Plan läuft“, so Christiane Küpper. Zuletzt hat die Wabe das Außengelände begradigt – „die Leute sagten nämlich, ihnen liefe immer die Currysoße von der Wurst“.

WAZ-Bericht von Gianna Schlosser

16.06.2014: Brasilianische Nacht am Alten Zollhaus

Entspannte Atmosphäre herrschte bei der Brasilianischen Nacht am Alten Zollhaus in Herbede vor. Heiße Rhythmen und heißer Bohnentopf und kühle Getränke sorgten für behagliche Stimmung.  Foto: Gisela Ladwig
Entspannte Atmosphäre herrschte bei der Brasilianischen Nacht am Alten Zollhaus in Herbede vor. Heiße Rhythmen und heißer Bohnentopf und kühle Getränke sorgten für behagliche Stimmung. Foto: Gisela Ladwig

Ruhr Nachrichten. Zum Abendessen „Feijoada“, als Nachtisch „Brigadeiros“ und dazu einen „Mojito“: Schon die südamerikanischen Spezialitäten und Cocktails sorgten am Samstag Abend für ein tropisches Lebensgefühl bei der „Brasilianischen Nacht“ am Alten Zollhaus in Herbede, die die Wabe zum ersten Mal verstanstaltete.

Selbst gekocht war die „Feijoada“, ein Gericht aus schwarzen Bohnen mit Bratwurst und auch die „Briagadeiros“, ein brasilianisches Konfekt, kamen aus eigener Herstellung. Die kolumbianische Studentin Kathy Rodriguez, die zurzeit Gudrun Dönhoff bei der Veranstaltungsplanung der Wabe unterstützt, hatte zusammen mit Freunden viele Stunden lang am Herd gestanden, „bis die Bohnen endlich gar waren!“ und auch genügend „Brigadeiros“fertig waren. „El Chefe“ Thomas Strauch lobte die 23-jährige Kolumbianerin, die seit vier Jahren in Bochum studiert: „Ohne Kathy wären wir gar nicht auf die Idee gekommen, die Veranstaltung in Verbindung mit der Fußball-WM in Brasilien zu machen. Sie hat zusammen mit Gudrun Dönnhoff alles ganz toll organisiert.“

Wer sich am „Feijoada“-Stand versorgt hatte, konnte sich sodann gemütlich an einen Tisch setzen und die Live-Übertragung der südamerikanischen Fußball WM-Spiele Kolumbien-Griechenland sowie ab 21 Uhr Uruguay-Costa Rica anschauen. „Wir haben Lizenzen für die Übertragung aller Spiele,“ sagt Thomas Strauch und freut sich schon jetzt auf die weiteren Public Viewing Veranstaltungen der WM. Doch gegen 20 Uhr rief ein Besucher: „Die Fußballübertragung interessiert uns heute nicht so sehr, wann fangt ihr endlich mit der Musik an?“

Denn was wäre das brasilianische Lebensgefühl ohne Musik? Mit fetzigen Zuckerhut-Rhythmen heizte die Perkussion-Band „Balancao“ den Gästen ein, die an den vielen idyllischen Plätzen rund um das Zollhaus vor ihrem Cocktail oder Bier saßen. Die Timbalada- und Reggarhythmen der 12 Trommler und Trommlerinnen aus dem Ruhrgebiet waren kilometerweit zu hören und lockten immer mehr Besucher an. Das Mitklatschen der schnellen Rhythmen, zu denen die Band aufforderte, geriet zwar desöfteren aus dem Takt, sorgte damit jedoch für eine ausgelassene Stimmung.

„Wir erwarten heute Abend auch noch brasilianische Freunde“, erzählt Kathy Rodriguez, „aber da weiß man nie, ob und wann sie kommen werden.“ - Eben auch ein Ausdruck des sehr entspannten südamerikanischen Lebensgefühls.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Gisela Ladwig

12.06.2014: Frauen lernen das Fahrradfahren

Synzanna Yeghyan (M.) freut sich mit den anderen über ihre erste Fahrradurkunde. Foto: Ferry Radix Ruhr Nachrichten. Fahrradfahren lernen. Das gehört in Deutschland zum Aufwachsen, wie krabbeln, gehen, laufen. Weil das nicht überall so ist, haben die Caritas und die Radstation der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) 16 Frauen das Radfahren beigebracht - Fahrrad und Helm inklusive.

„Im Irak dürfen Frauen nicht Fahrrad fahren. In Deutschland kann ich es endlich lernen“, sagt die 20-jährige Zaman Adel-Hassan. Die Herkunftsländer der Frauen sind bunt gemischt. Die zum großen Teil zugewanderten Teilnehmerinnen stammen unter anderem aus Tunesien, Polen, Georgien, Irak und Syrien.

Das Radfahren haben viele in ihren Heimatländern nie erlernt. Oftmals weil es Frauen für verpönt oder sogar verboten war. Einige hatten schon Grundkenntnisse, so wie Annegret Schömann, die einzige Deutsche im Kurs: „Geld für ein Fahrrad habe ich nicht, weil ich arbeitslos bin. Aber jetzt kann ich endlich mit meinem Sohn über den Rheinischen Esel fahren.“

Dankbar sind die Frauen und die Organisatoren der Caritas und der Wabe vor allem auch wegen der Spendenbereitschaft: „Nach unserem Aufruf gingen bereits innerhalb von wenigen Tagen über 40 Radspenden ein. Dass so viele Menschen bereit sind zu helfen, haben wir nicht erwartet. Den Spendern gilt unser größter Dank“, sagt Caritas-Mitarbeiterin Hanna Dziuba.

Seit März haben sich die lernwilligen Frauen und die ehrenamtliche Kursleiterin Renate Zinke jeden Donnerstag getroffen und auf einem Trainingsgelände der Wabe in der Marienstraße geübt. „Nach einem Theorieteil ging es zuerst auf Laufräder, um das Gleichgewicht zu trainieren. Anschließend wurde mit simulierten Verkehrssituationen auf den Fahrrädern geübt“, so Dziuba.

So viele Nationalitäten, wie es in der Gruppe gibt, so viele Leistungsniveaus gibt es auch beim Fahrradfahren: Anna Sieroslawska aus Polen ist schon Fortgeschrittene und kaum zu bremsen: „Vergangene Woche habe ich schon eine Fahrradtour Richtung Sprockhövel gemacht.“

Die Aussprache des Zielortes fällt ihr dabei deutlich schwerer, als das einhändige Fahrradfahren wenige Minuten später. Irma Glunchadze aus Georgien ist erst seit drei Wochen dabei, saß vorher noch nie auf einem Fahrrad.

„Dafür geht`s“, sagt sie schmunzelnd. Auf dem Übungsparcours bewegt sie sich schon erstaunlich sicher auf dem Zweirad. „Es ist unglaublich, wie schnell die Frauen gelernt haben. Wir machen bereits erste kleine Radtouren auf dem Rheinischen Esel“, so die Kursleiterin Zinke.

Das geschenkte Fahrrad, der Helm und die Urkunde - vor allem aber die Möglichkeit mobil zu sein: Für diese Frauen bedeutet es Freiheit.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Ferry Radix

26.05.2014: Neues Gourmet-Fest am Wittener Ruhrufer

Und hier trifft der Spargel die Erdbeere: im Zollhaus Herbede, bei Theresa s (li.) und Karin Sabo. Foto: Jürgen TheobaldWAZ. Am Zollhaus Herbede drehte sich am Wochenende alles um Spargel und Erdbeeren. Die Besucher genossen das laue Sommerwetter und gutes Essen. Die Veranstaltung will alelrdings nicht als kleine Version von „Genuss am Fluss“ gelten.

Es gibt sie, diese Tage, da weht ein anderer Wind durch Witten. Am Wochenende war es wieder soweit: der Duft von frischem Spargel und fruchtigen Erdbeeren lag in der Luft. „Wenn der Spargel die Erdbeere trifft“ hieß es am Zollhaus Herbede. Dies sollte aber keine Wiederbelebung der vorübergehend auf Eis gelegten Gourmetmeile „Genuss am Fluss sein“.

Das betonte Christiane Küpper, Serviceleitung der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe): „Es wäre anmaßend, wenn wir nun diese Veranstaltung weiterführen würden. Schließlich hat sie das Stadtmarketing all die Jahre organisiert.“

„Genuss am Fluss“ fand vier Mal, bis 2011, an der Lakebrücke am Ruhrufer in Herbede statt. Rund acht Gastronomiebetriebe boten hohe Kochkunst, dazu gab es ein bunten Programm mit Livemusik und Kleinkunst, sowie das berühmte „Entenrennen“. Fand „Genuss am Fluss“ anfangs großen Anklang, konnten am Ende nur wenige Gastronomen und Sponsoren gefunden werden. 2012 gab es Genuss ohne Fluss – vor der Stadtgalerie. 2013 trat man gar nicht erst an, auch 2014 gibt es die Gourmetmeile nicht, „wahrscheinlich nie wieder“, tippt Haus Fründt-Wirt Andreas Veit.

Küpper hofft, dass die neue Idee auf größere Unterstützung trifft. „Bei uns gibt es nur wenige Stände und die Anzahl an Speisen ist klein, aber fein. Das gesellige Beisammensein wird bei uns groß geschrieben“, sagt sie. Das unterscheide die neue Veranstaltung auch von „Genuss am Fluss“, das in einem viel größeren Rahmen stattfand.

Angeboten wurden saisonale Köstlichkeiten rund um zarten Spargel und fruchtige Erdbeeren, beispielsweise karamellisierte Spargelpfanne oder Spargelburger. Doch nicht nur für die herzhaften Gaumen gab es köstliche Gerichte, auch die süßen wurden mit Erdbeertörtchen, die eigens vom Zollhaus-Team gebacken wurden, verwöhnt. Wer wollte, konnte in ausliegenden Rezeptkärtchen stöbern, um das Gericht daheim nachzukochen. Zutaten dafür konnte man ebenfalls vor Ort erwerben, denn es wurde regional angebaute Ware verkauft.

Dank des schönen Wetters und dem Drachenbootrennen an der Ruhr kamen einige Gäste und ließen sich an aufgestellten Tischen und Stühlen nieder. „Die Idee ist super. Gerade im Sommer sollte es so etwas öfter geben“, findet Theo Fritsch, der mit Freunden eine Radtour unternahm und die Gelegenheit nutzte, um eine kleine Pause einzulegen. Auch Nicole Wietzke war angetan: „Ein absolut angenehmes Beisammensein. Die Gerichte sind total lecker.“

Wenn die Resonanz positiv ist, kann sich Küpper durchaus vorstellen, eine Reihe zu starten. Für den kommenden Herbst hat sie einen Kartoffelmarkt im Sinn. Dann unter dem Motto: Kartoffel trifft Kürbis.

WAZ-Bericht von Luisa Drees

27.04.2014: Folk am Fluss: Ein kleines Stück Irland an der Ruhr

Ruhr Nachrichten. Von Regen und Kälte wurde "Folk am Fluss" endlich mal nicht beeinträchtigt. Vielleicht fanden auch deshalb am Freitagabend so viele Gäste wie noch nie, über 700, den Weg zum Schleusenwärterhaus. Die Stimmung war gut, aber auf das irische Bier wurde gelassen gewartet.

Einzig betrüblich dabei: Wegen eines Trauerfalls in der Familie eines Bandmitglieds trat die ursprünglich vorgesehene Gruppe „Ten Pints after“ verständlicherweise nicht auf. Buchstäblich über Nacht musste die Vorsitzende des ausrichtenden WittenFolk e.V., Lilo Dannert, für Ersatz sorgen. Und der war schnell mit „Crashandoh“ gefunden. „Ralf Weihrauch hat gleich zugesagt“, war sie ob der ebenso schnellen wie guten Aushilfe froh. Letzteres galt nicht nur für sie, sondern auch für „Ten Pints after“, die unbedingt wollten, dass diese Folk-Session stattfindet, und natürlich für die zahlreichen Besucher, die am Freitag voll auf ihre Kosten kamen - zumal es unter dem Motto „Umsonst und Draußen“ stand.

Ralf Weihrauch (Akkordeon, Flöte), Janos Liesenfeld (Geige), Rainer Zinke (Bass) und Wolfgang Hammelmann (Gitarre) ließen die Fans schunkeln, klatschen, mitsingen und tanzen. Viele Radfahrerlegten eine spontane Pause ein und ließen sich unmittelbar vor der Insel an der Schleuse mit Musik von der grünen Insel unterhalten. Passend zur Musik gab es stilecht gezapftes Kilkenny- und Guiness-Bier. Dazu noch lukullische Leckereien wie Rosmarien-Kartoffeln mit Sour-Creme. Doch wer diese Genüsse erleben wollte, brauchte eine Menge Stehvermögen. Stets belagerten lange Schlangen die Getränke- und Essstände und das, obwohl die fleißigen Wabe-Mitarbeiter alles taten, um den Wünschen schnell, zum Beispiel mit einem mobilen Getränke-Service, nachzukommen.

Bericht von Dietmar Bock aus den Ruhr Nachrichten

05.04.2014: Irische Musik am Wittener Schleusenwärterhäuschen

Freuen sich auf das Folkfest: (v. li.) Thomas Strauch, Wolfgang Dau, Michael Prachtel und Lilo Dannert mit Plakaten vor dem Schleusenwärterhaus.Foto: Thomas Nitsche WAZ/FotoPool WAZ. Am 25. April ist es wieder soweit: Direkt am Ruhrufer mit Blick auf die Ruine Hardenstein bietet das Schleusenwärterhaus den perfekten Standort für die Veranstaltung „Folk am Fluss“. Dieses Jahr wird die vierköpfige Band „Ten Pints After“ spielen.

Die urige Atmosphäre am Schleusenwärterhaus und irische Folkmusik – besser könnte es gar nicht passen, findet Lilo Dannert, erste Vorsitzende des Musikvereins Wittenfolk.

Schon seit sechs Jahren veranstalten der gemeinsam mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) das Konzert „Folk am Fluss“. Am 25. April ist es wieder soweit: Direkt am Ruhrufer mit Blick auf die Ruine Hardenstein bietet das Häuschen den perfekten Standort. „Sogar Regen und Kälte halten die Menschen nicht davon ab, das Konzert zu besuchen.“

Die Wabe ist für den Veranstaltungsort und die Verpflegung zuständig. „Wir haben Guinness und Killkenny-Fässer besorgt – die müssen leer getrunken werden“, lacht Geschäftsführer Thomas Strauch. Ein traditionell-irischer Eintopf mit Lammfleisch, Kartoffeln und Möhren, genannt Irish Stew, wird direkt im Schleusenwärterhaus vom Service-Team der Wabe zubereitet. Für Vegetarier gibt es Drillinge an Sour Cream – also Kartoffeln mit Quark.

Wittenfolk besorgt die Musiker. „Wir versuchen immer, Bands aus der Umgebung zu buchen“, erklärt Lilo Danner. Die werden dann in einem Bühnenwagen auf der Ruhrwiese spielen. „Folk am Fluss“ zählt zu den bestbesuchten Veranstaltungen der Wabe und Wittenfolk: Zu Höchstzeiten besuchten rund 400 Menschen das Open-Air-Konzert am Schleusenwärterhaus in den Ruhrauen. Möglich wird „Folk am Fluss“ durch die finanzielle Unterstützung der Sparkassen- und Bürgerstiftung.

Dieses Jahr wird die vierköpfige Band „Ten Pints After“ spielen. Traditionelle Songs, aber auch völlig neu arrangierte, gehören zu ihrem Repertoire. Um 17 Uhr beginnt die Veranstaltung, die Band tritt allerdings erst um 18.15 Uhr auf. Der Eintritt ist frei. „Das Essen wird allerdings eine Kleinigkeit kosten“, so Lilo Dannert. „Und zwischendurch gehe ich mit einem Spenden-Hut herum.“ Für begeisterte Radfahrer: Die Fähre wird an diesem Abend bis 23.30 Uhr im Einsatz sein.

WAZ-Bericht von Friederike Krüger

22.03.2014: Wittens Fähre ist wieder auf Fahrt

Letzte Vorbereitungen zur Saisoneröffnung. Foto: privatWAZ. Die Hardenstein und das Schleusenwärterhäuschen starteten gestern in die Saison. Vom Ruhrtalradweg sind sie nicht mehr wegzudenken. Ein kleines ABC des touristischen Glanzlichts vor der Haustür.

Die Fähre Hardenstein ist das Sahnehäubchen auf dem Ruhrtalradweg. Für wen es noch eines Beweises bedarf: „Wenn der Radweg in einem Katalog beworben wird, ist in zwei von drei Fällen ein Bild von der Fähre dabei“, sagt Wabe-Chef Thomas Strauch. Gestern starteten Fähre und Schleusenwärterhaus in die Saison. Das Wichtigste von A bis Z:

Leinen los! Das Fähr-Team freute sich am Freitag über die ersten Fahrgäste, bis zur Mittagszeit waren es 35. Foto:Thomas NitscheArbeiten im Winter: Weitere Teile des Fachwerks wurden restauriert, Fenster aufgearbeitet. Die Westfassade (Schiefer) und ein Teil der Nordseite fehlen noch, sonst ist das Haus bis zur Dachrinne wieder in Schuss: Das ist Dach ist noch nicht erneuert.

Biergarten: Teilbereiche wurden neu geschottert, ein Stückchen gepflastert. Draußen können 200 Gäste sitzen, bei Regen finden mehr 60 im großen Veranstaltungszelt Schutz. Die Küche bietet, u.a. Currywurst & Pommes, Flammkuchen und Salat. Getränke (0,33): Cola 1,80 Euro, Radler 2 Euro, Pils 2,50 Euro, Kaffee 1,50Radler. Im Biergarten gilt Selbstbedienung.

Fahrgäste: In der ersten Saison (2006) nutzten 60 000 Menschen die Fähre. Die Zahl stieg rapide. In den letzten Jahren hat sie sich zwischen 130 000 und 140 000 eingependelt. 2013 waren es 136 000.

Gesellschaften: Das große Festzelt kann man für Konfirmation, Kommunion, Geburtstage oder Firmenfeste buchen. Fast jedes zweite Wochenende 2014 ist schon belegt. Die Küche bietet dazu ein Grill- und Salat-Buffet an.

Hardenstein: Die erste Fähre durfte 16 Menschen transportieren. Die neue (ab Juli 2012) ist für 45 ausgelegt. Beide werden von Elektromotoren angetrieben, die Akkus werden mit Ökostrom aufgeladen. Die Passage bleibt kostenlos – Spende willkommen.

Spielplatz: Den gibt’s nicht, aber ein großes Freigelände. Das Problem, so Strauch: „Für große Spielgeräte braucht man Sand – da hätten wir aber sofort die Hunde drin.“ Spielgeräte für Boccia oder Federball kann man sich ausleihen.

Toilette: „In der Woche sind wir nur ein öffentliches WC am Ruhrtalradweg, am Wochenende brummt der Biergarten“, sagt Thomas Strauch. Der fest installierte WC-Container hinterm Haus ist geräumig und zu den Biergartenzeiten (siehe unten) zugänglich.

Veranstaltungen 2014: 25. April Irish Folk mit „Ten Drinks after“ (Witten Folk), am 11. Mai große Fahrradmesse, 21. Juni Midsommer.

Zeiten: Die Fähre verkehrt ab sofort sowie im April und Oktober von 10 bis 18 Uhr. Im Mai und September fährt sie von 9 bis 19 Uhr, im Juni, Juli und August von 9 bis 21 Uhr. Das sind gleichzeitig die Öffnungszeiten des Schleusenwärterhäuschen.

WAZ-Bericht von Johannes Kopps

14.03.2014: Wittener Ruhrtalfähre lichtet am 21. März den Anker

Die Freizeitveranstalter in Witten mußten lange auf die Saisoneröffnung warten; Ansichten am Sonntag, dem 07.04.2013. Blick auf Ruine Hardenstein mit Dampflok - Museumszug und Fähre Hardenstein. Foto: Walter / WAZ WAZ. Die Fahrradfahrer mussten sich bisher trotz des Traumwetters gedulden: Weder die Ruhrtalfähre ist schon unterwegs noch das Schleusenwärterhäuschen geöffnet. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt: Am 21. März (Freitag) soll es nun endlich losgehen - nach aufwändigen Renovierungsarbeiten.

Leinen los auf der Ruhrtalfähre: Das Schiff bringt ab Freitag, 21. März, ab zehn Uhr wieder Fahrradfahrer und Spaziergänger ans andere Ruhrufer. An diesem Tag öffnet auch das königliche Schleusenwärterhaus nebenan.

Letzteres wird aufwändig renoviert - die Außenfassade mit dem Fachwerk hat man nach Denkmalschutzbelangen restauriert, die Fenster erneuert, auch die Küche und der Verkaufsbereich wurden umgekrempelt. Den Sanitärbereich hat man ebenfalls auf Vordermann gebracht und Abläufe wie Spülen, Vorbereitung und Verkauf verbessert. Wer auf dem Ruhrtalradweg unterwegs ist, kann schon jetzt ein sonniges Plätzchen im Zollhaus an der Lakebrücke finden, das ebenfalls von der Beschäftigungsinitiative Wabe betrieben wird.

WAZ-Bericht

11.03.2014: Beim Bahnhofs-Umbau muss die Radstation umziehen

Im Kellergeschoss des Bahnhofs müsste nach Umbau des Bahnhofs der Service-Bereich der Radstation unterkommen. Wegen des Höhenunterschieds zum Busbahnhof müssten die Räder mühevoll treppab- und -aufwärts geschleppt werden. Die Stellplätze für die Pendler-Räder bleiben auf der anderen Bahnhofseite in Nähe der Bikey-Boxen. Foto: Lisa TimmRuhr Nachrichten. Noch ist es nicht spruchreif, aber sollte mit dem endgültigen Umbau des Bahnhof-Gebäudes begonnen werden, sind für die Radstation die komfortablen Zeiten vorbei. Dann müssen die Wabe-Mitarbeiter für repräsentativere Mieter weichen. Damit einher geht die Splittung des Betriebes beidseitig des Bahnhof-Gebäudes.

Während direkt bei den Bikey-Boxen Unterstell-Möglichkeiten für Pendler-Räder geschaffen werden, zieht der Service rund ums Rad ins Bahnhof-Erdgeschoss gleich neben dem Busbahnhof. „Der persönliche Kontakt zu den Pendlern wird dadurch etwas leiden“, bedauert Frank Lojda, Mitarbeiter der Radstation.

Denn künftig erhalten alle Mieter der Rad-Stellplätze einen Generalschlüssel, mit dem sie ihre Räder im ehemaligen Fluchttunnel unterhalb der Gleise 3/4 abstellen und verschließen können.

Etwas luxuriöser aber ebenso anonym verläuft die Anmietung einer der zwölf Bikey-Boxen. Als Dauer-Garage fürs Fahrrad kosten sie 70 Euro halbjährlich und 100 Euro jährlich inklusive Jahresinspektion.

Allerdings könnte ein neues Angebot der Wabe den persönlichen Kontakt zwischen Pendlern und Radstation-Mitarbeitern auf anderer Ebene beleben. „Ab Ostern bieten wir für unsere Dauerparker einen Einkauf-Service an“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. „Ob Wurst oder Waschpulver, das Gewünschte wird besorgt.“

Was der Wabe ein wenig Sorge bereitet, ist die künftige Unterbringung des Service-Bereichs gleich neben dem neuen Busbahnhof. Dort sorgt das Höhen-Niveau für Kopfzerbrechen, was den An-und Abtransport der zu reparierenden Räder angeht.

Will man in die früher ebenerdig zu erreichenden Räume, muss man dann eine steile Treppe nutzen. „Mitsamt einem Fahrrad wird das schwer“, sagt Thomas Strauch. Und erst der Auf- und Abstieg mit einem E-Bike wird zum Kraftakt. Da sind Ideen willkommen, wie man am besten die An- und Ablieferung der Räder gestaltet.

Ob über eine Rampe oder per Lastenaufzug, alle Lösungsmöglichkeiten bergen Fragezeichen. „Wir sind dankbar für jeden Vorschlag“, sagt Thomas Strauch.

Aber noch ist es ja nicht soweit. Bislang hat Markus Bürger als Käufer der Bahnhofs-Immobilie noch keinen Ankermieter gewinnen können. Es gibt immer wieder Gespräche, aber noch keine konkreten Zusagen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

10.02.2014: Vom Tag des Hundes bis zum Kartoffelfest

Das alte Zollhaus an der Lakebrücke wird zu einem feinen, kleinen Ausflugslokal mit großem Biergarten und Liegewiese ausgebaut. Foto: Lisa TimmRuhr Nachrichten. Eine Ruhr-Offensive unterhaltsamster Art fährt die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe) zur Freiluftsaison. Mit ihren Flaggschiffen Zoll- und Schleusenwärterhaus rückt sie Freizeit-Feeling in ein neues Licht. Wir haben alle Angebote einmal zusammen gefasst.

Beide Häuser, direkt an der Ruhr gelegen, locken nicht nur mit gastronomischen Schwerpunkten, sondern auch mit sportlichen und traditionellen Events. Auch wenn am Zollhaus zurzeit schon dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr die Außengastronomie in Betrieb ist, fällt dort der offizielle Startschuss erst am 29. März.

Dann heißt es: Stühle raus am Zollhaus. Der große Biergarten öffnet. Gudrun Dönhoff, bei der Wabe zuständig für Programmgestaltung und die Gastro-Koordinatorin Christiane Küpper haben sich eine Menge einfallen lassen, wie die gastlichen Häuser mit Leben gefüllt werden.

Ob Radfest (11.5.), Brasilianische Nacht (14.6.), Mitsommer im Ruhrtal (21.6.) oder Kartoffelfest (31.8.). Ideen gibt es reichlich. Herausragendes Event am Zollhaus wird der Tag des Hundes am 1. Juni sein.

„Wegen der Hundewiese zählen Hundehalter ohnehin zu unserem Stammpublikum“, so Gudrun Dönhoff. Hundeschulen haben ihre Teilnahme zugesagt, ebenso Hersteller von Hundeprodukten.

Infostände mit Wissenswertem rund um Waldi & Co. wird es geben ebenso wie Vorführungen in „Obedience“ und „Agility“ (Gehorsam und Beweglichkeit). Bis dahin wird auch der Ausbau des Zollhauses abgeschlossen sein und die neuen Freiflächen begehbar.

150 Sitzplätze wird der Biergarten an der Lakebrücke bieten. Darunter auch ein Bereich, der abgeteilt werden und für private Feiern angemietet werden kann. Was nun noch gesucht wird, sind gastronomische Mitarbeiter, die den Ansturm aufs Zollhaus bewältigen helfen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

10.02.2014: Wittener Zollhaus bekommt Gastro-Charme

Kleinod an der Ruhr: Besucher konnten sich jetzt einen Eindruck von den Umbauarbeiten im und am alten Zollhaus verschaffen. Foto: Manfred Sander / WAZ FotoPool

WAZ. Mit einem liebevoll gestalteten Außengelände und einem erweiterten Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten will das alte Zollhaus an der Ruhr ab Sommer Gäste locken. Besucher konnten sich schon jetzt einen Eindruck von den Umbaumaßnahmen machen, die voll im Gange sind.

Großes hat die Wabe mit dem Zollhäuschen an der Lakebrücke vor. Bereits im letzten Sommer entwickelte sich der Biergarten an dem historischen Fachwerkhaus zu einem beliebten Anlaufpunkt für Fahrradfahrer, Spaziergänger und Sonntagsausflügler.

Mit einem liebevoll gestalteten Außengelände und einem erweiterten Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten soll das Potenzial, das der Standort in Herbede bietet, weiter ausgeschöpft werden.

Noch sind die Arbeiten an und um das 1834 erbaute Häuschen in vollem Gange. Dennoch: Einiges ist bereits geschehen. Von den ersten Ergebnissen konnten sich interessierte Bürger bei einer Führung über das Gelände und durch die alten Gemäuer nun überzeugen. „Wir haben das Gelände vor dem Eingang zum Zollhaus begradigt“, erklärt Irena Cichy von Grünwerk, dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb der Wabe.

Durch die Anhebung können nun die zwei Fenster, die direkt zur Lakebrücke zeigen, für den Straßenverkauf genutzt werden. Denn in den Räumen hinter den beiden Fenstern befindet sich die zweite Großbaustelle: In wenigen Wochen soll hier eine voll ausgestattete Küche eingebaut sein – ein gar nicht so einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass der zur Verfügung stehende Raum in dem verwinkelten Fachwerkhaus gerade mal knapp 24 Quadratmeter groß ist.

Mit ihrem Team möchte Gastroleiterin Christiane Küpper ab diesem Sommer von hier aus die vorbeiströmenden Gäste versorgen. „Neben Kaffee und Kuchen, die aus dem Büdchen hinter dem Zollhaus verkauft werden, möchten wir weitere Speisen anbieten.“ Neben rustikalem Grillgut stellt sich Küpper auch feinere und ausgefallenere Speisen vor. „Mir schwebt so was wie ein Garnelensüppchen oder auch Bruschetta vor.“

Noch nicht ganz abgeschlossen ist auch die Neugestaltung des Außengeländes im Bereich des Biergartens. „Es soll wieder ein Pflanzweg mit Hortensien und Johannisbeeren angelegt werden. Ein wenig französischer Flair soll entstehen“, so Cichy. Rund 300 Tulpenzwiebeln wurden bereits in den Boden gesetzt. „Außerdem sollen Hochbeete für Kräuter auf die Mauer gebaut werden“, so die Gartenbauingenieurin weiter. Die Kräuter können dann direkt in der neuen, frischen Küche von Christiane Küpper verwendet werden. Die nach den Vorschriften des Denkmalschutzes restaurierte Bruchsteinmauer steht schon. Und auch im hinteren Bereich des Biergartens, zur Ruhr hin, wurde das Gelände begradigt.

„Vorher ist einem hier schon mal die Currysoße vom Teller gelaufen“, scherzt Projektentwicklerin Susanne Fuchs. Jetzt kann man wieder gemütlich auf der bald wachsenden Wiese sitzen und auf die Ruhr schauen. „Die Ideen, die von vielen Bürgern an uns herangetragen wurden, haben wir gerne aufgenommen. Gemeinsam haben wir es geschafft, dass hier alles wieder schöner wird. Wir haben schon jetzt viel Erde bewegt“, so Fuchs.

Doch die Planungen gehen noch weiter: Zwischen dem Anleger der Schwalbe und dem Zollhaus soll eine Liegewiese entstehen. Auf lange Sicht sollen zudem die Räume des Zollhauses für eine Innengastronomie hergerichtet werden.

WAZ-Bericht von Malin Schneider

 

11.11.2013: Fährleute grüßen von der Ruhr

Die Teilnehmer des 26. Deutschen Fährleutetreffens auf der Hardenstein-Fähre. an der Anlegestelle Schleusenwärterhäuschen gegenüber der Burgruine. Foto: Walter FischerWAZ. Erstmals kamen die Vertreter des alten Berufsstandes zum traditionellen Treffen nach Witten. 50 Fährleute waren zu Gast. Wegen des Hochwassers konnten sie die Hardenstein-Fähre nur besichtigen, aber nicht übersetzen.

Wenige Berufe wecken so viele romantische Assoziationen wie der des Fährmannes. Wer denkt bei dieser Berufsbezeichnung nicht sofort an den Mann aus dem Märchen, der dem gierigen König seine Fährstange in die Hand drückt und ihn so zu ewiger Fronarbeit zwingt? Oder – klassischer – an den Fährmann Charon, der in der griechischen Mythologie die Toten in den Hades übersetzt? Zurück im Hier und Jetzt, beim diesjährigen Treffen der Fährleute, verflogen derlei romantische Anwandlungen schnell.

Über 300 Fähren gibt es zurzeit in Deutschland, von der kleinen Holz- bis zur großen LKW-Fähre auf der Elbe. In diesem Jahr richtete erstmals Witten diese Veranstaltung aus, die bereits zum 26. Mal stattfand und diesmal rund 50 Teilnehmer zählte. Christoph Heemann, Chef-Fährmann der Ruhrtalfähre der Wabe, hatte die Zusammenkunft von langer Hand organisiert und freute sich, die Kollegen zum dreitägigen Programm begrüßen zu können. Das ließ neben Vorträgen und Besichtigungen auch jede Menge Gelegenheit zum persönlichen Erfahrungsaustausch.

Niels-Uwe Sass aus Schleswig-Holstein steuert ein ganz besonderes Gefährt: Die historische Fähre Kronsnest ist die kleinste ihrer Art in Deutschland und die einzige handbetriebene. Schon seit 1576 werden hier die Passagiere durch „Wriggen“ übergesetzt, eine Technik, bei der der Fährmann einen Riemen ähnlich wie eine handbetriebene Schiffsschraube einsetzt. Der norddeutsche Fährmann war in diesem Jahr schon zum 18. Mal dabei und erklärt: „Dieses Jahrestreffen, das reihum von allen Fährstellen organisiert wird, geht auf eine private Initiative zurück, da steht keine Organisation dahinter. Das Ganze funktioniert ausschließlich über persönliche Kontakte.“

Das Treffen wurde übrigens 1987 von der Fährfrau Brigitte Müller ins Leben gerufen – Frauen sind in diesem Beruf schon lange keine Seltenheit mehr. Auch die Wittener Ruhrtalfähre wird nicht allein von Männern gesteuert: Carola Köster ist bereits seit mehreren Jahren begeisterte Schiffsführerin, wie die korrekte Berufsbezeichnung lautet. „Ein toller Beruf! Es macht riesigen Spaß, und die Zusammenarbeit mit den männlichen Kollegen funktioniert bestens.“ Um den Fährführerschein zu erwerben, musste sie damals, ähnlich wie beim Auto-Führerschein, Theorie und Praxis lernen, die Prüfung nahm dann die Bezirksregierung ab.

Am Samstag blieb die Hardenstein-Fähre leider am Ufer – wegen des Hochwassers wäre der Betrieb zu gefährlich gewesen. Die Gäste mussten sich mit einer Besichtigung begnügen, ließen sich aber die gute Laune nicht verderben.

Als Laie kam man aus dem Staunen kaum heraus, wie viele verschiedene Arten von Fähren es gibt. Hans Schubert und Reinhold Schumann waren aus Pettstadt in der Nähe von Bamberg angereist und erläuterten das technische Prinzip der Pettstädter „Zieh- und Gier-Fähre“: „Diese motorlose Fähre funktioniert mit reiner Wasserkraft, sie wird von der Strömung über den Fluss gezogen. Damit sie nicht abgetrieben wird, hängt sie an einem Stahlseil, das wiederum an einem quer über die Regnitz gespannten Seil befestigt ist.“ Kein Wunder, dass die Regnitz-Fähre, die seit 1461 betrieben wird, eine echte Touristenattraktion ist. Eine Fährstange braucht man jedenfalls nicht. Vielleicht hätte der König damals lieber hier übersetzen sollen ...

WAZ-Bericht von Cordula Rode

06.11.2013: Fährleute aus ganz Deutschland treffen sich in Witten

Auch die beliebte Wittener Ruhrtalfähre besichtigen die Fährleute aus ganz Deutschland bei ihrem Besuch in Witten. Foto: Michael Korte / WAZ FotoPoolWAZ. Fährleute aus ganz Deutschland kommen nach Witten. Die Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) ist der diesjährige Ausrichter des Treffens, das vom 8. bis zum 10. November stattfindet.

Es handelt sich dabei um die jährliche Zusammenkunft der Fährleute und ihrer Familien, die seit 1989 jedes Jahr von einer anderen Fährstelle in Deutschland organisiert und durchgeführt wird. Mit Witten ist 2013 erstmalig eine Ruhrgebietsstadt der Veranstaltungsort.

Das Treffen ist für die Fährleute die regelmäßige Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktpflege. Als Teilnehmer werden rund 70 Personen von etwa 20 bis 30 verschiedenen Fährstellen aus ganz Deutschland erwartet. Einzelne Teilnehmer kommen auch aus dem benachbarten Ausland.

Die Palette der teilnehmenden Fährstellen ist bunt gemischt. Mit dabei sind unter anderem die kleinste Fähre Deutschlands, die Fähre Kronsnest (ein Ruderboot von fünf Metern Länge), sowie die großen Lkw-Fähren von der Weser.

Am ersten Tag stehen Informations- und Bildungsangebote im Vordergrund. Hier wird in Sitzungen und Vorträgen u. a. über technische, rechtliche und geschichtliche Aspekte des Fährwesens informiert.

Hier ist auch die Allgemeinheit eingeladen, kostenlos die öffentlichen Vorträge der „AG Binnenfähren“ im Parkhotel zu besuchen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Für die Teilnehmer hat die Wabe ein umfangreiches Info- und Unterhaltungsprogramm organisiert. Neben einem Besuch im Rathaus und der Vorstellung der Ruhrtalfähre werden auch die historischen Sehenswürdigkeiten rund um die Fährstelle erkundet. Im Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia erhalten die Fährleute einen Einblick in die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet und werden von den Vereinsmitgliedern mit Kaffee und heißen Waffeln versorgt.

Höhepunkt des Treffens ist schließlich der traditionelle Fährleuteball, der im großen Saal des Park-Hotels stattfindet. Weitere Infos bei Fährmann Christoph Heemann, 0173/7097001.

WAZ-Bericht

17.08.2013: Ranger Alfred Friedlinghaus sucht Nachfolger

Alfred Frielinghaus liebt seinen Job als Ruhrtal-Ranger. (Lisa Timm)Ruhr Nachrichten. Sein Arbeitsplatz ist genau 78 Kilometer lang und dürfte zu den schönsten in Witten zählen: Ranger Alfred Friedlinghaus ist der Mann der ersten Stunde. Er patroulliert seit 2006 auf dem Ruhrtal-Radweg - und sucht jetzt einen Nachfolger.

Zwischen Hengsteysee und Bochum-Dahlhausen kennt er jeden Zentimeter. Als er im Alter von 59 Jahren arbeitslos wurde, kam die Ausschreibung der Wabe gerade recht: Fährleute und Ruhrtal-Ranger gesucht. Alfred Friedlinghaus bewarb sich auf beides. Das Rennen machte der Ranger.

Heute versieht der 67-jährige mit fünf weiteren Kollegen seinen Dienst. Das khakifarbene Hemd mit Aufdruck „Ruhrtal-Ranger“ verleiht ihnen einen offiziellen Anstrich. Alfred Frielinghaus sieht man die Arbeit im Freien an. Er ist braun gebrannt und fit. „Allerdings bin ich seit einem Jahr mehr ins Organisatorische eingebunden“, sagt er.

Doch so oft er es zeitlich einrichten kann, setzt er sich aufs Rad. Schaltzentrale der Ranger ist das Schleusenwärterhaus. Schön mittig gelegen, sind es von dort aus jeweils knapp 40 Kilometer in Richtung Ost und West auf dem Ruhrtal-Radweg im EN-Revier.

Helfen, Beraten, Schützen. Das sind die Hauptaufgaben der Ruhrtal-Ranger. Hierfür werden sie sorgsam geschult. Neben handwerklichem Know-how rund ums Rad muss auch das Erste-Hilfe-Wissen sitzen. „Wir haben Flickzeug, Fahrrad-Schläuche ebenso dabei wie Verbandszeug und Pflaster“, sagt Alfred Frielinghaus.

Er selbst musste erst viermal einen Platten beheben. Und nur an einen wirklich schweren Sturz kann sich Frielinghaus nach sechs Jahren Ranger-Dienst erinnern. „Meist sind es einfache Anliegen, mit denen sich die Nutzer des Ruhrtal-Radweges an uns wenden“, weiß Alfred Frielinghaus.

Daher hat er für die ständig wechselnden Teilnehmer der Wabe-Maßnahmen eine Ranger-Bibel zusammengestellt. Darin steht alles Wissenswerte rund um den Ruhrtal-Radweg. „Damit sind meine Mitarbeiter auf die wichtigsten Fragen vorbereitet, die immer mal wieder von Radweg-Touristen gestellt werden“, so der 67-Jährige. Wo gibt es Übernachtungs-Möglichkeiten? Wo sind die nächst gelegenen Sehenswürdigkeiten? Wo kann man gut einkehren?

Alfred Frielinghaus ist der einzige, der als Ranger einen Festvertrag hat. Bis Ende 2014 möchte er den Posten noch besetzen. Bis dahin will er aus den Reihen der Wabe-Teilnehmer einen Nachfolger finden. „Der sollte um die 60 sein und Flora, Fauna und das Radfahren lieben“, sagt Frielinghaus.

„Als Ranger kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden“, stellt er zufrieden fest. Hierfür müsse man auch einen wachen Blick für Unerwünschtes haben. Wie die wuchernde Brombeer-Ranke oder herumliegende Scherben. Auch grillende Zeitgenossen werden auf ihr nicht ungefährliches Tun angesprochen.

„Wir wollen immer nur aufklären, nie belehren“, sagt Frielinghaus, der aber für manche Auswüchse am Radweg kein Verständnis hat. „Bei der jüngsten Abi-Feier am Wehr blieben viele zerschlagene Flaschen zurück“, bedauert Frielinghaus. „Hier watscheln Schwäne rum, die sich an den Scherben verletzen können.“

Im Frühjahr richten die Ranger ihr Hauptaugenmerk auf die ausgewiesenen Naturschutzgebiete. „Viele Menschen wissen nicht, dass sie durch ihr Betreten die Bodenbrüter stören“, so Frielinghaus, „auch wilde Camper sprechen wir an, ihren Müll wieder mitzunehmen. Wir können nur bitten, wir sind nicht weisungsbefugt.“ Und wenn dann doch ein Picknick-Platz vermüllt hinterlassen wird, melden die Ranger das umgehend dem Betriebsamt.

Erst jüngst haben die Ranger dokumentiert, in welchen Bereichen entlang des Weges größere Ansammlungen von Bärenklau wachsen. „Wir haben die Karte zur Stadt geschickt.“ Ähnliche Kooperation erwarten die Ranger aber auch von der Stadt.

Wegen Bauarbeiten wurden kürzlich Radweg-Umleitungen ausgeschildert, die auswärtige Touristen in die Irre geführt hätten. Frielinghaus hätte sich da die Einbeziehung bei der Beschilderung gewünscht, um solche Missverständnisse auszuschließen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

 

27.07.2013: Schleusenwärterhaus ist beliebtes Ausflugsziel

Wabe-Mitarbeiter Heino Gerland hat den Imbissstand an der Schleuse gut im Griff. (Lisa Timm) Ruhr Nachrichten. Für Radfahrer und Spaziergänger ist es ein beliebtes Ausflugsziel an der Ruhr: Das Schleusenwärterhaus mit seinem verträumten Biergarten.

Knirschender Kies kündigt die neuen Gäste an. Zielstrebig steuert das Trio auf einen der freien Biertische im Schatten zu. In der einen Hand erfrischendes Weißbier, in der anderen den abgesetzten Fahrradhelm. Es ist heiß, 29 Grad, doch unter dem Blätterdach lässt es sich aushalten.

Das durstige Trio besteht aus Winfried Pollecker, Willi Blum und Klaus-Peter Schweigler aus Velbert. Die Radsportler sind bereits 35 Kilometer gefahren und rasten gerne mal wieder am Schleusenwärterhaus. „Wir sind so zwei-, dreimal im Jahr hier“, sagt Pollecker, es sei ja so idyllisch. „Und dann dopen wir uns gerne mit einem Weißbier“, lachen die Drei.

Ein Surren mischt sich in das leise Hintergrund-Rauschen der Kanu-Rutsche. Das Schleusentor schließt. Und wenige Momente später können die Biergarten-Gäste das blaue Dach der Schwalbe erblicken. Nach und nach wird ein ganze Schiff daraus. Oben an Deck viele Gäste. Majestätisch rauscht die Schwalbe weiter in Richtung Fähranleger.

Gleich am Nebentisch genießen Harry Klein und Freundin Bettina Frank ihr Mittagessen. Currywurst mit Pommes. Welch Zufall, auch sie kommen aus Velbert. Sind aber mit dem Auto da, das an der Herbeder Straße parkt. „Zufällig haben wir diesen idyllischen Biergarten entdeckt. Vor zwei Jahren, als wir den Kemnader Stausee besuchten. Da haben wir eine Schiffstour gebucht und sahen dann das hier“, sagt der 67-jährige Rentner.

Seither kommen die beiden immer mal wieder in den verträumten Biergarten des Königlichen Schleusenwärterhauses und genießen Ruhe, Ruhr und die Natur.

Nur an der Getränkeausgabe und dem Imbisszelt herrscht ein wenig Geschäftigkeit. Heino Gerland am Grill hat alles im Griff. Der 44-Jährige arbeitet schon im zweiten Jahr für die Wabe und macht seinen Job gern.

Einen Steinwurf entfernt hat es sich Johannes Speck mit Freundin und Hund „Sheldon“ am Biertisch gemütlich gemacht. Er kennt sich aus mit romantischen Flecken entlang der Ruhr.

„Ich komme aus Herdecke und kenne auch Wetter. Keine dieser Städte hat es so drauf wie Witten, die Uferbereiche attraktiv zu gestalten. Das Konzept mit der Wabe finde ich nachahmenswert.“ Natürlich hat Johannes Speck auch schon den Biergarten am alten Zollhaus in Herbede entdeckt. „Dort kann Sheldon direkt in die Ruhr springen.“

Bettina Kapust beendet ihre Rast am Nachbartisch, geht mit ihrer Begleitung in Richtung Fähranleger. Die beiden Mischlingshunde Winki und Thyson sind sichtlich ermüdet durch das heißes Wetter. „Thyson ist ja auch schon zehn Jahre alt“, sagt die sympathische Frau, die auch schon mal mit ihrem Wohnmobil auf der Wiese des benachbarten Bauern eine Nacht in den Ruhrauen verbringt.

„Ich komme aus Witten und kenne mich hier aus“, sagt sie. „Es ist hier einfach nur schön.“

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

 

19.07.2013: Würstchen brutzeln gegen die Arbeitslosigkeit

Wolfgang Schneider in seinem Element - er brutzelt im Verkaufswagen die Bratwürstchen: "Die Arbeit hier macht mir großen Spaß." (Susanne Linka) Ruhr Nachrichten. Der Wittener Wolfgang Schneider (48) steht am Alten Zollhaus neben der Herbeder Lakebrücke am Grill. Er arbeitet für die Beschäftigungsgesellschaft Wabe in einem neuen Projekt. Die Idee dahinter ist die öffentlich geförderte Beschäftigung. Ein Modellprojekt des Landes.

Auch wenn die Sonne brennt, schmecken Bratwurst und Grillteller. In der Mittagshitze herrscht am Alten Zollhaus neben der Herbeder Lakebrücke reger Betrieb. Wolfgang Schneider (48) steht im Pavillon hinter dem Verkaufstresen und lässt das Grillgut brutzeln. Wer mit ihm sprechen will, muss schon ein Weilchen warten, bis der Andrang nachgelassen hat.

„Das macht mir hier richtig Spaß“, versichert er dann in einer kleinen Pause. Das neue Projekt kommt bei ihm gut an. „Es soll sich zeigen, ob es nicht besser ist, Menschen für Arbeit ordentlich zu bezahlen als Arbeitslosigkeit zu finanzieren“, beschreibt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch den neuen Ansatz. Im EN-Kreis nehmen 16 Langzeitarbeitslose teil. Sieben in Hattingen und neun in Witten bei der Wabe.

Auch Schneider gehört dazu. Er ist eigentlich gelernter Maler und Lackierer, musste seinen Beruf wegen einer Allergie aber aufgeben: „Dann habe ich noch Betriebsschlosser Metall gelernt, habe aber keine Berufserfahrung.“ Zehn Jahre schon ist er arbeitslos.

Als 1,50-Euro-Jobber hat er vor zwei, drei Jahren schon einmal für die Wabe gearbeitet: „Im Schleusenwärterhaus und im damaligen Restaurant Rote Asche in Bommern“, zählt er auf. Fürs Kochen habe er sich immer schon interessiert, das mache ihm großen Spaß.

Als dann neulich die Wabe angerufen habe und ihm den Zweijahresvertrag für die öffentlich geförderte Beschäftigung angeboten habe, da habe er sofort zugegriffen. Dass nun etwas grundlegend anders wäre als einst im Ein-Euro-Job, bemerke er gar nicht. „Mehr Geld als früher bleibt auch nicht übrig“, meint er.

Für seinen Einsatz soll er einen Stundenlohn von 8,50 Euro erhalten. „Ich glaube, so viel ist das aber gar nicht, es wird vielleicht demnächst noch angepasst“, sagt Schneider achselzuckend. Das Geld sei ihm gar nicht so wichtig. Auch die Tatsache, dass er jetzt zumindest zwei Jahre lang während des Projektes nicht mehr als arbeitslos gilt, ist für ihn nicht so wichtig: „Ich habe gar nicht mehr mit dem Arbeitsamt zu tun. Ja, eigentlich ist das gut“, sagt er bedächtig.

Über anschließende Bewerbungen in einem richtigen Gastronomiebetrieb hat er sich noch nie Gedanken gemacht: „Ich bin ja auch kein gelernter Koch.“ Und die Arbeit dort sei auch nicht einfach: „Am liebsten würde ich hier bleiben“, hofft Schneider auf eine Festanstellung bei der Wabe: „Hier ist es auch mal stressig, aber schön.“

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanna Linka

 

17.06.2013: Statt Wegezoll gibt es Essen und Trinken

Lauschiges Plätzchen an der Ruhr: Bei der Eröffnung passte alles. Und ein Leierkastenmann spielte auch noch. Foto:FischerWAZ. Nach langer Planungs- und Bauphase geht das Zollhaus in Herbede in den Betrieb. Die Wabe weihte das Gebäude an der Ruhr mit Musik und Spiel ein. Die Gäste erwartet ein idyllischer Platz am Wasser.

Auf braun glänzenden Stühlen sitzen die Rastenden zwischen Thymian und Rosmarin. Auf den kleinen Grasinseln stehen Töpfe mit blühenden Margariten. Endlich geht das Zollhaus in Herbede in Betrieb: Am Samstag läutete die Wabe die dreimonatige Test-Phase ein - zur Einweihung des Außenbereiches kamen viele Radler und Wanderer über die Lakebrücke, um im Sonnenschein bei Musik Bratwurst oder Flammkuchen zu genießen.

Gut gelaunt begrüßt Projektleiterin Irene Cichy ihre Gäste. In der letzten Woche standen noch viele Arbeiten an: „Vor einer Woche war hier noch nichts gefliest“, berichtet die 54-Jährige und zeigt die noch gerade fertig gewordenen Sanitäranlagen. Von Baustellenatmosphäre ist beim Fest allerdings nichts mehr zu spüren. Astrid Pleij (43) ist mit Sohn Jim (6) und Tochter Sherona (16) runter an die Ruhr gekommen. Während sich der weiße Hund der Familie im Schatten des Tisches ausruht, mampft Jim eine Portion Pommes. „Das ist wirklich gut hier geworden und wird bestimmt angenommen werden“, sagt Astrid Pleij.

Irene Cichy möchte die Gäste mit einem abwechslungsreichen und runden Angebot ködern. Käse- und Wurst-Brötchen werden Hundebesitzer morgens hier erwarten: „Schon um neun Uhr bieten wir Frühstück und Kaffee an“, so die Wabe-Mitarbeiterin in ihrem Element. Für den „Coffee to go“ rückt man dann auch mal vom Zollhaus-Prinzip ab: Anstatt Kuchen auf Papptellern und Cola in Plastikbechern, „soll es hier Teller und Gläser geben“, verspricht Cichy – anders als wenige hundert Meter ruhraufwärts im Schleusenwärterhäuschen am gegenüber liegenden Ufer, wo alles mehr Rastplatzcharakter hat.

Profitieren möchte man auch von der günstigen Lage. Die Routen von Radfahrern, Fußgängern, Hundebesitzern und bald auch noch Inlinern führen direkt an dem alten Gebäude mit den grünen Schlagläden vorbei. Und übers Wasser lässt es sich auch anreisen: Mit der Schwalbe kamen Ursula Russe (82) und Magrid Turek (75). Nun sitzen sie mit Blick auf Kirsch- und Apfelbaum und der dahinter gelegenen Ruhr und essen zu Mittag. „Eigentlich wollte ich den Bauernsalat probieren“, sagt Magrid Turek. Sie hat sich dann aber doch für die Pommes-Currywurst-Variante entschieden. „Der frisch zubereitete Salat hätte mir zu lange gedauert“, sagt sie.

Der frische Salat und die Kuchen werden auch aus eigenen Produkten zubereitet. „Bald pflanzen wir Zucchini und Kürbisse in den Garten“, kündigt Cichy an. Auf zehn Mitarbeiter kann Objektleiterin Petra Köhn (50) an den ersten Verkaufstagen zurückgreifen. „In den Biergarten an der Ruhr kommen bestimmt viele“, hofft Cichy.

Kirschbaum, Ruhr, Sonne und Ruhe sind jedefalls starke Argumente.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

 

12.06.2013: Zollhaus soll sich als Ausflugsziel etablieren

Irena Cichy, Thomas Strauch und Betreiberin Petra Köhn freuen sich auf die Eröffnung. (Lütkecosmann) Ruhr Nachrichten.Für Spaziergänger und -fahrer an der Ruhr gibt es ab Samstag, 15. Juni, ein neues Ausflugsziel: Das alte Zollhaus in Herbede. Am Wochenende öffnet die Ausschank-Hütte - doch bis alle Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, wird es noch lange dauern.

„Noch ist viel zu tun“, erzählt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, die das Haus betreiben wird. Auf dem Gelände rund um das Zollhaus wird noch kräftig gewerkelt, gestrichen und geputzt. Am Samstag werden dort zum ersten Mal Speisen, Bier und Kaffee ausgeschenkt.

„Der Standort ist ideal: Nebenan verläuft direkt die Inline-Strecke, Ruhr-Radfahrer kommen häufig vorbei und die Hundewiese ist auch direkt um die Ecke“, so Strauch. Durch den langen Winter habe alles etwas länger gedauert. Seit vier Wochen werde aber intensiv an- und umgebaut.

Für den Ausschank wurde eine kleine Holzhütte errichtet. Bis das eigentliche denkmalgeschützte Zollhaus eröffnet, wird es noch ungefähr ein Jahr dauern.

Geschäftsführerin der neuen Raststätte ist Petra Köhn. Die 54-Jährige war bereits als Servicekraft im Schleusenhaus beschäftigt. Auf ihre neue Aufgabe freut sie sich sehr: „Ich bin in Herbede geboren. Über den schönen Standort freue ich mich deshalb besonders.“

Zunächst werden 40 bis 50 Personen auf den Sitzgelegenheiten an der Ruhr Platz finden. Für die Eröffnungsfeier am Wochenende werde aber noch für mehr Plätze gesorgt. „Außerdem wird am Samstag noch ein Extra-Zelt mit Sitzgelegenheiten für den Verzehr von Kaffee und selbst gebackenen Kuchen aufgestellt“, so Köhn.

In den nächsten Jahren wird sich das Gelände rund um das Zollhaus immer weiter verändern. So ist ein Bootssteg mit direkter Anlagestelle zum Zollhaus geplant. Außerdem wird eine Veranstaltungsfläche direkt am Ruhrufer gebaut, die dann auch für Geburtstage und andere Feste gemietet werden kann.

Im Herbst diesen Jahres werde mit der Bepflanzung begonnen: Ein Bauerngarten soll angelegt werden. Bis dahin wird der Außenbereich mit Topfpflanzen wie Stockrosen und buntem Gemüse gestaltet.

Kulinarisch erwartet die Besucher eine bunte, frische Mischung aus Salaten und Focaccie. „Nur an Service-Personal fehlt es noch ein wenig“, so Projektleiterin Irena Cichy. Interessierte können sich bei der Wabe melden: Tel. 3 95 38-0.

Kinderspaß und Frühstück
Samstag, 15.6., ist um 11 Uhr die feierliche Eröffnung. Kinderspaß mit der „Traumbude“ gibt es von 14-17 Uhr. „Blues United“ spielen von 18.30 bis 20.30.
Ein Sonntags-Frühstück gibt‘s am 16.6. von 10-12 Uhr. Der Männergesangsverein und die „Traumbude“ starten dann um 14 Uhr. Öffnungszeiten: 9-21 Uhr.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Jutta Lütkecosmann

04.06.2013: Wabe wünscht sich Hausboote auf der Ruhr

Am Vorbild der Grünen Flotte Mülheim will sich die Wabe orientieren. Auch in Witten sollen Hausboote schippern dürfe (MST GmbH )Ruhr Nachrichten. Pedal-betriebene Hausboote gibt es in der "Grünen Flotte" in Mülheim. Perfekt würde das Freizeitangebot auch nach Witten passen, meint Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Mit einem ersten Förderungsantrag ist man zwar gescheitert, entmutigen lassen will man sich jedoch nicht.

Radfahren auf der Ruhr? Wie soll das denn gehen? Das Geheimnis lüften kann Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, Gesellschaft für Arbeits- und Beschäftigungsförderung. Aber zuvor fügt er in seiner Antwort noch ein weiteres Rätsel hinzu. „Man braucht dafür eine Schnecke.“

Schnecke, französisch Escargot, heißen die Pedal-betriebenen Hausboote der „Grünen Flotte“ in Mülheim. „Die wären genau das richtige auch für uns“, so Thomas Strauch, dem die Aufwertung touristischer Nischen im Wittener Ruhrtal am Herzen liegt.

Aber noch muss das Projekt auf Eis liegen, weil der Kreis andere Beschäftigungs-Projekte förderungswürdiger fand. „Wir wurden leider nicht berücksichtigt.“ Darüber ist Thomas Strauch zwar etwas betrübt, aber nicht entmutigt. „Wir bleiben dran.“

Drei bis vier der Mini-Hausboote kann sich Strauch für den Bereich Witten vorstellen. Sie sind ausgestattet mit Schlafplätzen für maximal vier Erwachsene sowie Toilette, Schrank und Stauraum. Auch eine kleine Küche mit zweiflammigem Spirituskocher, Spüle und ein Tisch mit Sitzgelegenheiten fürs Essen gehört dazu.

Angetrieben werden die Boote wie ein Fahrrad. Auf gut gepolsterten Fahrradsätteln sitzt es sich bequem, das Steuern erfordert kein „Kapitäns-Patent”. Leichtes in die Pedale treten im Einklang mit der Natur und der Strömung.

Wem die Beine müde werden oder wer die Stille der Natur entlang der Ruhr genießen möchte, wirft an geeigneter Stelle einfach den Anker und gönnt sich eine Ruhepause. Sollte die Bequemlichkeit Oberhand gewinnen oder Gegenwind einfallen, dann verleiht ein auch durch Solarzellen gespeister Elektromotor die nötige Schubkraft.

„Aber wie der Name Schnecke schon sagt - hier geht es nicht ums Vorwärtskommen, sondern um das auf dem Wasser sein“, sagt Strauch. Er könnte sich eine Drei-Tage-Vermietung vorstellen mit Heimathafen am Campingplatz Steger oder am Kemnader Stausee. „Aber hier ist noch gar nichts spruchreif“, so Strauch.

Dennoch ist die Idee künftig ein romantisches Wochenende in einem Hausboot auf der Ruhr verleben zu können, mehr als reizvoll.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Lisa Timm

12.05.2013: E-Bike weiter im Trend

Das Elliptigo-Fahrrad kombiniert die Vorteile von Laufen, Radfahren und Crosstrainer (Foto: Ladwig) Ruhr Nachrichten. Zum siebten Mal lud die Wabe rund um das idyllisch gelegene Königliche Schleusenwärterhaus zum Radfest Ruhrtal ein. Und die fahrradbegeisterten Wittener kamen, trotz der Schauer.

„Das schlechte Wetter beim siebten Radfest hat auch seine positiven Seiten“ meint Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Ein fragender Blick und die Antwort folgt sofort: „Es kommen überwiegend wirklich Interessierte Radfahrer und man rückt unter den Aussteller-Dächern näher zusammen.“ Was schon zu mindestens einem Fahrrad-Kauf geführt habe, ergänzt Wabe-Mitarbeiterin Susanne Fuchs schmunzelnd.

Mit der Absage der atemberaubenden BMX-Show fiel allerdings eine Attraktion der Vorjahre aus.

Das erste Mal habe die Wabe als Veranstalter gar keine Werbung für die insgesamt zwölf Aussteller-Plätze machen müssen, viele fragten an, ob da noch „ein Platz frei wäre“. Was ein Zeichen für die steigende Beliebtheit der Veranstaltung am idyllischen Schleusenwärterhaus sei, so Strauch.

Auch in diesem Jahr sei das Elektrofahrrad wieder ein Renner, aber auch E-Mountainbikes hätten die sportliche Zweiradfahrer bereits erobert. Am häufigsten würden die E-Bikes bis 25 km/h nachgefragt. Für schnellere Varianten (bis 90 km/h) benötigt der E-Radler eine entsprechende Versicherung und fällt unter die Helmpflicht.

Mit einer Akku-Ladung kommt man 40 Kilometer weit und das für geschätzte 50 000 km „Lebensleistung“ eines solchen Fahrrades. Aber auf die Pflege kommt es an. „Der Akku ist kälteempfindlich, das Fahrrad sollte nie über 50 Grad oder unter 15 Grad gelagert werden“, meint Susanne Fuchs. 18 solcher Fahrräder verleiht die Wabe selbst an den Radstationen. „Mittlerweile arbeiten bei uns fünf Vollzeitkräfte und circa zwölf in Beschäftigungsmaßnahmen in diesem Bereich.“

Besonderen Spaß an den Spaß-Fahrrädern hatten die kleinen Radfahrer. Mit den so genannten Spezialfahrrädern durften sie nach Herzenslust auf der großen Wiese herumfahren.

„Es haben sich in den letzten Jahren viele unterschiedliche kleine Fahrradmärkte entwickelt,“ so Strauch, „das geht von dem Trimobiles, die ursprünglich für eine bessere Mobilität behinderter Menschen gedacht waren, bis hin zu den Citybikes, Tourenrädern oder den personalisierten Fahrrädern.“ Leider ist gebe es für Fahrräder in Witten noch viel zu wenig Unterstellmöglichkeiten, so Strauch. Wünschenswert sei dies vor allem, weil sich abzeichne, das immer mehr Menschen Fahrrad führen, meint Susanne Fuchs.

Diesen Trend zu unterstützen sei das besondere Interesse der Wabe und das könne sich nur verbessern, wenn auch die Infrastruktur sich fahrradfreundlicher entwickelt.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Gisela Ladwig

22.04.2013: Folkfans genießen irischen Abend

Die Formation "Celtic 4 Friends" lockte viele Folkfans an. (Foto: Schreckenschläger) Ruhr Nachrichten. Voller Vorfreude hatten sich zahlreiche Besucher beim "Folk am Fluss" am Königlichen Schleusenwärterhaus eingefunden. Musik der grünen Insel boten die Organisatoren von Wittenfolk, ergänzt vom rustikal kulinarischen Angebot der Wabe.

Unter dem Motto ‚Draußen und Umsonst‘ erwarteten die Menschen am Freitag, 19. April, dank kräftiger Unterstützung durch Sponsoren die Jam-Formation ‚Celtic 4 Friends‘. In der Tat warteten viele ungeduldig nahezu eine Stunde, bis die Klangkonserven einem Geschehen auf der Bühne wichen.

Während die Grills auf Hochtouren brutzelten, das dunkle Bier reichlich in große Plastikbecher floss, zogen dunkle Wolken auf. Mancher verließ bereits maulend das Gelände, bevor es richtig los ging.

Doch hinter dem angekündigten frühen Beginn steckte Absicht: „Wenn wir sofort mit dem Programm anfingen, könnte die Gastronomie der Wabe keinen Umsatz machen“, erläuterte Lieselotte Dannert von Wittenfolk.

Während sich die Musiker noch im Gebäude warm spielten, erscholl draußen ein Ruf wie auf dem Wochenmarkt: „Nackensteaks!“ Erst eine Stunde später begrüßte Dannert das Publikum, erhielt einen großen Strauß Rosen, bevor die vier Musiker die Bühne betraten. Da wurden schon die ersten Regenschirme aufgespannt.

Die Band witzelte, dass „mit Currywurst und Schnitzel typisch irische Gerichte zu irischem Wetter und irischer Musik“ gereicht wurden. Lagerfeuer und Ölfackeln wurden aufgebaut, während die ersten Reels erklangen.

Kevin Sheahan, der einzige Ire, an der Gitarre, Jörg Gleba am Banjo, Thomas Hecking (Akkordeon) und Guntmar Feuerstein (Mandoline), in vielen Musikstilen zu Hause, hatten sich eigens für dieses Konzert zusammengefunden.

Eine Weile tanzten und schunkelten die Besucher unter ihren Kapuzen vor der Kulisse der Ruine Hardenstein und der Schwalbe zu den Klängen im Stil der Dubliners. Ein heftiger Guss unterbrach das Konzert. Die Menschen flüchteten in die Zelte, ließen Tische mit Speisen und Getränken zurück.

Aber dann ging es weiter: Einen echten Folk-Fan kann eben ein bisschen Nässe nicht schocken. Im September ist noch ein zweitägiges Festival im Hof von Haus Witten geplant.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Martin Schreckenschläger

09.04.2013: „Folk am Fluss“ feiert Fünfjähriges

Guntmar Feuerstein (re.), u.a. bekannt durch „Ape & Feuerstein“. Foto: Ingo RousWAZ. Unterstützt durch die Sparkassen- und Bürgerstiftung gibt’s am Freitag, 19. April, wieder feinste Musik „von Hand gemacht“. Diesmal bringen die „Celtic 4 Friends“ einen Hauch der grünen Insel ans Ruhrufer. Zu dieser Band haben sich die aus anderen Formationen bekannten Musiker Kevin Sheahan, Jörg Gleba („Stokes“) , Thomas Hecking (Dérin Dé, „Shanachie“) und Guntmar Feuerstein („L.Bow Grease“, „Soulfingers“), zusammengetan.

Sheahan und Gleba stehen nach Angaben des Vereins „Wittenfolk“ für puren und authentischen Irish Folk. Thomas Hecking sei ein Grenzgänger zwischen traditionellem Folk und avantgardistischen Installationen. Guntmar Feuerstein schließlich verstehe es, die unterschiedlichen musikalischen Welten zu verbinden, sei es Rock’n’Roll, Soul, Folk oder Bluegrass.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. Um die 400 Besucher trotzten in den letzten Jahren auch widrigen Verhältnissen. Für irische Speisen und Getränke sorgt die Wabe.

WAZ-Bericht

24.03.2013: Altes Zollhaus mit neuen Aufgaben

Baustelleninformation "Altes Zollhaus" Witten-Herbede im Ruhrtal 1 am Samstag, 23. März: WABE-Geschäftsführer Thomas Strauch (links) informierete die Besucher vor Ort. Foto: Joachim HänischWAZ. Das alte Zollhaus in Herbede ist seinem Umbau ein bedeutendes Stück näher gekommen: Jetzt liegt die Baugenehmigung vor.

„Noch in dieser Woche gehen die Aufträge raus“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung plant dort eine Gastronomie für Radfahrer und Wanderer. „Die Kostenvoranschläge sind schon da.“ Ab Ende April, so schätzt Thomas Strauch, können die ersten Gäste an den Wochenenden vorbeikommen. „Dann wird der Außenbereich gestaltet sein, und man kann draußen in der Außengastronomie sitzen.“ Bis dahin soll dort ein Büdchen eingerichtet sein, an dem Getränke verkauft werden.

Das Wichtigste sind naturgemäß die Toiletten, „die werden zuerst eingerichtet“, so Strauch. „Die Firmen für die Arbeiten sind bereits ausgesucht.“ Eine Mieterin hat das Haus noch, „die bleibt auch dort, es ist ja schließlich ihr Zuhause“.

Am Samstag hat Thomas Strauch interessierten Besuchern den Stand der Dinge bei einer Baustellen-Information vorgestellt. Trotz des eisigen Ostwinds informierten sich mehrere Bürger über den Baufortschritt. „Es ist sogar ein ehemaliger Mieter aus den 60er Jahren vorbeigekommen, der wollte sehen, wie es jetzt im Alten Zollhaus aussieht.“ An jedem vorletzten Samstag im Monat können sich Interessierte hier auch auf einen Kaffee treffen.

Im Frühjahr wird ein Kräutergarten angelegt, „aber der braucht mindestens zwei Wachstumsperioden, bis er vorzeigbar ist“, sagt Thomas Strauch. Eine kleine Enttäuschung hat er doch: „Wir hatten gehofft, gemeinsam mit ,Genuss am Fluss’ fertig zu werden und zu eröffnen. Es ist schade, dass es in diesem Jahr nicht zustande kommt. Für mich war das neben der ,Tafelmusik’ eine Veranstaltung mit Charakter.“

WAZ-Bericht von Bernd Kassner

11.03.2013: Caritas und Wabe suchen Fahrräder

„Integration auf dem Drahtesel“ lautet das Motto einer gemeinsamen Spendenaktion von Caritas und Wabe-Radstation. Foto: WAZWAZ. Ab sofort werden gebrauchte Kinder- und Damenfahrräder gesucht. Die Abholung erfolgt kostenlos direkt an der Haustür des Spenders. Auch defekte Räder werden angenommen und von der Wabe-Radstation wieder fahrtüchtig gemacht. Zugute kommen die Räder benachteiligten Familien, insbesondere Zuwandererfamilien. Radfahren will aber auch gelernt sein. Deshalb wird die Spendenaktion von einem Fahrradkurs begleitet. Ehrenamtliche der Caritas werden im Frühjahr und in den Sommerferien separate Trainingseinheiten für Kinder und Frauen anbieten. Wer ein Rad, unbeschädigte Helme oder Satteltaschen spenden und abholen lassen möchte, meldet sich bei der Carita, 9109034 (Mo-Fr 8-16Uhr).

WAZ-Bericht

07.02.2013: Am Schleusenwärterhaus haben Handwerker das Sagen

Es gibt viel zu tun am Schleusenwärterhaus: Auch mehrere Balken müssen ausgetauscht werden. Foto: WabeWAZ. „Mit jeder Wand, die aufgemacht wird, kommt ein neuer Balken zum Vorschein, der ersetzt werden muss“, erzählt Thomas Strauch (57), Geschäftsführer der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe). Sie betreibt das so schnuckelige wie renovierungsbedürftige Gebäude mit der besonders bei Ruhrtalradlern beliebten Gastronomie.

Während im vorigen Frühjahr die Südseite und die Westhälfte saniert wurden, sind jetzt die Ost- und Nordseite dran. Besonders durch die Nähe zur Hevener Ruhr haben mehrere Fachwerk-Balken gelitten und müssen ausgewechselt werden. Außerdem war in Teilen des Gebäudes nur ein gestampfter Lehmboden, nun kommt Estrich rein und ein rutschfester Belag drauf. Auch die Toilettenanlagen für das Personal werden erneuert, eine Spül- und eine Vorbereitungsküche eingerichtet, defekte Fenster und die Haustür ausgetauscht. Die Zimmermannsarbeiten werden von der Firma Tüttemann ausgeführt, Fachbetrieb für Denkmalsanierungen aus dem Hammertal.

Rund 50 000 Euro investiert die Wabe in die aktuelle Sanierung, die sie in der vorigen Saison „mit Bratwürstchen, Bier und Kuchen“ verdient hat, so Thomas Strauch. Etwa 100 000 Gäste, schätzt er, hätten das Schleusenwärterhaus im vorigen Jahr besucht. Längere Warteschlangen waren da, besonders an sonnigen Wochenenden, vorprogrammiert. Solche Szenen sollen sich künftig nicht mehr abspielen. Deshalb bekommt das Haus nun ein zweites Verkaufsfenster und eine weitere Kasse.

Außerdem wird im ehemaligen Hühnerstall eine Vorkühlung für Getränke eingerichtet. „Denn wenn hier an heißen Tagen Radlerkolonnen anrollten, war oft schon um drei Uhr kein kaltes Bier mehr da“, erinnert sich der 57-Jährige. Wenn’s richtig zur Sache geht, sind im Schleusenwärterhaus 14 Mitarbeiter im Schichtbetrieb tätig.

Bis zum 22. März soll die Sanierung abgeschlossen sein, so dass das Schleusenwärterhaus ab diesem Tag wieder für die Gäste geöffnet werden kann. Die werden wohl zahlreich strömen, denn zum selben Zeitpunkt nimmt auch die Ruhrtalfähre ihren Betrieb auf. Zwei Tage später erwartet das frisch renovierte Schleusenwärterhaus dann aber der richtige Härtetest. Denn am 24. März findet das große Muttentalfest statt, das sich zu einem echten Besuchermagneten gemausert hat. Mit Blick auf diesen Termin meint Thomas Strauch: „Dann muss auch hier alles fluppen.“

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

20.01.2013: Zollhaus mit Kräutergarten

Architektin Ulrike Spaenhoff (re.) erläuterte die Pläne. Foto: Marcus SimaitisWAZ. An der Ruhr in Herbede wurde einst Wegegeld erhoben. Nach der Renovierung will die Wabe Gäste mit gesunder Kost versorgen. Fertigstellung für 2014 geplant.

Direkt an der Lakebrücke in Herbede liegt das ehemalige und leicht in die Jahre gekommene Zollhaus. Wo früher der Wegezoll zum Überqueren der Ruhr kassiert wurde, werden demnächst Speisen und Getränke gereicht: Die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) plant dort eine Gastronomie für Radfahrer und Wanderer.

Der großzügig angelegte Außenbereich wird die Hauptattraktion. „Wir möchten das Ganze durch kleine Nischen mit Kräuterbeeten attraktiv gestalten“, erläutert Ulrike Spaenhoff. Die Mitarbeitern der Wabe begleitet die Bauarbeiten und beantwortet alle Fragen rund um das Gebäude. Noch ist das Haus teilweise bewohnt. „Wir wollen ja keinen Stress machen – wenn die Mieter eine neue Bleibe gefunden haben, fangen wir an“, so Spaenhoff. Sie würde lieber heute als morgen anfangen. Aber vorerst wartet die Wabe noch auf die Baugenehmigung, mit der sie Ende Januar rechnet. Der weiß-gräuliche Bau soll mit etwa 180 000 Euro in Stand gesetzt werden.

„Auch aus Kostengründen, mussten wir die Arbeiten in drei Abschnitte aufteilen“, sagt Spaenhoff. Der erste Bauabschnitt – der unter dickem Schnee liegende Außenbereich – ist so gut wie abgeschlossen. Lediglich die Einrichtung der öffentlichen Toiletten samt Behinderten-WC fehlt noch. Diese sollen künftig jedem Radfahrer und Wanderer, der in gewissen Nöten ist, zur Verfügung stehen.

Als nächstes ist der Innenbereich an der Reihe: Verkaufsraum und Küche. Die Küche soll eines Tags vor allem gesunde Kost anbieten. Irena Cichy ist die Servicemanagerin der Wabe. Mit einem Kochbuch in der Hand schwärmt sie von Suppen und üppigen Mahlzeiten mit Kräutern und Zutaten aus dem eigenen Garten. „Das Zollhaus soll eine andere Qualität haben als beispielsweise das Schleusenwärterhaus“, sagt die 54-Jährige.

Bis es so weit ist, müssen Drahteselfahrer, Hundebesitzer und Spaziergänger mit dem Schuppen im Garten vorlieb nehmen. „Wir müssen wirtschaftlich denken. Deswegen gibt es erst einmal nur Kuchen und Würstchen“, so Cichy. Die Hütte steht den Nutzern des Ruhrtalwegs voraussichtlich ab April zur Verfügung.

Auf die vielen Rastenden freut sich auch die Herbeder Werbegemeinschaft. „Wir wollen die Leute natürlich in die Meesmannstraße kriegen“, sagt Andreas Hake (47), Vize-Vorsitzender der Werbegemeinschaft.

So weit ist die Wage noch nicht. Wenn die Genehmigung da ist, wird weitergemacht. Und gute Idee sind willkommen. Spaenhoff lädt ein: „Jeder kann auf Baustellentreffs mit planen.“

WAZ-Bericht von Philip Raillon

10.11.2012: Saisonende für die Ruhrtalfähre „Hardenstein“

Mittlerweile ein gewohntes Bild im Ruhrtal: Die Fähre Hardenstein erfreut sich großer BeliebtheitPressemitteilung. Am 31. Oktober ging an der Herbeder Schleuse die 7. Fährsaison planmäßig zu Ende. Wie schon in den Vorjahren beförderte unsere „Hardenstein“ am Ruhrtalradweg, die inzwischen selbst ein beliebtes Ausflugsziel geworden ist, über 130.000 Fahrgäste. Ein verregneter Saisonstart hat den Aufwärtstrend zunächst leicht abgebremst, trotz eines wechselhaften Sommers wurden dennoch wieder die Zahlen der Vorjahre erreicht.

Nach wie vor ist das stärkste Fahrgastaufkommen vor allem an sonnigen Sonn- und Feiertagen zu beobachten, an denen bis zu 3000 Passagiere täglich befördert werden. Die langen Warteschlangen, die noch beim Einsatz der alten Fähre auftraten, sind jedoch passé. Die Fähre war in diesem Jahr an 229 Tagen im Dienst und musste dabei an vier Tagen wegen Hochwasser pausieren. Auch die alte Fähre wird ständig fahrbereit gehalten und hatte in dieser Saison ihre Einsätze.

In der diesjährigen Winterpause bleiben erstmals beide Fähren im Wasser, und werden gemeinsam mit der „MS Schwalbe“ und den Schiffen der Bezirksregierung im Schleusenkanal überwintern. Während in der letzten Winterpause Stahlarbeiten im Vordergrund standen, werden die Fährleute in diesem Winter den Innenausbau der Fahrerkabine fortsetzen, neue Fenster einbauen und weitere Instandhaltungsmaßnahmen durchführen.

Da der Transport von zehntausenden Fahrrädern deutliche Spuren hinterlässt, sind für den neuen Anstrich von Rumpf und Deck 35 Liter Farbe vorgesehen. Da beide Schiffe voll fahrbereit sind und auch alle Zulassungen vorliegen, steht einem pünktlichen Saisonstart 2013 nichts im Wege. Im nächsten Jahr eröffnet die „Hardenstein“ die Fährsaison bereits am 25. März. Dann heißt es wieder: Zahle, was es dir Wert ist.

RN, 02.11.2012: Wabe soll auf Zuschuss verzichten

Das Schleusenwärterhaus wird von Wabe-Mitarbeitern bewirtschaftet. Nach Stadt-Plänen soll die Wabe ab 2016 auf ihren Zuschuss verzichten. (Foto: Lisa Timm)Ruhr Nachrichten. Die Bezirksregierung verlangt der Stadt im Stärkungspakt zur Sanierung ihrer Finanzen zwar vieles ab, doch von jeder Spar-Idee ist sie nicht begeistert. Zum Beispiel von dem Plan, ab 2016 den städtischen Zuschuss für die Wittener Beschäftigungsgesellschaft Wabe zu streichen.

Es geht um die jährlich gezahlten 153.000 Euro. Die Bezirksregierung bezweifelt, dass die Wabe künftig tatsächlich auf diesen Betrag verzichten kann und macht darum auch die Einsparung an dieser Stelle als „Risiko“ in der städtischen Sparbilanz aus.

„Die Wabe hat sich in den letzten Jahren stabilisiert und Überschüsse erwirtschaftet“, erklärt Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt warum er es zumindest für möglich hält, ihren Zuschuss künftig zu streichen. Jedenfalls dann, wenn sich die Förderbedingungen von Bund und Land für die Projekte der Beschäftigungsgesellschaft nicht verschlechtern.

Der Kämmerer geht davon aus, dass sich die Wabe – bis es 2016 ernst werden könnte – noch ein finanzielles Polster zulegen kann: „Darum zahlen wir ihr den Zuschuss trotz ihrer eigenen Überschüsse ja erst einmal noch weiter.“

Die Bezirksregierung ist allerdings skeptisch: „Ohne den städtischen Zuschuss wäre da bisher doch noch kein echter Überschuss gewesen“, betont ihr Pressesprecher Christian Chmel-Menges. In 2010 habe ihr Überschuss bei 97.000 Euro und im letzten Jahr bei 128.000 Euro gelegen. Da es künftig wohl auch keine großen städtischen Aufträge mehr für die Wabe gebe, verschlechtere sich auch ihre Einnahmesituation.

Chmel-Menges verweist darauf, dass die Stadt mit 54 Prozent zudem Hauptgesellschafter der Wabe ist: „Wenn eine Stadt-Tochter im Minus landet, muss sie das selbst ausgleichen.“ Dann sei also auf dem Sparkurs nichts gewonnen. Auch wenn die 153.000 Euro kein Riesen-Posten seien, sei dieses Geld bei der Wabe wohl eher nicht zu holen. Sollte es tatsächlich so kommen, sieht der Kämmerer dennoch den Sparkurs im Ganzen nicht gefährdet: „Die Linie muss stimmen.“

Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, vermutet, dass der Zuschuss ab 2016 zumindest nicht ganz verzichtbar sein wird: „Vielleicht kann man sich dann auf einen Kompromiss einigen und die Summe verringern.“

Doch immerhin seien es bis dahin noch drei Jahre, und die Wabe werde wie gewohnt alles versuchen, die eigenen Erträge zu steigern. Das sei allerdings nicht einfach: Nicht alle Projekte seien kostendeckend. Die Radstation und die fünf Ruhrtal-Ranger nennt er da in erster Linie. Sie wären gefährdet, sollte es doch mal hart auf hart kommen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanna Linka

WAZ, 24.10.2012: Licht-Check für die dunklen Tage

Eine Dynamo ist Pflicht am Rad und liefert Energie. Foto: Klaus GörzelWAZ. Rad rausholen, los fahren, wieder kommen. Im Sommer ist das ganz einfach. Was aber, wenn es am frühen Abend schon zu dunkeln beginnt - und das Licht am Rad nicht funktioniert? Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte das Licht am Rad vor dem Start geprüft werden. Auf jeden Fall einmal zum Herbstbeginn. Wir verraten, worauf zu achten ist.

In vier Schritten lässt sich meist schnell herausfinden, warum die Scheinwerfer vorne und hinten nicht leuchten wollen. Sie heißen der Reihe nach: Scheinwerferbirne vorne, Dynamo, Scheinwerfer hinten, Kabelverlauf. Zusammengetragen hat die Tipps André Handge von der Radstation am Zweibrücker Hof. Die Radstation ist ein Projekt der Wabe, im Kern gedacht für Arbeitslose. Das war Handge auch. Jetzt ist er bei der Wabe sogar fest angestellt.

In Witten und Herdecke werden bei der Wabe Räder untergestellt und repariert. Das ganze Jahr über. In Witten geht’s morgens schon ganz früh los und endet erst am Abend. In Herdecke ist die Radstation nicht ganz so lange besetzt. Und ab der nächsten Woche bleibt die Tür an den Wochenenden zu. „Wegen des Lichts werden wir hier ganz selten angesprochen“, sagt André Handge. Seine Erklärung: An der Radstation in Herdecke kommen viele Radfahrer auf dem Ruhrtalradweg vorbei. Das ist eher ein Sommervergnügen und für den Tag. In Witten ist das schon anders. Da gibt’s auch Pendler, die zu später Stunde merken, dass keine Birne mehr brennt. Das eigene Rad hat André Handge bereits fit gemacht. Zwei Mal im Jahr passiert das. Zur Sicherheit, wie er sagt.

1. Wo anfangen, wenn das Licht am Fahrrad nicht leuchtet? Für André Handge von der Radstation am Zweibrücker Hof ist das keine Frage. Sein erster Griff geht zum Scheinwerfer vorne. Meist lässt sich das Glas zur Seite drehen und dann abnehmen. Manchmal muss erst noch eine Schraube losgedreht werden, die das Glas sichert. Vorher sollte untersucht werden, ob überhaupt noch ein Kabel zum Scheinwerfer führt. Ansonsten Glühbirne herausdrehen. Ist der Faden durchtrennt, muss eine neue her oder ein neuer Halogen-Strahler.

2. Ein Dynamo liefert Energie für die Beleuchtung am Fahrrad. Entweder ist ein Knopf zu drücken oder der Dynamo aus seiner Verankerung zu lösen, damit die Welle am Radmantel anliegt. „Da muss schon Druck drauf sein“, erklärt André Handge. Denn nur wenn die kleine Welle ausreichend gedreht wird, kommt die kleine Lichtmaschine fürs Rad in Gang. Auch wenn es etwas Pedalkraft kostet: Ohne Dynamo ist das Basislicht am Rad nicht zu haben. Bei einem Nabendynamo ist zu prüfen, ob das Kabel steckt.

3.Wenn das vordere Licht nicht brennt, kann das durchaus auch am hinteren Scheinwerfer liegen. „Vorder- und Hinterlicht funktionieren nur im Zusammenspiel“, weiß André Handge von der Radstation. Führt das Kabel wirklich in das Scheinwerfergehäuse? Ist die Birne noch in Ordnung? Sind die Kontaktflächen okay oder sollten sie leicht freigekratzt werden? Diese Fragen sind zu klären. Zum Testen empfiehlt sich oft auch ein Tausch der Birnchen, sofern die Fassungen die gleiche Größe haben.

4. Von den Scheinwerfern führen Kabel zum Dynamo. Das Alter kann den Kabeln zusetzten. Manchmal reißen sie auch bei einem Sturz. Laufen die Kabel am Fahrradrahmen entlang, ist es leicht, sie zu überprüfen. Führen die Kabel auch einmal durch die Stangen, wird die Fehlersuche schwieriger. Manchmal hilft ein äußeres Kabel bei der Überprüfung. Sind die Bruchstellen tatsächlich verborgen, empfiehlt sich der Gang in eine Fachwerkstatt oder ein neues, äußerlich geführtes Kabel.

WAZ-Bericht von Klaus Görzel

WAZ, 04.10.2012: Herbede sucht Anschluss zur Ruhr

Eine Art Barriere zur Ruhr und zum See bildet die Bahnstrecke durch Herbede. Foto: Marcus SimaitisWAZ. Rund 130 000 Pedalritter, die jährlich mit der Fähre am Schleusenwärterhaus übersetzen, können sich nicht irren: Der Ruhrtalradweg ist, ebenso wie der Kemnader See, ein Besuchermagnet.

Aber Herbede selbst profitiert von dieser strategisch so günstigen Lage bisher viel zu wenig.

Wie es sich als „Fenster zur Ruhr“ besser öffnen könne, wurde ebenfalls bei der öffentlichen Mitglieder- und Bürgerversammlung der SPD in Vormholz (wir berichteten) diskutiert. Dabei wurde auch betont, dass die Beschilderung sowohl vom Ruhrtalradweg zum Kemnader See als auch die der Straßen verbessert werden muss. Noch fehlen überall Hinweise auf den Ortskern von Herbede. „Es ist ein Gesamtkonzept der Beschilderung erforderlich, wir reden nicht über einzelne Schilder“, betonte Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke.

Um ein solches, bisher nicht existierendes Konzept zu erarbeiten, könnten sich alle Beteiligten, etwa Herbeder Geschäftsleute, Politiker und Verwaltung, an einen Tisch setzen, regte Bradtke jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung an. „Wenn nur zehn Prozent der rund 130 000 Vorbeikommenden nach Herbede gelockt würden, könnte der Stadtteil davon erheblich profitieren“, rechnet er vor - insbesondere auch der gemütliche Ortskern mit der Meesmannstraße und dem Platz an der Schmiede.

„Sie hat einen schönen Dorfstraßen-Charakter“, bescheinigt Bradtke der Meesmannstraße. Dort die Gastronomie sowie im Umfeld die Beherbergungsbetriebe - vielleicht auch private Zimmervermieter - zu stärken, sieht Bradtke als Möglichkeit, die Attraktivität Herbedes für Besucher zu steigern.

Als „vorbildliches Beispiel“, durch Gastronomie Freizeitgäste anzulocken, sieht der Stadtbaurat die Bewirtschaftung des nahe gelegenen Schleusenwärterhauses durch die Wabe. Ein weiterer Schritt, den Ortskern von jener Ruhrrichtung aus anzubinden, steht bekanntlich bevor. Das ehemalige Zollhaus an der Lakebrücke wird umgebaut und soll als Gartenlokal mit Blick auf den Fluss im Sommer 2013 eröffnen.

Wesentlich komplizierter sieht es jedoch aus, Herbede von der Seeseite aus attraktiv anzubinden. Barrieren sind die Autobahn, die Gleisanlage der Ruhrtalbahn und die in diesem Areal angesiedelten Industriebetriebe. Und wer schon einmal versucht hat, sich vom Kemnader See aus als Spaziergänger oder per Rad über die Schloss- oder die Gerberstraße bis ins Herbeder Zentrum durchzuwursteln, wird leicht verstehen, dass dieses Unterfangen gerade Ortsunkundigen viele Fragezeichen auf die Stirn zaubert.

Ein solides, durchgängiges Beschilderungskonzept ist also dringend geboten.

WAZ-Bericht von Thomas Borowski und Michael Vaupel

RN, 13.09.2012: "Happy Trail Friends" erneuern Mountain-Bike-Strecke

Mitglieder der "Happy Trail Friends" engagieren sich tatkräftig.  (Foto: Barbara Zabka)Ruhr Nachrichten. Die alte, zerfahrene Mountain-Bike-Strecke im Steinbruch Imberg wird momentan saniert und ausgebaut. Ehrenamtlich und mit sehr viel Tatendrang helfen dabei die Mitglieder des Vereins "Happy Trail Friends".

Seit 2006 ist die Strecke für Mountain-Biker am Imberg mittlerweile in Betrieb. Zerfahren, holprig und ausgehöhlt. Kein wirklicher Genuss mehr für sportliche Aktivitäten.

Jetzt wird die Strecke saniert und ausgebaut. Es ist eine Initiative der städtischen Jugendförderung, Abteilung Erlebnispädagogik. „Glücklicherweise haben wir den Mountain-Bike-Verein für unser Anliegen gewinnen können“, betont Helge Bröckelmann (33) vom Jugendamt.

„Ohne diese tatkräftige Hilfe und das Know-How wären wir hier total hilflos.“ Für Joscha Bazynski (30) ist es selbstverständlich, im Steinbruch Imberg Hand anzulegen. Ehrenamtlich und ohne auf die Uhr zu schauen. „Wir kennen die Strecke gut. Und wissen auch, dass hier dringend Handlungsbedarf herrscht“, erzählt der kräftige, junge Mann zwischen Schubkarre und Pizza.

Er selbst ist leidenschaftlicher Mountain-Biker. Und hat jede Menge Erfahrung beim Bau von neuen Strecken. Die große Bauaktion hat vor rund drei Wochen begonnen. 50 Kubikmeter Lehm und Mutterboden sind bislang bewegt worden. „Das ist richtige Knochenarbeit“, sagt Joscha Bazynski. „Und alles Handarbeit.“

Künftig wird es drei verschiedene Strecken geben. Einen Pump-Track, die auf zwei Spuren verbreiterte Race-Line und den schwierigen Dirt-Jump für Abenteuerlustige. „Hier können die Experten individuelle Sprünge testen und einstudieren“, so Helge Bröckelmann.

Die Entwürfe und die grafische Animation haben die Happy Trail Friends ausgearbeitet. Auf der rund 300 Meter langen Strecke gibt es Hindernisse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. „Unser neuer Parcours ist nichts für hartgesottene Profis, die Strecke ist ein Jedermann-Kurs“ beschreibt Julia Lackas (27) die Neugestaltung. Sie muss es wissen, denn sie hat die Pläne visualisiert.

Zwischen der Arbeit an der Schaufel gibt es immer wieder Probefahrten. Ein Mountain-Bike steht stets breit. „Oftmals müssen wir noch etwas ändern. Ein Hindernis begradigen. Das andere ein Stück vor- oder zurück legen“, so Joscha Bazynski. „Deshalb machen wir die Testfahrten. Außerdem ist das nach der Maloche auch ein gutes Stück Entspannung.“

Manchmal kommen auch Jugendliche, um mit anzupacken. An Schaufel und Schubkarre. Zusätzliche, helfende Hände sind jederzeit willkommen. „Wer fahren will, muss auch schippen können“, betont Helge Bröckelmann.

Der Bau einer klassischen, anspruchsvollen Mountain-Bike-Strecke ist eine Wissenschaft für sich. Viel, viel praktische Erfahrung ist ein unbedingtes „Muss“. Die Happy Trail Friends sind da absolut versiert. Ende Oktober ist eine kleine Eröffnungsfeier mit sportlichen Wettbewerben für alle geplant. Bis dahin wird allerdings noch jede Menge Schweiß fließen.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Barbara Zabka

WAZ, 04.09.2012: Tag des Denkmals 2012 baut auf Holzhaus

 Die ehrenamtlichen Zechenhelfer Hermann Dede (links) und Karl Ackermann. Foto: Joachim HänischWAZ. Die Stadt Witten beteiligt sich am Sonntag, 9. September, mit elf Orten am Tag des offenen Denkmals. Thema ist in diesem Jahr Holz. Wie es beispielsweise im Bergbau verwendet wurde, ist gut im Muttental zu sehen.

Wie die Städte mit dem Thema „Tag des offenen Denkmals“ umgehen, ist ihnen weitestgehend selbst überlassen. Nur das Motto wird in jedem Jahr neu vorgegeben. Diesmal dreht sich alles um Holz, das früher besonders häufig im Bergbau verwendet wurde.

Am kommenden Sonntag, 9. September, stehen allen Wittenern und Gästen in der Ruhrstadt elf Denkmäler offen, die mit einem besonderen Programmangebot aufwarten. Karl Ackermann und Hermann Dede haben ihre Vorbereitungen für den Denkmaltag fast abgeschlossen. Sie schleppen zwei lange Holzpfähle zu einem Stolleneingang. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Herberholz im Muttental haben die beiden Mitglieder des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten einen Querschnitt durch einen früher typischen Stollen errichtet. Besucher treffen hier auf Mundlöcher als spannendes Anschauungsobjekt.

Was das mit Holz zu tun hat? Ganz einfach: Der gesamte Tunnel wird mit Holzstreben abgestützt. „Das war bis in die 50er Jahre hinein üblich“, weiß Karl Ackermann. Damals sei häufig langfaseriges Nadelholz dafür verwendet worden. Die Pfeiler waren für die Bergmänner nicht nur eine Stütze beim Tunnelbau, sondern auch eine Art Sicherung. Hörten die Bergleute ein Knacken im Gebälk, war es für sie ein untrügliches Zeichen, dass der Druck zu groß wurde. „Für sie hieß es dann, die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulaufen.“

Früher wurde Holz häufig auch als Schienenmaterial verwendet. Doch der häufig verwendete Baustoff barg auch Risiken. Bei Grubenfeuern gingen ganze Stollen in Windeseile in Flammen auf. Deshalb setzten sich im Bergbau schließlich Stahlstützen durch. Diese Geschichte und noch viele weitere Aspekte des historischen Bergbaus können Besucher in der Wiege des Ruhrgebietbergbaus am Sonntag erfahren. „Wer etwas wissen möchte, dem erzähle ich etwas“, meint das Fördervereinsmitglied. Trotz des holzigen Mottos sind übrigens auch jüngere Ausstellungsstücke aus der Geschichte des Bergbaus zu besichtigen.

Beim Tag des offenen Denkmals können Besucher auf ihrer Route am Bergbauwanderweg viele weitere Glanzlichter entdecken. „Und wenn man kleinere Umwege einplant, sieht man noch mehr Schönes“, meint Florian Schrader vom Planungsamt. Der 33-Jährige ist als Nachfolger von Denkmalpfleger Martin Jakel zum ersten Mal für die Durchführung in Witten verantwortlich. Mit elf geöffneten Denkmälern hat die Stadtverwaltung ein großes Paket geschnürt.

In der Stadtmitte führt Pastor Bernd Neuser durch die Johanniskirche und erläutert die Besonderheit der Grabsteine und der Orgel. Einen einmaligen Ausblick genießen Besucher, die die Stufen des Helenenturms hinaufgehen. „Von hier aus kann man die ganze Stadt überblicken“, so Schrader.

In Herbede und Heven stehen das Schleusenwärterhäuschen - hier gibt es eine Ausstellung - sowie Haus Herbede Besuchern offen. Einen einmaligen Einblick können Gäste in der Mühle am Lohmannswehr erleben. Die Friedr. Lohmann GmbH öffnet anlässlich des 222-jährigen Firmenbestehens das Archiv und zeigt, wie die Wasserkraftturbine funktioniert. (Anmeldung 70 14-174).

Im Muttental selbst stehen noch die Burgruine Hardenstein, die Zechen Theresia und Nachtigall (Eintritt frei) und das Bethaus offen, letzteres mit einem speziellen Angebot für Kinder. Vom Steigerhaus starten Wanderungen. In der Zeche Herberholz erwartet Besucher eine große Bergwerkausstellung.

WAZ-Bericht von Stefan Rebein

WAZ, 23.08.2012: Radler-Stopp am Alten Zollhaus

Ins ehemalige Zollhäuschen an der Lakebrücke soll eine Gastronomie einziehen. Eine Bereicherung für Witten - Herbede, Foto: Horst MüllerWAZ. Können die das? Die Verwandlung des Schleusenwärterhäuschens in einen anerkannten Pausenstopp für Radler an der Ruhr  – dabei hat die Wabe bereits ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Nun folgt der zweite Streich: Die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung startet im Oktober mit dem Umbau des ehemaligen Zollhauses  an der Lakebrücke in Herbede. Im Sommer 2013 soll dort ein Gartenlokal mit Ruhrblick eröffnen.

Die Idee zur gastronomischen Nutzung des denkmalgeschützten Gemäuers entstand vor gut einem Jahr. „Wir haben das Zollhäuschen damals gar nicht im Blick gehabt. Schließlich wohnt dort jemand. Wir wussten nicht, dass das Haus kaum genutzt wird“, sagt Wabe-Chef Thomas Strauch. Ein Herbeder brachte den Vorschlag bei einer CDU-Veranstaltungsreihe  ein, als die Perspektive des Ortsteils als „Tor zum See“ diskutiert wurde.

Nun wird der Blick aufs Wasser  ein Stück weit frei gemacht, indem das üppig wuchernde Gestrüpp zurückgeschnitten wird. Über drei Jahre werden das 300 Quadratmeter große Haus, das  direkt an der Brücke liegt, und die 150 Quadratmeter große Gartenfläche um- und ausgebaut.  Wenn die Verhandlungen mit dem Nachbarn gut laufen, wird die Grünfläche erweitert.

Geschäftsführer Thomas Strauch schwebt ein Bauerngartenlokal mit kleinen Sitznischen, Kräuterbeet und Blumenmeer vor.   Auch Veranstaltungen sollen im Haus an der Lakebrücke stattfinden. Strauch hofft am Ende auf fünf dauerhafte Arbeitsplätze in der neuen Gastronomie. Halt machen sollen dann die Inlineskater, die ab Sommer am Haus vorbeirollen, Radfahrer, Spaziergänger und auch die Anwohner. Autofahrer sind weniger eingeplant - deshalb sind maximal fünf Parkplätze vorgesehen.

Konkurrenz zum Schleusenwärterhaus die Ruhr ein Stück weiter rauf soll nicht aufkommen. Irena Cichy, Leiterin des Wabe-Service- Teams, wünscht sich vielmehr eine etwas „chickere“ Alternative.  Es dürfe gern etwas ruhiger sein, passend zu  Blumen und Kräutern.

Bei solchen Plänen geht Stahlfabrikant Gunnar Lohmann-Hütte, in dessen Familienbesitz sich das Zollhaus befindet, das Herz auf. Möglich wird das Projekt mit der Wabe, weil die Familie mit im Boot ist. Geplant sind Investitionen von über 200.000 Euro. „Wir gehen bei der Kostenschätzung eher konservativ vor. Doch laut unserem Umbauplan liegen die Kosten etwas über der Summe“, sagt Wabe-Chef Strauch. Deshalb will man wie beim Schleusenwärterhaus in mehreren Schritten vorgehen. Während der Umbauphase soll die Gastronomie bereits starten. Die Einnahmen sollen auch in nötige Reparturen fließen.

Derzeit ist das Zollhäuschen zwar noch bewohnt. Doch die ältere Dame, die ohnehin näher hin zu ihrer Schwiegertochter  ziehen wolle, habe „alle Zeit der Welt, eine neue barrierefreie Wohnung zu finden“, sagt Strauch. „Wir werden die Dame mit den beginnenden Arbeiten nicht stören.“

Am Haus ist manches zu tun, wenn die aus dem 19. Jahrhundert stammende Zollstelle wieder in neuem Glanz erstrahlen soll. Derzeit wirkt die Fassade sehr trist. Der Wabe-Geschäftsführer will auch die Herbeder Bürger für das Projekt gewinnen. „Im Oktober soll es ein kleines Konzert auf dem Gelände geben. Damit alle vorbeischauen und sich umgucken.“ Geplant sind Baustellenbesichtungen und Debatten über die Umbaupläne – eine Ideenschmiede an der Ruhr.

WAZ-Bericht von Anne Wohland

 

WAZ, 20.08.2012: Von der Wanne in die Ruhr

Enten satt gab es am Wochenende beim Rennen auf der Ruhr. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPoolWAZ. Wer den Lebensraum von gelben Gummienten auf Badewannen beschränkt, dürfte sich am Sonntagnachmittag gewundert haben: Knapp 700 dieser Exemplare bestritten das Entenrennen am Schleusenwärterhäuschen.

Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen des Ruhrtal-Triathlons vom Rotary Club Witten-Hohenstein - für den guten Zweck, wohlgemerkt. Tolle Preise gab es auch für die Gewinner des Wettbewerbs „Schönste Ente“.

„Einige Wochen lang waren die Entchen im Verkauf, zum Beispiel an Ständen in der Bahnhofsstraße“, erklärte Club-Präsident Thomas Seiler. Wer eines der Fünf-Euro-Exemplare erwarb, nahm dann am Rennen um den Titel „schnellste Ente“ teil und hatte außerdem die Möglichkeit, das Tierchen zu verzieren - unter diesen wurde dann die „schönste Ente“ gesucht.

Da die Preise von großzügigen Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden, wird der gesamte Erlös dem Therapiekindergarten des Marien-Hospitals gespendet. „Wir möchten, dass das Geld in Witten bleibt“, erläutert Seiler.

Bevor die gelben Tierchen zu Wasser gelassen wurden, kürte die Rotary-Jury die gestylten Exemplare. Über die 150 Euro Preisgeld freute sich Birgit Bartholmey. Die junge Frau hatte ihren Samstagnachmittag für das Basteln geopfert: Ihre drei Enten saßen in einem Drachenboot aus Filz. „Normalerweise gehören natürlich 20 Paddler und ein Trommler in ein Boot. Aber das wäre mir dann doch zu teuer geworden“, erzählt Bartholmey lachend. Und zumindest die Trommel fehlte der Miniaturausgabe eines Drachenflitzers nicht.

Auf eine Fahrt auf der MS Schwalbe und dazugehörigen Brunch freut sich die kleine Paula Bray. Die Wittenerin gewann mit ihrem Exemplar einen Sonderpreis. „Die Ente soll eine Oma sein, die mit ihrem Floß über die Ruhr schippert“, erklärt sie den Hut und die Kette ihrer Ente.

Gerne auf der Ruhr schippern würden vermutlich auch die Besitzer der vielen anderen Tierchen. Sowieso müsste bei 44,3 Grad in der Sonne dieser Wettbewerb eher „Langsamste Ente“ lauten, aber das Ziel ist klar: Die 300-Meter-Strecke muss schnellstmöglich zurück gelegt werden. Ausgesetzt von einem DLRG-Boot, gibt die gelbe Masse ihr Bestes. Nach einem packenden Schlusssprint durfte Nils Kathagen jubeln: Seine Ente wurde als erste aus der erfrischenden Ruhr gefischt. Damit gewann er ein IPad.

Zum fünften Mal veranstaltete der Rotary Club das Entenrennen schon - das erste Mal im Rahmen des Ruhrtal-Triathlons. Club-Präsident Thomas Seiler zeigte sich hoch zufrieden: „Das Publikum ist hier viel näher an den Enten und auch die kleine Fähre der Wabe hat Zuschauer aufgenommen“. Die Verbindung von „Sport, Spiel und Familie“ sorgte für tolle Stimmung. Auch die geladenen Ehrengäste auf dem Motorschiff Schwalbe fieberten beim Rennen mit - nicht nur wegen der Hitze.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

WAZ, 19.08.2012: Sport und Spaß bei 40 Grad

Nach dem 500-Meter-Schwimmen in der Ruhr kletterten die Athleten aus dem Wasser und liefen zu ihren Fahrrädern. Foto: Olaf ZieglerWAZ. Laufende Athleten, auslaufende Zuschauer, große Wechselzonen mit unzähligen Fahrrädern und ein Dutzend Stände am Schleusenwärterhäuschen: Witten war Schauplatz der Deutschen-Sprint-Meisterschaften und der zweiten Liga des Triathlons.

Neben den Profis nutzten auch viele Schaulustige und Breitensportler den Ruhrtal-Triathlon, um einen Tag an der Ruhr zu verbringen. Das bunte Rahmenprogramm mit Entenrennen und Mountainbike-Vorführungen lockte zahlreiche Wittener aus ihren warmen Häusern. „Trotz des heißen Wetters sind etwa 3000 Menschen hierher gekommen“, freute sich der Geschäftsführer des ausrichtenden Triathlon Teams Witten, Ansgar Butterwegge. Und tatsächlich war es schwer, einen schattigen Platz unter den Bäumen zu finden, um eine Bratwurst zu genießen.

Deutschlands Spitzen-Triathleten mal von nahem zu betrachten, war auch für Thomas Fahnert ein besonderes Erlebnis. „Bei dem Wetter sieht man die Stars mal schwitzen, das spornt die anderen an“, erzählte der Hobby-Triathlet lachend.

Den unvernünftigen Ehrgeiz mancher Breitensportler fürchtete Butterwegge. „Selbst einige der Profis waren an ihren Grenzen und die kennen gewöhnlich ihre Spektren.“ Die Lösung war aber schnell gefunden: „Wir haben die Laufdistanz beim Jedermann-Rennen extra auf drei Kilometer reduziert“, berichtete Thomas Fehrs, Organisator dieser Groß-Veranstaltung – mit Erfolg: Es gab keine Verletzten.

Heiß war nicht nur den Profi-, sondern auch den Breitensportlern, die sich nach dem Schwimmen in der kühlen Ruhr ihre Räder schnappten und auf die gesperrte Herbeder Straße begaben. Die nächste Abkühlung gab es erst wieder nach 20 Kilometern: Bei jedem Durchlaufen des großen Sparkassenbogens wehte den Athleten das Nass des Wasserschlauchs entgegen.

Die in das Jedermann-Rennen integrierten Wittener Meisterschaften gewann bei den Männern mit einer Zeit von knapp unter 49 Minuten Hardy Dinklage. In der Gesamtwertung reihte er sich auf Rang zwei ein. Keine Zweifel an ihrer Vormachtstellung ließen die Wittener Frauen zu: Auf den ersten acht Plätzen fanden sich nur Ruhrstädterinnen wieder. Wittener Meisterin bei Wüstenbedingungen darf sich Silke Hamacher vom TTW nun nennen.

Ob es eine Neuauflage des Triathlons an der Ruhr geben wird, wollte Thomas Fehrs noch offen lassen: „Wir müssen den Tag erst mal Revue passieren lassen. Es gab im Vorfeld schon einige organisatorische Schwierigkeiten.“

Auf eine Neuauflage direkt an der Ruhr hofft in jedem Fall Julia Nicolaus. Die gebürtige Wittenerin startet für Bielefeld in der zweiten Liga und lobte in erster Linie die zuschauerfreundliche Strecke. „Im Vergleich zu anderen Wettkampfstätten sind hier wirklich viele Schaulustige“, freute sie sich bei einem erfrischenden Getränk nach ihrem Einsatz.

„Die Zuschauer sehen die Athleten hier zehn Mal in 50 Minuten. Das ist für beide Seiten toll“, bestätigten auch Stefan Zachäus und Christopher Hettich vom Stadtwerke Team Witten.

Insofern konnte Thomas Fehrs auch eine positive Schlussbilanz ziehen. „Um 18.39 kann ich nun sagen, dass wir zufrieden sind. Auch wenn es heute vielleicht etwas zu heiß war, Negatives kam mir bislang nicht zu Ohren“, äußerte er sich während der Aufräumarbeiten am Abend.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

RN, 19.08.2012: Jux-Wettkampf mit 800 knallgelben "Teilnehmern"

Diese Enten ritten auf einem Drachen zum Wettbewerb. (Foto: Lukas)Ruhr Nachrichten. Dramatik, Spannung, Quietscheentchen. Keine Frage, das Entenrennen 2012 war wieder eine große Gaudi, diesmal als Intermezzo beim Ruhr Triathlon am Schleusenwärterhaus.

Und die Einnahmen stiftet der Rotary-Club Witten-Hohenstein für einen guten Zweck. „Diesmal für den neuen therapeutischen Kindergarten des Marienhospitals“, freut sich Thomas Seiler, Präsident des Clubs. Bereits im Vorfeld des Rennens wurden die schönsten Enten gekürt.

Auch das hat Tradition. Wer möchte, kann die erworbene Rennente im Vorfeld des Rennens schön gestalten und einer Jury vorlegen. Beim Schönheitswettbewerb kommt es nicht auf Aerodynamik an. Die von einem gefilzten chinesischen Drachen gezogenen Enten etwa waren fürs Rennen viel zu klobig verpackt. Aber so erstaunlich phantasievoll gestaltet, dass es für die Enten mit der Startnummer 1545 das Schönheitskrönchen gab.

Auf weitaus mehr Interesse aber stieß dann bei den Besuchern, die sich bei Temperaturen von über 40 Grad in der Sonne ans Ruhrufer wagten, das Rennen. Aus blauen Säcken wurden die 800 Renn-Enten von der alten Fähre Hardenstein aus ins Wasser gelassen. Unsanft. Dafür war vorher geprüft worden, ob sich die eingesetzten Plastikenten auch automatisch wieder aufrichten. Kein Scherz: Manche Enten, die der Handel anbietet, finden nämlich kein Gleichgewicht mehr.

Aufgrund der eher mäßigen Strömung halfen Boote der DLRG etwas nach und erzeugten mit Hilfe der Motorschrauben einen künstlichen Wellengang, der die Enten - etwas gemächlich - dem Ziel entgegenschwimmen ließen.

„Dass ich mal im Rahmen eines Triathlons ein Entenrennen moderieren würde, hätte ich auch nicht gedacht. Aber es gibt eben nichts, was es nicht gibt“, schmunzelte schließlich Jochen Baumhof. Der ist eigentlich Rennveranstalter und als Triathlonveteran seit vielen Jahren Moderator von Wettkämpfen wie dem in Witten.

Mit einer Livemoderation von der Fähre ließ er auch die Besucher des Schleusenwärterhauses am Rennen teilhaben, das am Ende die Ente mit der Nummer 119 für sich entscheiden konnte. Für deren Besitzer, den Herbeder Nils Kathagen, hat sich der Einsatz auf jeden Fall gelohnt, denn der Sieger erhielt als Preis ein iPad der dritten Generation. Auf den Test von dessen Schwimmfähigkeit sollte der Herbeder jedoch verzichten.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Christian Lukas

WAZ, 10.08.2012: Radstation muss in den Keller

Noch gibt es Fahrradständer und Fahrradboxen am Hauptbahnhof. Büro und Werkstatt der Radstation wechseln auf die andere Bahnhofsseite. Im Tunnel (Eingang rechts) soll es gesicherte Unterstellplätze geben. Foto: Svenja HanuschWAZ. Wird der Wittener Hauptbahnhof umgebaut, ist die Radstation nicht länger barrierefrei. Büro und Werkstatt liegen dann am Ende einer steilen Treppe, in einem ehemaligen Heizungskeller. 50 Stellplätze fallen weg. Auch ein Teil der Stallplätze vor dem Bahnhof fällt wohl weg.

Wann der Umbau des Hauptbahnhofs beginnt, steht noch nicht fest. Aber zumindest für Rad-Freunde sind Auswirkungen absehbar: Die Zahl der Abstellplätze für Fahrräder wird wohl verringert. Außerdem muss die Radstation umziehen, sie wird kleiner und ist nicht länger barrierefrei. Im September soll es ein erstes Gespräch über Alternativen geben – zwischen Wabe-Chef Thomas Strauch, der auch für die Radstation zuständig ist, und Stadtbaurat Markus Bradtke.

„Das Schicksal des Bahnhofsumbaus kommt absehbar auf uns zu. Wir werden mit der Radstation die Ersten sein, die ausziehen müssen“, sagt Strauch. Im April ist der Pachtvertrag für die Räumlichkeiten ausgelaufen. Bis zum Umbaubeginn dürfe die Radstation aber bleiben, wo sie heute ist. Das habe Markus Bürger, seit Dezember 2010 neuer Besitzer des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes, ihm zugesichert, so Strauch. Man stehe regelmäßig im Kontakt. Eine klare Zeitvorgabe gebe es nicht.

Fest steht zwar, dass die Radstation weiterhin im Hauptbahnhof bleiben kann. Doch die angedachten neuen Räume sind alles andere als ideal. Statt der bisherigen 168 bewachten Stellplätze gibt es dann bestenfalls noch 120. Sie sollen in dem ehemaligen Gepäck-Tunnel verbleiben, den die Radstation bereits heute nutzt. Wer sein Rad dort künftig unterstellt, bekommt Zugang per Chipkarte. Der heutige Hintereingang der Radstation wird dafür umgerüstet. Weil der Tunnel zu niedrig ist, gibt es künftig weniger gesicherte Stellplätze als bisher.

Dramatisch ist das nicht. Denn derzeit sind auch zu Hochzeiten gut 50 Stellplätze in der Radstation unbesetzt. Mit den 120 Plätzen im Tunnel käme man aus, so Strauch. Weniger erfreulich sind die Veränderungen für das Büro und die Werkstatt, die zur Radstation gehören. Die dafür vorgesehenen neuen Räume liegen am unteren Ende einer steilen Treppe. Das Büro und die Werkstatt sollen in den ehemaligen Heizungskeller umziehen, dessen Eingang auf der anderen Bahnhofsseite (zum Busbahnhof hin) liegt. Renoviert sind die Räume noch nicht. Umständlich für die Radstation-Mitarbeiter ist außerdem, dass es dort keine Toilette gibt und keine Ausbaumöglichkeiten.

Andere Räume werden für die Wabe im umgebauten Bahnhof nicht zur Verfügung stehen. „Die Mietpreise, die für unsere heutigen Räume genommen werden könnten, die können wir uns nicht leisten. Darum müssen wir raus“, sagt Strauch. Er hofft noch auf eine ganz andere Möglichkeit und setzt dabei auf die Stadt Witten. „Wenn die Stadt den Bahnhof schon nicht selber kauft, wie es andere Kommunen vorgemacht haben, dann sollte man zumindest ein andere Lösung finden“, führt Strauch aus. Naheliegend wäre es, die Radstation auf die andere Seite der Bergerstraße zu verlegen.

Strauch würde am liebsten ein Gesamtpaket für Zweiräder schnüren – mit einer Lösung für die Radstation wie auch für die Pendler, die ihr Rad draußen abstellen. Radfahren boome, auch wegen der hohen Spritpreise. Um seine These zu stützen, lässt er die Räder und Mopeds zählen, die vorm Bahnhof stehen: Bis zu 80 Räder und 30 Roller sind es gleichzeitig. Auch dafür muss eine Lösung her, wenn die Fahrradbügel der geplanten Außengastronomie weichen müssen. Einen Zeitplan hat Strauch auch. In „drei bis fünf Jahren“ soll en die Radwelt am Bahnhof wieder in Ordnung und die Radstation aus dem Übergangskeller raus sein.

WAZ-Bericht von Anne Wohland

WAZ, 27.07.2012: Entspannen wie die Könige

Zum „könglichen Chillen“, also zum gepflegten Entspannen in Liegestühlen, lädt das Schleusenwärterhaus am Ruhrufer. Foto: Markus Simaitis/WAZ FotoPoolWAZ. In türkisen Liegestühlen und auf flauschigen Decken tummeln sich die Gäste. An manchen Abenden verwandelt sich der Rasen neben dem Schleusenwärterhaus in eine Liegewiese unter freiem Himmel.

Die meisten Besucher hier wissen gar nicht, was sie eigentlich tun - nämlich „königlich chillen“, also gepflegt entspannen. Das gleichnamige Projekt, von der Wabe ins Leben gerufen, will mit seiner gemütlichen Atmosphäre vor allem Jugendliche anlocken.

„Bisher hat das aber leider noch nicht so gut geklappt“, bedauert Projektleiter Sebastian Trillenberg (33). Aber da nun erstmals seit Projektstart Anfang Juni wirklich schönes Wetter sei, hofft er auf großen jugendlichen Andrang.

Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag bauen die Mitarbeiter des Bistros ab 18 Uhr die Lounge im Grünen auf. Alle anderen Gäste nehmen übrigens die neue Rasenaustattung, die bewusst in jugendlich-frischem Türkis gehalten ist, sehr gut an. In den Liegestühlen genießen sie die abendliche Brise. Viele fahren mir dem Rad her, Autos verirren sich hingegen kaum auf das Gelände nahe der Ruhrschleuse. So scheint der Lärm der Stadt weit entfernt.

„Man bekommt richtig Strandfeeling,“, schwärmt Jessica Mohr, die mit ihren 22 Jahren eigentlich genau in die Zielgruppe der „Königlichen Chiller“ fällt. Aber von der Aktion hat sie bisher noch nichts gehört. Die junge Frau aus Vormholz ist zum ersten Mal hier - anders als Mutter Nicole Busch (48): „Ich bin oft und gerne hier, aber mit den Liegestühlen ist es noch viel gemütlicher“, sagt die Wittenerin und kaut genüsslich an ihrem Flammkuchen „original“.

Drei verschiedene Sorten bietet das Gasthaus, das von der Beschäftigungsgesellschaft Wabe betrieben wird, an. Speziell für Vegetarier gibt es sogar extra eine fleischlose Variante. Junge und alte Chiller können den Tag außerdem mit einem fruchtigen Cocktail oder einem kühlen Glas Weißwein in der Hand ausklingen lassen. Vergünstigte Preise für Schüler und Studenten gibt es trotz des Projekts bisher aber noch nicht.

Anreize für die jungen Gäste möchten die Mitarbeiter eher mit tollem Ambiente bieten. Damit es beim Entspannen so richtig „königlich“ zugeht, soll künftig ruhige Musik im Hintergrund laufen. „Toll wäre es auch, wenn mal jemand live spielt,“ so Wabe-Mitarbeiter Trillenberg, „vielleicht haben wir ja unter unseren jungen Gästen ein paar Musiker.“ Sofern die nicht gerade in einer Heavy-Metal-Band spielen, seien sie herzlich eingeladen, an der Insel 1 zu performen.

Die Aussicht auf Live-Musik findet Gast und Hobby-Gitarrist Herbert Kramer (71) klasse: „Das würde die Stimmung hier gut abrunden.“ Bier schmeckt dem Bochumer am besten, wenn er es beim Faulenzen in einem Liegestuhl trinkt: „Man fühlt sich hier ein bisschen so, als wäre man im Urlaub.“ Die Idee, mehr Schüler und Studenten zum Schleusenwärterhaus zu lotsen, gefällt dem Rentner gut. „Sonst sind ja fast nur wir Alten hier“, lacht er und knufft seiner Frau Ursula (69) in den Arm.

Dass die Aktion noch bis Ende September läuft, freut das Bochumer Ehepaar. „Na, bis dahin wird sich das schon bei den jungen Leute herumsprechen,“ meint Herbert Krämer, „aber meinen Liegestuhl gebe ich - ob Jungen oder Alten - keinem ab“.

WAZ-Bericht von Cindy Riechau

WAZ, 01.07.2012: Talare an der Ruhr

Am Schleusenwärterhaus an der Ruhr fand am Sonntag ein Open Air Tauffest statt. 68 Personen wurden bei dem Fest getauft. Foto: Marcus Simaitis / WAZ FotoPoolWAZ. Halleluja! Aus der Kirche ist man diesen Ruf gewohnt, am Schleusenwärterhäuschen hingegen sorgt er eher für Verwirrung. Nicht so am Sonntag. Da wimmelte es an der Ruhr von Gläubigen, die zum ersten Tauffest des evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten gekommen waren.

1400 tummeln sich auf dem Gelände an der Ruhr. Viele von ihnen sind Familienmitglieder eines der 68 Taufkinder. Rund um die Wiese vor dem Schleusenwärterhäuschen sind Pavillons aufgebaut, unter ihnen gruppieren sich die Familien und lauschen den Segensworten der Pfarrer. Von der zentral gelegenen Bühne hört man den Chor „soulteens“ der Creativen Kirche singen, manch ein Besucher gönnt sich dabei eine Bratwurst. Dass man mitten in einen Freiluftgottesdienst platzt, lässt sich auf den ersten Blick kaum erahnen. Denn hier erinnert nichts an einen klassischen Gottesdienst - bis auf die Talare der Pfarrer und die Taufbecken, die unter den Pavillons stehen.

Ganz klar: Diese Taufe vergisst man so schnell nicht. Wann hat man schließlich die Chance, unter freiem Himmel getauft zu werden? Pfarrerin Annette Krüger, die das Fest organisiert, sagt: „Viele unserer Gemeindemitglieder haben hier eine ganz andere Verbindung zu Gott, als wenn man in der Kirche sitzt. Und dann spielt auch noch das Wetter mit. Wenn das kein guter Draht nach oben ist, weiß ich auch nicht.“ Viele Besucher haben den feinen Anzug und das festliche Kleid aus dem Schrank geholt, manch einer nutzt den außergewöhnlichen Ort für einen lässigeren Kleidungsstil. Die zweijährige Kimberly in einem weiß-roten Kleid wurde gemeinsam mit ihrer Schwester getauft. Papa Thomas Dombrowski mag den Ort der Taufe: „Als wir die Anfrage bekamen, haben wir sofort zugesagt. Das ist mal etwas anderes und wir werden es so schnell nicht vergessen.“

Damit wenigstens ein Täufling auch wirklich in der Ruhr den Segen empfängt, macht sich Pfarrer Michael Dettmann von der Creativen Kirche auch die Hosenbeine nass. Gemeinsam mit dem kleinen Jungen stieg er in den Fluss. Das sorgte allerdings nicht nur für positive Resonanz. Manch ein Radfahrer war irritiert von dem Bild des Pfarrers und Jungen in der Ruhr. „Klar ist das außergewöhnlich, aber trotzdem komisch. Wir sind doch hier nicht in Indien, wo man die Menschen in den Ganges schubst“, meint die 68-jährige Ursula. Sie und ihr Mann sind mit dem Fahrrad auf dem Ruhrtalradweg unterwegs, als sie am Fest vorbeikommen. Sie ist evangelisch, aber eher traditionell eingestellt. „Meine Enkel wurden in der Kirche getauft. Das passt besser zu einem solch festlichen Anlass.“

Nach einer Stunde ist der Gottesdienst beendet. Mit der Bratwurst in der Hand und der Sonne am Himmel genießen viele Besucher noch den Tag an der Ruhr. Ob es das Fest allerdings im nächsten Jahr geben wird, darüber ist sich Pfarrerin Annette Krüger noch nicht sicher: „Es gab nur positive Reaktionen. Aber das ist enorm viel Arbeit und ein großer Aufwand gewesen. Gelohnt hat es sich trotzdem.“ Amen!

WAZ-Bericht von Franziska Bombach