RN, 24.01.2012: Kreatives Duo fand Weg aus der Arbeitslosigkeit

Christian Groth und Anette Jalowietzki fotografieren sich gern gegenseitig, um zu experimentieren: 'Das macht uns einfach Spaß.' (Foto: Susanne Linka)Ruhr Nachrichten. Christian Groth und Anette Jalowietzki haben sich im Arbeitslosenprojekt "Wendepunkte" beruflich gefunden: Sie arbeiten jetzt im Webdesign Groth zusammen. Seit einem halben Jahr gestalten die beiden Internetpräsenzen, Fotos und Flyer. Und haben dabei viel Spaß.

„Arbeit kann und soll Spaß machen“, dieser Satz hat Christian Groth (47) im Juni 2010 spontan angesprochen. Die Worte aus der Broschüre für das Arbeitslosenprojekt „Wendepunkte“ lockten ihn hinein in das Projekt: „Das war tatsächlich ein Wendepunkt für mich“, sagt er heute.

Auch Anette Jalowietzki (52) kann ihm da nur beipflichten. Er und die Wetteranerin haben sich in dem Projekt beruflich gefunden und gestalten jetzt gemeinsam Internetpräsenzen, Fotos und Flyer. Mit großem Spaß an ihrer Arbeit, wie sie betonen.

Noch können sie nicht davon leben. Doch sie werben fleißig für ihre Dienste, verteilen zum Beispiel Flyer an Kunsthochschulen. „Wir können uns gut vorstellen, für Künstler zu arbeiten“, verraten sie. Für das Kabarettistinnen-Duo Mia und Threschen haben sie schon ein CD-Cover gestaltet. Es könnte so weiter gehen.

Der Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik möchte weg vom Arbeitslosengeld. Anette Jalowietzki bezieht keine Leistungen, möchte aber gerne Einkünfte durch ihre Fotoarbeiten erzielen. Sie hatte im Arbeitslosenprojekt gleich „Fotokünstlerin“ auf das Blatt Papier geschrieben, auf das die Teilnehmer ihre Visionen übertragen sollten.

„Ich habe das Fotohandwerk nicht gelernt“, sagt sie. Sie war lange als Fachverkäuferin tätig, dann Hausfrau und Mutter. Nach der Trennung von ihrem Mann konnte sie sich eine Rückkehr in den Handel nicht mehr vorstellen. Im Sommer stellt sie in einer Hattinger Galerie ihre künstlerischen Arbeiten aus. Als Künstlerin arbeitet sie unter ihrem Mädchennamen Anete Nürnberg.

„Wir haben beide unser Ziel erreicht“, loben sie ausdrücklich das Projekt „Wendepunkte“, das bald nach dem Start bei anderen Teilnehmern auf herbe Kritik stieß. „Vielleicht wollten oder konnten sie ihrem Leben keine Wende geben“, meint Christian Groth.

In seinen technischen Fähigkeiten und Nürnbergs künstlerischen Beiträgen sieht er eine ideale Ergänzung: „Viele junge Webdesigner überfrachten ihre Seiten so. Wir legen Wert darauf, dass Informationen gut gefunden werden.“ Das muntere Duo hat auch den neuen Internetauftritt des Integrationsrates gestaltet.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Susanne Linka

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