Schiffstaufe ohne Scherben

Die Taufe der neuen Ruhrtalfähre auf den Namen HARDENSTEIN fand am 26.09.2010 am Schleusenwärterhäuschen in Witten statt (v.l.): Arnim Brux, Landrat Sonja Leidemann BM Witten, Thomas Strauch WABE, Christel Humme MdL, Guntram Schneider Arbeitsminister in NRW, Christoph Heemann - Fährmann, Ralph Hiltrop Akkordeon, Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Es war kein guter Tag für die kleine Fähre "Hardenstein". Man hat ihr nicht nur ihren Namen abgesprochen, sondern lässt sie auch noch völlig im Dunkeln über ihr zukünftiges Schicksal.

Kaum einer beachtete am Sonntag Nachmittag (26.9.) das kleine Boot, das noch vereinzelt Fahrradfahrer von der Schleuse Herbede rüber zur Burgruine Hardenstein brachte. Alle Augen waren bereits auf die neue Fähre Hardenstein gerichtet, deren Schiffstaufe unmittelbar bevorstand.

Veranstalter und Wabe-Chef Thomas Strauch ist heilfroh, dass das Wetter mitspielt. "Als ich in den letzten drei Tagen den Wetterbericht verfolgt habe, habe ich Depressionen gekriegt", sagt er. Mit 100 bis 150 Gästen habe er gerechnet. Etwas mehr haben sich gestern im Ruhrtal versammelt, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Einige hatten sich schon lange auf diesen Tag gefreut, wie Michael Brech, der mit seiner ganzen Familie gekommen ist. "Papa hat das Schiff gebaut", verkündet seine kleine Tochter Alina lauthals. Bescheiden lenkt der Familienvater ein: "Ich habe im Rahmen der Karrierewerkstatt der Deutschen Edelstahlwerke mit daran gearbeitet." Auch wenn es in den letzten Wochen zeitlich etwas eng wurde, ist Michael Brech zufrieden mit dem Ergebnis.

Prominente Gäste wie Arbeitsminister Guntram Schneider, SPD-Bundestagsabgeordnete Christel Humme, Bürgermeisterin Sonja Leidemann und Landrat Arnim Brux schunkeln auf der ansonsten leeren Fähre gemeinsam zu den "maritimen Klängen" des Akkordeonspielers Ralf Hiltrop. "Das ist eine Taufe und keine Beerdigung", feuert Schneider die Stimmung an. Er richtet bei dieser Gelegenheit herzliche Grüße der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft aus, die "heute auch gerne dabei gewesen wäre", aber leider gerade in Berlin zu tun hat.

Nach einer kurzen Glückwunschrede greift die Bürgermeisterin zur Flasche und tauft die neue "Hardenstein" mit den Worten: "Schiff Ahoi!" Aus Rücksicht auf die im Sommer hier badenden Kinder hatte Thomas Strauch sie gebeten, die Flasche nicht zu zerschlagen, wie es sonst bei Schiffstaufen üblich ist.

Um Viertel vor drei legte das frisch getaufte Boot zu seiner offiziellen Jungfernfahrt ab. Viele Gäste wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen und strömten auf die neue Fähre, die laut Kapitän Christoph Heemann locker 49 Passagieren und etwa 30 Fahrrädern Platz bietet. Auf der alten "Hardenstein" konnten nur zwölf Fahrgäste untergebracht werden - viel zu wenig bei rund 200 000 Fahrgästen, die pro Jahr erwartet werden.

Bis zum 31. Oktober wird das 20 Tonnen schwere Schiff noch zwischen den beiden Ufern verkehren. Danach ist bis April erst mal Winterpause.

WAZ-Bericht von Carolina Zimmermann

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