Ruhr-Tourismus aus der Sicht von Radfahrern

Der Europaabgeordnete Dennis Radtke (Dritter von links) verbrachte mit weiteren CDU-Politikern einen Tag seiner Sommertour an der Ruhr. Los ging es für die Gruppe an der Radstation Herdecke bei WABE-Leiter Thomas Strauch (links), dann folgte ein Besuch gegenüber im Zweibrücker Hof. Foto: Steffen Gerber
Der Europaabgeordnete Dennis Radtke (Dritter von links) verbrachte mit weiteren CDU-Politikern einen Tag seiner Sommertour an der Ruhr. Los ging es für die Gruppe an der Radstation Herdecke bei WABE-Leiter Thomas Strauch (links), dann folgte ein Besuch gegenüber im Zweibrücker Hof. Foto: Steffen Gerber

WAZ. Der Ruhrtalradweg wird nur dann noch zum Politikum, wenn es um Absperrungen oder Streckenänderungen geht. Das Erfolgsprojekt steht ansonsten bei vielen im Fokus ihrer Freizeitplanungen. Eine Mischung daraus fand nun Dennis Radtke: Das Mitglied des Europa-Parlaments radelte mit weiteren CDU-Politikern von Herdecke nach Hattingen, wobei die Gruppe viele Gesprächstermine unterwegs vereinbart hatte.

Einen ganzen Tag seiner EU-Sommertour 2018 wollte der Bochumer Radtke am hiesigen Ruhrufer verbringen. Ihn begleiteten u.a. der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Ralf Brauksiepe (der Hattinger ist zugleich CDU-Vorsitzender im Ennepe-Ruhr-Kreis), der CDA-Kreisvorsitzende Christian Brandt aus Herdecke und Kreistagsabgeordnete Sabine Mayweg aus Wetter.

Die Einführung für die geliehenen Elektro-Fahrräder verknüpften die Politiker am Vormittag gleich mit Inhalten. Denn an der Herdecker Radstation erläuterte Thomas Strauch als Geschäftsführer der WABE (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung), für welche Aktivitäten sein Betrieb entlang des Ruhrtalradweges verantwortlich ist. Weiter ging es für die Gruppe direkt gegenüber. Im Ringhotel Zweibrücker Hof skizzierte Veronika Riepe von der Inhaber-Familie, wie es aus ihrer Sicht um den Ruhr-Tourismus steht und welche Erwartungen im Hotelgewerbe vorherrschen.

Dann setzten sich Radtke und Co. auf die Räder und rollten am Harkortsee entlang nach Wetter. In der Mittagszeit warteten dort Vertreter des Trägervereins „Unser Freibad am See“ auf die 13 Gesprächspartner, die sich über die Bedeutung dieser privaten Initiative für die Stadt informieren wollten. Schließlich erfolgte der Umbau des Naturbads mit Fördermitteln der Europäischen Union, so Radtke.

Weiter ging es auf dem Ruhrtalradweg nach Witten zum Königlichen Schleusenwärterhaus, zur DLRG, zum Kemnader See und bis ins Hattinger Rathaus. „Danke für die vielen interessanten Gespräche an der Wegstrecke“, resümierte Radtke.

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Ralf Brauksiepe war in den Ferien in seinem Wahlkreis unterwegs, bei seiner Sommertour begleitete ihn u.a. Christian Brandt aus Herdecke.

Die CDU-Politiker besuchten etwa das St.-Elisabeth-Hospiz in Witten. Als neuer Patientenbeauftragter der Bundesregierung betonte Brauksiepe dort die Vorteile des beschlossenen Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes. Demnach soll jede zusätzliche oder aufgestockte Stelle von der Krankenversicherung finanziert werden. Zugleich gab der Hattinger zu: Mit dem neuen Gesetz seien längst nicht alle Herausforderungen gemeistert. „Den Fachkräftemangel beseitigen wir nicht morgen, auch nicht übermorgen.“ Richtig sei aber: „In der Pflege gibt es kein Finanzierungsproblem.“

Die Aufgabe als Patientenbeauftragter, der rund 3000 Briefe im Jahr von Betroffenen erhält, betrachtet Brauksiepe als spannende Aufgabe. „Wir haben ein gut organisiertes Gesundheitssystem, aber viele Menschen erfahren das im Alltag nicht. Viele können ihre Rechte nicht durchsetzen – und daran müssen wir arbeiten. Die Praxiserfahrungen der Patienten müssen an die gute Rechtslage angepasst werden“, so Brauksiepe. Aus seinem Wahlkreis mit Herdecke, Wetter, Witten, Hattingen und Sprockhövel gebe es Zuschriften, in denen es oft darum gehe, dass Kuren nicht genehmigt werden oder Hilfsmittel wie Hörgeräte oder Rollstühle gar nicht oder nicht in der Qualität genehmigt werden, die man verschrieben bekomme.

Ein anderes Thema seien (vermeintliche) Behandlungsfehler. Menschen haben laut Brauksiepe den Eindruck, dass es ihnen nach einer OP oder nach der Einnahme eines Medikaments schlechter gehe. Und es fehle ein Ansprechpartner, dem sie das sagen können

WAZ-Bericht von Steffen Gerber

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