Geschrieben am . Veröffentlicht in 2012 .

WAZ, 20.08.2012: Von der Wanne in die Ruhr

Enten satt gab es am Wochenende beim Rennen auf der Ruhr. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPoolWAZ. Wer den Lebensraum von gelben Gummienten auf Badewannen beschränkt, dürfte sich am Sonntagnachmittag gewundert haben: Knapp 700 dieser Exemplare bestritten das Entenrennen am Schleusenwärterhäuschen.

Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen des Ruhrtal-Triathlons vom Rotary Club Witten-Hohenstein - für den guten Zweck, wohlgemerkt. Tolle Preise gab es auch für die Gewinner des Wettbewerbs „Schönste Ente“.

„Einige Wochen lang waren die Entchen im Verkauf, zum Beispiel an Ständen in der Bahnhofsstraße“, erklärte Club-Präsident Thomas Seiler. Wer eines der Fünf-Euro-Exemplare erwarb, nahm dann am Rennen um den Titel „schnellste Ente“ teil und hatte außerdem die Möglichkeit, das Tierchen zu verzieren - unter diesen wurde dann die „schönste Ente“ gesucht.

Da die Preise von großzügigen Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden, wird der gesamte Erlös dem Therapiekindergarten des Marien-Hospitals gespendet. „Wir möchten, dass das Geld in Witten bleibt“, erläutert Seiler.

Bevor die gelben Tierchen zu Wasser gelassen wurden, kürte die Rotary-Jury die gestylten Exemplare. Über die 150 Euro Preisgeld freute sich Birgit Bartholmey. Die junge Frau hatte ihren Samstagnachmittag für das Basteln geopfert: Ihre drei Enten saßen in einem Drachenboot aus Filz. „Normalerweise gehören natürlich 20 Paddler und ein Trommler in ein Boot. Aber das wäre mir dann doch zu teuer geworden“, erzählt Bartholmey lachend. Und zumindest die Trommel fehlte der Miniaturausgabe eines Drachenflitzers nicht.

Auf eine Fahrt auf der MS Schwalbe und dazugehörigen Brunch freut sich die kleine Paula Bray. Die Wittenerin gewann mit ihrem Exemplar einen Sonderpreis. „Die Ente soll eine Oma sein, die mit ihrem Floß über die Ruhr schippert“, erklärt sie den Hut und die Kette ihrer Ente.

Gerne auf der Ruhr schippern würden vermutlich auch die Besitzer der vielen anderen Tierchen. Sowieso müsste bei 44,3 Grad in der Sonne dieser Wettbewerb eher „Langsamste Ente“ lauten, aber das Ziel ist klar: Die 300-Meter-Strecke muss schnellstmöglich zurück gelegt werden. Ausgesetzt von einem DLRG-Boot, gibt die gelbe Masse ihr Bestes. Nach einem packenden Schlusssprint durfte Nils Kathagen jubeln: Seine Ente wurde als erste aus der erfrischenden Ruhr gefischt. Damit gewann er ein IPad.

Zum fünften Mal veranstaltete der Rotary Club das Entenrennen schon - das erste Mal im Rahmen des Ruhrtal-Triathlons. Club-Präsident Thomas Seiler zeigte sich hoch zufrieden: „Das Publikum ist hier viel näher an den Enten und auch die kleine Fähre der Wabe hat Zuschauer aufgenommen“. Die Verbindung von „Sport, Spiel und Familie“ sorgte für tolle Stimmung. Auch die geladenen Ehrengäste auf dem Motorschiff Schwalbe fieberten beim Rennen mit - nicht nur wegen der Hitze.

WAZ-Bericht von Philip Raillon

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