Pressespiegel


19.05.2019: Gute Stimmung, kleine Leckereien und entspanntes Ambiente

16.05.2019: Kommentar - Der „Alte Fritz“ kann eine Belebung fürs Augustaviertel sein

Susanne Schild kommentiert. Foto: Nitsche
Susanne Schild kommentiert. Foto: Nitsche

WAZ. Das Knut’s war der Impulsgeber fürs Wittener Wiesenviertel. Auch das Gründerzeitquartier rund um die Augustastraße hätte ein Aufblühen verdient.

Die Kneipe „Zum Alten Fritz“ gibt nicht nur Geflüchteten oder Gescheiterten Chancen, wieder im Arbeitsmarkt und im Leben Fuß zu fassen. Es ist auch eine Chance für das Quartier zwischen Breite Straße und Hauptstraße. Man wundert sich, dass sich dieses schöne Wohngebiet nicht längst zum kleinen Kreuzviertel (Dortmund) gemausert hat.

Man schaue auf die Gründerzeitfassaden, die angenehmen Straßenbreiten, die vielen Pflanzeninseln, die tollen Hinterhöfe. Vielleicht könnte der Kampf um den Fritz auch dieses Viertel beleben. Hat denn nicht zuletzt auch das Kulturcafé Knut’s vor gerade einmal sieben Jahren das Wiesenviertel wachgeküsst? Auch ohne rührige Studenten könnte es gelingen.

Kommentar von Susanne Schild

 

16.05.2019: Wittener Kneipe „Zum Alten Fritz“ darf weitermachen

Servieren syrisches Essen in urdeutschem Ambiente: (v.l.) Simone Germer, Susanne Fuchs, Ali Deghan und Saad Doraji von der Wittener Gaststätte „Zum Alten Fritz“. Die Wabe qualifiziert dort Arbeitslose und Flüchtlinge. Foto: Jürgen Theobald
Servieren syrisches Essen in urdeutschem Ambiente: (v.l.) Simone Germer, Susanne Fuchs, Ali Deghan und Saad Doraji von der Wittener Gaststätte „Zum Alten Fritz“. Die Wabe qualifiziert dort Arbeitslose und Flüchtlinge. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Die Kneipe „Alter Fritz“ darf weitermachen. Die Beschäftigungsgesellschaft Wabe betreibt das urdeutsch wirkende Ecklokal an der Augustastraße 26, um Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen eine Perspektive zu bieten. Das Projekt rechnet sich zwar nicht. Doch weil der Fritz in letzter Zeit immer mehr Fans gefunden hat, muss er nun doch noch nicht abdanken.

Die Wabe hatte im Februar erklärt, dass das Beschäftigungsprojekt finanziell nicht tragfähig sei. Öffentliche Gelder liefen aus, die Kneipe erwirtschafte zu wenig Erlös, die Räume müssten renoviert werden. 40.000 Euro, hat Wabe-Chef Thomas Strauch ausgerechnet, würde allein die Modernisierung der Küchentechnik kosten.

Ein Beispiel: „Der Kühlraum für gezapftes Bier befindet sich im Keller und wird 24 Stunden täglich mit einer Technik aus dem letzten Jahrhundert betrieben. Sie glauben nicht, wie hoch unsere Energiekosten sind.“ Im März und April hatte es eine Analyse der Fixkosten gegeben – und nach Bekanntwerden der Schließungspläne in unserer Zeitung etliche Hilfsangebote. Der Tenor: Fritz soll bleiben!

„Diese Hilfe wollen wir gerne annehmen“, sagt Strauch. Der Vermieter hat erneut die Miete reduziert. Im Gegenzug will die Wabe mit verschiedenen Maßnahmen Kosten senken – etwa indem man den Kühlraum abschaltet und nur auf Fasskühlung unter der Theke setzt. Auch die Portionen werden künftig etwas kleiner ausfallen. „Unsere syrischen Köche sind zu gastfreundlich. Die Gäste schaffen ihr Essen sowieso nie“, sagt Susanne Fuchs von der Wabe.

Zudem wurden Gutscheine namens „Perspektive schenken“ gedruckt, die man an der Theke kaufen kann. „Wir glauben, dass sich so der Bekanntheitsgrad des Fritz erhöhen wird“, sagt Fuchs. Denn trotz aller Sparmaßnahmen ist klar: Es müssen mehr Kunden kommen, die mehr zahlen. Der Saal wird zwar von Vereinen, Gruppen und Studenten gebucht – aber am Ende des Abends werden nur einige Getränke abgerechnet.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

 

05.05.2019: Radstation der Wabe eröffnet Wittens erstes Fahrrad-Café

Wabe-Chef Thomas Strauch (Mi.) begrüßt die ersten Radcafé-Gäste, Peter Apel und Simone Schmidt-Apel. Foto: Bastian Haumann
Wabe-Chef Thomas Strauch (Mi.) begrüßt die ersten Radcafé-Gäste, Peter Apel und Simone Schmidt-Apel. Foto: Bastian Haumann

WAZ. Nach dem schlechten Abschneiden Wittens beim jüngsten Fahrradklimatest (Note: 4,4) gibt’s nun wieder Erfreuliches für die Fahrradfahrer in der Ruhrstadt. Die Beschäftigungsinitiative Wabe hat am Freitag Wittens erstes Radcafé eröffnet.

Der Kuchen fehlt zwar, dafür gibt’s Würstchen und ein syrisches Büfett, als Leiter Frank Lodja den nach dem Wittener Hauptbahnhof und Zweibrücker Hof in Herdecke nunmehr dritten Standort der Radstation für eröffnet erklärt. „Das ist zwar kein Café im klassischen Sinne. Aber Radfahrer können gerne auf einen Kaffee vorbeikommen, um sich auszutauschen“, sagt er.

Lodja (53) ist der einzige Festangestellte der Radstation, die neun Langzeitarbeitslosen für fünf Jahre mit der Option auf zwei weitere Jahre Arbeit gibt – etwa Frank Lehnert, der gerade am Grill steht. „Super“ findet er die Filiale in der Augustastraße 36. „Die Raumaufteilung, es ist heller, alles optimal“, sagt der 57-jährige, der seit fünf Jahren bei der Radstation schraubt. Sie platzt seit ihrem Umzug aus der Bahnhofshalle in den Keller aus allen Nähten.

Nun, in den 200 m² großen Räumen eines früheren Elektrogeschäfts in der oberen Innenstadt, kann man nun vor allem die Verkaufsräder präsentieren. Alte werden instandgesetzt und zum Kauf angeboten, neben erstmals auch neuen Fahrrädern. „Ich finde das prima hier, weil die Kinder Räder brauchen. Sie wurden ihnen aus der offenen Garage geklaut“, sagt Ute Brüne-Cohrs (51), eine der ersten Besucherinnen an diesem Nachmittag.

Wabe-Chef Thomas Strauch (64) befürchtet nicht, dem kommerziellen Handel mit der durch öffentliche Mittel geförderten Radstation und ihrem jüngsten Ableger in die Quere zu kommen. Der Handel, der dank E-Bikes einen Boom erlebt, sei sogar froh, wenn sich die Wabe noch um andere Dinge kümmere, sagt Strauch. In der Radstation am Bahnhof kann man sich zum Beispiel Räder leihen. Die Waschanlage ist zum Radcafé gezogen, weil sie nun draußen stehen bleiben kann. Die neue Filiale hat auch eine größere, hellere Werkstatt – zusätzlich zum Reparaturbetrieb am Bahnhof.

„Witten wird immer mehr Fahrradstadt“, freut sich Fahrradbotschafter Andreas Müller (66) zur Eröffnung. Am 23. Mai wird dem Verkehrsausschuss das neue städtische Radkonzept vorgestellt. Es dürfte neben sicheren Radstreifen und Wegen mehr Abstellplätze vorsehen. Dann, sagt Müller, würden sicherlich mehr Leute ihren Drahtesel am Bahnhof parken, „wodurch längere Autofahrten vermieden werden“. Die Radstation, die in diesem Jahr 20 Jahre alt wird, vermietet ebenfalls Stellplätze. Doch es fehlen, so Müller, „mindestens 100“.

Noch wurden keine Einzelheiten des von zwei Planungsbüros erarbeiteten Radverkehrskonzepts bekannt. Es dürften aber Vorschläge der Bürger aufgenommen worden sein. Zu den bekannten Schwachpunkten zählen etwa der marode Fahrradweg entlang der Ruhr an der Herbeder Straße und deren letztes Stück Kopfsteinpflaster in Richtung City, der fehlende Radstreifen an der Ruhrstraße zwischen Gasstraße und Ruhrdeich-Kreuzung oder die Husemannstraße, wo der Radweg bergauf über den Bürgersteig führt. Dort könnte als erster Schritt ein Piktogramm auf der Straße Autofahrern zeigen: „Hier dürfen Radfahrer fahren.“ Es gibt noch viel zu besprechen im neuen Radcafé.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

 

29.04.2019: Die Sonne lacht beim Wittener Folk am Fluss

Die Gruppe Lost Drill eröffnete den Folk-am-Fluss-Abend in Witten mit irischen Songs.Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Die Gruppe Lost Drill eröffnete den Folk-am-Fluss-Abend in Witten mit irischen Songs.Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

WAZ. Beste Konzert-Stimmung an der Ruhr: Die Gruppen Lost Drill und Waveland Gang forderten am Königlichen Schleußenwärterhaus zum Tanzen auf.

Grün müssen die Krawatten sein. Wie die Schlipse der fünf Bandmitglieder von Lost Drill. Grün wie die Hügel in Irland oder die Kostümierung am St. Patrick’s Day. Nach Irland möchte die Moerser Band bei Folk am Fluss entführen. Mit Irish Folk, mit Hymnen über die Liebe oder das Nachtleben in den Pubs. Die Zuhörer am Königlichen Schleusenwärterhaus sind begeistert.

„Let’s raise the glass“ oder ganz einfach „Drink“ lauten die Titel der Band. Und so lautet auch ihre Frage ans Publikum: „Habt Ihr schon getrunken?“ Natürlich haben sich die vielen Besucher am Schleusenwärterhaus schon ein erstes, frisch gezapftes Guinness genehmigt. Die Festivalsaison in Witten ist eröffnet. Folk am Fluss präsentiert gleich zwei Bands: Neben Lost Drill spielt die Waveland Gang aus Witten. Zum Glück spielt auch das Wetter mit, freut sich Lilo Dannert, Vereinsvorsitzende von Wittenfolk: „Anfang der Woche dachten wir noch, dass wir im Regen untergehen.“

Am frühen Freitagabend kommt aber die Sonne raus. Auch Knut und seine Freunde sind unter den zahlreichen Gästen. Knut findet, man müsse gar nicht eine Vorliebe für Folk haben, um diesen Abend zu genießen. „Mir gefällt einfach dieser Ort. Das ist idyllisch hier. Und wenn dann noch Veranstaltungen stattfinden, ist das ein Gewinn für Witten.“ Auch Nawras und Moa freuen sich über die gute Stimmung bei Folk am Fluss, sagen die beiden Syrer. „Hier ist alles freundlich“, meint Nawras.

Eine echte Folk-Liebhaberin ist Natalie. „Ich höre diese Musik schon, seit ich 16 Jahre bin“, erzählt sie. Wie sie die Bands an diesem Abend findet? Dazu möchte sich Natalie, regelmäßige Konzertbesucherin, nach den ersten Songs noch nicht äußern. „Wahrscheinlich bin ich da ein bisschen verwöhnt.“

Lost Drill und die Waveland Gang spielen an diesem Abend keinen klassischen Folk. Ihre Musik ist ein bisschen schneller, eine Aufforderung zum Tanzen. In den Songs der Waveland Gang spielen Punk und Ska eine große Rolle. Mit diesem Musikmix haben die Wittener bereits viele Auftritte in ihrer Heimatstadt bestritten: bei „Witten ist bunt“, im Roxi im Wiesenviertel und im Kulturbistro Curly Cow an der Hauptstraße.

Am Schleusenwärterhaus lauschen Jung und Alt den Waveland- Gang-Liedern. Ihre schnelle Musik sei – unabhängig vom Alter der Zuhörer – immer gut angekommen, so Schlagzeuger Moritz Bleif. Er fügt hinzu: „Wir haben auch schon oft auf Geburtstagen gespielt, vor allem bei runden – wie 50. oder 60. Geburtstagen. Da wurde am besten getanzt.“ Auch am Freitagabend wurde zur Live-Musik geschwoft.

Die kostenlose Konzert-Reihe „Folk am Fluss“ veranstaltet der Verein Wittenfolk in Kooperation mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe).

WAZ-Bericht von Benjamin Trilling

 

24.04.2019: Radcafé wird neuer Treffpunkt für Fahrradfreunde in Witten

Frank Lojda, Leiter der Wittener Radstation, freut sich auf die Eröffnung eines zweiten Standorts in der Augustastraße. Foto: Thomas Nitsche, Archiv
Frank Lojda, Leiter der Wittener Radstation, freut sich auf die Eröffnung eines zweiten Standorts in der Augustastraße. Foto: Thomas Nitsche, Archiv

WAZ. Die Radstation Witten eröffnet eine „Filiale“ in der oberen City – mit Verkauf, Werkstatt und Café. Ohne Kuchen, aber einen Kaffee gibt’s immer.

„Treff für Radfreunde“ nennt sich das neue Radcafé, das nächste Woche als zweiter Standort der Radstation eröffnet wird – im ehemaligen Ladenlokal von Elektro Vaupel in der Augustastraße.

Gebrauchte sowie neue Fahrräder werden zum Verkauf stehen. Außerdem wird das Angebot um weiteres Zubehör wie Helme und Schlösser ergänzt. Neben dem Laden gebe es eine Servicewerkstatt, sagt der Leiter der Radstation, Frank Lojda. Am Wichtigsten sei jedoch, dass das Radcafé auch als Treffpunkt genutzt werden könne. „Jeder Radinteressierte kann hierher kommen, einen Kaffee trinken und sich dabei mit Gleichgesinnten austauschen“, erklärt der 53-jährige.

Täglich frischen Kuchen, wie in einem richtigen Café, werde es aber nicht geben. Dafür sollen gelegentlich Informationsveranstaltungen und Workshops stattfinden – zum Beispiel zu den Themen „Wie stelle ich meine Kettenschaltung richtig ein?“ oder „Wie mache ich mein E-Bike fit für den Winter?“.

Und welche Auswirkungen hat die Eröffnung des Radcafés auf die Radstation im Hauptbahnhof? Nach Angaben von Frank Lojda bleibt dort fast alles so, wie es ist, „außer dass man dort dann keine gebrauchten Fahrräder mehr kaufen kann“. Die stehen schließlich demnächst alle im neuen Laden. Lojda: „Das Radcafé soll nur als zweiter Standort dienen. Seitdem wir in den Keller am Hauptbahnhof gezogen sind, haben wir einfach zu wenig Platz.“ In der neuen Filiale stehen 150 Quadratmeter zur Verfügung.

Wer neugierig geworden ist, kann am Freitag, 3.Mai, zwischen 15 und 17.30 Uhr in der Augustastraße 36 vorbeischauen. Dann wird das Radcafé bei Grillwürstchen und Fingerfood mit einer kleinen Feier eröffnet.

WAZ-Bericht von Lea Liebscher

20.04.2019: Traumwetter lockt Wittener am Osterwochenende ins Freie

Zahlreiche Menschen nutzen das herrliche Wetter für einen Ausflug zum Schleusenwärterhäuschen. Foto: Jürgen Theobald
Zahlreiche Menschen nutzen das herrliche Wetter für einen Ausflug zum Schleusenwärterhäuschen. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Die Sonne lacht, T-Shirt-Wetter! Die Wittener, die nicht an der Nordsee in Holland schmoren, genießen die Traumtemperaturen vor der Haustür.

Nach dem schönen Karfreitagswetter bleiben der Karsamstag (20.4.) und aller Voraussicht nach auch das Oster-Wochenende sonnig. Die Temperaturen klettern mühelos auf deutlich über 20 Grad. Wer nicht weggefahren ist, genießt das Traum-Wetter eben in Witten – sei es im Café in der Innenstadt, bei einer Radtour an der Ruhr mit einem gemütlichen Zwischenstopp im Schleusenwärterhaus oder auf dem Hohenstein. Überall sind die Menschen unterwegs. Am Samstagabend lodern dann einige Osterfeuer im Stadtgebiet – genau der richtige Abschluss eines tollen Tages.

WAZ-Bericht

30.03.2019: Saisonstart bei Bilderbuchwetter auf der Ruhr in Witten

Sie steuern die MS Schwalbe II durch die Saison: Die Schiffsführer Stefan Finkensiep (von links), Helge Spartz und Jens Plöger begrüßen am Samstag (30.3.) die ersten Gäste an Bord. Foto: Fischer
Sie steuern die MS Schwalbe II durch die Saison: Die Schiffsführer Stefan Finkensiep (von links), Helge Spartz und Jens Plöger begrüßen am Samstag (30.3.) die ersten Gäste an Bord. Foto: Fischer

WAZ. Petrus hat es am Freitag (29.3.) wirklich gut gemeint. Nach verregneten Saisonstarts mit beißender Winterkälte strahlte nun die Sonne vom blauen Himmel über der Ruhr in Witten. Die Hardenstein-Fähre machte den Anfang, die „Schwalbe“ startet am Samstag (30.3.) in die neue Saison, die Gastronomie am Schleusenwärterhaus ist eröffnet.

Das sind Termine, für die man gern Journalist geworden ist. Die Reporter gehen an Bord der Schwalbe, diesem schönen weißen Ausflugsdampfer, drehen eine Runde ohne Publikum über die Ruhr und den Kemnader See, futtern Schinkenbrötchen, schlürfen Kaffee und machen sich pflichthalber ein paar Notizen zur neuen Saison. Aber Spaß beiseite. Die Ruhr ist gerade vom Schiff aus ein Erlebnis., so wie sie sich an diesem Morgen nach Hochwasser, Dauerregen und Winterkälte im gleißenden Licht der noch jungen Frühlingssonne zeigt.

Wir stehen in warmen Mänteln an Deck, denn die Luft ist immer noch frisch, und sehen den Fischreihern beim Sonnenbaden zu. Hier und da kündet noch Treibgut, gerade im Stausee, von den wilden Fluten der vergangenen Wochen. Da riss die Strömung ganze Bäume mit. „Jetzt fließen noch 60 Kubikmeter pro Sekunde durch das Flussbett, normal sind 40, fahren dürfen wir bis 100 die Ruhr runter“, sagt Käpt’n Jens Plöger (40), ein gelernter Gas- und Wasserinstallateur, der seine zehnte Saison absolviert, zusammen mit den drei weiteren Schiffsführern Helge Spartz (48), Stefan Finkensiep (26) und Michael Freudenreich (57).

Natürlich ist das hier nicht die Nordsee, wo Bilder eines schwankenden Kreuzfahrtriesen vor Norwegen selbst gestandene Männer wie Plöger beeindruckt haben. „Da haben wir es gut dagegen“, sagt der Stadtwerke-Mitarbeiter. Aber sogar auf der Ruhr mit ihren nicht ungefährlichen Strömungen kann ein Schiff wie die Schwalbe schwerer manövrierbar sein, wenn plötzlich der Motor schlapp macht. Diese Erfahrung machte die Crew am Ende der letzten Saison, als der Antrieb ausfiel – ausgerechnet an einem Sonntag, als das Schiff „rappelvoll“ war. Zum Glück hatte man den Hafen Heveney schon erreicht.

Nun denn, für diese Saison ist der Dampfer startklar. Alles glänzt, alles ist repariert, der Antrieb nagelneu. 35.000 Fahrgäste haben zuletzt für ein Rekordjahr gesorgt. 10.350 Menschen kamen allein über die Ruhr-Topcard. Dass sich Witten ein Ausflugsschiff leistet, ist ein Luxus, den sich die Stadtwerke zusammen mit den drei Bädern 2,8 Millionen Euro im Jahr kosten lassen. Für 2,5 Millionen Euro Miese sorgen allein das Freibad und die Hallenbäder Vormholz und Annen. Wollte man schwarze Zahlen schreiben, „würde der Eintritt in die Bäder das Zehnfache kosten, also 30 Euro“, sagt Vertriebschef Markus Borgiel. Er gibt an Bord noch eine Personalie bekannt.

Der bisherige Bäderchef Dennis Hippert ist nach vier Jahren in die technische Abteilung zurückkehrt. Seine Stelle war extern ausgeschrieben worden. Michael Blumberg aus Ibbenbüren machte unter 20 Bewerbern das Rennen. Er kennt die Branche seit den Achtzigern. Jetzt bekommt er erstmals ein Schiff dazu. „Das ist komplett neu für mich und hat seinen Reiz gehabt“, sagt der 57-Jährige.

Rumms! Die Schwalbe passiert die Schleuse und hat eine Wand geküsst. Alles halb so wild. Die Journalisten gehen von Bord, der Käpt’n und seine Mannschaft bleiben an Deck. Auf sie warten in den kommenden Monaten noch viele Fahrten auf der Ruhr – bis Ende Oktober, wenn der Zeiger der Uhr wieder zurückgedreht wird.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

15.03.2019: Wittenerin Autorin schreibt Gedicht über ihre Heimat

Einen anderen Blick auf die Heimat zeigt Sigrid Drübbisch ab 14. April im Zollhaus auch mit ihren Metallbildern von der Industriekultur an der Ruhr. Foto:Zabka
Einen anderen Blick auf die Heimat zeigt Sigrid Drübbisch ab 14. April im Zollhaus auch mit ihren Metallbildern von der Industriekultur an der Ruhr. Foto: Zabka

WAZ. Heimat – was ist das eigentlich? Ein Land? Eine Sprache? Oder nur ein Gefühl? Drei Autoren vom Literatur-Raum Dortmund-Ruhr wollten es genauer wissen und starteten ein weltweit einmaliges Projekt. Sie baten Schriftsteller aller Länder um ihre Beiträge zum Thema. Herausgekommen ist ein Buch mit 150 Texten aus aller Welt – darunter einer aus Witten.

Sigrid Drübbisch hat es mit ihrem Gedicht „Wortfetzen“ in den Sammelband geschafft. „Als ich von der Ausschreibung hörte, habe ich mich gleich angesprochen gefühlt“, sagt die 64-Jährige Wittenerin, die Mitglied im Dortmunder Autorenstammtisch ist.

Eine neue, eine weitere Definition von Heimat wollte Mit-Initiator Thorsten Trelenberg von den Autoren bekommen. Die Resonanz auf die Ausschreibung im Netz war riesig, nicht nur aus Deutschland. Aus Tunesien kamen Texte, aus Bulgarien, aus den USA. Von Menschen, die noch nie etwas veröffentlicht haben ebenso wie von namhaften und preisgekrönten Lyrikern wie SAID, Safiye Can oder Volker W. Degener. „Nach 500 Zuschriften haben wir den Aufruf gestoppt“, so Trelenberg. „Mit dem Material hätten wir noch einen zweiten Band füllen können.“

So aber blieb ihm und seinen Herausgeber-Kollegen Matthias Engels und Thomas Kade nur die Qual der Wahl. „Entscheidend für die Aufnahme ins Buch war einzig und allein die Qualität der Texte“, versichert Trelenberg. Einen Bonus für Mitglieder der Dortmunder Gruppe habe es nicht gegeben. „Das sieht man auch daran, dass bei weitem nicht alle ihre Texte berücksichtigt worden sind.“

Entsprechend stolz ist Sigrid Drübbisch, dass ihr Gedicht, das sie extra für den Sammelband verfasst hatte, ausgewählt worden ist. Der Begriff Heimat sei ja sehr belastet. „Da finde ich es besonders faszinierend, einmal neu drauf zu schauen, sich neu mit dem Wort auseinanderzusetzen“, sagt die Künstlerin, die sich in Witten nicht nur als Lyrikerin, sondern auch als Malerin und Krimi-Autorin einen Namen gemacht hat.

Nicht nur als Lyrikerin, auch als Malerin hat sich Sigrid Drübbisch mit der Heimat auseinander gesetzt. Einige ihrer Arbeiten unter dem Titel Ruhr(er)leben zeigt sie im Frühling im Zollhaus Herbede, Ruhrtal 1.

Die Vernissage dazu findet am 14. April um 15 Uhr statt. Zu sehen sein werden etwa zehn Industriekultur-Bilder in Mischtechnik auf Metall. Die Ausstellung zum 65. Geburtstag der Künstlerin läuft bis zum 7. Juli.

Und wo oder was ist Heimat nun für sie? „Heimat ist ein Ort, an dem ich mich gut fühle, an dem es nichts Negatives gibt. Das ist die Heimat in mir selbst“, sagt Drübbisch. In der 450 Seiten starken Anthologie mit 150 Beiträgen in 20 Sprachen – alle im Original und übersetzt – fühle sie sich mit dieser Sicht und ihrem Text gut aufgehoben. „Es ist ein sehr sensibles, vielfältiges Buch geworden.“

Und eines, das offenbar gut ankommt: Die erste Auflage ist bereits verkauft, die zweite wird gerade gedruckt.

WAZ-Bericht von Britta Bingmann

28.02.2019: Das ist in den Osterferien in Witten los

Regelmäßig bekommt das Muttentalfest Besuch vom Osterhasen. Auch diesmal sollen bunte Eier verteilt werden – hier ein Foto vom letzten Jahr. Foto: Zabka
Regelmäßig bekommt das Muttentalfest Besuch vom Osterhasen. Auch diesmal sollen bunte Eier verteilt werden – hier ein Foto vom letzten Jahr. Foto: Zabka

WAZ. Von Eiertanz bis Tummelmarkt – in den Osterferien (13. bis 28. April) ist in diesem Jahr auch in Witten wieder einiges los. Familien können sich ebenso über Veranstaltungen freuen wie Feierlustige. Viele Open-Air Events locken an die frische Luft – und das dank des in diesem Jahr späten Osterfestes hoffentlich bei strahlendem Sonnenschein.

Pünktlich zum Beginn der Ferien findet am 14.4. das alljährliche Muttentalfest statt. In diesem Jahr dreht sich alles um Ostern, da darf natürlich auch der Besuch des Osterhasen nicht fehlen. Bunte Programmpunkte sorgen neben der Kinderrallye mit Spiel- und Bastelaktionen und der beliebten Bimmelbahnfahrt von 11 bis 17 Uhr für gute Laune bei Groß und Klein.

Zum Ende der Ferien bietet sich eine Schnäppchenjagd an: Am 28.4. lädt die Werkstadt zum Familientrödelmarkt ein. Von 11 bis 15 Uhr werden an mehr als 50 Ständen Kinderspielzeug und Antiquitäten verkauft.

Saisoneröffnung am Kemnader Stausee ist am 25. März. Die Verleihe sowie die Minigolfanlage sind wieder geöffnet. Die MS Kemnade dreht wieder ihre Runden, es kann wieder gesegelt, gesurft und gepaddelt werden. Ab 11 Uhr tritt im Hafen Heveney der Shanty-Chor auf.

Am Karsamstag (20.4.) wird beim Eiertanz in der Werkstadt auf zwei Tanzflächen der Frühling begrüßt: Partyhasen können ab 22 Uhr tanzen und sich von einigen Oster-Specials überraschen lassen. Der Eintritt kostet 6 Euro an der Abendkasse. Auch am letzten Ferienwochenende wird in der Werkstadt gefeiert. Am 27.4. lockt die 80er-Party mit Kult-Hits.

Ein traditionelles Fisch-Essen findet am Karfreitag (19.4.) im Haus Kemnade statt. Das angebotene Vier-Gänge-Menü verspricht für 49 Euro pro Person „das Beste aus dem Meer“. Brunchen kann man in Sebo’s Café am Osterwochenende: Am 21. und 22.4. gibt es von 10 bis 15 Uhr für 20 Euro ein reichhaltiges Buffet. Am Ostersonntag (22.4.) stellt das Restaurant auf Schloss Steinhausen aus seinem Angebot ein buntes Buffet zusammen. Für 27 Euro lässt sich dort mit Reservierung mittags speisen.

Auf eine musikalische Zeitreise kann man sich am 14.4. im Saalbau vom Ensemble des Westfälischen Landestheaters mitnehmen lassen: „Mixtape – ein musikalischer Liebesbrief an die 80er“ präsentiert ab 19.30 Uhr eine bunte Mischung aus Kult-Hits der 80er Jahre. Die Tickets bekommt man ab 25 Euro.

Orgelmusik gibt es am Ostersonntag in der katholischen St. Marienkirche in der Innenstadt. Christian Vorbeck spielt um 16 Uhr Highlights aus der Klassik auf der Orgel, der Eintritt ist kostenfrei.

Folk-Fans sind am 26.4. zu „Folk am Fluss“ am Schleusenwärterhaus eingeladen. Ab 18.30 Uhr veranstalten der Wittener Folk-Club und die Wabe kostenlos und draußen eine Folknacht, bei der natürlich original irische Speisen und Getränke nicht fehlen dürfen.

Auch sonst wird das Schleusenwärterhaus bei schönem Wetter besonders mit dem Rad gern angesteuert. Die Saisoneröffnung findet an der Ruhr schon vor den Ferien statt: Das Schleusenwärterhaus nimmt seinen Betrieb am 29.3. auf, genau wie die Ruhrtalfähre.

Am Samstag, 13. April, wird der Humboldtplatz im Wiesenviertel von 12 bis 20 Uhr zum bunten Marktplatz. Bei Streetfood und Straßenmusik bieten regionale Aussteller ihre handgemachten Schätze an.

In gemütlicher Atmosphäre kann man unter freiem Himmel in den Handarbeiten stöbern.

Bereits im fünften Jahr findet der Tummelmarkt vom Verein Stellwerk in diesem Jahr statt.

WAZ-Bericht von Paula Hammerschmidt

20.02.2019: Wittener Fähre lichtet erst Ende März den Anker

  Die Fähre Hardenstein ist sehr beliebt. Rund 150.000 Gäste setzen pro Saison mit ihr über die Ruhr. Foto: Jürgen Theobald
Die Fähre Hardenstein ist sehr beliebt. Rund 150.000 Gäste setzen pro Saison mit ihr über die Ruhr. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Das letzte Traumwochenende mit Sonne ohne Ende hat auch zum ersten Ansturm aufs Ruhrtal geführt. Da sah man schon die ersten Fahrradfahrer, die am Schleusenwärterhäuschen mit der Fähre übersetzen wollten. Doch Pustekuchen. Traumwetter hin, Traumwetter her. Die „Hardenstein“ lichtet erst Ende März den Anker.

Auch das Schleusenwärterhaus ist noch geschlossen. „Wir eröffnen erst, wenn die Fähre wieder fährt. Und das ist am 22. oder 29. März. Denn ohne Fähre funktioniert das Schleusenwärterhaus nicht“, sagt Thomas Strauch von der Wabe, die es betreibt.

Wenn die Fähre in Betrieb ist, kommen die Leute mit ihren Fahrrädern zum Schleusenwärterhaus. Wenn nicht, würden sie per Auto anreisen. „Und da fehlen uns einfach die Parkplätze“, sagt der Wabe-Chef. Anders verhält es sich am Zollhaus, das nicht weit entfernt liegt. Das hat das ganze Jahr über geöffnet, weil man auch drinnen sitzen kann. „Und die Parkplätze liegen gleich vor der Tür“, so Strauch.

Aber warum lässt sich der Start der Fähre Hardenstein nicht auf die gegenwärtig schönen Tage vorziehen, in denen bereits viele Leute mit den Fahrrädern unterwegs sind? „Das hat mehrere Gründe“, sagt Fähre-Kapitän Christoph Heemann. „Wir haben noch keine Betriebserlaubnis. Vor jedem Saisonstart erfolgt eine Überprüfung der Fähre durch den EN-Kreis. Und die findet immer ungefähr eine Woche vor Saisonstart statt.“

Aber der Start erst Ende März habe auch organisatorische Gründe. Heemann: „Unsere Mitarbeiter sind in der Saison sieben Tage die Woche im Einsatz. Deshalb nehmen sie ihre Urlaube jetzt in der fährelosen Zeit.“ Außerdem würden Reparaturen durchgeführt.

Und schließlich sei man vom Hochwasser abhängig, sagt der Kapitän der Hardenstein. Christoph Heemann: „Selbst jetzt an den schönen Tagen war das Hochwasser so stark, dass wir nicht hätten fahren können.“ Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch weist darauf hin, dass man die Fähre „nicht einfach aus der Garage wie ein Auto holt. Das ist ein aufwändiges Verfahren“.

Zum Beispiel würden regelmäßig die Batterien geprüft, die die Fähre antreiben. Wenn Zellen kaputt seien, müssten sie ausgetauscht werden. „Die wiegen schon ein paar Tonnen und sind nur mit schwerem Gerät zu heben. Das braucht Vorlauf“, so Strauch.

In dieser Saison waren auch einige Luken undicht. Da wurden undichte Stellen zugeschweißt und mit Gummiringen abgedichtet. Zur Zeit werden die Wasserstandsmelder ausgetauscht. Das sind 15 Stück. Denn das Schiff besteht aus 15 wasserdichten Abteilungen. Aber das größte Problem sind die Batterien.

Die Fähre bekommt in diesem Jahr für über 6000 Euro neue Batteriezellen. Zur Zeit liegt sie noch im Winterquartier in der Schleuse. Oberskipper Heemann: „Aber sobald die Strömung es zulässt und kein weiteres Hochwasser zu erwarten ist, bringen wir sie an den Nachtanleger, wo sie während der Saison liegt.“

Das ist ungefähr 200 Meter ruhraufwärts, wo sich auch die Stromversorgung befindet, an der die Fähre Hardenstein jede Nacht geladen wird. Da werden die Batterien dann ausgetauscht, weil der Kran an der Schleuse nicht nah genug an das Schiff herankommt. Voll geladen, kann es dann Ende März wieder heißen: Leinen los!

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

13.02.2019: Beliebte Wittener Kneipe „Zum Alten Fritz“ steht vor dem Aus

Simone Germer (48) und Saad Doraji Raghiveh (32) sind Mitarbeiter der Kneipe Zum Alten Fritz. Foto: Svenja Hanusch
Simone Germer (48) und Saad Doraji Raghiveh (32) sind Mitarbeiter der Kneipe Zum Alten Fritz. Foto: Svenja Hanusch

WAZ. Die Beschäftigungsgesellschaft Wabe betreibt in Witten nicht nur die beiden Ruhrtal-Gastronomien Schleusenwärterhaus und Zollhaus Herbede, sondern auch eine eigene Kneipe – „Zum Alten Fritz“ an der Augustastraße. Doch nun steht das beliebte Lokal mit syrischer Küche auf der Kippe.

Ende Februar wolle die Wabe in einer Klausurtagung entscheiden, wie es mit dem Fritz weitergeht, sagt Projektleiterin Susanne Fuchs. Bis Juli bleibt das Lokal geöffnet, dann wechseln die Mitarbeiter für den Saisonbetrieb ans Schleusenwärterhäuschen. Ob der Alte Fritz seine Eichentür nach dem Sommer noch mal öffnet, ist fraglich.

„Wirtschaftlich ist der Fritz nicht“, sagt Susanne Fuchs. Die hohen Kosten – wie Miete, Energie, Müll – und der betagte Zustand der einst urdeutschen Eckkneipe sprechen für sich. Eigentlich müsste man hier kräftig investieren.

Andererseits hat sich das 2016 gestartete Projekt für Langzeitarbeitslose im letzten halben Jahr zum kulinarischen Geheimtipp gemausert. Einen großen Anteil daran hat Koch Saad Doraji Raghiveh (32), der vor sechs Jahren als Flüchtling aus dem Iran nach Witten kam. Er ist froh, im Fritz eine Anstellung gefunden zu haben. „Es ist nicht gut, zuhause zu bleiben“, sagt er, während er mittags schon arabische Gerichte wie Kichererbsen, Auberginen, Falafel und Knoblauch-Dip für den Abend vorbereitet. Zur Hand gehen ihm andere Flüchtlinge.

Viele Wittener schätzen auch den Saal der Kneipe – wo gibt es so was noch? Öfter finden dort Vereinsversammlungen statt. Auch die Zahl der kulturellen Veranstaltungen wächst. „Seit Herbst läuft es richtig gut“, sagt Mitarbeiterin Simone Germer. Inzwischen habe man sogar Aufträge für Catering. Susanne Fuchs bestätigt die positive Resonanz. „Wir werden zur Adresse. Gastronomie braucht eben einen langen Atem.“

Den hat die Wabe schon länger als ursprünglich gewollt. Am Anfang stand das Projekt „Sprache und Beschäftigung“ für Flüchtlinge. „Da haben wir gemerkt, dass alle Teilnehmer eine Affinität zum Kochen haben“, sagt Fuchs. Weil es schwer war, Praktikumsplätze zu finden, wurde kurzerhand selbst eine Kneipe eröffnet. Im Februar 2017 startete der Fritz. Das Qualifizierungsprojekt ist nun abgelaufen, die Wabe hat den Mietvertrag aber bis zum Sommer verlängert.

Wie es „mit unserem Baby“ weitergeht, so Simone Germer, das sorge sie. „Ich war wirklich sehr lange arbeitslos. Dann habe ich bei der Wabe als 1,50 Euro-Kraft angefangen.“ Im September bekam sie dann einen Zweijahresvertrag. „Und mir macht das hier Spaß.“

Susanne Fuchs könnte sich auch vorstellen, mit dem Fritz an einen anderen Standort zu ziehen. Sie betont: „Das Konzept ist gut, aber es muss sich tragen. Die Wabe kann kein neues Qualifizierungsfeld eröffnen, dass da heißt: Rettet die Wittener Kneipen.“

Die Wabe ermöglicht mit Geldern von Land und EU Langzeitarbeitslosen den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben. 13 Menschen haben zurzeit einen Zwei-Jahres-Vertrag in Bereichen, die einen Nutzwert für alle Bürger bringen. Hinzu kommen viele Menschen, die einer „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandentschädigung“ nachgehen – die 1,50-Euro-Jobs.

Das Schleusenwärterhaus am Hevener Ruhrufer hat sich zum Flaggschiff der Ruhrtalgastronomie entwickelt. Auch hier war der Anlauf lang: Von 2005 bis 2014 sanierte die Wabe das historische Gebäude. 2015 brannte es komplett aus. Dank vieler Spenden konnte es erneuert werden. Saisoneröffnung (und Start der Hardensteinfähre) ist am 29. März.

Auf der Herbeder Ruhrseite befindet sich das ehemalige preußische Brückenwärterhaus. Dieses Zollhaus, im Besitz der Firma Lohmann, wurde 2013 von der Wabe eröffnet und wird ganzjährig betrieben. Beide Häuser bieten auch sinnvolle Beschäftigungen für andere Qualifizierungsmaßnahmen der Wabe, wie die Gartenlandschaftsbauer.


Kontakt und Öffnungszeiten

Geöffnet: dienstags bis samstags, 18-22 Uhr, Augustastraße 27. Unter 169 20 54 können Tische und Räume reserviert werden.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

 

10.02.2019: Die Wittener Walze bittet um Spenden

Die Walze betreibt seit 2015 ein Second Hand Kaufhaus an der Kreisstraße in Rüdinghausen. Foto: Archiv, Thomas Nitsche
Wie in Witten (Foto) soll in naher Zukunft auch eine Fähre zwischen Stiepel und Blankenstein fahren. Foto: Kai Kitschenberg

WAZ. Die Walze sucht wieder Spender von Möbeln, Deko und Einrichtungsgegenständen. Die Spenden werden aufgearbeitet und dann in der Möbel-Börse in Rüdinghausen angeboten. Von Studierenden über junge Familien bis zum Senior kann jedermann im breiten Sortiment der Walze fündig werden.

Die Walze bietet dabei nicht nur eine nachhaltige Weiterverwendung von Möbeln, Haushaltsgegenständen und Accessoires an, sondern qualifiziert langzeitarbeitslose Menschen, um ihnen den Wiedereinstieg auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Wer die Walze unterstützen wil und Gegenstände für den guten Zweck abgeben möchte, die weiterhin verwendet werden können, kann in die Verkaufsräume an der Kreisstraße 74 in Rüdinghausen kommen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr.

Außerdem können Bilder per Whatsapp an 0163 2716173 oder per Mail an moebelboerse@­wabembh.de gesendet und nachgefragt werden, ob die Gegenstände wieder aufgearbeitet und weiterverkauft werden können. Kleiderspenden werden übrigens derzeit nicht benötigt.

WAZ-Bericht

29.01.2019: Warum Wittens Nachtigallbrücke bis Ostern gesperrt bleibt

Das Geländer ist neu, die Stahlplatten sind montiert. Aber noch fehlt ein rutschfester Anstrich.  Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Das Geländer ist neu, die Stahlplatten sind montiert. Aber noch fehlt ein rutschfester Anstrich. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

WAZ. Aus geplanten drei Monaten werden neun. Die Sanierung der maroden Nachtigallbrücke dauert deutlich länger als geplant – wobei die Brücke ja im Wesentlichen fertig ist. Doch weil es mit den Restarbeiten vor dem Wintereinbruch nicht mehr geklappt hat und nun auch auf eine provisorische Öffnung verzichtet wird, soll die Brücke erst mit Beginn der Osterferien, Mitte April, wieder freigegeben werden.

Bis dahin hat die Sperrung zwischen Innenstadt und Muttental etliche Radfahrer und Fußgänger Nerven gekostet. „Wir haben fast immer Radfahrer an unserem Zaun stehen, die nicht weiter wissen“, sagt Hannsjörg Frank, Anwohner und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Muttenthal.

Wie berichtet, hatte die Sanierung nach den Sommerferien Ende August 2018 begonnen. Für 550.00 Euro wurden vor allem die angefaulten Holzbohlen der Brücke durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Die Stahlplatten sind auf die neuen Träger montiert und müssen nur noch mit einem rutschhemmenden Epoxydharz gestrichen werden. Dafür braucht es aber mehrere Tage bei mindestens zehn Grad über Null. Das war seit Mitte November nicht mehr der Fall und so konnte diese Arbeit vor dem Wintereinbruch nicht mehr erledigt werden. Auch sind die Geländer nicht verschlossen und die Beleuchtung ist noch nicht montiert.

Diese Bauverzögerung kann Feldbahner Hannsjörg Frank nachvollziehen. Nicht aber, warum man von Zeche Theresia die Brücke nicht provisorisch öffne, anstatt sie über Monate in den Dornröschenschlaf zu schicken. Frank: „Notfalls legt man Kunstrasen drauf. Der kostet nicht viel und unser Verein hätte dafür anschließend Verwendung.“

Wenn die Muttenthalbahner bei schönem Wetter auf ihrem Gelände an der Nachtigallstraße arbeiten, werden sie häufig von Fußgängern oder Radlern nach dem Weg gefragt, obwohl eine Umleitung ausgeschildert ist. Allerdings weist die Absperrung auf den 30.11. als Bauzeitende hin. Auch Anwohner ärgern sich. „Ich habe Nachbarn, die mit dem Rad zur Arbeit fahren. Jeden Tag sind das zusätzlich drei Kilometer“, so Frank.

Die Stadtverwaltung hatte im Dezember selbst noch an eine provisorische Lösung gedacht, sie aber wieder verworfen. „Der personelle und finanzielle Aufwand ist einfach zu hoch, um einen Übergangsbelag aufzubringen und kurz danach wieder zu entfernen“, sagt Sprecherin Lena Kücük. Außerdem seien die Sicherheitsauflagen gerade bei Brücken hoch.

„Das Gemecker war schon sehr groß“, bestätigt Christoph Heemann, Kapitän der Hardenstein-Fähre, den Ärger der Ausflügler. Bis zum Saisonende am 31. Oktober hat er noch Ruhrtaltouristen befördert, die wegen der Brückensperrung auf die Fähre auswichen. Erst Ende März wird das Schiff den Betrieb wieder aufnehmen. Ginge das nicht früher? Heemann: „Nein, der hohe Wasserstand der Ruhr in den Wintermonaten macht das Fahren unmöglich.“

Also heißt es weiter: die Umleitung nehmen. Sie führt über die Nachtigallstraße und die Bommeraner Ruhrbrücke am Ruhrdeich entlang. Man habe bewusst die Sanierung in den Herbst und Winter verlegt, wenn eh weniger Radler unterwegs sind, sagt Lena Kücük. Sie verspricht: Sobald die ersten warmen Tage kommen, wird weitergearbeitet. „Und dann öffnen wir die Brücke für Jahrzehnte.“

Blick in die Geschichte: die Nachtigallbrücke

1853 wurde die erste Nachtigallbrücke aus Holz gebaut – die Kohlewagen der Zeche wurden auf Gleisen bis zum Wittener Bahnhof gezogen und dort in die Kohletransporte der Bergisch-Märkischen Eisenbahn verladen. Nach Stilllegung der Zeche 1892 diente die Brücke Fußgängern und Fuhrwerken. 1938 wurde sie abgerissen.

Erst 1988 entstand die heutige Nachtigallbrücke, die in den letzten Jahren immer wieder ausgebessert wurde. Im August 2018 brach ein Lieferwagen in den morschen Holzbohlen ein.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

08.12.2018: Mit einem Bonanza-Fahrrad fing alles an

Er selbst fährt für sein Leben gern Rad. Dieser Leidenschaft hat Frank Lojda letztendlich den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit zu verdanken.
Hier sieht man kaum den Größenunterschied: Dabei misst Frank Lojda (re.) stolze 2,10 Meter, Redakteur Jürgen Augstein-Peschel (li.) nur 1,80 Meter. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. In der Radstation, die inzwischen in den Keller des Hauptbahnhofs gezogen ist, muss Leiter Frank Lojda höllisch aufpassen. Schließlich will sich der gebürtige Wetteraner (53) nicht den Kopf an der niedrigen Decke stoßen. Das kann bei 2,10 Meter Körpergröße schnell in den Katakomben passieren. Hoch genug waren jetzt zum Glück die Räume im Medienhaus, wo ihn Redakteur Jürgen Augstein-Peschel für die neue Serie „Auf einen Kaffee!“ zu einem Gespräch über Länge, das Radfahren, Arbeitslosigkeit und privates Glück empfing.

Haben Sie mit Ihren 2,10 Meter eigentlich mal Basketball gespielt?

Lojda: Nein, das war in meiner Jugend nicht so verbreitet. Damals spielte man eher Fußball oder Handball. Basketball war noch eine Randsportart. Ich bin dafür immer schon gern Rad gefahren.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Rad?

Das war ein Bonanza-Fahrrad in Orange mit dem berühmten Bananensattel, Chopper-Lenker und Dreigang-Knüppelschaltung. Da zahlt man heute richtig Geld für.

Wie war Ihre Jugend, wo sind Sie „groß“ geworden?

Ich hatte eine normale schöne Kindheit. Mein Vater war Kraftfahrer im Nahverkehr, meine Mutter erst Hausfrau, später Maschinenarbeiterin. Ich hatte ein liberales Elternhaus. Das Gymnasium hab’ ich in der zwölften Klasse abgebrochen, weil ich arbeiten wollte.

Also eigenes Geld verdienen?

Ja. Ich hab’ eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer angefangen, musste sie aber aus körperlichen Gründen wieder abbrechen, weil ich von Geburt an unter einer genetisch bedingten Krankheit leide, dem Marfan-Syndrom.

Was ist das?

Das ist ein Defekt, der das Bindegewebe im ganzen Körper schädigt. Dies führt unter anderem zu diesem typischen Körperwuchs, lang und dünn. Weil die Gefahr besteht, dass die Aorta reißt, also die Hauptschlagader, wurde ich 2009 operiert und der obere Teil durch eine Prothese ersetzt. Ich nenne sie meinen Gardena-Gartenschlauch.

Wie stark hat diese Krankheit Ihr Leben beeinträchtigt?

In der Jugend schon stark. Ich war körperlich nicht so leistungsfähig und in der Pubertät hatte ich es bei den Mädchen schwerer.

Haben Sie gelernt, mit dieser Krankheit umzugehen?

Oh ja. Je älter man wird, um so besser geht es. Ich habe seit vier Jahren eine Lebenspartnerin, mit der ich auch zusammenwohne.

Wie kamen Sie zur Radstation?

Ich hatte erst eine kleine Kneipe, die „Perle“ in Wetter, später habe ich noch eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Radiologieassistenten gemacht. Nach vier Jahren Arbeit im Klinikum Dortmund wurde ich wegrationalisiert.

Dann waren Sie arbeitslos?

Ja, insgesamt sechs Jahre, bis ich 46 wurde. Durch Zufall hat mich meine Sachbearbeiterin im Jobcenter dann mal mit dem Fahrrad gesehen und mir einen Ein-Euro-Job in der Radstation vorgeschlagen.

... die Sie inzwischen leiten.

Ja, ich hatte mich so gut eingearbeitet, dass ich 2012 eingestellt wurde und die Leitung übernommen habe. Seit 2014 habe ich eine unbefristete Stelle.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?

Mir gefällt die Fahrradtechnik und das Thema Tourismus, auch der Kontakt mit Kunden und Mitarbeitern. Die Wabe als Betreiberin beteiligt mich an allen Entwicklungen zusammen mit Geschäftsführer Thomas Strauch. Wir haben etwa beispielsweise den Gepäcktransport für Radtouristen auf dem Ruhrtalradweg übernommen und inzwischen auch deutlich mehr Mieträder.

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten, Herr Lodja?

Gesundheit und dass es so weitergeht wie in den letzten Jahren, beruflich und privat. Ich geh’ in meinem Job auf, auch mit den vielen unterschiedlichen Charakteren hier in der Radstation, und bin mit meiner Partnerin glücklich.

WAZ-Bericht

26.11.2018: Willkommene Finanzspritze für die geplante Ruhrtalfähre

Wie in Witten (Foto) soll in naher Zukunft auch eine Fähre zwischen Stiepel und Blankenstein fahren. Foto: Kai Kitschenberg
Wie in Witten (Foto) soll in naher Zukunft auch eine Fähre zwischen Stiepel und Blankenstein fahren. Foto: Kai Kitschenberg

WAZ. „Wir befinden uns auf einem ziemlich guten Weg“, freut sich Christian Haardt, der neue Vorsitzende des Vereins „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“. Wann man das erste Mal übersetzen kann, steht zwar nach wie vor in den Sternen. Aber die Initiatoren der Idee, die frühere Flussverbindung zwischen Bochum und Hattingen wieder aufleben zu lassen, sind aktuell guter Dinge.

Das liegt auch einer Finanzspritze durch die Stadtwerke Bochum. „Wir zählen zu den Zukunftsprojekten, die als förderungswürdig eingestuft wurden“, freut sich Christian Haardt über den Geldsegen – immerhin stolze 85.000 Euro. Die stehen dem Verein gut zu Gesicht. Haardt: „Das ist schon die halbe Miete für die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur.“

Damit sind die beiden Anlegestellen gemeint, die an den Ufern erreichtet werden müssen. Und der Nacht-Ankerplatz, der von der alten Anlegestelle am Restaurant „Zur alten Fähre“ aus gesehen 50 Meter weiter Richtung Stausee liegen soll. Dort existiert bereits eine Starkstromleitung, die nur noch ein bisschen bis zum Ufer verlängert werden muss, damit wir die elektrobetriebene Fähre nachts aufladen können“, erklärt der CDU-Kreisvorsitzende Haardt.

Insgesamt werden für den Bau der drei Anlegestellen rund 150.000 Euro veranschlagt. Zusätzlich zu den 85.000 Euro von den Stadtwerken, die in zwei Tranchen ausgezahlt werden, benötigt der Verein also noch Geld. „Da ist einiges im Schwange“, berichtet Christian Haardt von „konkreten Gesprächen mit Leuten, die bereit wären, unser Projekt zu unterstützen“.

Ein Knackpunkt war zuletzt eine fehlende Sozialstation (Toilette/Umkleide) für den Kapitän der Fähre. Hierfür gibt es nun laut Christian Haardt auch eine Lösung: „Der Kanuclub Wiking Bochum stellt uns Räume zur Verfügung. Die reichen zunächst einmal aus.“

Kontakt zum Verein „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“: Tel. 0234/ 46 10 44.

Parallel dazu läuft das Genehmigungsverfahren für den Fährbetrieb. „Wir haben den Genehmigungsantrag Anfang Juni bei der Bezirksregierung in Arnsberg gestellt“, erklärt Christian Haardt. Doch es gab ein paar Nachforderungen. Etwa eine Konkretisierung des Fährweges. „Die Fähre darf sich dem Wehr des Wasserkraftwerkes nicht mehr als 50 Meter nähern“, verrät Haardt. Der Nachweis, dass dieser Abstand eingehalten wird, sei nun nachgereicht worden. Auch die Unterlagen zur Fähre wurden auf Wunsch erweitert.

In zwei Wochen will sich Haardt nach dem aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens erkundigen. Seiner Ansicht nach „haben wir alle Voraussetzungen für eine Genehmigung geschaffen“.

Das übrige Feld ist ohnehin schon bestellt. Betrieben wird die Fährverbindung Stiepel-Blanken­stein künftig von der Wittener Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung), die auch seit Jahren die Fähre in Witten über die Ruhr gleiten lässt. Zwischen Stiepel und Blankenstein soll eine kleinere Fähre aus Witten mit Platz für 16 Personen verkehren.

WAZ-Bericht von Gernot Noelle

21.11.2018: Projekt für Langzeitarbeitslose läuft zum Jahresende aus

v.l.: Moritz Schneider (VHS), Irena Cichy (Wabe), Anke England (Stadt Witten), Stefanie Schubert (Kolping), Silke Wagner (Awo) und Reinhard Pach (BIWAQ). Foto: Jürgen Theobald
v.l.: Moritz Schneider (VHS), Irena Cichy (Wabe), Anke England (Stadt Witten), Stefanie Schubert (Kolping), Silke Wagner (Awo) und Reinhard Pach (BIWAQ). Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Wer lange arbeitslos ist und dazu noch in einem benachteiligten Stadtviertel wohnt, der sollte durch das bundesweite Förderprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Etwa durch Beratung oder Qualifizierung.

Rund 1,6 Millionen Euro sind in den letzten dreieinhalb Jahren dafür aus EU- und Bundesmitteln an die Stadt Witten für Annen und Heven-Ost/Crengeldanz geflossen. Die beteiligten Projektpartner – Stadt, VHS als koordinierende Stelle, Kolping-Bildungszentren Ruhr, Quabed (Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie EN/Hagen), Awo und Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) – zogen nun Bilanz.

290 Menschen wollten die Projektpartner erreichen. „Teilgenommen haben 234“, sagt Moritz Schneider von der Volkshochschule. Das sei bei solchen Projekten eine gute Auslastung. Voraussetzung war lediglich ein Alter von mindestens 27 Jahren und länger als zwölf Monate arbeitslos zu sein.

„Was die Vermittlung in Arbeit angeht, sind wir hinter unseren Erwartungen zurück geblieben“, räumt Schneider ein. Lediglich 29 Menschen haben nach der Teilnahme an einem der vier Biwaq-Projekte eine Anstellung gefunden, 14 machen eine weitere Qualifizierung.

Startschwierigkeiten hatte etwa das Kolping-Bildungszentrum. Ursprünglich wollte man neben einer sechs Monate dauernden Qualifizierung zur Servicekraft im Gastgewerbe auch eine zwei Jahre dauernde Ausbildung zur Fachkraft für Küchen, Möbel und Umzugsservice anbieten. „Wir haben dann schnell gemerkt, dass die Teilnehmer damit überfordert waren“, berichtet Stefanie Schubert. Also strukturierte man um und bot stattdessen eine „Handwerkliche Grundqualifizierung“ an, die ebenfalls ein halbes Jahr dauert und auch in Teilzeit möglich ist. Diese sei gut angenommen worden.

Auch die Awo passte ihr Angebot „Huckepack“ im Laufe der Zeit an. Darüber sollten alleinerziehende Arbeitslose zurück ins Berufsleben finden. „Das hat nur bei etwa der Hälfte geklappt“, sagt Silke Wagner. Schnell habe man gemerkt, dass die Alleinerziehenden anderweitige Probleme hatten, häufig psychischer Natur.

„Damit stand dann erstmal die Stabilisierung der Menschen im Vordergrund“, sagt die 47-Jährige. „Das Schöne ist, wir haben viele Rückmeldungen erhalten, die sagen, dass die kleinen Teilschritte, die wir mit den Teilnehmern gegangen sind, sehr sinnvoll und auch nachhaltig sind.“

Annen und Heven-Ost/Cren­geld­anz er­hal­ten künf­tig bis 2020 Mit­tel aus dem NRW-wei­ten Pro­gramm „Zu­sam­men im Quar­tier – Kin­der stär­ken – Zu­kunft si­chern“.

In Annen setzt die Quabed ein Pro­jekt für be­nach­tei­lig­te Kin­der und Ju­gend­li­che um, in Heven/Cren­geld­anz die Awo.

Auch die Quabed ist von dem Ziel, in Arbeit zu vermitteln abgerückt. „Wir hatten Teilnehmer, die sehr weit weg waren vom Arbeitsmarkt“, sagt Reinhard Pach. Die Wabe hat 100 Menschen mit „Wir im Quartier“ Grundkenntnisse des Garten- und Landschaftsbaus vermittelt, die Teilnehmer hielten etwa den Rheinischen Esel sauber.

Am 31. Dezember läuft die Biwaq-Förderung aus. Ein Folgeantrag wurde abgelehnt. „Wir hoffen, dass sich die Botschaft „Du wirst gebraucht“ in den Köpfen festegesetzt hat und auch das Projektende überdauert“, sagt Koordinator Schneider.

WAZ-Bericht von Stephanie Heske

13.11.2018: Spielplatz mit Seilbahn an der Friedrichstraße in Hattingen

Erläutern den Umbau: v.l.: Lisa Vavra, Cordula Buchgeister, Kay Richter, Solveig Holste, Bernd Oberschulte und Katrin Lakenbrink. Foto: Fischer
Erläutern den Umbau: v.l.: Lisa Vavra, Cordula Buchgeister, Kay Richter, Solveig Holste, Bernd Oberschulte und Katrin Lakenbrink. Foto: Fischer

WAZ. Passanten, die an der Fläche vorbeikommen, wollen wissen, was hier geschieht. Vor allem die Kinder finden es toll, dass aus dem vormals zugewucherten Platz bald wieder ein richtiger Spielplatz wird. Cordula Buchgeister von der Jugendförderung würde sich am liebsten selbst in den Bagger schwingen und auf der Spielplatzfläche Friedrichstraße/Pestalozzistraße buddeln. Was im Frühjahr möglich sein wird – allerdings für Kleine, die in ihre neue Sandkiste einen kapitalen Bagger bekommen.

Ende 2019 soll der neue Spielflächenbedarfsplan vorliegen. Der alte ist überholt. Mittel sollen über die bestehenden Flächen nicht mit der Gießkanne verteilt werden, sondern schwerpunktmäßig auf zwei Plätzen im Jahr. Im Moment laufen Aktivitäten sonst nur im Rahmen des Stadtumbaus Welper. Dieser Spielplatz bildet insofern eine Ausnahme, als er jetzt gemacht wird. Erst war kein Geld da, dann war das Angebot auf eine Ausschreibung zu teuer.

Die jetzige Baumaßnahme für 30.000 Euro, die Landschaftsarchitektin Katrin Lakenbrink vom Essener Architekturbüro Hoff mit Solveig Holste, Leiterin der Abteilung Stadtbetriebe und Tiefbau, mit Bernd Oberschulte aus dem Fachbereich und Lisa Vavra aus der Jugendförderung vorstellt, passt. Umgesetzt wird sie von der Firma RuhrGewerk, die schon den Hillpark umgestaltet hat. Kay Richter schaufelt mit dem Bagger gerade den Sandkasten frei. Das Unternehmen aus Wetter beschäftigt auch Menschen mit Behinderung. Fast 90 Prozent der Baumaßnahme werden fertiggestellt. Die Seilbahn kommt erst im Frühjahr, die Mittel dafür wurden auf 2019 geschoben.

Es bleibt nicht nur der große Ahorn erhalten. Drei Apfelbäume werden gepflanzt. Der Zugang ist künftig ohne Treppen behinderten- und kinderwagengerecht möglich. Platten werden wiederverwendet auf dem 510 Quadratmeter großen Gelände mit 150 Quadratmetern begrünter Fläche, auf der Drei- bis Zwölfjährige spielen können. Ein Rundweg wird angelegt mit Möglichkeiten zum Sitzen und zum Hüpfen. Außerdem entstehen zugewachsene kleine Tunnel, in denen sich die Kinder verstecken können.

WAZ-Bericht von Brigitte Ulitschka

05.11.2018: Viel Lob für den neuen Hattinger Hillpark

Edelgard Brauksiepe, 75 Jahre, probiert eines der neuen Fitnessgeräte bei der offiziellen Einweihung des Hillschen Gartens aus. Foto: Walter Fischer
Edelgard Brauksiepe, 75 Jahre, probiert eines der neuen Fitnessgeräte bei der offiziellen Einweihung des Hillschen Gartens aus. Foto: Walter Fischer

WAZ. „Ist schön geworden“: Das Lob hört man am Montag öfter während der Eröffnung des Hillschen Parks, der für 200.000 Euro im zweiten Bauabschnitt neu gestaltet worden ist. Viele fanden ihn so schön, dass sie sich nur mit Mühe auf die Terrasse vors Bürgerhaus locken ließen, wo nicht nur die Musik spielte, Kaffee und Brötchen auf die Gäste warteten, sondern auch einige Reden von Bürgermeister Dirk Glaser über Baudezernent Jens Hendrix bis zu Landschaftsarchitekt Armin Henne.

Für den kalten Novembertag waren die vielen Besucher, über die sich nicht nur der Bürgermeister freute, goldrichtig angezogen. Um sich auf die Holzliegen zu fläzen, die fast wie Kunstwerke aussehen, war es allerdings zu frisch. Außerdem ist das Stück noch eingezäunt. Dort muss erst noch Rasen wachsen im neu gestalteten, historischen Park, den zu 80 Prozent das Land bezahlt hat.

Den Gästen blieb auch so Platz zum Flanieren und Probieren im Bewegungsparcours mit Trimmsportgeräten. Sie drängten sich um den letzten von mehreren Fitnesstrainern aus blankem Metall, die feierlich enthüllt und anschließend wie die anderen gleich getestet wurden. Was auch das allerletzte Frösteln vertrieb im offen gestalteten Park mit vielen Sichtachsen. Das Grundstück hatte die Stadt 1980 von der Kaufmannsfamilie Hill gekauft.

Noch in der Findungsphase sind Schachvereinsvorsitzender Wolfgang Linde und Andreas Gehrke von der Freiwilligenagentur. Big Packs – „wie Ikeataschen, nur viel größer“, so Linde – böten die Möglichkeit, die neuen Draußen-Schachfiguren ins Bürgerzentrum zu transportieren und dort unterzubringen. Im Moment verstaut sie der Schachvereinsvorsitzende zerlegt in seinem Auto, damit sie nicht beschädigt werden. Dirk Glaser lag in Bezug auf die neuen Geräte und den Zustand des Parks positives Denken beim Thema Vandalismus am Herzen. Mit dem Getreidefeld am Rathaus habe die Stadt nur gute Erfahrungen gemacht.

Warum es auf dem Gelände nur eine Boulebahn gibt, dazu wollte der Bürgermeister nichts sagen. Der Treffpunkt Kick hatte vor 17 Jahren zwei Bahnen auf dem städtischen Areal zwischen Schul- und Talstraße in Betrieb genommen und bedauert, dass die Stadt nach der Verlegung nur eine Bahn anlegen ließ – „ein großer Nachteil gegenüber der bisherigen Anlage. Das macht Turniere unmöglich.“

Eine über 80-Jährige freut sich dagegen, dass sie barrierefrei mit ihrem Rollator auf die Bahn kommt. Andere Spieler bemängeln, der Untergrund sei noch nicht fest genug.

Angelegt wurde der Park von RuhrGewerk, einem gemeinnützigen Garten- und Landschaftsbauunternehmen, für das Arbeit mehr als nur „Arbeit“ ist, sondern aktive Teilhabe am sozialen Leben und Lebensqualität durch Zugehörigkeit bedeutet.

Das Unternehmen aus Wetter pflegt nicht nur Grün und lässt die Region aufblühen, sondern pflegt auch die Vielfalt seiner Mitarbeiter. Menschen mit Behinderungen bringen ihre Talente und Kreativität in den Arbeitsalltag mit ein.

WAZ-Bericht von Brigitte Ulitschka

23.10.2018: Wittener Ruhrtalfähre verbucht neuen Fahrgastrekord

Beliebt: Die Fähre Hardenstein, hier am Ruhrufer Heven. Foto: Jürgen Theobald
Beliebt: Die Fähre Hardenstein, hier am Ruhrufer Heven. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Schon 161.000 Fußgänger und Radfahrer ließen sich an der Burgruine Hardenstein übersetzen. Die Fähre fährt noch bis zum 4. November.

Die Fähre Hardenstein steht vor einem neuen absolutem Rekordjahr: Stand Ende September haben sich bisher bereits 161.000 Fußgänger und Radfahrer am Schleusenwärterhaus übersetzen lassen. Und bis zum letzten Fahrtag der Ruhrtalfähre am Sonntag, 4. November, rechnet Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch mit dann rund 180.000 Fahrgästen. Der bisherig Rekord waren genau 151 878 Nutzer in der Saison 2017. Diesen würde die Wabe in diesem Super-Sommer dann gleich um 28 000 Fahrgäste übertreffen – das wären 18,5 Prozent mehr.

Der Saisonstart war am 23. März. Üblicherweise fährt die Fähre bis Mitte Oktober. Bei anhaltend schöne Wetter hat die Wabe schon wiederholt verlängert. In diesem Jahr kommt die Sperrung der Nachtigallbrücke als Hauptgrund für die Verlängerung bis zum 4. November hinzu. Die Radfahrer können dann von Bommern aus weiterhin den Ruhrtalradweg südlich der Ruhr nutzen.

Am 4. November wird die Sanierung der Nachtigallbrücke noch nicht beendet sein. „Voraussichtlich Ende November“ sollen dort die Arbeiten abgeschlossen sein und die Brücke wieder freigegeben werden.

Eine weitere Verlängerung des Einsatzes der Fähre hält Thomas Strauch aber nicht für angemessen. Diese dürfen ohnehin nicht bei Dunkelheit fahren und die Zahl der Nutzer gehe inzwischen auch deutlich zurück.

WAZ-Bericht von Johannes Kopps

19.10.2018: Wittener Radstation lädt zur großen Winterinspektion

  Die Radstation in ihren neuen Räumen am Nebeneingang des Hauptbahnhofs. Foto: Theobald
Die Radstation in ihren neuen Räumen am Nebeneingang des Hauptbahnhofs. Foto: Theobald

WAZ. Die Fahrradsaison war lang, doch nun neigt sie sich doch unwiderruflich dem Ende zu. Damit Sie im kommenden Jahr direkt auf Ihren Drahtesel steigen und losradeln können, bietet die Radstation am Hauptbahnhof eine besondere „Winteraktion“ an. Ab Montag (22. Oktober) können Sie Ihr Fahrrad einer großen Inspektion unterziehen lassen. Die beinhaltet das Reinigen, Fetten und Ölen Ihres Rades sowie einen bestimmten Licht- und Bremsservice.

Auch E-Bike-Fahrer können sich auf die Winteraktion freuen. Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Akku Ihres E-Bikes „schwächelt“ oder dass Ihre E-Bike-Batterie nicht das hält, was Sie sich erhofft haben? Dann bringen Sie Ihr E-Bike mit voll aufgeladenem Akku und passendem Ladegerät mit zur Radstation und die Mitarbeiter testen Ihre Batterie mit einem mit einem eigens hierfür entwickelten Prüfgerät. Es können fast alle handelsüblichen E-Bike-Akkus getestet werden.

Die große Inspektion kostet 25 Euro, für E-Bikes inklusive Akku-Check 50 Euro. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 02302 / 399000.

Die Radstation findet man seit diesem Frühjahr in ihren neuen Räumen am Nebeneingang des Hauptbahnhof auf der Seite des Busbahnhofs an der Berger Str. 35. Sie ist ein Projekt der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe).

WAZ-Bericht

01.10.2018: Die Möwen haben längst den Abflug gemacht

  Das Rätselfoto, jetzt auch mit dem zuerst wegretuschierten Schriftzug „Haus Ruhrblick“: Möwen sitzen hier in den 1970er Jahren auf der Trinkwasserleitung. Foto: Davide Bentivoglio
Das Rätselfoto, jetzt auch mit dem zuerst wegretuschierten Schriftzug „Haus Ruhrblick“: Möwen sitzen hier in den 1970er Jahren auf der Trinkwasserleitung. Foto: Davide Bentivoglio

WAZ. Wo in den 70er Jahren die Trinkwasserleitung war, verbindet heute die Lakebrücke Herbede und Heven. Die Brücke hat eine lange Vorgeschichte.

Zu sehen war auf dem Rätselfoto natürlich die Ruhr – und zwar dort, wo heute die Lakebrücke Herbede und Heven verbindet. Das Rohr auf Stelzen war ein Trinkwasserversorgungsrohr von Gelsenwasser für Herbede. Die Trinkwasserversorgung übernahmen kurze Zeit später, nach der Eingemeindung nach Witten, die Stadtwerke Witten. An dieser Stelle, nur viel höher, ist heute die Lakebrücke zu sehen. Die Gebäude im Hintergrund sind die Häuser am Alten Fährweg und dem Sträßchen „In der Lake“. Die Schrift „Haus Ruhrblick“ auf dem Haus links war im Rätselbild wegretuschiert, heute befindet sich an dieser Stelle das spanische Restaurant „Picasso“.

Das Bild zeigt eine Trinkwasserverbindung. Heute steht hier die Lakebrücke. Auf dem Bild weiter rechts würde man die Brennerei Schücking sehen, heute sind hier Eigentumswohnungen. Wenn man flussaufwärts geht, überspannte oberhalb der Schleuse Heven eine Gasleitung die Ruhr. Michael Röder

Das ist eine Wasserleitung nach Herbede. Heute hängt sie unter der Lakebrücke. Erol Koyunlulu via Facebook

Wo früher die Möwen auf dem Rohr hockten, stehen heute beim Drachenboot-Rennen die Zuschauer dicht an dicht auf der Lakebrücke zwischen dem Zollhäuschen und „In der Lake“. Jutta Gerhardt

Ihr Foto zeigt alte Versorgungsleitungen, die noch an der Stelle der bereits 1347 erstmals urkundlich erwähnten Herbeder Ruhrbrücke, die später Lakebrücke genannt wurde, über die Ruhr geführt werden. An gleicher Stelle wurde dann im Jahr 1984 die neue Lakebrücke für Fußgänger, Fahrradfahrer und Skater eingeweiht. Die Brücke ist auf der Strecke um den Kemnader See herum ein begehrter Weg. Auch ich habe bis vor ein paar Jahren diese Brücke gerne genutzt, um den See per Rad oder auch zu Fuß zu umrunden oder auch, um mal eben auf dem kurzen Weg von Heven nach Herbede zu gelangen. Manfred W. Schwandt

Statt Möwen kann man heutzutage an dieser Stelle einmal im Jahr viele Menschen sehen, die auf der Lakebrücke stehen und den Drachenbootlern beim Kampf um die Pokale der vom KCW ausgerichteten „Days of Thunder“ zusehen. An anderen Tagen wird die 1984 gebaute Fußgängerbrücke von Ausflüglern genutzt, um die Ruhr zu überqueren. Christina Wildvang

Hier war früher die alte Ruhrbrücke nach Herbede. Rechts im Bild sieht man noch den alten Brückenkopf und das Haus daneben steht heute noch. Früher war in diesem Haus eine Kneipe. In dem Haus in der Mitte ist heute noch eine Gastronomie. Rainer Kracht

Als die Herbeder Brücke erst gesprengt und dann auch noch einstürzte (mit Straßenbahn), musste anstelle des Kahns eine feste Verbindung her. Es wurde dann eine Stahlbrücke montiert, die lange im Dienst war. Die Verkehrsregelung erfolgte durch Ampeln. Der Fahrweg war aus Holz und rappelte, wenn man drüber fuhr. Als die Herbeder Brücke dann repariert war und die Straßenbahn wieder fuhr, wurde die Ersatzbrücke beseitigt. Zwischen den Buhnen konnte man schön in der Ruhr spielen. Klaus Marten

Das Rätselfoto zeigt die Hevener Lakebrücke zwischen Abriss und Neubau. Im Vordergrund links, jedoch nicht sichtbar, befindet sich das beliebte Ausflugsziel „Altes Zollhaus“. Die Rohrleitung und Sammelplatz der Möwen ist, beziehungsweise war, eine Versorgungsleitung für die auf der rechten Uferseite befindliche Brennerei Lohmann-Schücking-Sonnenschein.

Nachdem die eigentliche Herbeder Rückbrücke aufgrund von Kriegsereignissen eingestürzt und damit unbrauchbar war, wurde die Lakebrücke als Notverbindung zwischen Heven und Herbede errichtet. Sie verfügte über eine, beziehungsweise maximal zwei Fahrspuren für Pkw und andere Fahrzeuge sowie einen Fußgängerüberweg. Die Fahrspuren waren aus Rundhölzern bzw. Balken gebaut. Ein darüber fahrendes Fahrzeug erzeugte somit eine Höllenlärm. Hieran kann ich mich gut erinnern, da ich diese Brücke oft mit meinen Eltern überquert habe. Nachdem die eigentliche Herbeder Brücke zirka 1953 wieder in Betrieb genommen wurde, war die Lakebrücke zunächst überflüssig und wurde irgendwann abgerissen.

Viele Jahre war nur die einsame Rohrleitung sichtbar. Etwa Mitte 1983 wurde mit dem Neubau der heutigen Lakebrücke in Betonkonstruktion begonnen. Sie ist heute Bestandteil des Ruhrtalradweges. Harald Neuhaus

Bereits 1347 wird die Lakebrücke in einer Urkunde erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach zerstört, meistens durch Hochwasser oder Eisschollen. Sie wurde aber immer wieder aufgebaut, denn sie war eine sehr wichtige West-Ost-Verbindung vom Bochumer/Hattinger Raum nach Dortmund.

Nachdem 1934 wenige hundert Meter flussabwärts die neue Eisenbetonbrücke (Herbeder Brücke) und die Omega-Brücke in Betrieb genommen wurden, verlor die Lakebrücke ihre Bedeutung. Sie wurde 1942 abgerissen. 1947 wurde dort, nach Einsturz eines Teils der Herbeder Brücke, wieder eine Behelfsbrücke eingesetzt.

1984 erfolgte der Neubau als Fuß- und Radwegebrücke im Rahmen der Freizeitanlagen um den Kemnader See. Das kleine noch erhaltene Brückenwärterhäuschen ist eines der letzten Zeugnisse für ehemalige Zollstellen im Ruhrgebiet. Heute betreibt die Beschäftigungsgesellschaft Wabe dort die Gastronomie im Zollhaus.

WAZ-Bericht

26.08.2018: Ruhr-Tourismus aus der Sicht von Radfahrern

Der Europaabgeordnete Dennis Radtke (Dritter von links) verbrachte mit weiteren CDU-Politikern einen Tag seiner Sommertour an der Ruhr. Los ging es für die Gruppe an der Radstation Herdecke bei WABE-Leiter Thomas Strauch (links), dann folgte ein Besuch gegenüber im Zweibrücker Hof. Foto: Steffen Gerber
Der Europaabgeordnete Dennis Radtke (Dritter von links) verbrachte mit weiteren CDU-Politikern einen Tag seiner Sommertour an der Ruhr. Los ging es für die Gruppe an der Radstation Herdecke bei WABE-Leiter Thomas Strauch (links), dann folgte ein Besuch gegenüber im Zweibrücker Hof. Foto: Steffen Gerber

WAZ. Der Ruhrtalradweg wird nur dann noch zum Politikum, wenn es um Absperrungen oder Streckenänderungen geht. Das Erfolgsprojekt steht ansonsten bei vielen im Fokus ihrer Freizeitplanungen. Eine Mischung daraus fand nun Dennis Radtke: Das Mitglied des Europa-Parlaments radelte mit weiteren CDU-Politikern von Herdecke nach Hattingen, wobei die Gruppe viele Gesprächstermine unterwegs vereinbart hatte.

Einen ganzen Tag seiner EU-Sommertour 2018 wollte der Bochumer Radtke am hiesigen Ruhrufer verbringen. Ihn begleiteten u.a. der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Ralf Brauksiepe (der Hattinger ist zugleich CDU-Vorsitzender im Ennepe-Ruhr-Kreis), der CDA-Kreisvorsitzende Christian Brandt aus Herdecke und Kreistagsabgeordnete Sabine Mayweg aus Wetter.

Die Einführung für die geliehenen Elektro-Fahrräder verknüpften die Politiker am Vormittag gleich mit Inhalten. Denn an der Herdecker Radstation erläuterte Thomas Strauch als Geschäftsführer der WABE (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung), für welche Aktivitäten sein Betrieb entlang des Ruhrtalradweges verantwortlich ist. Weiter ging es für die Gruppe direkt gegenüber. Im Ringhotel Zweibrücker Hof skizzierte Veronika Riepe von der Inhaber-Familie, wie es aus ihrer Sicht um den Ruhr-Tourismus steht und welche Erwartungen im Hotelgewerbe vorherrschen.

Dann setzten sich Radtke und Co. auf die Räder und rollten am Harkortsee entlang nach Wetter. In der Mittagszeit warteten dort Vertreter des Trägervereins „Unser Freibad am See“ auf die 13 Gesprächspartner, die sich über die Bedeutung dieser privaten Initiative für die Stadt informieren wollten. Schließlich erfolgte der Umbau des Naturbads mit Fördermitteln der Europäischen Union, so Radtke.

Weiter ging es auf dem Ruhrtalradweg nach Witten zum Königlichen Schleusenwärterhaus, zur DLRG, zum Kemnader See und bis ins Hattinger Rathaus. „Danke für die vielen interessanten Gespräche an der Wegstrecke“, resümierte Radtke.

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Ralf Brauksiepe war in den Ferien in seinem Wahlkreis unterwegs, bei seiner Sommertour begleitete ihn u.a. Christian Brandt aus Herdecke.

Die CDU-Politiker besuchten etwa das St.-Elisabeth-Hospiz in Witten. Als neuer Patientenbeauftragter der Bundesregierung betonte Brauksiepe dort die Vorteile des beschlossenen Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes. Demnach soll jede zusätzliche oder aufgestockte Stelle von der Krankenversicherung finanziert werden. Zugleich gab der Hattinger zu: Mit dem neuen Gesetz seien längst nicht alle Herausforderungen gemeistert. „Den Fachkräftemangel beseitigen wir nicht morgen, auch nicht übermorgen.“ Richtig sei aber: „In der Pflege gibt es kein Finanzierungsproblem.“

Die Aufgabe als Patientenbeauftragter, der rund 3000 Briefe im Jahr von Betroffenen erhält, betrachtet Brauksiepe als spannende Aufgabe. „Wir haben ein gut organisiertes Gesundheitssystem, aber viele Menschen erfahren das im Alltag nicht. Viele können ihre Rechte nicht durchsetzen – und daran müssen wir arbeiten. Die Praxiserfahrungen der Patienten müssen an die gute Rechtslage angepasst werden“, so Brauksiepe. Aus seinem Wahlkreis mit Herdecke, Wetter, Witten, Hattingen und Sprockhövel gebe es Zuschriften, in denen es oft darum gehe, dass Kuren nicht genehmigt werden oder Hilfsmittel wie Hörgeräte oder Rollstühle gar nicht oder nicht in der Qualität genehmigt werden, die man verschrieben bekomme.

Ein anderes Thema seien (vermeintliche) Behandlungsfehler. Menschen haben laut Brauksiepe den Eindruck, dass es ihnen nach einer OP oder nach der Einnahme eines Medikaments schlechter gehe. Und es fehle ein Ansprechpartner, dem sie das sagen können

WAZ-Bericht von Steffen Gerber

03.08.2018: Neue Hoffnung für Langzeitarbeitslose im Ennepe-Ruhr-Kreis

Landrat Olaf Schade (links) und die SPD-Kreistagsfraktion mit Wetteraner Daniel Pilz (zweiter von rechts) und der Herdeckerin Karin Striepen (oben) sprechen mit Thomas Strauch, Chef der Wittener Beschäftigungsgesellschaft Wabe (rechts). Foto: SPDLandrat Olaf Schade (links) und die SPD-Kreistagsfraktion mit Wetteraner Daniel Pilz (zweiter von rechts) und der Herdeckerin Karin Striepen (oben) sprechen mit Thomas Strauch, Chef der Wittener Beschäftigungsgesellschaft Wabe (rechts). Foto: SPD

WAZ. Wen es einmal erwischt hat, der kommt oft nicht so schnell wieder raus: Aktuell gelten in Deutschland rund 81 000 Menschen als „langzeitarbeitslos“. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind es derzeit 3516 Betroffene.

Gesellschaften für Arbeit und Beschäftigung, wie die Wabe in Witten, könnten bald zusätzliches Geld vom Bund erhalten, um gezielt Langzeitarbeitslosen zu helfen. Die Kreistagsfraktion der SPD hat das Thema kürzlich mit Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch besprochen.

Vor dem Hintergrund der zurzeit gut laufenden Konjunktur erscheint die aktuelle Zahl der Langzeitarbeitslosen umso deutlicher. „Lange Arbeitslosigkeit führt zu Langzeitarbeitslosigkeit“, sagte Thomas Strauch bei dem Treffen mit der SPD.

Was auf den ersten Blick nach Binsenweisheit klingt, ist jedoch ein wichtiger Hinweis auf die Ursachen von langer Arbeitslosigkeit.

„Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU ist ein neues Programm zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit vereinbart“, sagte Daniel Pilz, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion aus Wetter.

Er ist einer von insgesamt acht Fraktionsmitgliedern, die im Zollhaus an der Ruhr in Witten-Herbede über das neue Programm sprechen, das zurzeit als Referentenentwurf existiert. Das Programm heißt bürokratietypisch „Gesetz zur Schaffung neuer Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt“, umgangssprachlich „Sozialer Arbeitsmarkt“ genannt und soll Anfang 2019 in Kraft treten.

Es hat ein Gesamtvolumen von vier Milliarden Euro, bis 2021 abrufbar per Antrag, so der Plan. Milliarden, die die vielen Beschäftigungsorganisationen wie die Wabe oder auch die Quabed gut gebrauchen könnten.

Doch was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff „Sozialer Arbeitsmarkt“? Thomas Strauch erklärte den Begriff: „Arbeit ist mehr als nur ,Da ist die Schüppe, fang an‘. Die Wabe bietet mehr als Beschäftigung an, denn Menschen, die ihr Päckchen tragen müssen, brauchen eine Begleitung.“

Also: Ein Chef, der nicht nur Chef ist, sondern der sich auch kümmert. Der nicht gleich einen Beschäftigten vor versammelter Mannschaft runtermacht, wenn mal etwas nicht ganz sitzt – und der auch häufiger mal etwas erklärt.

Das ist der „Soziale Arbeitsmarkt“, der mit Steuermitteln unterstützt wird und der unter der Einschränkung funktioniert, der handelsüblichen Wirtschaft kein Geschäft wegzuschnappen.

Wer lange arbeitslos war, hat dafür seine Gründe. Obwohl: „Den einen Grund gibt es nicht“, sagt Thomas Strauch. Es gebe viele Gründe und viele Kombinationen: Schlechte Gesundheit könne ein Grund sein, ebenso das Alter oder fehlende oder schlechte Qualifikationen. Hinzu komme, dass Langzeitarbeitslose oft der Arbeit selbst entwöhnt seien.

Bei der Wabe arbeiten deshalb Sozialarbeiter, Pädagogen und Fachkräfte, um zusammen mit den jährlich rund 250 Teilnehmenden neue berufliche Chancen zu schaffen.

Gute Erfolge verzeichne die Wabe nach eigenen Angaben bei der Beschäftigung im Gastronomie-Bereich, etwa im Zollhaus oder im Schleusenwärterhaus. „In die Gastronomie haben wir gute Vermittlungsquoten“, so Strauch, „denn wer im Schleusenwärterhaus den Grill bedienen kann, der kommt mit jedem Grill klar.“ Zudem gebe es auf dem Personalmarkt in der Gastronomie eine hohe Fluktuation und deshalb einen hohen Bedarf an Arbeitskräften.

„Noch ist nicht hundertprozentig klar, wie das Geld aus dem Programm ,Sozialer Arbeitsmarkt‘ aufgeteilt wird und wie man es beantragen kann“, sagte Daniel Pilz, „das Gesetz wird gerade erarbeitet.“ Im Oktober seien die Lesungen im Bundestag, und erst nach der ersten Lesung und einer weiteren Bearbeitungsrunde könne man mit konkreteren Entwürfen rechnen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (Bagfw) begrüßt den neuen Gesetzesentwurf. In einer Stellungnahme bezeichneten sie das Gesetz als „die Voraussetzungen für einen sozialen Arbeitsmarkt“.

WAZ-Bericht

24.07.2018: Wabe-Chef Strauch begrüßt Pläne zum sozialen Arbeitsmarkt

Mit Förderung zurück ins Arbeitsleben: Das Wabe-Team des Schleusenwärterhauses bei der Saisoneröffnung im März. Hinten rechts: Thomas Strauch. Foto: Barbara ZabkaMit Förderung zurück ins Arbeitsleben: Das Wabe-Team des Schleusenwärterhauses bei der Saisoneröffnung im März. Hinten rechts: Thomas Strauch. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Eine sinnvolle Betätigung und ein strukturierter Tagesablauf – für viele Langzeitarbeitslose sind das Erfahrungen, die sie fast nur noch aus Erzählungen kennen. Der von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geplante „soziale Arbeitsmarkt“ soll diesen Menschen eine neue Perspektive bieten und ihnen wenn möglich auch den Weg zurück in einen regulären Job ebnen.

„Ich bin sehr zufrieden damit, dass diese Zielgruppe von der Politik ins Auge gefasst wird“, sagt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe). Aktuell bleiben die Teilnehmer an den unterschiedlichen Programmen des Unternehmens für eine Dauer von sechs Monaten bis zwei Jahren bei der Wabe. Für viele zu kurz, findet Strauch. „Lange Arbeitslosigkeit hinterlässt ihre Spuren. Lange eingeübte Verhaltensweisen lassen sich dann nicht so schnell ausbügeln.“

Der Gesetzentwurf von Heil, der am vergangenen Mittwoch im Kabinett verabschiedet wurde, sieht unter anderem vor, dass Menschen, die in den vergangenen acht Jahren mindestens sieben Jahre lang arbeitslos waren, bis zu fünf Jahre gefördert werden können. „Sehr zufrieden“ ist Thomas Strauch mit diesem Zeitrahmen. „Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.“

In der längeren Laufzeit der Förderung sieht Strauch denn auch „eine Menge Potenzial“ – besonders, was die Chanchen der Teilnehmer auf Jobs auf dem regulären Arbeitsmarkt angeht. „Ich hoffe, dass wer fünf Jahre gefördert gearbeitet hat, danach die gleichen Chance hat, als wäre er nicht arbeitslos gewesen“, sagt Strauch. Von den Menschen, die derzeit im Rahmen der öffentlich geförderten Beschäftigung zwei Jahre lang in den unterschiedlichen Projekten der Wabe tätig waren, finden zwischen 30 und 50 Prozent im Anschluss einen Job.

Strauch schätzt, dass rund 2 000 Personen im Ennepe-Ruhr-Kreis für die neue Förderung in Frage kommen – die meisten davon in Witten. Daher laufen bei der Wabe derzeit auch schon Überlegungen, in welchen Bereichen man mehr Menschen beschäftigen könnte: etwa bei der Möbelbörse, der Radstation, dem Ruhrtal-Service und im Garten- und Landschaftsbau. „Aber wir können das natürlich nicht endlos nach oben schrauben, es muss auch sinnvoll sein. Nichts ist schlimmer, als wenn jemand tatenlos herumstehen muss – oder direkt an seiner neuen Aufgabe scheitert“, sagt Strauch.

Ein neues Projekt ist bei der Wabe auch bereits in Planung: Voraussichtlich im März 2019 soll der Service „Haus und Hof“ starten, der kleinere Hausmeisterdienste anbieten wird. Zwei bis drei neue Anleitungs-Stellen werden dafür Ende des Jahres ausgeschrieben. Fünf bis zwölf Langzeitarbeitslose werden im neuen Projekt arbeiten. Fast zeitgleich läuft das Programm „Soziale Teilhabe“ aus, über das 27 Personen bei der Wabe gefördert werden. „Ich hoffe, dass diese Menschen länger bei uns bleiben können und in die neue Förderung übergehen“, sagt Strauch. „Das halte ich für sinnvoll.“

Genügend Sozial-Pädagogen für das Coaching der Arbeitslosen habe man bei der Wabe. „Da sind wir ganz gut aufgestellt“, so Strauch. Sorge bereitet ihm allerdings, dass der Betreuungsschlüssel schlechter ausfallen könnte, als es bislang der Fall war. Von einem Pädagogen auf 40 Arbeitslose sei die Rede. „Das ist für diese Menschen nicht ausreichend“, so Strauch.

So sehr Geschäftsführer Wabe die Pläne der Regierung begrüßt, so skeptisch ist er auch. „Jetzt kommt es auf das Kleingedruckte an“, sagt Strauch. Viele Fragen seien noch offen. Etwa, ob die Teilnehmer nach Tarif bezahlt werden oder den Mindestlohn erhalten. Auch Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände haben sich zu diesem Punkt bereits kritisch geäußert.

Über eine Zeit von vier Jahren stellt der Bund rund vier Milliarden Euro für den „sozialen Arbeitsmarkt“ zur Verfügung – das sind bis zu 24 000 Euro Lohnkostenzuschuss pro Teilnehmer und Jahr. Bis zu 150 000 neue Jobs sind geplant.

Arbeitgeber sollen in den er­sten beiden Jahren 100 Prozent des Lohnes vom Staat erhalten, danach sinkt der Zuschuss um 10 Prozentpunkte pro Jahr bis auf 70 Prozent.

Als langzeitarbeitslos gilt, wer länger als ein Jahr lang keinen Job hatte. Im Juni waren das in Deutschland rund 820 000 Menschen. Etwa jeder fünfte gilt als besonders schwer vermittelbar.

WAZ-Bericht von Stephanie Heske

16.07.2018: Wasser marsch am Schleusenwärterhaus in Heven

Genossen ihren Mini-Pool (v. li.): Leonie (3), Elias (7), Jaquta (8) und Emily (8). Die Kinder waren mit ihren Eltern am heißen Sonntag zum Wasserspaß ans Schleusenwärterhäuschen nach Witten-Heven gekommen.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services
Genossen ihren Mini-Pool (v. li.): Leonie (3), Elias (7), Jaquta (8) und Emily (8). Die Kinder waren mit ihren Eltern am heißen Sonntag zum Wasserspaß ans Schleusenwärterhäuschen nach Witten-Heven gekommen.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services

WAZ. Das Schleusenwärterhäuschen in Heven – hier kann, man mit Blick auf die Burgruine Hardenstein, den Alltag hinter sich lassen und kommt, direkt vor der Haustür, in Urlaubsstimmung. Am Sonntag umso mehr. Denn da hatte die Wabe zum Familienfest „Kleiner Fährmann“ an die Ruhr eingeladen. Alles dreht sich ums kühle Nass!

Ein Wasserbomben-Lauf, ein Schwamm-Lauf, eine Wasser-Regatta und eine Wasser-Rutsche sorgen an diesem warmen Tag für rasche Abkühlung. Kinder strahlen, teilen sich kleine Pools, bespritzen sich mit Wasser. Was für ein Spaß!

Vor vier Jahren fand der erste „Kleine Fährmann“ am Königlichen Schleusenwärterhaus statt. Angefangen hatte damals alles mit einer Wasserrutsche aus Folie und Spülmittel. „Das erste Mal fand das Fest statt, nachdem wir den Radweg erneuert haben“, erinnert sich Susanne Fuchs, die bei der Wabe für die Projektleitung zuständig ist. Über den Fuß- und Radweg strömen auch am Sonntag wieder zahlreiche Besucher zum Fest.

Unter ihnen Christine mit ihrem zweijährigen Sohn Moritz. „So eine große Wiese haben wir zuhause nicht. Die Kinder können sich hier super austoben“, meint die Mutter. Die Wasserstationen am Schleusenwärterhäuschen hat ihr Zweijähriger alle absolviert. „Aber das Highlight sind natürlich die Pommes“, scherzt Christine und der kleine Moritz nickt dazu.

Susanne Fuchs freut sich, dass die Veranstaltung von so vielen Wittenern angenommen wird, vor allem von denen, die keinen eigenen Garten haben. „An der Ruhr kommen viele Erwachsene bei ihren Radtouren vorbei. Aber wir wollten die öffentliche Fläche nutzen, um auch die Kinder hierher zu bekommen“, sagt Fuchs. Und das Thema Wasser spreche gerade die Jüngsten an.

Und wie: Mit Wasserpistolen bewaffnet laufen viele Jungs um die Biertische herum, spritzen nicht nur andere Kinder, sondern auch die dort sitzenden Eltern nass. Ein wildes, fröhliches Durcheinander. In rund 15 Kinderpools wird geplanscht. Auf einer Plastikplane, die mit Spülmittel und Wasser rutschig gemacht wird, kommen die Kleinen richtig in Fahrt. Keine Frage: Das ist die Lieblingsstation der Kinder.

Jenny ist mit ihrem Sohn Malik zum Fest gekommen. Der Dreijährige hat sich gerade in einem Planschbecken ausgetobt. Die Mutter lobt: „Die Kinder haben hier so viel Platz.“ Darüber freut sich auch die vierjährige Antonia. Ihre Mutter ist ebenfalls mit dem Sonntagsprogramm zufrieden. „Die Veranstaltung ist sehr schön und die Kinder haben hier eine Riesenfreude.“ Auch Susanne Fuchs freut sich: „Die Veranstaltung ist für uns als Team ein schöner Termin. Wir ziehen alle an einem Strang und sind stolz, so viele Menschen damit glücklich zu machen.“

Zum Abschluss des „Fährmann-Diploms“ können die kleinen Wasserratten – von der Fähre Hardenstein aus – noch einen Rettungsring mit einer Stange wieder an Bord holen. Sieht leicht aus, ist es aber nicht immer. So einige Versuche gehen daneben. Macht nichts.

WAZ-Bericht von Marco Walden

11.07.2018: Wittener leihen immer mehr Fahrräder bei der Radstation aus

Auch Leihräder müssen auf Vordermann gebracht werden. Foto: Jürgen Theobald
Auch Leihräder müssen auf Vordermann gebracht werden. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Sogar das Schauerwetter am Dienstag hat Wittener nicht davon abgehalten, Fahrräder bei der Radstation am Hauptbahnhof auszuleihen. Auch wenn nicht die übliche Kundschaft kam: „Wir hatten morgens eine Schulklasse, die auf eine Radtour gehen wollte“, erzählt Stationsleiter Frank Lojda. „Die Schüler ohne eigenes Fahrrad haben eines bei uns bekommen.“ Drei Räder wurden bei Nieselregen übergeben. Der übliche Schnitt. Lojda: „Etwa drei Räder werden pro Tag ausgeliehen.“

Man sei seit dem Standortwechsel nicht mehr so auf dem „Präsentierteller“, sagt Lojda. Und fügt hinzu: „Die Laufkundschaft fehlt uns.“ Im April ist seine Radstation aus der Bahnhofshalle aus- und in Räumlichkeiten auf der linken Seite des Bahnhofs eingezogen. „Aber trotzdem konnten wir die Vermietungen von Jahr zu Jahr steigern.“

Im vergangenen Jahr gab es 25 Prozent mehr Ausleihen als noch 2016. Für dieses Jahr erwartet man bei der Radstation dieselbe Steigerung. „Die Radsaison ist gerade mal halb vorbei und wir verzeichnen schon insgesamt circa 500 Ausleihtage.“ Rund 750 waren es im vergangenen Jahr. Entsprechend wurde auch die Auswahl an ausleihbaren Drahteseln aufgestockt: 2017 hatte die Station 30, heute hat sie 40 Räder – darunter auch welche für Kinder, E-Bikes, Tandems und Liegeräder.

Die Radstation ist ein Angebot der Wabe. Deren Geschäftsführer Thomas Strauch glaubt, dass das wachsende Interesse mit einem Bewusstseinswandel in der Bevölkerung zu tun hat. Strauch: „Es gibt eine neue Bewegungsphilosophie.“ Immer mehr Leute seien offen dafür, sich verschiedene Fortbewegungsmittel über kürzere Zeiträume auszuleihen, anstatt nur mit dem eigenen Auto oder dem eigenen Rad unterwegs zu sein. „Darum wird die Nachfrage bei uns an der Radstation mit Sicherheit weiter steigen“, meint Strauch.

Es sieht danach aus, als müsse sich die Wittener Wabe-Station die wachsende Nachfrage in der Stadt nicht mit einer Konkurrenz teilen. Während in größeren Städten wie Bochum der Anbieter Metropolradruhr erfolgreich ist und Anbieter aus dem Ausland auf den Markt drängen, deren Räder überall in der Stadt abgestellt und ausgeliehen werden können, bleibt die Radstation in Witten wohl das zentrale Angebot. „Witten ist von den Anbietern noch nicht als attraktive Spielfläche erkannt worden“, so Stadtsprecherin Lena Kücük. Der Grund sei vor allem die Größe der Stadt.

Im Rathaus will man erst einmal seine Hausaufgaben machen. Das alte Radverkehrskonzept für Witten ist von 1978, bis zum Jahresende soll – unter Beteiligung von Bürgern – ein neues erstellt werden. Denn diese sollen künftig sicherer und angenehmer über attraktivere Straßen und Wege rollen. „Ein großes Angebot von Leihrädern in der Stadt würde nichts bringen, wenn dafür keine Straßen da sind“, so Kücük.

Interesse daran, dass das Leihangebot über den Radverleih am Hauptbahnhof hinaus wächst, hat laut Stadt insbesondere die Universität Witten/Herdecke. Dies bestätigt Uni-Sprecher Daniel Lichtenstein. „Sowohl die Belegschaft als auch die Studierenden sind bestrebt, die Fahrradnutzung auszubauen.“

An der Ruhr-Universität Bochum haben die Studierenden entschieden, über eine leichte Steigerung des Semesterbeitrags eine Kooperation mit Metropolradruhr einzugehen. Seit 2013 kann jeder Studierende kostenlos 60 Minuten am Stück radeln. Ein Vorbild für Witten? „So etwas muss ja finanziert werden“, zeigt sich Stadtsprecherin Lena Kücük noch skeptisch und fügt hinzu: „Wir haben bei uns in Witten nun mal viel weniger Studierende als in Bochum.“

WAZ-Bericht von Gordon Wüllner

01.07.2018: Wittener genießen den Sommer am See oder an der Ruhr

01.07.2018: Wittener genießen den Sommer am See oder an der Ruhr

WAZ. Die Wittener erleben ein Traum-Wochenende - und das gute Wetter soll weiter anhalten! Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad ist das öffentliche Leben an diesem Sonntag aber nicht gelähmt.

Dafür sorgt ein kräftiger Wind, der den Aufenthalt gerade am Kemnader Stausee oder Ruhrufer angenehm erträglich werden lässt. Es ist auch gar nicht schwül. Zu den gefragtesten Adressen gehört der Stausee, wo die Besucher nicht nur am Ufer entlangradeln, skaten oder ganz einfach spazieren gehen. Der Tretbootverleih ist teilweise so gut wie ausverkauft und auch viele Segler sind auf dem Wasser unterwegs. Surfer und Stand-up-Paddler genießen ebenfalls das tolle Sommerwetter.

An der Fähre Hardenstein kommt es mitunter zu Warteschlangen, ebenso vor den Essens- und Getränkeausgaben der Gastronomiebetriebe, etwa dem Schleusenwärterhaus. Eisdielen und Biergärten erleben eines der besten Wochenenden. So macht der Sommer Spaß! Und bald sind auch noch Ferien ...

WAZ-Bericht

07.05.2018: Gerade der Radtourismus boomt

WAZ. Tausende Ausflügler waren am Sonntag im Ruhrtal unterwegs. Es herrschten optimale Bedingungen – ob an Land oder auf dem Wasser. Auf dem Kemnader See flatterten viele Segel im Wind und auf dem Ruhrtalradweg traten die Fahrradfahrer kräftig in die Pedale. Einmal mehr zeigte sich: Die Freizeitindustrie bekommt für Witten eine immer größere Bedeutung.

Wabe-Chef Thomas Strauch sitzt an der Taler-Kasse und hat ein Lächeln auf dem Gesicht. Er freut sich übers gute Wetter, kann aber auch zufrieden sein, wie viele Wertmarken den Besitzer wechseln. „Zehn bitte“ sagen viele Ausflügler, die zum Schleusenwärterhaus gekommen sind, wo das zwölfte Radfest im Ruhrtal gefeiert wird.

Zwar stehen die Räder dicht an dicht. Aber ansonsten sitzt es sich ganz entspannt am Ruhrufer. Fahrrad-Akrobaten zeigen auf der Rampe tollkühne Sprünge, auch wenn gerade jemand „Aua“ schreit. Die Besucher im Biergarten trinken Kaffee und lassen sich Kirschstreusel schmecken. Keine Frage: Das Geschäft läuft. Den Vorwurf, hier nehme ein gemeinnütziger Verein, wie es die Wabe ja ist, möglicher kommerzieller Konkurrenz vielleicht ein Stück vom Kuchen weg, kontert Strauch locker: „Wo ist sie denn, die Gastronomie in Haus Herbede oder im Möwennest am See?“ Tatsächlich ist es in beiden Fällen bis heute nicht gelungen, neue Betreiber für die Lokale zu finden. Es würde sich wohl lohnen.

Wie sehr gerade der Radtourismus boomt, zeigt sich einmal mehr bei diesem Fest. Gefragt nach den neuesten Trends, kann man die Antwort erahnen, die Thorsten Ebenfeld (43) von „Ebi’s Fahrradservice“ gibt. „E-Bikes sind nach wie vor der Trend schlechthin.“ Sie machten bis zu 90 Prozent des Umsatzes aus, obwohl sie immer noch einige Kilo schwerer als herkömmliche Räder sind und locker zwischen 2000 und 3000 Euro kosten.

Dorothea hat sich inzwischen ein Elektrorad angeschafft. Die Rentnerin ist mit ihren Besuchern Wilfried (76) und Verena (66) aus Bergkamen gerade die Tour „Von Ruhr zu Ruhr gefahren“ gefahren, locker 60 Kilometer. Ihr Fazit: „Sobald man die Stadt verlässt, fangen die schönen Strecken an“, sagen die viel radelnden Rentner.

Witten müsse sich aber noch gehörig anstrengen, wenn es seine Bewertung beim Fahrradklima unter eine „4“ drücken wolle, sagt die Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, Susanne Rühl, am Stand des ADFC. Positiv vermerkt sie, dass Witten jetzt mit der Erarbeitung eines Fahrradkonzeptes angefangen habe, das sie schon 2014 vorgeschlagen hätte.

„Um Kleinigkeiten umzusetzen“, so die 60-Jährige, „braucht man aber kein Konzept.“ Sie denkt da etwa an die Unfallgefahr durch Schlaglöcher. Das Geld für Verbesserungen sei doch aufgrund sprudelnder Steuern da. „Jetzt sagen die Städte, sie hätten kein Personal.“

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

WAZ-Fotostrecke "12. Ruhrtal-Radfest" - Fotos von Jürgen Theobald / FUNKE

03.05.2018: Wabe übernimmt Kahlen Plack

WAZ. Die Grillsaison ist bereits eröffnet, nach den ersten hochsommerlichen Tagen in diesem Frühjahr. Dass es aber in diesem Sommer noch was werden könnte mit neuen, öffentlich ausgewiesenen Plätzen, ist eher unwahrscheinlich. Doch es kommt wieder Bewegung in die Debatte, nachdem die Jusos das von der Stadt 2015 aus der Öffentlichkeit verbannte Würstchen wieder auf den Grill gelegt haben.

Es geht um den alten Prüfauftrag vom 22. Dezember 2015, den die Verwaltung bis heute noch nicht vollständig beantwortet hat. Damit hatte die SPD damals auf eine Nacht- und Nebelaktion der Stadt reagiert, die – verärgert über Personalaufwand und Kosten – die oft vermüllten öffentlichen Grillplätze am Hammerteich, Hohenstein und im Vormholzer Wald mitten in der kalten Jahreszeit abgerissen hatte. Der Aufschrei war groß.

In dem Antrag, den neben Juso-Chef Philip Raillon seinerzeit noch Thomas Richter als SPD-Fraktionsvorsitzender unterzeichnet hatte, wurden zwei Varianten zur Prüfung vorgeschlagen, zum einen „Grillflächen für Jugendliche und andere Bevölkerungsgruppen mit kleinem Budget“, etwa am Anleger der Schwalbe an der Nachtigallstraße und Uferstraße oder am Ufer des Kemnader Sees, zum anderen öffentliche Grillplätze für Menschen, die dafür auch etwas tiefer in die Tasche greifen würden. Dafür sollte ihnen die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Bestes Beispiel ist der Kahle Plack in der Nähe des Freibads, der letzte öffentliche Grillplatz in Witten, mit überdachten Sitzplätzen etc..

Wegen eines personellen Engpasses hat die Stadt die Wabe gebeten, den Kahlen Plack schon in dieser Saison, beginnend am 1. Mai, zu betreuen. Aus dem „Notnagel“ (Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch) dürfte ein dauerhaftes Modell werden. Strauch wäre auch an weiteren Plätzen interessiert, etwa am Kemnader See, wo bis zum Totalverbot oftmals größere, gerade türkische Gruppen den Grill anwarfen. „Ich finde das total schade, dass sich die Leute, die keine eigenen größeren Gärten haben, dort nicht mehr treffen können“, sagt Strauch, selbst in der SPD aktiv.

Er findet den Vorstoß der Jusos richtig, etwas anzubieten, womöglich auch direkt an der Ruhr, obwohl es dort negative Erfahrungen gibt, sei es mit Müll oder Brandschäden. Strauch: „Wenn man es an der einen Stelle verbietet, wird das Problem nur woandershin verdrängt. Zweifel bekundet er allerdings an der Annahme, die Wabe bräuchte vielleicht nur den Müll abzuholen. „So wie sich die Jusos das vorstellen, funktioniert es nicht.“

Kämmerer Matthias Kleinschmidt erteilt öffentlichen Grillplätzen auf Kosten der Steuerzahler zwar eine Absage, ist aber für Kooperationen wie mit der Wabe zu haben. „Ich verstehe die Wünsche und wir kümmern uns ernsthaft darum“, versichert der Beigeordnete. Allerdings glaubt er nicht, dass sich Wild-Griller, die „sich bei einem Bierchen ans Feuer setzen“, so verdrängen lassen. Kleinschmidt: „Sie gehen nicht auf öffentliche Plätze.“

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

15.04.2018: Wittener Radstation feiert ihre offizielle Neu-Eröffnung

Bereits Ende November war die Radstation zur ZOB-Seite des Bahnhofs umgezogen. Dort feierte die Wabe am Samstag die offizielle Eröffnung. Zum Service gehört auch die Waschanlage, die Stephan Gerke (29) hier bedient. Foto: Manfred Sander
"Bereits Ende November war die Radstation zur ZOB-Seite des Bahnhofs umgezogen. Dort feierte die Wabe am Samstag die offizielle Eröffnung. Zum Service gehört auch die Waschanlage, die Stephan Gerke (29) hier bedient. Foto: Manfred Sander

WAZ. Damit das schon mal klar ist: Steht man vor dem Wittener Hauptbahnhof, geht man links um die Ecke und dann die Treppe hinunter. Da ist der neue Standort der Wittener Radstation. „Wir haben noch ein Problem mit unserer Sichtbarkeit“, sagt deren Leiter Frank Lojda (52). „Wir hatten Schilder aufgestellt, aber die hat man uns kaputt getreten. Und am Bahnhof selbst dürfen wir keine anbringen, der ist denkmalgeschützt. Das eine da über dem Eingang ist eine Ausnahme.“

Dass die Kundschaft jetzt eine Treppe benutzen muss, um den Service der Radstation zu nutzen, sei so schlimm nicht. „Unsere Mitarbeiter tragen die Räder, die sich die Kunden leihen wollen, natürlich die Treppe hinauf und bei der Abgabe auch wieder hinunter. Das ist eine Selbstverständlichkeit.“

Noch in dieser Woche werde zudem ein Techniker erwartet, mit dem man über einen Speziallift beraten werde. Der soll so ähnlich wie ein Rollstuhllift funktionieren. Kostenpunkt: zwischen 5000 und 7000 Euro. Mit Bratwurst, Waffeln und Cola wurde der neue Standort der Radstation jetzt am Samstag gefeiert – und wer wollte, konnte sein Radel gratis durch die kleine, aber effiziente Waschanlage schicken.

Gearbeitet wurde aber auch: Thomas Bräuer sitzt in einem fensterlosen Raum und frickelt an einem Hollandrad herum. Nicht einfach, aber er schafft es. Noch einmal durch die Waschanlage und auch dieses Rad glänzt wieder prächtig. Noch am Nachmittag soll es von einer älteren Dame abgeholt werden. Für 150 Euro. „Wenn sich eine Reparatur mal als zu schwierig erweist, hilft Ebi’s Fahrradservice“, sagt Lojda.

20 normale Räder, zwölf E-Bikes, vier Lieferräder und zwei Tandems zählt der Bestand der Radstation, teils gespendet, teils neu angeschafft. Der Service beinhaltet Wartung, Verleihung und Bewachung. Im alten Gepäcktunnel der Deutschen Bahn, rechts vom Haupteingang, stehen über 100 Fahrräder, videoüberwacht, Zugang nur mit einer Chipcard. Es sind vorwiegend Pendler, die diesen Service in Anspruch nehmen.

Die Kundschaft ist völlig durchmischt, weiß Loja, der als einziger Festangestellter der 20 Beschäftigten die Radstation seit sechs Jahren leitet. Es seien Leute, die ein Fahrrad mal für einen Tag brauchen, aber auch viele Touristen. „Sehr viele Leute kommen aus Holland, um auf dem Ruhrtalradweg zu fahren. Das sind manchmal fünf bis sechs Tagesetappen. Der ganze Weg geht von Winterberg bis Duisburg. Wir bringen auf Wunsch die Räder dorthin und holen sie ab.“

Es läuft also ganz gut für die Radstation, auch wenn ihre Fläche von 200 m2 auf 130 m2 geschrumpft ist. Hintergrund ist die Privatisierung des Hauptbahnhofs. Der neue Besitzer Markus Bürger verlange jährlich 30 000 Euro, wäre man in der Halle geblieben. Für die Kellernutzung zahlt die Wabe 15 000 Euro, das gebe das Budget her.

Ärgerlich sei der Umzug schon gewesen, aber er sei nicht überraschend gekommen. „Das war ja schon seit drei Jahren im Gespräch. Außerdem will, muss der neue Betreiber ja Geld verdienen. Wir haben ein gutes Verhältnis, und Bürger hilft und, wo er kann.“

Dennoch. „Der Keller ist eine jahrelange Übergangslösung“, so Lojda. „Wir halten ständig die Augen auf, wo in Bahnhofsnähe etwas möglich ist.“

Das bietet die Radstation:

Die Radstation Witten bietet Parken und Bewachung, Inspektion und Reparaturarbeiten, Vermietung, Verkauf von Ge­braucht­rädern sowie Beratung. Kontakt: Tel. 39 90 01

Öffnungszeiten im Sommer: Mo-Fr 7-20, Sa 10-17 Uhr. Öffnungszeiten im Winter: Mo-Fr 7-20 Uhr. Preise Fahrradvermietung: ein Tag 9 Euro, drei Tage je 7 Euro.

WAZ-Bericht von Marcus Römer

06.04.2018: Sonne satt: Tipps für Ausflüge in Witten am Wochenende

Kinder, was für ein Spaß: Pepe (6, von li.), Amelie (7), Mascha (10) und Lina (10) plantschen mit den Füßen in der Wittener Ruhr am Ableger der Ruhrtal-Fähre. Foto: Svenja Hanusch / Funke Foto Services
Kinder, was für ein Spaß: Pepe (6, von li.), Amelie (7), Mascha (10) und Lina (10) plantschen mit den Füßen in der Wittener Ruhr am Ableger der Ruhrtal-Fähre. Foto: Svenja Hanusch / Funke Foto Services

WAZ. Endlich Frühling mit ganz viel Sonne. Dieses Wochenende sollte man nicht in der Wohnung verbringen. Tipps für Ausflüge vor Ort.

Gerade musste man noch morgens das Eis von den Autoscheiben kratzen – plötzlich ist es Frühling. Für den heutigen Samstag ist Sonne satt angesagt, am Sonntag können in Witten auch einige Wolken dabei sein. Das erste wärmere Wochenende in diesem Jahr sollte man nicht in der Wohnung verbringen. Hier einige Tipps, was man vor der Haustür so alles unternehmen kann.

Wie wäre es einmal wieder mit einer Tretboot-Fahrt auf dem Kemnader Stausee? „Die Boote sind gesäubert und startklar. Wir freuen uns an diesem sonnigen Wochenende auf viele Gäste“, so Claudia Spoo, Sprecherin des Freizeitzentrums Kemnade. Wer sich ein Tretboot für vier Personen für eine Stunde ausleihen möchte, zahlt neun Euro. Verliehen werden die Boote von 12 bis 18 Uhr. In Hafennähe kann man auch eine Runde Minigolf spielen. Kinder bis 16 Jahren zahlen für ein Spiel 2,50 Euro, Erwachsene 3,50 Euro.

Immer wieder ein Vergnügen: eine Fahrt mit der MS Schwalbe. Eine einfache Fahrt kostet 5,50 Euro, für ein Hin- und Rückfahrt-Ticket zahlt man 9,50 Euro. Das Schiff legt an der Bommeraner Uferstraße am Wochenende erstmals um 11.50 Uhr in Richtung Freizeitbad Heveney ab. Dann wieder um 13.50 Uhr, 15.50 Uhr und 17.50 Uhr. Vom Freizeitbad Heveney geht es zurück um 12. 50 Uhr, 14.50 Uhr und um 16.50 Uhr. Weitere Haltestellen unter: stadtwerke-witten.de. Achtung! Wer mit dem Schiff fahren möchte, sollte sich aber noch ein Alternativprogramm ausdenken. Denn: Die Schwalbe ist bei gutem Wetter für viele Wittener die erste Wahl.

Bei einem Spaziergang durch das Muttental kann man eine Pause im Kaffeegarten des Bethauses einlegen. Samstag von 10 bis 18 Uhr, Sonntag ab 11 Uhr. Bei Kaffee und Kuchen kann man dort die Sonne genießen. Sehr schön einkehren kann man auch einige Gehminuten weiter im Zechenhaus Herberholz (Muttentalstraße 32) – an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr. Und natürlich gibt’s auch an der Zeche Nachtigall Süßes, Herzhaftes, kalte und warme Getränke.

Nicht nur was für Radler: Das Schleusenwärterhaus in Heven ist am Wochenende von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Warme Speisen wie Eintöpfe und Suppen gibt’s ab 12 Uhr, Getränke, Kaffee und Kuchen den ganzen Tag. Das Zollhaus Herbede bewirtet Gäste von 10 bis 18 Uhr.

Tipp für kleine und große Tierfreunde: Der Streichelzoo auf dem Hohenstein ist seit dem 1. März wieder länger geöffnet! Man kann die Tiere täglich von 11 bis 18 Uhr besuchen. Danach kann man vom Bergerdenkmal aus den Blick ins Ruhrtal genießen.

Wen es in die Nachbarstädte zieht: Statten Sie doch einmal wieder Wetter und dem dortigen Harkortsee einen Besuch ab. Über den Ruhrtalradweg nach Wengern fahren, dort im Dorf etwas essen oder trinken, und dann weiter nach Wetter radeln. Am Harkortsee kann man mit der MS Friedrich Harkort noch nach Herdecke fahren und von dort zurück nach Witten radeln oder in Wetter in einen Zug steigen.

Wer die Sonne in der Wittener City genießen möchte: Möglich ist dies unter anderem im Café Möpschen, im Extrablatt, im Café Del Sol, in Eisdielen und im Wiesenviertel – dort im Knut’s und im Raum Café, die sich einen Biergarten teilen. In Bommern lohnt sich ein Stopp im Eiscafé La Tomina (Bodenborn 64). Ein Bier gibt es im Extrablatt ab 2,50 Euro, hausgemachten Eistee – etwa Granatapfel-Blaubeere – ab 4,95 Euro. Im Café Del Sol bekommt man ein frisch gezapftes Pils ab 2,80 Euro. Viel Spaß beim Ausprobieren!

WAZ-Bericht von Rebecca Rehr

01.04.2018: Leinen los für die Ruhrtalfähre in Witten

Startklar: Decksfrau Yvonne Degner (Mitte), die Kapitäne Helmut Schönekess (re.) und Christoph Heemann warten auf die ersten Fahrgäste der Ruhrtalfähre. Foto: Barbara Zabka
Startklar: Decksfrau Yvonne Degner (Mitte), die Kapitäne Helmut Schönekess (re.) und Christoph Heemann warten auf die ersten Fahrgäste der Ruhrtalfähre. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Der Ofen bullert, aus dem Radio kommt Smokie. Gelassen wirft Helmut Schönekess den Elektromotor an. Schon gleitet die „Hardenstein“ leise über das ruhige Wasser. Unter grauem Himmel, dafür bei guter Laune der Besatzung und ersten Fahrgäste stach die Ruhrtalfähre Freitag wieder in See.

Bis mittags zählen der 57-Jährige und seine Truppe 20 Fahrgäste, Radfahrer und Spaziergänger, die sich übersetzen lassen. Nach fünf Grad am frühen Morgen zeigt das Thermometer inzwischen knapp zehn an. „Für die erste Schicht geht das“, sagt Schönekess, einer von drei Schiffsführern, die bei der Wabe als Betreiber der Fähre fest unter Vertrag stehen. Die anderen sechs, die den Zwei-Schicht-Betrieb von morgens bis abends aufrechterhalten, sind Ehrenamtliche.

„Ich hab mich schon den ganzen Winter auf diesen Tag gefreut“, sagt Kersten Ditges (48), der den Mann am Steuer mit Kollege Stefan Arendt (48) gleich ablöst. Bis Ende Oktober wird die kleine Fahrerkabine ihr zweites Zuhause sein. Sobald die Sonne rauskommt, wissen sie aus Erfahrung, wird’s voller. Viele Fahrgäste strampeln den Ruhrtalradweg entlang, wenn sie an der Zeche Nachtigall oder umgekehrt am Schleusenwärterhaus ankommen und das Gewässer mit der „Hardenstein“ überqueren.

50 Personen finden auf der großen Fähre Platz. Wenn der Motor mal schlapp macht, liegt die kleine Hardenstein als Ersatz am Ufer bereit. Sie ist für 16 Passagiere ausgelegt. Dass es sie noch gibt, beruhigt Chefskipper Christoph Heemann. Wenn er früher wegen einer Panne rausgeklingelt wurde, kann er sich heute noch mal umdrehen. „Mit zwei Fähren arbeitet es sich wesentlich entspannter“, sagt er.

Die kleine Ausgabe bekam im Winter einen neuen Motor verpasst, bei der großen wurde die Hydraulik der Bugrampe erneuert. Heemann hofft, dass sich der Trend der letzten Jahre fortsetzt, die Zahl der Fahrgäste weiter steigern zu können – wenn das Wetter denn mitspielt. Mit 76 000 fing es 2006 an, im Vorjahr wurde mit 152 000 ein neuer Rekord aufgestellt.

Der frühe Saisonstart eine Woche vor Ostern ist auch der Weckruf für die Gastronomie im Schleusenwärterhaus. Das Angebot: wie gehabt, von Currywurst über Pommes bis Flammkuchen, vom Radler bis zum Rotwein. Es wird auch wieder einige Veranstaltungen geben. Nur der „Rock an der Ruhr“ im September werde wohl ausfallen, sagt Susanne Fuchs, seit Februar fest bei der Wabe, die auch das Schleusenwärterhaus betreibt. Bisher habe die EN-SPD den Rock organisiert. Doch diesmal habe sich niemand gefunden. Dafür gibt’s Ende April wieder Folk am Fluss.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein-Peschel

24.03.2018: Radstation verlängert Frühjahrsaktion

WAZ. Die Radstationen der Wabe im Wittener Hauptbahnhof und am Zweibrücker Hof in Herdecke haben ihre Frühjahrsaktion wegen des schlechten Wetters bis zum 6. April verlängert. Ursprünglich sollte sie vom 12. bis zum 29. März laufen.

Bei der Frühjahrsaktion kostet die große Inspektion (inklusive reinigen, fetten, ölen, Brems- und Lichtservice) 22,50 Euro zuzüglich Ersatzteilen statt regulär 30 Euro. Für E-Bikes wird ein spezieller Service angeboten. Die große Inspektion kostet mit Akkutest (speziell entwickeltes Prüfgerät und PC-Software) 40 statt regulär 48,50 Euro. Zusätzlich erforderliche Arbeiten werden nach telefonischer Rücksprache mit dem Kunden und aktueller Preisliste in Rechnung gestellt.

Die Wittener Radstation der Wabe befindet sich nicht mehr im Erdgeschoss des Hauptbahnhofes, sondern in dessen Keller und ist von der Seite des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) aus zu erreichen. Geöffnet ist sie montags bis freitags von sieben bis 20 Uhr. Weitere Infos: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Und die Herdecker Radstation liegt nahe am Ruhrradweg ( 01578-74345659.

WAZ-Bericht

1/2018: Aus dem Leben eines Fährmanns

Die 'Hardenstein' hat 50 Plätze und schließt eine Lücke im RuhrtalRadweg bei Witten.
Die 'Hardenstein' hat 50 Plätze und schließt eine Lücke im RuhrtalRadweg bei Witten.

Metropole Ruhr, Ausgabe 1/2018. Seit der Eröffnung des RuhrtalRadweges im April 2006 ist Christoph Heemann auf der„Hardenstein“ der Kapitän. Er steuert die Ruhrtal-Fähre und setzt die Spaziergänger, Radler und Wanderer von einem Ufer der Ruhr zum anderen Ufer über. In der Saion ist die Fähre täglich bis zu zwölf Stunden im Einsatz. Unterhalb der Burgruine Hardenstein an der Herbeder Schleuse in Witten, schippern alljährlich rund 150.000 Passagiere über die Ruhr. Und in jedem Jahr werden es mehr.

Bericht von Dunja Briese

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07.03.2018: Brückengeld kostete drei Pfennig

WAZ. Brückenwärterhaus, Wohnhaus, Gastronomie: Das Haus Ruhrtal 1, gebaut im 19. Jahrhundert, hat eine bewegte Geschichte. Heute schreibt die Wabe im Herbeder Zollhaus ein neues Kapitel. „Altes“ führt sie dabei nicht im Schilde. Offiziell heißt es nur: Zollhaus.

Das Bild zeigt das Alte Zollhaus an der Lakebrücke. Wie der Name vermuten lässt, musste man dort den Brückenzoll entrichten. Auch heute kann man dort noch Geld loswerden, allerdings eher für kleine kulinarische Köstlichkeiten und nicht mehr für die Überquerung der Ruhr. Christina Wildvang

Das Foto zeigt das ehemalige preußische Brückenwärterhaus auf Herbeder Seite („Zollhaus Herbede“) an der Lakebrücke. Im Mittelalter – 1347 – wurde die Brücke als Übergang über die Ruhr erstmals urkundlich erwähnt. Das Brückenwärterhäuschen ist eines der letzten Zeugnisse für ehemalige Zollstellen im Ruhrgebiet. Vor der Gründung des Deutschen Zollvereins – 1834 – dienten Zollstellen dazu, Zölle von den zahlreichen deutschen Kleinstaaten zu erheben, auch Brücken- oder Fährgeld für lokale Eigentümer. Hier in Herbede wurde 1844 ein Brückengeld von drei Pfennig pro Person festgelegt. Pferdegespanne zahlten mehr. Zahlstelle war das Brückenwärterhaus am linken Ruhrufer – heute Haus Ruhrtal 1. Eine Gebührenpflicht bestand hier bis 1930.

Heute ist das Zollhaus an der Lakebrücke eine gute Adresse des Ruhrtal-Tourismus. Die Wabe hat das ehemalige preußische Brückenwärterhaus von der Stahl-Unternehmerfamilie Lohmann-Hütte gepachtet.
Werner Schultze

Das „Alte Zollhaus“ an der Lakebrücke wird heute von der Wittener Wabe bewirtschaftet und wird von Wanderern und Radfahrern rege angenommen!
Michael Röder

Das alte Zollhaus hat heute eine Gastronomie und einen der schönsten Biergärten in Witten direkt am Fluss.
Michael Robert

Eine der schönsten Ecken in Herbede, dazu der schöne BMW E30. Anton Serge Argon

Es handelt sich um ein ehemaliges preußisches Brückenwärterhaus aus dem Jahre 1844 direkt an der Lakebrücke, das sich heute im Besitz der Herbeder Lohmann Stahl GmbH befindet. Brückenzoll musste jeder bis 1930 bezahlen, der die Brücke überqueren wollte.

Als ich noch häufiger mit dem Rad um den Kemnader See gefahren bin, gab es hier lediglich ein kleines Wohnhaus mit der dann 1984 von der Stadt Witten neu gebauten Fußgängerbrücke. Gemeinsam mit dem Wabe-Team wurde das alte Haus mit Garten vor etwa fünf Jahren zu einem gemütlichen Lokal mit Biergarten umgebaut. Heute wird das „Zollhaus Herbede“ gerne für das leibliche Wohl von Skatern, Radfahrern, Wanderern und Spaziergängern genutzt, die dort ihren kleinen Hunger und Durst stillen. Durch die direkt neben dem Zollhaus beginnende Hundeinsel wird dieses Lokal auch oft von den Hundebesitzern mir ihren Vierbeinern besucht. Auch Musikfreunde kommen immer öfter auf ihre Kosten, wird der Biergarten doch seit etwa zwei Jahren auch gerne für musikalische Veranstaltungen genutzt. Manfred W. Schwandt

WAZ-Bericht

26.02.2018: Wittener Sprachtreff verbindet Geflüchtete und Ehrenamtliche

Der, die, das. Foto: Jürgen Theobald
"Der, die, das." Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Marianne Wissel und Burhan Alabbar beugen sich über ein Vokabelheft. „Es heißt der Teller, weil Teller ein männliches Substantiv ist“ – die ehrenamtliche Helferin zeigt auf das Bild eines Tellers, darunter steht die arabische Übersetzung. Burhan seufzt. „Im Arabischen haben wir nur den Artikel ‘al’ . Das ist leichter.“

Eine gemütliche Runde hat sich im „Alten Fritz“ in der Augustastraße zusammengefunden. Jeden Mittwoch treffen sich dort 15 bis 20 Geflüchtete und Ehrenämtler. Sie trinken Tee, sprechen deutsch und klären die ganz alltäglichen Fragen, die die Flüchtlinge mitbringen. Woher kommt der Ausdruck „Schmetterlinge im Bauch“?

Und was bedeutet das Wort „umgangssprachlich“? „Die Menschen möchten sich ungezwungen auf Deutsch unterhalten“, sagt Hartmut Jerate. „Viele besuchen Sprachkurse, aber ihnen fehlen die alltäglichen Gespräche.“ Der 55-Jährige ist seit Beginn des wöchentlichen Treffs im Oktober letzten Jahres mit an Bord.

Auch Adham Salhani kommt Woche für Woche. Der 34-Jährige floh vor zwei Jahren aus seiner Heimat in Syrien. An diesem Mittwoch hat er gute Nachrichten mitgebracht: Er hat den mündlichen Sprachtest bestanden. Jetzt muss er noch auf das Ergebnis der schriftlichen Prüfung warten.

Alle freuen sich mit Salhani, der in der Runde nur „Salami“ genannt wird. „Hartmut wollte in unserer Whatsapp-Gruppe meinen Namen schreiben und hat aus Versehen Salami statt Salhani eingetippt“, erklärt der gelernte Mechatroniker. „Seitdem ist Salami mein Kosename.“

Alle sechs bis acht Wochen plant die Gruppe eine besondere Aktion. Einmal hat Salhani den Kochlöffel für alle geschwungen und syrische Spezialitäten wie Hummus, einen Brei aus Kichererbsen, Fattusch als Salat oder Baba Ganoush, eine Art Auberginenpaste, zubereitet.

Ein anderes Mal hat Moafak einen Vortrag über die schönen und schlimmen Seiten Syriens gehalten. „Der Abend war sehr berührend“, sagt Carina Kuznik. „Als die Bilder von abgeworfenen Fassbomben gezeigt wurden, flossen Tränen.“

Die 27-Jährige arbeitet als Jugendreferentin in Annen. Außerdem setzt sie sich in der Flüchtlingshilfe des Evangelischen Kirchenkreises ein. Für den Sprachtreff hat sie tausend Ideen im Kopf. „Im Sommer könnten wir mit den Rädern ins Grüne oder vielleicht sogar Drachenboot fahren.“

In der nächsten Woche kommt jemand von der Verbraucherzentrale zu Besuch und beantwortet alle anstehenden Fragen. Burhan, Mohamad und die anderen sind Feuer und Flamme. In der Runde wird geplant, gelacht und sich füreinander gefreut. Das tut den Geflüchteten gut. Bei aller Lebensfreude tragen sie ihre Schicksale mit sich herum.

Burhan zeigt auf dem Handy ein Bild von seinem völlig zerstörten Ferienhaus in Damaskus. Nur eine einzelne Weinpflanze steht aufrecht in der Schuttwüste. Trotzdem ist er dankbar. „Das hier ist eine gute Sache und wir sind gern dabei.“

INFO: Sprachcafé Sadaqaheißt jeden willkommen

  • Neue Ehrenamtliche und Flüchtlinge sind gern beim Sprachtreff gesehen. Los geht’s jeden Mittwochabend ab 18.30 Uhr im „Alten Fritz“ in der Augustastraße 27.
  • Ansprechpartnerin ist Carina Kuznik. Sie ist unter der Nummer 01575-1339-246 oder per Mail erreichbar: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

WAZ-Bericht

17.01.2018: Wabe gibt Nachhilfe im „Alten Fritz“

WAZ. Die Wabe weist auf ein Nachhilfeangebot für Flüchtlingskinder und andere Kinder mit Schwierigkeiten bei der deutschen Sprache hin. Angesprochen sind Schüler von Klasse fünf bis zehn. Stand bisher Deutsch im Mittelpunkt, soll jetzt auch noch Englisch hinzukommen.

Seit Anfang Dezember bietet die Wittener Arbeit- und Beschäftigungsförderung die Hilfe am Montagnachmittag an, jeweils von 15.30 bis 17.30 Uhr in der Gaststätte „Zum Alten Fritz“, Augustastraße 27. Drei Schüler der Otto-Schott-Realschule nutzen derzeit das kostenlose Angebot, um ihre Fähigkeiten im Deutschen weiter auszubauen.

Neben der Unterstützung bei den Hausaufgaben werden Grammatikregeln wiederholt. Letzteres bleibe vor allem im normalen Regelunterricht auf der Strecke, sagt Julia Hellwig, studentische Mitarbeiterin der Wabe, aus ihren bisherigen Praxiserfahrungen. Die Lehramtsstudentin der TU Dortmund organisiert das Angebot im Fritz. Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch lädt weitere Interessenten ein, vorbeizuschauen und an dem Angebot teilzunehmen. In Zukunft solle das Fächerangebot noch weiter ausgebaut werden, so- dass Kinder auch Hilfe beim Erlernen der englischen Sprache bekommen. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte und gerne mit Kindern arbeitet, kann sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

WAZ-Bericht

29.12.2017: Ein Job nach langer Arbeitslosigkeit

Stephan Gerke (29) bei einer Reparatur eines Fahrrades in der Radstation der Wabe. Der Traum des 29-Jährigen: 'Ich möchte einmal Sozialarbeiter werden.'
Stephan Gerke (29) bei einer Reparatur eines Fahrrades in der Radstation der Wabe. Der Traum des 29-Jährigen: 'Ich möchte einmal Sozialarbeiter werden.'

WAZ. Endlich Kollegen, endlich Menschen, mit denen er sich gut versteht. Stephan Gerke, gebürtiger Ostfriese, arbeitet in der Radstation der Wabe im Hauptbahnhof als 1,50-Euro-Jobber. Für den 29-Jährigen ist dies viel mehr als nur eine Stelle.

Der junge Mann wuchs mit zehn Geschwistern auf, machte mit 19 Jahren seinen Hauptschulabschluss in einem Dorf im Emsland. Keine gute Zeit. Gerke wurde in der Schule gemobbt. Ein Freund verschaffte ihm eine Lehrstelle als Bäcker, die er nach einem halben Jahr abbrach. „Es war nicht das Richtige.“ Stephan Gerke wollte Tierpfleger werden, „weil ich nicht mit Menschen klarkam“. Es hagelte nur Absagen, obwohl er sich bundesweit bewarb.

Mit 21 Jahren kam der Friese nach Witten, weil er im Internet eine junge Frau kennengelernt hatte. „Sie wohnte in Wetter“ – wo er eine traumatische Begegnung hatte, wie er erzählt. Seine Freundin habe in der Stadt aus Spaß an ein Fenster geklopft. Daraufhin sei ein angetrunkener Mann aus dem Haus gekommen und habe ihm mit einem Messer in die Brust gestochen.

Seither habe er Angst, in der Dunkelheit ‘rauszugehen und habe deswegen eine Therapie beginnen müssen. „Von 2013 bis 2016 war ich arbeitslos.“ Seit 2016 ist Stephan Gerke bei der Wabe. „ Das Team hat mich sehr gut aufgenommen, obwohl ich anfangs sehr zurückhaltend war“, sagt er. Er hofft, dass seine Maßnahme im kommenden Jahr noch einmal verlängert wird. „Diese Arbeit zu haben, diese 30-Stunden-Woche, das war das Beste für mich in diesem Jahr. Ich finde es gut, dass ich so weit gekommen bin und es wieder aushalte, unter Menschen zu sein“, betont der Wahl-Hevener. Sein Traum: „Ich würde gerne einmal eine Ausbildung zum Sozialarbeiter machen.“

WAZ-Bericht

09.12.2017: Deutsch lernen im Quartier: Angebot der Wabe für Kinder

WAZ. Die Wittener Arbeit- und Beschäftigungsförderung (Wabe) nutzt den Veranstaltungsraum ihrer Gaststätte „Zum Alten Fritz“ (Augustastraße 27), um Kindern beim Erlernen der deutschen Sprache zu helfen.

Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, verfolgt mit dem „Fritz“ die Idee, für Flüchtlinge einen „Ort der Begegnung“ zu schaffen. Das „Fritz“ bietet bereits durch seine „Cross-Over-Kitchen“ vielen Flüchtlingen eine Möglichkeit, dort ein Praktikum zu machen, um Erfahrungen für den Arbeitsmarkt zu sammeln.

Julia Hellwig, studentische Mitarbeiterin der Wabe, richtet nun den Fokus auf die Kinder und möchte ihnen beim Erlernen der deutschen Sprache helfen. Sie studiert derzeit im zweiten Mastersemester an der Technischen Universität Dortmund, und zwar auf Lehramt für die Fächer Deutsch und Religion. Durch ihre bisherigen Praxiserfahrungen weiß sie, dass es den Kindern zunehmend schwerfällt, dem Regelunterricht zu folgen. Ihnen fehlen bereits die Grundlagen – genau diese gilt es nun in den zwei Stunden pro Woche zu schaffen!

Das Angebot findet immer montags von 15.30 bis 17.30 Uhr statt und richtet sich an alle Kinder von der fünften bis zur zehnten Klasse. Es wird darum gebeten, sich vorher unter Angabe des Namens und der Jahrgangsstufe per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden. Telefonisch kann man sie für Fragen erreichen unter 39 538-21.

WAZ-Bericht

24.11.2017: Umzug der Radstation im Wittener Hauptbahnhof steht bevor

Frank Lojda, Leiter der Radstation Witten, steht an der Treppe zu den zukünftigen Räumen. Die Radstation zieht nun in den Keller des Bahnhofgebäudes. Foto: Dietmar Wäsche
Frank Lojda, Leiter der Radstation Witten, steht an der Treppe zu den zukünftigen Räumen. Die Radstation zieht nun in den Keller des Bahnhofgebäudes. Foto: Dietmar Wäsche

WAZ. In der kommenden Woche zieht die Radstation im Wittener Hauptbahnhof in den linken Teil des Bahnhofgebäudes. Vom 27. November bis 1. Dezember bleibt die Radstation deshalb geschlossen. Telefonanrufe können ebenfalls nicht entgegen genommen werden.

Die Dauerparker, die ein Jahres- und Monatsticket besitzen, haben dann bereits die Möglichkeiten, das neue Parksystem im ehemaligen Gepäcktunnel der Deutschen Bahn am Hintereingang der jetzigen Radstation zu nutzen. Über ein Zutrittskontrollsystem gelangen sie in den videoüberwachten Tunnel und können dort sicher und trocken Ihr Rad abstellen. Tagestickets können in dieser Zeit nicht vergeben werden können.

Ab Montag, 4. Dezember, sind die Mitarbeiter der Radstation in den renovierten Räumlichkeiten anzutreffen. Der Eingang zur Radstation befindet sich dann auf der Seite des zentralen Busbahnhofs. Hinweisschilder zeigen Ihnen den Weg.

Die Öffnungszeiten sind dann von Montag bis Freitag von 7- 20 Uhr. In der Sommerzeit zusätzlich am Samstag von 10 bis 17 Uhr!

Bei weiteren Fragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

WAZ-Bericht

08.11.2017: Die „Hardenstein“ liegt nun im Winterschlaf

Die Überfahrt mit der Ruhrtalfähre ist kostenlos. Passagiere können aber gern die „Spendendose“ füttern. Foto: Thomas Strauch
Die Überfahrt mit der Ruhrtalfähre ist kostenlos. Passagiere können aber gern die „Spendendose“ füttern. Foto: Thomas Strauch

WAZ. Die Fährsaison in Witten endete am Dienstag. 151 800 Fahrgäste nutzten die Überfahrt an 240 Tagen. Eine Pause gab’s nur bei Hochwasser.

Auch Hochwasser und das schlechte Sommerwetter können diese Bilanz nicht trüben: Die Elektro-Fähre Hardenstein beförderte in dieser Saison mehr Fahrgäste denn je: 151 800 Personen zählten Kapitän Christoph Heemann und seine Crew.

Am 31. Oktober ging an der Herbeder Schleuse die Fährsaison zu Ende. Die Fähre war an circa 240 Tagen im Einsatz und musste dabei an drei Tagen wegen Hochwasser pausieren. Technische Probleme gab es erfreulicherweise nicht.

In der kalten Jahreszeit überwintern die kleine und die große Fähre gemeinsam mit dem Ausflugsschiff der Stadtwerke „MS Schwalbe“ und den Schiffen der Bezirksregierung im Schleusenkanal. Nun gilt es der kleinen Fähre einen neuen Antrieb sowie der großen Fähre eine neue Bugklappenhydraulik zu verpassen. Außerdem erhalten beide Fähren neue elektrische Leitungen sowie einen neuen Anstrich. Bis zur nächsten Saison, welche vermutlich am 23. März 2018 beginnt, müssen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Ruhrtalfähre wird von der Qualifizierungsgesellschaft Wabe betrieben. Und so setzt sich die Fährmannschaft aus Kapitän Heemann und sechs Teilnehmern aus Qualifizierungsprojekten sowie acht ehrenamtlichen Fährmännern und Fährfrauen zusammen.

Sie durchlebten eine aufregende Saison. Zum Dank für das außerordentliche Engagement gab es aber auch zwei Betriebsausflüge. Einer führte nach Norwegen, wo über das Elektro-Fährwesen informiert wurde. Zum Abschluss der Saison trafen sich die Fährleute am vergangenen Wochenende in Auendorf, wo die kleinste Fähre Deutschlands „Kronsnest“ besichtigt wurde.

Ein besonderes Highlight des Jahres 2018 war außerdem der „Maus-Tag“ auf der Fähre. Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren bekamen an dem Feiertag, dem 3. Oktober, einen guten Einblick in die Arbeitsbereiche der Fährleute.

WAZ-Bericht

02.11.2017: Radstation zieht in den Wittener Bahnhofskeller

Frank Lojda (li.), Leiter der Radstation, und Mitarbeiter Stephan Gerke an der Treppe zu den neuen Kellerräumen. Lojda hat einen Plan in der Hand, der die Hebebühne zeigt. Mit deren Hilfe soll der Höhenunterschied von 1,60 Metern für die Fahrräder und für die schwere Waschanlage überwunden werden. Foto: Dietmar Wäsche
Frank Lojda (li.), Leiter der Radstation, und Mitarbeiter Stephan Gerke an der Treppe zu den neuen Kellerräumen. Lojda hat einen Plan in der Hand, der die Hebebühne zeigt. Mit deren Hilfe soll der Höhenunterschied von 1,60 Metern für die Fahrräder und für die schwere Waschanlage überwunden werden. Foto: Dietmar Wäsche

WAZ. Die neuen Räume sind schön hergerichtet, aber verwinkelter als die alten. Der Wabe-Chef sieht diese Standortlösung für maximal fünf Jahre.

Die Radstation im Hauptbahnhof zieht in Kürze um. Allerdings nicht weit. Nur vom Erdgeschoss in den Keller des Gebäudes.

„Für unter der Erde ist das gut gelungen“, meint Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), beim Besuch der neuen Räume. Sie werden von der Seite des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) zugänglich sein. Die offizielle Eröffnung soll im Januar stattfinden, für Ende November ist aber bereits der Umzug der von der Wabe betriebenen Radstation geplant.

WAZ-Bericht

29.09.2017: Radstation bietet Akkutest für E-Bikes an

WAZ. Sein E-Bike „fit für den Winter machen“ kann man während einer Sonderaktion bis 13. Oktober in der Radstation am Hauptbahnhof.

Nach einer großen Inspektion (inkl. Bremsservice, Lichtservice, Fahrradwäsche, fetten und ölen), führen die Mitarbeiter der Radstation am E-Bike einen Akkutest mit einer speziell entwickelten Computersoftware durch. Die Kunden erhalten anschließend mithilfe zweier Prüfprotokolle die Auswertung der Daten und Kurven der Kapazität und Leistung des Fahrrad-Akkus. Die Mitarbeiter erläutern auch die jeweiligen Prüfergebnisse. Außerdem beraten sie zur optimalen Lagerung des Akkus über den Winter hinweg und gegen Tipps für den Start in die neue Saison. Dieser Service kostet 40 Euro. Zusätzlich notwendige Arbeiten werden nach Rücksprache in Rechnung gestellt.

Die Radstation wird betrieben von der Wabe, eine Gesellschaft zur Beschäftigungsförderung. Dort können Pendler auch ihr Fahrrad gesichert unterstellen. Weitere Infos unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 39 90 01. Geöffnet ist montags bis freitags 5.30 bis 20 Uhr und samstags 10 bis 17 Uhr.

WAZ-Bericht

22.09.2017: Ruhrfähre soll Karfreitag ablegen

Was in Witten klappt und von Nutzern des Ruhrtalradweges gerne angenommen wird, soll bald auch zwischen Bochum und Hattingen möglich sein. Foto: Jürgen Theobald
Was in Witten klappt und von Nutzern des Ruhrtalradweges gerne angenommen wird, soll bald auch zwischen Bochum und Hattingen möglich sein. Foto: Jürgen Theobald

WAZ. Förderverein will im Frühjahr 2018 Stiepel und Blankenstein wieder übers Wasser verbinden. Noch fehlen allerdings Genehmigungen – und Geld.

Langsam wird es konkret. Nachdem eine Machbarkeitsstudie Fährverbindung von Stiepel und Blankenstein für möglich hält, haben die Initiatoren dieser Idee Rückenwind. Und steuern auch schon gezielt auf ein Datum hin, an dem zum ersten Mal eine Fähre über die Ruhr schippern und von Stiepel nach Blankenstein übersetzen soll: „Am Karfreitag 2018“, sagt Klaus Thormählen, Vorstandsmitglied des Vereins „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“.

Warum es gerade Ostern sein soll, erklärt sich ganz einfach: An diesem Wochenende nimmt die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) nach der Winterpause den Fährbetrieb an der Ruine Hardenstein wieder auf. Und da sie mit einer kleineren Fähre auch die Strecke Stiepel-Blankenstein bedienen wird, möchte man gerne zeitgleich starten.

Noch gibt es allerdings einige Hürden zu überwinden. So fehlen dem Verein noch einige Genehmigungen. Etwa die des Regionalverbandes Ruhr (RVR) für den Fährbetrieb und von den Unteren Naturschutzbehörden der beteiligten Städte, die noch eine Artenschutzprüfung vornehmen müssen, da die favorisierte Anlegestelle auf Hattinger Seite in einem Naturschutzgebiet liegt.

Und auch an Geld fehlt es noch. Bis zu 55 000 Euro werden als einmalige Investition in die Inbetriebnahme der Fähre vonnöten sein; für das Errichten der Anlegestelle, einen Nachtliegeplatz und auch für das Anschaffen von Fahrradständern. Der Verein „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“ ist guter Dinge, weitere Spenden zu bekommen. 10 000 Euro wurden bereits gesammelt, um die Machbarkeitsstudie bezahlen zu können. „Und jetzt, wo das Projekt konkreter und realistisch wird, wird es einfacher“, glaubt Klaus Thormählen.

Zuvor müssen die Vorstandsmitglieder aber noch einige Gespräche führen. Etwa mit dem Kanuclub Wiking Bochum, der Einschränkungen für seinen Trainingsbetrieb fürchtet. Und mit dem Ruhrverband wegen des Grundstücks, auf dem der Anlegesteg gebaut werden soll.

Insgesamt freut sich der Verein über viele Befürworter, die Fährverbindung, die bis 1960 schon einmal bestand, wieder einzurichten. Zu der Info-Veranstaltung jetzt im Stadtmuseum Blankenstein erschienen rund 60 Besucher. Die Stadt Hattingen wünscht sich, dass durch den Publikumsverkehr der Gethmannsche Garten in Blankenstein wieder mehr Beachtung findet. Und das Willi-Michels-Haus in Welper hofft durch die Radtouristen auf mehr Übernachtungsgäste. Die Stadt Bochum hat dem Verein „Ruhrfähre Stiepel-Blankenstein“ sogar angeboten, ihm bei der Koordination der Genehmigungsverfahren zu helfen. Damit die Fähre dann tatsächlich am Karfreitag aufs Wasser kann.

WAZ-Bericht von Gernot Noelle

19.09.2017: Ruhrtal-Fähre hofft auf Besuch der Sendung mit der Maus

Beliebt: der „Türöffner-Tag“ aus der „Sendung mit der Maus“. Foto: Britta Pedersen, dpa
Beliebt: der „Türöffner-Tag“ aus der „Sendung mit der Maus“. Foto: Britta Pedersen, dpa

WAZ. Fährmann Christoph Heemann erklärt beim „Türöffner-Tag“ der Sendung mit der Maus, wie man ein Schiff steuert. Vielleicht kommt die Maus vorbei.

Den Türöffner-Tag der beliebten „Sendung mit der Maus“ gibt es seit 2011. Immer am 3. Oktober können Kinder Einblicke in die Berufswelt der Erwachsenen erhalten. 725 Türen öffnen sich bundesweit, eine davon in Witten: Christoph Heemann, Kapitän der Ruhrtalfähre, erklärt Kindern, was ein Schiffsführer bei seiner Arbeit beachten muss.

Das Angebot richtet sich an Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Heemann steht von 10 bis 18 Uhr an dem Feiertag für sie bereit. Das 15 Meter langen Schiff liegt am Hevener Ruhrufer (Insel 1) und pendelt zwischen Burgruine Hardenstein und Schleusenwärterhaus.

Ob die lebensgroße Maus-Figur in ihrem Plüschkostüm vorbeikommt, ist fraglich. Organisatorin Julia Hellwig von der Wabe: „Wir haben uns beworben, aber es gibt über 700 Anmeldungen für die Maus-Figur. Wir rechnen nicht damit.“

WAZ-Bericht von Susanne Schild

22.08.2017: Wabe sucht neue Heimat für ihren Gartenbau

Noch hat die Gartenbauabteilung der Wabe ihren Platz an der Marienstraße. Foto: Barbara Zabka
Noch hat die Gartenbauabteilung der Wabe ihren Platz an der Marienstraße. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Sie pflegen den Radweg am Rheinischen Esel und kümmern sich um das Außengelände der Hellwegschule. Sie erneuern oder montieren Sitzbänke und rücken dem Bärenklau an der Ruhr zu Leibe. Die Projektteilnehmer, die zur Gartenbauabteilung der Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) gehören, sind also ständig im Stadtgebiet unterwegs.Trotzdem haben sie an der Marienstraße einen festen Standort mit Umkleide, Werkstatt und Lagerräumen. Den müssen sie nun verlassen, weil die Stadt dort eine Kita baut. Ein neues Zuhause ist noch nicht in Sicht.

WAZ-Bericht von Annette Kreikenbohm

24.07.2017: Kinder machen in Witten kleines Fährmann-Diplom

Sichtbar viel Spaß bei den Wasserspielen am Königlichen Schleusenwärterhaus hatten Anke Henrichsen und Sohn Till. Foto: Thomas Nitsche
Sichtbar viel Spaß bei den Wasserspielen am Königlichen Schleusenwärterhaus hatten Anke Henrichsen und Sohn Till. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Was lange währt, wird endlich gut – am Königlichen Schleusenwärterhaus war am Sonntag jede Menge Wasserspaß angesagt. Die gemeinsame Veranstaltung von Wabe und Stadtwerken rund ums Thema „Wasser“ sollte eigentlich schon vor einer Woche stattfinden, war aber wegen einer Unwetter-Warnung abgesagt worden. Dafür fluppte und flutschte es bei strahlendem Sonnenschein diesmal umso besser.

Auf einer Seifenrutsche ging es rasant zur Sache, Kinder konnten eigene Buttons fertigen und an einer Rallye über sieben Stationen teilnehmen. Dabei galt es unter anderem, Tischtennisbälle in einen Ring zu werfen, einen Tischtennisball durch ein Planschbecken zu pusten oder mit einer Wasserbombe auf einem großen Löffel durch einen Parcours zu laufen. Der sechsjährige Jonas hatte daran besonders viel Spaß: „Ich habe bei allen Spielen mitgemacht, alle haben Spaß gemacht, aber das mit der Wasserbombe und dem Löffel war am besten.“

Auch der pädagogische Effekt kam nicht zu kurz: Bei einem Quiz, das ebenfalls Bestandteil der Rallye war, konnten die Kinder etwas über den Wasserkreislauf lernen. Als krönender Abschluss stand eine Fahrt mit der Fähre auf dem Programm, bei der es galt, mit einer Stange einen Rettungsring aus dem Wasser zu fischen. Wer alle Stationen durchlaufen hatte, wurde mit dem „kleinen Fährmann-Diplom“ in Form einer Urkunde belohnt.

Anke Henrichsen war mit Mann Dennis und Sohn Till mit dem Fahrrad gekommen, ohne allerdings dem Nachwuchs vorher zu verraten, wohin die Radtour ging. „Als wir hier angekommen sind, hat Till direkt gefragt ‚Was ist denn hier los?’“, sagt die 39-Jährige. „Er hat sich riesig gefreut, denn er ist so eine richtige Wasserratte.“ Wasser stand auch im Mittelpunkt einer Aktion der Radstation, die mit einer mobilen Fahrrad-Waschanlage angereist war. Von diesem Angebot wurde am Nachmittag reger Gebrauch gemacht. Mehr als zwei Dutzend Radler wollten ihre Drahtesel gegen einen kleinen Obolus wieder zum Glänzen bringen. Das funktionierte auch prima – beim Fahrrad von Günter Oltmann sogar zu gut, wie er nach der Wäsche feststellen musste: „Schön sauber geworden ist es ja, aber jetzt sieht man die Lackschäden noch besser als vorher.“

WAZ-Bericht von Thuy-An Nguyen

02.08.2017: Neues Logo soll für altes Herbeder Zollhaus werben

Patricio Urquiola bei der Gestaltung des Logos an einer Außenwand des alten Herbeder Zollhauses.Rechts neben dem Logo wird der Künstler noch drei fliegende Gänse auf die Wand malen. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Patricio Urquiola bei der Gestaltung des Logos an einer Außenwand des alten Herbeder Zollhauses.Rechts neben dem Logo wird der Künstler noch drei fliegende Gänse auf die Wand malen. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

WAZ. Patricio Urquiola ist in Witten und Umgebung aktiv. Zimmer des Hotels Georg in Annen hat der Wandmaler gestaltet, auch Pizzerien wurden von ihm verschönert. Derzeit arbeitet der gebürtige Chilene am alten Herbeder Zollhaus und verpasst einer Wand zum Biergarten hin ein handgemaltes Logo.

„Innengastronomie Biergarten Zollhaus Herbede“ ist da am Mittwoch schon zu lesen. Reklame in altdeutscher Schrift, die zum Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes passt, wie Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch meint. Der sich schon auf die drei von Urquiola gemalten Gänse freut, die neben dem Logo in Richtung Ruhr davonflattern werden.

Die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) hat das ehemalige preußische Brückenwärterhaus von der Stahl-Unternehmerfamilie Lohmann-Hütte gepachtet. Gemeinsam hat man das Außengelände neu gestaltet, im liebevoll bepflanzten Biergarten haben 100 Gäste Platz. Nach einem Umbau gibt es seit Januar 2016 außerdem rund 40 Sitzplätze im Haus.

Das ehemalige Zollhaus ist ganzjährig geöffnet. Den Gästen von nah und fern werden neben Kaffee und Kuchen auch warme Speisen angeboten. Das neue Logo wirbt mit dem Hinweis „Buchbar für Ihre Feste“ jetzt auch für das Haus als einen besonderen Ort für Geburtstagsfeiern, Familienfeste und Hochzeiten. „Man kann Biergarten und Gebäude auch komplett für so etwas anmieten, nur sonntags nicht. Mit unserem Koch kann man besprechen, was man essen möchte“, sagt Wabe-Geschäftsführer Strauch. Der weiß, dass es in den 60er Jahren schon einmal eine Gastronomie vor Ort gab.

Ein Gebäude auf historischem Grund: Im Mittelalter – 1347 – wurde die Brücke als Übergang über die Ruhr erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut. 1984 erfolgte der Neubau als Fuß- und Radwegebrücke. Es ist die siebte Brücke, die an dieser Stelle die Ruhr überquert.

Das Brückenwärterhäuschen ist eines der letzten Zeugnisse für ehemalige Zollstellen im Ruhrgebiet. Diese dienten vor der Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 dazu, Zölle der zahlreichen deutschen Kleinstaaten zu erheben, aber eben auch Brücken- beziehungsweise Fährgeld für die lokalen Eigentümer. Strauch: „1844 wurde hier in Herbede ein Brückengeld von drei Pfennig pro Person festgelegt. Pferdegespanne zahlten mehr.“ Eine Gebührenpflicht bestand bis 1930. Zahlstelle war das Brückenwärterhaus am linken Ruhrufer – heute Haus Ruhrtal 1, eine gute Adresse des Ruhrtal-Tourismus.

FRANZÖSISCHER ABEND AM 26. AUGUST

Das Zollhaus ist montags bis freitags von 12 bis 20 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr. Am Samstag, 26. August, gibt’s am Zollhaus einen französischen Abend.

Zu hören sind stimmungsvolle Chansons. Es kann Boule gespielt werden. Außerdem können Weine der „Brennerei Sonnenschein“ probiert werden. Beginn: 18 Uhr.

WAZ-Bericht von Jutta Bublies

24.07.2017: Wabe bringt Karibik zum Wittener Zollhaus

Sie genossen die Cocktailnacht am Zollhaus: Heike (li.) und Anja. Foto: Thomas Nitsche
Sie genossen die Cocktailnacht am Zollhaus: Heike (li.) und Anja. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Rund 250 Gäste sind der Einladung der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) gefolgt und feierten am Alten Zollhaus im Ruhrtal eine Party mit Cocktails. Vorab hieß es, die Fete steige nur bei gutem Wetter – bei Regen würde sie verschoben. Zwar goss es kurz vor Beginn um 17.30 Uhr noch wie aus Kübeln, pünktlich um 18 Uhr hörte der Regen jedoch auf und der Sommer zeigte sich von seiner schönsten Seite.

Ein paar Tropfen hätten dem Erfolg der Party allerdings auch keinen Abbruch getan. Unter großen Sonnenschirmen entspannten sich die Gäste und genossen die angenehme Temperatur von 22 Grad Celsius. Die Atmosphäre ähnelte der in der Karibik.

Mit Piña Colada, Ipanema, Virgin Colada und Caipirinha konnten sich die Gäste zwischen vier Cocktails entscheiden, zwei davon waren alkoholfrei. Auf die Gabel gab’s Bratwürstchen, Nackensteaks und Empanadas (Teigtaschen, gefüllt mit Fleisch oder Gemüse). „Ich bin mit meinen Eltern gekommen. Wir wollen uns einen richtig schönen Abend machen“, sagt Besucherin Johanna Ambrosat, die mit Wabe-Organisatorin Julia Hellwig befreundet ist. Einen Cocktail hat die junge Sparkassenangestellte aus Witten schon intus. „Einen alkoholfreien“, sagt sie vergnügt.

Zu karibischen Klängen genossen die Gäste „die Ruhe an der Ruhr“, wie Julia Hellwig spontan reimt. Es war bereits die zweite Cocktail-nacht, die die Wabe ausgerichtet hat. „2016 hat so gut geklappt, das wollten wir wiederholen“, sagt Hellwig. Sie spricht von einem vollen Erfolg angesichts der rund 250 Gäste, die gekommen waren. Ziel dieser Cocktailnacht, die gegen 22 Uhr endete, war es, „mehr junge Leute zum Alten Zollhaus ins Ruhrtal zu bringen“, sagt die 23-jährige Wittenerin. Sie gehört zum studentischen Zirkel der Wabe.

Für den 26. August ist ein Französischer Abend am Alten Zollhaus geplant. Los geht es wieder um 18 Uhr. „Es gibt Chansons, Baguette, Käse und Wein“, verspricht Julia Hellwig. Eben alles, was man mit unserem schönen Nachbarland in angenehme Verbindung bringt.

WAZ-Bericht von Marcus Römer

17.07.2017: Basketballer können an der Jahnhalle wieder Körbe werfen

WAZ. Pünktlich zum Ferienbeginn ist die Basketball-Freianlage am Jahnplatz im Rahmen der Biwaq-Maßnahme durch die Wabe und die Deutsche Edelstahlwerke Karrierewerkstatt wieder in Stand gesetzt und für Kinder und Jugendliche zum Spielen freigegeben.

Pünktlich zum Ferienbeginn ist die Basketball-Freianlage am Jahnplatz im Rahmen der Biwaq-Maßnahme durch die Wabe und die Deutsche Edelstahlwerke Karrierewerkstatt wieder in Stand gesetzt und für Kinder und Jugendliche zum Spielen freigegeben.

„Waaaaaahnsinn!!!!!“ – so schreiben die Mitglieder des Vereins TG Witten auf ihrer Facebookseite, fast verwundert, dass Hilfe manchmal so schnell kommen kann. „Es hat nur zwei Wochen gedauert und von Bürokratie keine Spur. Stellvertretend für alle Basketballverrückten aus Witten sagen wir: Danke!“

Der Basketballverein TG Witten hatte sich an Ratsherr Armin Suceska gewandt und auf die defekte und nicht mehr bespielbare Basketballanlage auf dem Jahnplatz hingewiesen. Suceska holte sich Hilfe bei Wabe-Mitarbeiterin Irena Cichy. Als Partner für die Durchführung der Reparaturarbeiten konnte die Deutsche Edelstahlwerke Karrierewerkstatt, Wittens größtes überbetriebliches Ausbildungszentrum, gefunden werden. Geschäftsführer Gunnar Dachrodt sagte kurzfristig Unterstützung zu.

Ausbildungsleiter Heiko Platzhoff und sein Team der Karrierewerkstatt führten die Reparatur- und Aufbereitungsarbeiten zusammen mit einigen Auszubildenden durch. Der Aufbau der Basketballständer erfolgte unter Anleitung von Wabe-Mitarbeiter Uwe Freund. Innerhalb von zwei Wochen konnte die Maßnahme zügig und reibungslos umgesetzt werden, so dass dem bevorstehenden Streetballturnier der TG Witten am Ende der Sommerferien nichts mehr im Wege steht.

WAZ-Bericht

11.07.2017: Im Sommer landet viel Müll in Wittens Natur

Seit Mai sammelt ein BIWAQ-Team am Rheinischen Esel Müll ein. Foto: BIWAQ
Seit Mai sammelt ein BIWAQ-Team am Rheinischen Esel Müll ein. Foto: BIWAQ

WAZ. Ein „Biwaq“-Team sammelt fast täglich den Müll am Rheinischen Esel ein. Auch am Ufer des Kemnader Sees stapelt sich an Sommertagen der Unrat.

Eigentlich ist der Rheinische Esel ein Weg für Radfahrer und Spaziergänger. Manch einer scheint ihn jedoch als Abfalleimer zu betrachten. Mitarbeiter des Projekts „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) haben dort schon über 100 Säcke voll Müll gesammelt, seitdem die Stadt sie im Mai zum neuen „Kümmerer“ ernannt hat.

„Vor allem im Annener Teil gab es viele Schmuddelecken“, sagt Projektleiterin Irena Cichy. „Auch der Bereich an der Erlenschule war ein Problem.“ Seitdem das achtköpfige Biwaq-Team täglich montags bis freitags Kolonne geht, hat die Vermüllung nach Angaben der Wabe-Frau jedoch abgenommen.

„Trotzdem gibt es immer noch Stellen, an denen man merkt, dass sich die Leute da am Wochenende bei schönem Wetter treffen.“ Eine sei am Schwesternpark, eine andere am Toom-Baumarkt. „Meistens dort, wo ein Getränkemarkt in der Nähe ist“, sagt Irena Cichy.

Am Kemnader See sind Mitarbeiter des Freizeitzentrums im Sommer ebenfalls nahezu täglich im Einsatz, um den herumliegenden Abfall einzusammeln. „Bei hohem Besucheraufkommen entsorgen wir jeden Tag drei bis vier Kubikmeter Abfall“, sagt Sprecherin Claudia Spoo. Das entspricht etwa 33 Mülltonnen, wie sie jeder vor seiner Haustür stehen hat. Ein Schwerpunkt ist das Freizeitbad Heveney. „Da ist einfach mehr los als zum Beispiel am Südufer.“

Am Ruhr­tal­rad­weg gibt es laut Bi­waq-Pro­jekt­lei­te­rin Irena Cichy we­ni­ger Ver­schmut­zung. „Er ist tou­ris­ti­scher und hat eine an­de­re Ziel­grup­pe.“

Vor kur­zem hat das Team um die Wa­be-Mit­ar­bei­te­rin eine An­fra­ge aus Bo­chum be­kom­men. „Hier sol­len wir unter an­de­rem auch einen Rad­weg rei­ni­gen“, sagt die 58-Jäh­ri­ge.

Und wie sieht es in der restlichen Stadt aus? „Klar gibt es bestimmte Stellen, aber die wechseln“, sagt Thomas Bodang von der Abteilung „Reinigung und Entsorgung“ bei der Stadt. „Hauptschwerpunkt sind Glas- und Papiercontainer. Da wird relativ viel abgestellt.“ Zudem gibt es rund 500 wilde Kippen.

Für den stellvertretenden Leiter des Betriebsamtes ist solcher Umweltfrevel unbegreiflich. „Ich kann es einfach nicht verstehen: In unserer Restmüllgebühr ist doch schon alles drin.“ So könnten die Wittener etwa alte Elektrogeräte oder Sperrmüll kostenlos abgeben. „Wer dagegen seinen Abfall einfach irgendwo hinwirft, geht das Risiko ein, dass er erwischt wird und eine Strafe zahlen muss.“

Und was ist, wenn man unterwegs ist und der nächste Abfalleimer mal wieder überfüllt? Bodang sieht da kein Problem. „Wir haben flächendeckend Papierkörbe in Witten, weit über tausend.“ Für mehr gebe es keine Kapazitäten.

Irena Cichy vom Biwaq-Projekt will denen, die ihren Müll achtlos wegwerfen, nicht mit erhobenem Zeigefinger begegnen. „Ich freue mich, dass so viele Wittener scheinbar gern ihre Freizeit in der Natur verbringen. Aber sie sollten etwas mehr Rücksicht nehmen und ihren Müll mitnehmen oder zumindest neben einen vollen Abfalleimer stellen. Dann brauchen wir nicht alles einzeln aufzupiksen.“ Ein geradezu höflicher Appell.

WAZ-Bericht

05.07.2017: Grünes Licht für zweite Ruhrtalfähre

Nach dem Vorbild der alten „Hardenstein“ soll die Ruhrtalfähre für Wanderer und Radfahrer zwischen Stiepel und Blankenstein verkehren. Foto:Gerd Lorenzen
Nach dem Vorbild der alten „Hardenstein“ soll die Ruhrtalfähre für Wanderer und Radfahrer zwischen Stiepel und Blankenstein verkehren. Foto:Gerd Lorenzen

WAZ. Neben der sehr erfolgreichen Fährverbindung an der Ruine Hardenstein will die Wittener Wabe bald eine zweite Überfahrt auf der Ruhr ermöglichen – zwischen Bochum-Stiepel und Hattingen-Blankenstein. Dazu wurde der Förderverein „Ruhrtalfähre“ gegründet, der eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gab. Diese gibt für das Vorhaben nun grünes Licht. „Vom Grundsatz her funktioniert sie (die Fähre) in technischer Hinsicht“, so der Vereinsvorsitzende Horst Schott.

Die Studie wurde zusammen mit dem Artenschutzgutachten vorgestellt. Die Wassertiefe reicht aus, auch finden sich sowohl in Bochum als auch in Hattingen Anlegestellen für die Fähre, so das Ergebnis der Nachforschungen. Im Bochumer Teil könnte die Fähre dort anlegen, wo bereits ein Steg gebaut ist, bezeichnenderweise also am Ende der Straße, die „An der Alten Fähre“ heißt. Auf Hattinger Seite wiederum gibt es gleich drei Anlegemöglichkeiten – etwa östlich des Gelände des Rudervereins Blankenstein Ruhr.

Der Naturschutz könnte für das Vorhaben trotz allem noch zu einer Hürde werden. Die artenschutzrechtliche Studie bestätigt das Vorkommen verschiedenster Arten in dem Gebiet, beispielsweise des Eisvogels, des Turmfalken und der Wasserfledermaus. Sollten Brutstätten entdeckt werden, hätte der Verein Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. „Das sind überwindbare Vorgaben“, sagt Schott.

Mittlerweile konnte der Verein rund 10 000 Euro an Spenden akquirieren, mit denen die Studien bezahlt werden können. Nun hoffen die Mitglieder auf weitere Unterstützung. Die Gesamtkosten für die einmalige Investition zur Einrichtung der Fähre betragen laut Studie zwischen 51 000 und 55 000 Euro – ohne die möglichen Ausgleichsmaßnahmen. Das Geld wird benötigt, um etwa Fahrradständer anzuschaffen und eine Starkstromleitung zu verlegen, mit der das Boot aufgeladen werden kann. Dafür werden weitere Spender und Sponsoren nötig.

Abgesprochen sei, dass die Wittener Wabe mit ihrer „Kleinen Fähre“ die Strecke bedient – das ist die ausgemusterte erste „Hardenstein“, die bis 2010 in Heven pendelte. Weil das Schiff zu klein wurde, wurde es ersetzt. „Der Fährbetrieb basiert auf der Bewilligung von Fördergeldern durch die Arge Bochum“, so Wabe-Chef Thomas Strauch, der vor der ersten Fahrt noch einen weiten Weg sieht. „Den Antrag werde ich erst stellen, wenn ich weiß, das wir die Fähre wirklich fahren dürfen.“ Nichtsdestotrotz gehe er davon aus, dass „man so ein erfolgreiches Projekt aus Witten durchaus verpflanzen kann“.

WAZ-Bericht von Nathanael Ullmann

02.06.2017 - WDR Lokalzeit Ruhr: Unterwegs mit den Ruhrtalrangern

Unterwegs mit den Ruhrtalrangern

Lokalzeit Ruhr | 02.06.2017 | 03:14 Min. | Verfügbar bis 02.06.2018 | WDR

Es sind die klassischen Pannen mit dem Rad, um die sich die Ruhrtalranger kümmern: Reifen platt, Kette abgesprungen etc. sie patrouillieren zwischen März und September täglich auf dem Radweg zwischen Bochum-Dahlhausen und der Hohensyburg bei Dortmund.

www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ruhr/video-unterwegs-mit-den-ruhrtalrangern-100.html

24.05.2017: Wabe-Team hält den Rheinischen Esel in Schuss

Das Radelvergnügen auf dem Rheinischer Esel soll ungetrübt bleiben. Ein Team der Wabe hilft dabei mit. Foto: Wabe

WAZ. Ein Team der Wabe hilft jetzt mit, den Rheinischen Esel in Schuss zu halten. Bürger können Problemstellen an eine Hotline melden.

Die Verbindung zwischen Dortmund und Langendreer ist als Rad- und Spazierweg beliebt. Weniger erfreulich sind dabei wilde Müllkippen, verkrautete Wegeränder, überragende Hecken oder tiefe Pfützen durch beschädigte Wegeoberflächen. Das Projekt „Wir im Quartier“ der Wabe wird sich jetzt um solche pflegebedürftige Stellen kümmern. Wabe: Bürger sollen sich dort wohl fühlen

Vom Ledderken bis zur Kreisstraße wird das siebenköpfige „BIWAQ“ Team (Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier) der Wabe den Rheinischen Esel ab jetzt Abschnitt für Abschnitt säubern und ausbessern. „Wir möchten, dass die Menschen sich hier sicher und wohl fühlen. Der Radweg soll zum Spazieren einladen oder auch mal zum Pausieren auf einer Bank“, sagt Irena Cichy, Anleiterin des Gartenbau-Teams. Die Wabe will sich auch dafür einsetzen, dass Sitzgelegenheiten ergänzt werden. Das Pflegeprojekt läuft in Kooperation mit dem Betriebsamt. Es wird von der EU und dem Bundesumweltministerium gefördert. Die Wabe qualifiziert dabei Menschen für den Arbeitsmarkt.

Außerdem können die Nutzer des Weges Schmuddelecken, Gefahrenpunkte oder Vandalismus-Schäden auf dem Rheinischen Esel melden. Czichy: „Das ist ein Gemeinschaftsprojekt für Witten. Die Beteiligung der Anwohner ist uns sehr wichtig.“

Die Melde-Hotline: wochentags 8 Uhr – 14 Uhr, 02302/39538-0 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) ist ein Bundesprogramm des Europäischen Sozialfonds und Partnerprogramm des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“. BIWAQ verbessert die Chancen von Menschen in Stadtteilen mit besonderen Herausforderungen. Ziel ist es, Projekte zur Integration in Arbeit zu fördern. Finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

WAZ-Bericht

16.05.2017: Ruhrtal-Radfest: Guter Rat rund ums Rad

Das wurde noch voller: Das Ruhrtal-Radfest kurz nach Beginn. fotografiert vom Hubsteiger aus. Rechts das Schleusenwärterhaus, links die Burgruine. Fotos:Barbara Zabka

WAZ. Das schöne Wetter lockte etliche Gäste zum Radfest ans Ruhrufer: die den Biergarten nutzten, ihr Zweirad putzten und vom Hubsteiger aus guckten.

Das Ruhrtal-Radfest steht und fällt mit dem Wetter. 2014, bei Dauerregen, „standen wir hier zu zehnt“, erinnert sich Organisator Thomas Strauch. Am Sonntag (14.), bei viel besserem Wetter als angekündigt, genossen viele hundert Gäste ein ruhiges Fest mit vielen Informationen.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

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25.04.2017: „Stout“ spielt in den Ruhrwiesen gegen die Kälte an

Foto: Manfred Sander

WAZ. „Folk am Fluss“ verspricht Jahr für Jahr ziemlich kaltes Wetter und Folkmusik vom Feinsten. Insofern war der Freitagabend keine Überraschung.

Der Reporter trifft gerade richtig in den Ruhrwiesen ein. Kaum hat er sein lila Fahrrad abgeschlossen, stimmt „Stout“ mit „Dirty Old Town“ den Klassiker schlechthin an. Es ist grau, es ist kalt – und damit wieder Zeit für „Folk am Fluss“.

Schon zum neunten Mal hat der unermüdliche Verein um Folkfreunde wie Lilo Dannert oder Wabe-Chef Thomas Strauch das musikalische Früh-Event am Schleusenwärterhäuschen gestemmt. Die Tüchtigen wurden vom Wettergott insofern belohnt, dass es zumindest nicht regnete.

Als sich der Reporter früh am Freitagabend auf den Weg zum Ruhrufer machte, hingen die Wolken noch bleischwer über der Innenstadt. Dafür war es dort wärmer geworden. Wovon in der freien Natur dann wiederum keine Rede sein konnte.

Dafür gab es genügend Stimmungsmacher, auch in flüssiger Form, die den Körper wärmten. Das war nötig, zumal die beiden Stout-Musiker immer wieder längere Pausen einlegten. Gelegenheit, sich ein Guinness oder Kilkenny zu holen. Mit Irish Stew gab es zudem eine irische Spezialität auf den Teller. Alles in allem war es ein perfekter irischer Abend: schlechtes Wetter, gute Musik, gute Getränke.

Nur die Besucher, die in erstaunlich großer Zahl erschienen waren, ließen sich nicht so recht aus der Reserve locken. Jedenfalls folgte niemand der Aufforderung von der Bühne, doch endlich einmal die Bänke an die Seite zu schieben, um Platz für ein flottes Tänzchen zu machen. Sei’s drum, die Deutschen brauchen nun mal etwas länger, um warm zu werden, was an diesem Abend allerdings nur schwer gelang – rein wettermäßig gesehen.

Stout jedenfalls ließ keine Wünsche offen. Das war Folk pur und wir freuen uns schon aufs nächste Fluss-Konzert viel zu früh im Jahr.

WAZ-Bericht

13.04.2017: Bei Folk am Fluss in Witten ist nicht nur das Bier bittersüß

Duo Stout: Mario Kuzyna (links) und Simon Scherer treten am Freitagabend, 21. April, bei 'Folk am Fluss' am Schleusenwärterhaus in Witten Heven auf. Foto: Christian Daitche

WAZ. Das Duo „Stout“ spielt am Freitagabend, 21. April, am Schleusenwärterhaus in Heven auf. Dazu gibt es irische Speisen und Getränke.

Freunde und Freundinnen irischer Volksmusik und Lebensart sollen am Freitag nach Ostern am Schleusenwärterhaus in Heven auf ihre Kosten kommen. Der Wittener Folkclub und die Wabe bitten dort am 21. April wieder zu Folk am Fluss.

Kinder spielen, Hunde tollen, in einer Brandschale lodert ein Lagerfeuer: Lilo Dannert (Witten Folk) und Thomas Strauch (Wabe) setzen bei der inzwischen neunten Auflage auf das bewährte Rezept. Deshalb fährt zur Unterstützung der Fenster-Theke auch wieder ein zusätzlicher Bierwagen auf. Aus den Zapfhähnen fließen dunkles, obergäriges Stout und helles, mildes Ale, sprich Guinness und Kilkenny. Die Gulaschkanone liefert Irish Stew, die Riesenbratpfanne mit Rücksicht auf die wachsende Zahl vegetarischer Irland-Fans Rosmarinkartoffeln mit Sour Sauce.

Auf der Bühne gibt in diesem Jahr ausnahmsweise ebenfalls „Stout“: Nach dem bittersüßen Gerstenmalzgebräu mit cremiger Schaumkrone hat sich das Duo aus Mario Kuzyna und Simon Scherer benannt. Der Wittener und der Dortmunder sind studierte Musiker und Folk-Veteranen. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, bekannten und unbekannten Songs und Tunes aus dem ganzen Spektrum der irischen Folkmusik ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Ihr Programm reicht von lauten, rauen Pub-Songs über gefühlvoll arrangierte Balladen bis zu mitreißenden Tune-Sets. Durch die vielfältige Instrumentierung in allen Kombinationen zweier Gitarren, dem Tenor-Banjo, der Mandoline und dem Knopfakkordeon aber vor allem mit ihren beiden charakteristischen, harmonierenden Stimmen erzeugen sie einen überraschend breiten Klang.

„Einlass“ im Biergarten neben dem Schleusenwärterhaus ist ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird von der Sparkassen- und Bürgerstiftung unterstützt. Zwischendurch geht aber auch der Hut für einen freundliche Spende rum.

Folk am Fluss habe nach Rock am Fluss bisher immer die meisten Wittener an die Schleuse gelockt, sagt Thomas Strauch. Lilo Dannert rät den Gästen aber aus Erfahrung dringend, sich warm einzupacken. Am Abend kann es noch schnell frisch werden. „Und Glühwein schenken wir nicht aus“, so Dannert. Auch das sollte für echte Irland-Fans aber kein Hinderungsgrund sein.

Die beiden Musiker spielen, notfalls mit klammen Fingern, bis spät in die Nacht. Dabei sollen sie wenigstens nicht wie Kollegen in den Vorjahren im Dunkeln stehen. Für eine ausreichende Bühnenbeleuchtung sei gesorgt.

WAZ-Bericht

08.04.2017: Ruhrtalranger helfen Radlerin in Not

Rangerteam

WAZ. Zehntausende Radler befahren jedes Jahr den Ruhrtalradweg. Aber nicht immer geht dort alles glatt. Eine Radtouristin in Not hat sich jetzt für die Hilfe der Ruhrtalranger bedankt.

Man erkennt sie an ihrer beigen Uniform, die Ranger der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe). Sie befahren und begehen die Strecke zwischen Bochum-Dahlhausen und dem Hagener Hengsteysee. Sie helfen Radlern und Wanderern, sorgen für die Sicherheit und Qualität des Ruhrtalradweges und schützen die Naturräume in der Ruhraue.

Erst Anfang dieser Woche erlitt eine Radfahrerin, die auf dem Ruhrtalradweg von Witten nach Bochum zurückfuhr, in Höhe der Kleinzeche Theresia einen Platten. Drei vorbeifahrende Ranger boten ihr schnell ihre Hilfe an und führten die Reparatur kurzerhand und unkompliziert durch. Der Radfahrerin wurde so ein mühseliger Fußmarsch erspart, ganz nach dem Motto: Wer sein Rad liebt, der schiebt! Die Radfahrerin lobte: „Tolle Leistung und eine gute Sache, die für die Region weiter ausgebaut werden könnte.“

WAZ-Bericht

06.04.2017: Beliebter Radlertreff an der Ruhr startet in die neue Saison

Das Team der WABE empfing die ersten Gäste zur Eröffnung des Schleusenwärtehauses mit Blumen. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Bei schönstem Frühlingswetter hat das Königliche Schleusenwärterhaus die Saison eingeläutet. Für die Gäste gab’s gelbe Rosen. Es gibt auch Neues.

Pünktlich zum ersten gefühlten Sommertag hat das Königliche Schleusenwärterhaus an der Ruhr seine Pforten geöffnet. Bei viel Sonne und Temperaturen um die 25 Grad begrüßten Mitarbeiter ihre ersten Gäste mit Blumen.

„Das ist unsere frühlingshafte Botschaft zur Eröffnung“, sagt Julia Hellweg, Mitarbeiterin der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), die die Gastronomie betreibt. Sie und ihre Kollegen verteilen an diesem Freitag gelbe Rosen an die Besucher. die haben es sich gleich auf den Bänken und Stühlen rund um das historische Schleusenwärterhaus bequem gemacht.

„Die Menschen haben den ganzen Winter drinnen verbracht und freuen sich darüber, nun die Sonne genießen zu können“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Und so schmecken das kühle Weißbier oder die kalte Cola in der Sonne ganz besonders gut. So mancher hat sich diese Erfrischung redlich verdient. Viele Radler nutzten die Wiedereröffnung für eine entspannte Rast.

Beate (55) und Günter Weckelmann (62) haben schon einige Kilometer auf ihrem Tandem hinter sich gebracht. Das Ehepaar startete mit Freunden in Rüdinghausen und fuhr über den Rheinischen Esel nach Langendreer und von dort an die Wittener Ruhr. Zwei Drittel der insgesamt gut 32 Kilometer langen Strecke, schätzt Mitfahrer Friedhelm Ruckes (64), hatten die Rüdinghauser da bereits zurückgelegt.

Weiter ging es mit der Ruhrtalfähre, die an diesem Tag ebenfalls den Anker erstmals in der neuen Saison wieder lichtet. Von 10 bis 18 Uhr ist sie nun wieder bis Oktober zwischen dem Schleusenwärterhäuschen und der Burgruine Hardenstein unterwegs. „Das ist einfach der schönere Weg“, sagt Ruckes.

Ein paar Tische weiter sitzt Familie Dellwig. Die Fahrt mit der Fähre, die für den Nachwuchs besonders spannend ist, haben sie bereits hinter sich. Nun lassen die Dellwigs Bratwurst im Brötchen schmecken. „Hier im Grünen ist es einfach schön“, meint Sylvia Dellwig.

Grillwürstchen und Steaks wird es auch zukünftig am Schleusenwärterhaus geben. Aber, verrät Thomas Strauch, schon bald soll die Speisekarte ergänzt werden. Dafür wurde eigens ein syrischer Koch angestellt, der Spezialitäten aus seinem Heimatland anbietet. Ein Angebot, dass sich bereits seit einiger Zeit im ebenfalls von der Wabe bewirtschafteten „Alten Fritz“ in der Augustastraße in der Innenstadt bewährt.

Ansonsten setzt der Betreiber am Schleusenwärterhaus auf Altbewährtes. 14 Tage habe es gedauert, so Strauch, ehe das alte Gemäuer und das Umfeld auf Vordermann gebracht worden waren. „Manche Dinge sind während des Betriebs nur sehr aufwändig nachzusteuern. Und niemand möchte ein warmes Bier“, so Strauch. Das Urteil der ersten Gäste fiel durchweg positiv aus. Nun kann der echte Sommer kommen.

WAZ-Bericht von Marcel Kling

21.03.2017: Hardenstein-Fähre bekommt ein neues Deck

Die „Hardenstein“ bekommt ein neues Deck. Recycling-Platten werden zugeschnitten und verlegt. Foto: Wabe

WAZ. Wenige Tage vor Saisonstart werkeln Wabe-Mitarbeiter eifrig an der Ruhrtalfähre. Sie erneuern das Deck des Schiffes. Wird’s rechtzeitig fertig?

Die Ruhrtalfähre bekommt seit ein paar Tagen ein neues Deck. Denn das ehemalige Kunststoff-Deck von 2010 ist laut Wabe mittlerweile viel zu dünn geworden. Nach fast einer Millionen Fahrgäste habe es nun ein so hohes Alter erreicht, dass es einem neuen Deck aus Recycling-Platten weichen müsse.

Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren, um bis Freitag (24.3.) fertig zu werden. Denn an diesem Tag startet die „Hardenstein“ in die neue Saison. Doch das ist, so die Wabe, leichter gesagt als getan, da die Recycling-Platten jeweils einzeln ausgemessen, passgenau zugeschnitten und höhengenau verlegt werden müssen, um Stolperkanten zu vermeiden.

„Wir drücken unseren Fährleuten fest die Daumen und freuen uns auf eine erfolgreiche Saison 2017“, erklärt eine Sprecherin der Wabe, die den Pendelverkehr auf der Ruhr in Höhe der Burgruine betreibt. Die Fähre ist im Frühjahr täglich von zehn bis 18 Uhr im Einsatz.

WAZ-Bericht

20.03.2017: Bei Möbelbörse erhält Gebrauchtes eine zweite Chance

Hier gibt’s fast alles: Thomas Strauch, Robert Beckmann, Cornelia Zimmermann und Silke Kreitz zeigen das Sortiment. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Vor zwei Jahren zog die Möbelbörse der Walze vom Novum in der City nach Rüdinghausen. Das wurde jetzt gefeiert.

Hohe Stöckelschuhe mit Absätzen, für die man fast einen Waffenschein braucht, Rollatoren, Fitnessgeräte oder Schrankwände – bei der Walze gibt es nahezu nichts, was es nicht gibt. Seit zwei Jahren ist die Möbelbörse jetzt in den ehemaligen Supermarkträumen an der Kreisstraße 128 in Rüdinghausen beheimatet. Das wurde nun ordentlich gefeiert: Mit Würstchen, Sekt und Orangensaft sowie jeder Menge Besuchern, die in den kunterbunten Angeboten herumstöberten.

Natürlich hat die Walze, eine Abteilung der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), eine viel längere Geschichte: Bereits 1984 wurde das Wittener Arbeitslosenzentrum (Abkürzung Walze) als Verein gegründet. Vom „Arbeitslosentreff“ entwickelte sich die Walze zum sozialen Betrieb, in dem damals etwa 60 Arbeitslose Beschäftigung fanden.

Bebelstraße, Annenstraße, Novum-Gebäude in der unteren Bahnhofstraße – das waren die Stationen, bevor die Möbelbörse sich im März 2015 in Rüdinghausen niederließ. Auf rund 600 Quadratmetern präsentiert sie als Nachfolger eines Buchgroßhändlers dort ihr Angebot. „Das ist mehr als wir eigene Fläche im Novum hatten“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. Leisten könne sie sich das nur, weil die Harpen Immobilien bei der Miete ausgesprochen kulant sei.

„Wir fühlen uns hier pudelwohl. Das Publikum ist auch sehr nett“, lobt Annette Möller, seit 17 Jahren Verkaufsleiterin der Möbelbörse, Rüdinghausen als bisher besten Standort. Das Angebot kommt aus Haushaltsauflösungen, die vom Walze-Team gewuppt werden, und aus Spenden zusammen.

Und was wird so gekauft? „Hier läuft fast alles. Bis auf Herrenkleidung, Bettwäsche, Gardinen – und dunkle Möbel in der Art ,Gelsenkirchener Barock’. Die sind total out“, weiß die 62-Jährige. Im Novum seien noch in zwei Räumen dunkle Eichenmöbel gesammelt und regelmäßig von zwei Händlern aus Polen abgeholt worden. „Aber die holen inzwischen nur noch helle Möbel und vor allem Deko“, so die Verkaufsleiterin.

Etwa 20 Mitarbeiter hat die Möbelbörse vor Ort, „von Festangestellten bis zu 1,50-Euro-Kräften“, sagt Projektleiterin Cornelia Zimmermann. Von jenen zuvor arbeitslosen Walze-Mitarbeitern der letzten Jahre, die irgendwann weggegangen seien, hätten 20 Prozent irgendwo anders eine Beschäftigung gefunden, schätzt Strauch. „Aber meist eine prekäre, etwa als Saisonarbeiter oder in Zeitarbeit“, ergänzt er.

Viele der Kunden, die am Montag in den Geschäftsräumen an der Kreisstraße stöberten, schauen öfter rein. „Besonders für Leute, die nicht so viel Geld haben, ist das hier eine gute Möglichkeit, etwas zu finden“, sagt Rentnerin Heidi Rother. Haushaltssachen hat sie schon dort gekauft, jetzt sucht sie ein Gästebett oder eine kleine Couch. „Denn ich gestalte gerade die Wohnung komplett um“, erzählt die Annenerin. An der Möbelbörse schätzt sie besonders die ruhige Atmosphäre, dass man nachfragen könne, aber nicht bedrängt werde. „Bei großen Geschäften ist das leider oft anders. Ich weiß das, weil ich selbst gelernte Kauffrau bin“, sagt die 65-Jährige.

Jürgen Günther hat gerade einen Bilderrahmen gekauft. „Aber wir spenden der Walze auch häufig was“, betont der 70-Jährige. Geschirr, Vasen. „Und eben erst eine Designerjacke meiner Frau.“

WAZ-Bericht

14.03.2017: Schwalbe ist ab 1. April wieder auf der Ruhr unterwegs

Am Montag wurde noch der Anstrich ausgebessert, am 1. April heißt es dann: Leinen los! Die Schwalbe fährt ihre Gäste im 30. Jahr über die Ruhr in Witten. Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Service

WAZ. Frühlingswetter, Lust auf Freizeit im Freien. Wer die Sonne an Bord der Schwalbe oder im Biergarten des Schleusenwärterhäuschens in Heven genießen möchte, muss sich noch ein paar Tage gedulden. Der Biergarten öffnet am 31. März, am 1. April heißt es dann Leinen los!

Die MS Schwalbe II, die den Stadtwerken gehört, schippert im 30. Jahr vom Freizeitbad Heveney bis zur Uferstraße in Bommern. Im vergangenen Herbst wurde das Ausflugsschiff, das 150 Menschen Platz bietet, technisch überholt. Am gestrigen Montag wurde der Anstrich der Schwalbe in der Schleuse ausgebessert. Damit sie während ihrer Einsatzzeit bis Ende Oktober einen glänzenden Eindruck macht.

Den Saison-Startschuss am 1. April kann nur noch Hochwasser verhindern, so Stadtwerke-Sprecher Thomas Lindner. Wer an der Anlegestelle „Zeche Nachtigall“ an Bord gehen möchte, sollte wissen, dass er dort keine Informationen zu den Abfahrtszeiten findet. Wer diese vermisst, kann sich bei Vandalen bedanken, „die das Schild immer wieder zerstört haben“, betont Lindner.

Am 31. März läutet die Wabe ab 10 Uhr die Biergartensaison am Schleusenwärterhaus ein. Es gibt Getränke, Bratwurst und Kuchen. Mit Blick auf die Ruhr können sich Spaziergänger und Radler entspannen und den Abend bei Wein und Flammkuchen ausklingen lassen. Auch die Ruhrtalfähre geht wieder in Betrieb, die zwischen der Burgruine Hardenstein und dem Schleusenwärterhaus pendelt. Öffnungs- und Fährzeiten: täglich von 10-18 Uhr.

WAZ-Bericht von Jutta Bublies

22.01.2017: Im "Alten Fritz" in Witten kochen bald Flüchtlinge

Die Wabe will den „Alten Fritz“ in einen neuen, besonderen „Ort der Begegnung“ verwandeln. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Was am Schleusenwärterhaus geklappt hat, probiert die Wabe ab Februar in der City aus: ein gastronomisches Flüchtlingsprojekt im „Alten Fritz“.

Lebendig geht es bald wieder in der Traditionsgaststätte „Zum alten Fritz“ an der Augustastraße zu. Das Lokal, das in den letzten Jahren vor sich hinkränkelte und in den letzten Wochen leer stand, hat mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe) einen neuen Mieter gefunden.

Das Wabe-Team hat schon die Ärmel hochgekrempelt und vieles auf Vordermann gebracht. Es will ab Februar einen neuen „Ort der Begegnung“ in der Innenstadt schaffen. Einen Namen gibt es bereits. Die neue Lokalität im alten Ambiente heißt künftig „fritz.“ Nach den positiven Erfahrungen des Sommers am Schleusenwärterhaus soll eine ähnliche „Cross-over-kitchen“ die bodenständige Esskultur des Ruhrgebiets – von Currywurst bis Erbsensuppe – nun im Zentrum mit arabischen und insbesondere syrischen Spezialitäten vereinen.

Täglich soll es dann kalte und warme Speisen geben – alles frisch zubereitet, viele Salate und wenig Fleisch. Mit ungewöhnlichen Gewürzen wie Minze, Kardamon, Harissa, Safran oder Zitrone. „Das ist eigentlich ein Trend der Zeit. Weg von den Fleischbergen“, sagt Wabe-Geschäftsführer Thomas Strauch. „Aus vielen kleinen Mezze, also Gerichten, kann sich jeder sein individuelles Mahl zusammenstellen.“ Damit wolle man neugierig und Appetit machen. „Gleichzeitig bereichert anderes Essen auch eine Kultur“, fügt Mitarbeiterin Yvonne Hellwig hinzu.

Im „fritz.“ will die Wabe ganzjährig Praktika in Gastronomie und Küche für Menschen mit Fluchterfahrung anbieten – angelehnt an das erfolgreiche Experiment am Ruhrufer. Langfristige Ziele sind die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt und die Einrichtung neuer Ausbildungsplätze. Gleichzeitig sind alle Bürger herzlich willkommen. Denn im „fritz.“ stehen die Türen für Feiern und Vereine offen. Los geht es am Freitag, 3. Februar, mit einem kleinen Fest im neuen „Alten Fritz“.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

20.01.2017: Wabe übernimmt "Zum alten Fritz"

Die Mitarbeiter der Wabe bieten neben dem „regulären“ Kneipenbetrieb auch kulinarische Leckerbissen zum kleinen Preis an. Foto: Walter Demtröder

lokalkompass. Die Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) hat jetzt eine eigene Kneipe. Am Freitag, 3. Februar, wird die Gaststätte „Zum alten Fritz“ an der Augustastraße unter dem Namen „fritz.“ neu eröffnet.

Natürlich handelt es sich dabei um keine „gewöhnliche“ Kneipe. Vielmehr möchte die Wabe Flüchtlingen einen Ort der Begegnung bieten und ihre bisherigen Angebote ergänzen. Gleichwohl sollen aber auch Leute angesprochen werden, die gerne mal am Abend ein Bierchen in Gesellschaft trinken und dabei nicht abgeneigt sind, auch eine Kleinigkeit zu essen.

Das Konzept hinter dem „fritz.“ erklärt Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe. „Am Schleusenwärterhaus haben wir zweimal pro Woche syrische Küche angeboten. Für viele Leute war das mal etwas anderes als die gewöhnliche Currywurst. Dieses Angebot wurde total gut angenommen, und teilweise sind viele Leute auch gekommen, um sich die Speisen mit nach Hause zu nehmen. Allerdings war das ein Angebot, das wir nur bis zum Herbst aufrechterhalten konnten, weil es danach draußen zu kalt wurde. Wir haben anschließend versucht, dieses Angebot im Zollhaus weiterzuführen, aber dafür war die Küche einfach zu klein.“

Parallel dazu musste der damalige Pächter der Gaststätte „Zum alten Fritz“ an der Augustastraße im September 2016 die Segel streichen. Die Wabe sah eine Möglichkeit, das kulinarische Angebot dort fortzuführen und gleichzeitig zu ergänzen.

„Wir haben“, so Thomas Strauch, „Kontakt zum Vermieter aufgenommen, der unsere Idee gut fand, und so haben wir die Räumlichkeiten angemietet, zunächst für zwei Jahre.“

Es wurden einige Umbauten vorgenommen, bei denen eine neue Decke eingezogen und eine Küche installiert wurde. Im Eingangsbereich wird künftig der Kneipenbetrieb mit kleinen kulinarischen Angeboten aufgenommen, wobei diese kulinarischen Angebote den besonderen Reiz ausmachen. Nach original syrischen Rezepten wird das fortgeführt, was am Schleusenwärterhaus begonnen hat. Die Preise für die kleinen Köstlichkeiten, die sich an den spanischen Tapas (kleine Appetithäppchen) orientieren, werden zwischen zwei und maximal sieben Euro liegen. Gleichzeitig sollen im „fritz.“ auch Ausbildungs- und Praktikumsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden.

Der hintere und größere Kneipenbereich soll für Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung oder Vorträge genutzt werden. Schank- und Gastraum können auf Anfrage auch für eigene Anlässe, Feiern, Vereinstreffen und Nachbarschaftsfeiern genutzt werden.

Geöffnet haben wird das „fritz.“ montags bis samstags von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr, Sonntag ist Ruhetag.

Bericht von lokalkompass.de

 

16.01.2017: Lokal „Alter Fritz“ in der Wittener City erwacht zu neuem Leben

Im Schleusenwärterhäuschen haben syrische Flüchtlinge schon Gerichte aus ihrer Heimat gekocht und dort den Gästen serviert. Foto: Barbara Zabka, Archiv

WAZ. Nicht am Ruhrufer, sondern mitten im Zentrum will die Beschäftigungsinitiative Wabe einen Ort der Begegnung schaffen, nicht nur für Flüchtlinge.

Die Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) plant ein neues Projekt in der innenstadtnahen Gaststätte „Zum alten Fritz“. Dort soll mit Flüchtlingen ein „Ort der Begegnung“ entstehen. Das Lokal an der Augustastraße wird am Freitag, 3. Februar, wiedereröffnet.

Das auf zwei Jahre befristete Projekt kennt man aus dem Schleusenwärterhaus: Flüchtlinge probieren sich aus, kochen etwa ihre Speisen. Die Wabe bietet Praktika in Gastronomie und Küche an. Sie will Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnen. Dabei spricht sie nicht nur Schutzsuchende an, sondern alle Wittener, gerade aus dem Viertel. Sie können Schank- und Gastraum für eigene Anlässe wie Feiern, Vereins- und Nachbarschaftstreffen nutzen.

Regelmäßig gibt es warme und kalte Speisen, eine „Cross-Over-Kitchen“, die die bodenständige Esskultur des Reviers mit arabischen und syrischen Spezialitäten vereint. Es werden „Mezze“, kleine Appetithäppchen, serviert. Im Veranstaltungszentrum sind u.a. Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung, Vorträge und Diskussionen geplant. Geöffnet wird montags bis samstags von 12 bis 14 und von 18 bis 22 Uhr.

WAZ-Bericht

12.01.2017: Einbrecher schlagen Fenster vom Wittener Zollhaus ein

Beliebt bei Radlern und Fußgängern an der Ruhr, die gemütlich etwas essen oder trinken möchten: das von der Wabe bewirtschaftete Zollhaus. Jetzt kamen nachts ungebetene Gäste. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Wieder traf es eine Wabe-Gastronomie an der Ruhr: 2015 brannten Unbekannte das Schleusenwärterhaus nieder, jetzt wurde im Zollhaus eingebrochen.

Unzählige Besucher lassen es es sich bei gutem Wetter am Zollhaus am Ruhrufer schmecken. Jetzt kamen aber ungebetene Gäste zur Gaststätte nahe der Lakebrücke: In der Nacht zu Mittwoch (10./11. 1.) schlugen sie ein Kellerfenster ein und durchsuchten die Räume nach Diebesgut.

Damit traf es erneut ein von der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) bewirtschaftetes, denkmalgeschütztes Gebäude an der Ruhr: Bis heute Unbekannte brannten im Januar 2015 nachts das Schleusenwärterhaus nieder. Schaden: 160 000 Euro. Die bei Radlern und Spaziergängern beliebte Gastronomie wurde restauriert und öffnete im Frühjahr 2016 neu.

Diesmal kam die Wabe glimpflicher davon: Die Täter stahlen Schlüssel. Vier Bierkästen, die sie an der Kellertreppe zum Abtransport bereit gestellt hatten, holten sie nicht ab. Auch Würstchen und Steaks, die sie in einen Beutel gepackt hatten, ließen sie liegen. Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 209-8305.

WAZ-Bericht

18.10.2016: Syrische Speisen gibt’s nun regelmäßig

Praktikanten mit einer Fluchtgeschichte zaubern syrische Gerichte.

WAZ. Der Erfolg des arabischen Speisenangebots am Königlichen Schleusenwärterhaus war nicht nur den sommerlichen Temperaturen zuzuschreiben. Liebevoll zubereitete Salate und Lammspieße waren in den vergangenen vier Wochen ein echter Renner im Ruhrtal.

Nun macht das Königliche Schleusenwärterhaus Winterpause. Wegen des großen Zuspruchs der syrischen Küche, die mithilfe von Gastköchen und Helfern aus dem Förderzentrum organisiert ist, geht der Verkauf im Zollhaus Herbede weiter – und zwar jeden Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr.

Der ein Jahr zuvor ausgebaute Innenraum im Zollhaus Herbede bietet den Gästen auch bei schlechtem Wetter und kalten Wintertagen die Möglichkeit, im Warmen Platz zu nehmen. Weiterhin können Gäste zwischen 10 und 12 Uhr ein Frühstück genießen, danach gibt es neben dem Grillangebot, regionale und saisonale Speisen. Das historische Zollhaus Herbede befindet sich im Ruhrtal 1. Weitere Infos unter www.wabembh.de oder auf www.facebook.de/wabembhwitten

WAZ-Bericht

30.09.2016: Langzeitarbeitslose sollen mehr Chancen bekommen

Im Jobcenter Witten. Ende August 2016 bezogen 1795 Menschen in der Stadt Hartz-IV-Leistungen. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Im Jobcenter Witten. Ende August 2016 bezogen 1795 Menschen in der Stadt Hartz-IV-Leistungen. Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

WAZ. Das Wittener Jobcenter begrüßt eine Initiative von Landräten und Oberbürgermeistern für Langzeitarbeitslose. Ende August gab es in Witten 1963 Betroffene, von denen 1795 Hartz-IV-Leistungen bezogen haben.

Im EN-Kreis waren zu diesem Zeitpunkt 4636 Menschen langzeitarbeitslos, 4093 erhielten Arbeitslosengeld II. Man denke darüber nach, „Menschen in gesellschaftlich relevanten Bereichen für Aufgaben einzusetzen, für die es den Bedarf, bisher aber keine Finanzierung gibt“, heißt es in einem Brief Schades und seiner Mitstreiter an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die man in dieser Sache um Unterstützung bittet.

Steffen Louis, stellvertretender Leiter des Wittener Jobcenters, weiß aus der Praxis: „Ab 55 ist das Risiko deutlich erhöht, von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen zu sein.“ Vor allem Menschen mit geringer Qualifikation hätten wenig Chancen, einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Louis: „Und viele Langzeitarbeitslose sind gering qualifiziert.“

Das Jobcenter biete daher entsprechende Maßnahmen an. „Wir fördern die berufliche Weiterbildung, wenn jemand keine abgeschlossene Berufsausbildung hat.“ Seien Menschen motiviert, „gibt es für sie bei uns einen Strauß von Möglichkeiten. Aber diese werden nicht immer genutzt“. Und natürlich gebe es auch „eine Reihe von Leuten, die sich in ihrer Situation eingerichtet haben, deren Anspruch nicht ist, dauerhaft Arbeit zu finden“, so Louis. „Viele haben den Glauben an sich verloren und sehen in manchen Dingen keinen Sinn mehr. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt nicht ohne Folgen für die Psyche.“

Ein großes Problem bei der Vermittlung der Menschen sei auch, „dass die Wirtschaft sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat“. Arbeitsangebote für Geringqualifizierte, Helfertätigkeiten, gebe es kaum noch. Louis: „Es ist öffentliches Geld notwendig, um neue Beschäftigungsverhältnisse für Langzeitarbeitslose zu schaffen, die der Allgemeinheit zugute kommen.“ Nicht zuletzt sei ein Umdenken in der Wirtschaft notwendig. „Denn Menschen, die 50 plus sind, wieder in Arbeit zu vermitteln, ist häufig sehr schwierig.“

Susanne Fuchs, Projektkoordinatorin bei der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (Wabe), würde sich über mehr Geld für die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen freuen. 20 sind derzeit bei der Wabe in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen – finanziert durch Landesmittel. Die Menschen arbeiten in der Gastronomie im Schleusenwärterhaus und im Herbeder Zollhaus, in der Radstation Witten, bei der Möbelbörse der Wabe, im Garten- und Landschaftsbau. „Wir können die Leute aber nur für zwei Jahre beschäftigen, obwohl welche darunter sind, die wir gerne dauerhaft einstellen würden, wenn wir das finanzieren könnten“, erklärt Fuchs.

Die es für einen „Mehrwert für die Gesellschaft hält“, wenn mehr Menschen in Beschäftigung gebracht werden. Denn Langzeitarbeitslosigkeit koste nicht nur Steuergelder, sondern könne Betroffene auch krank machen. „Auch dann fallen Kosten für die Gesellschaft an.“

WAZ-Bericht von Jutta Bublies

19.09.2016: Karibische Kulisse am Zollhaus trotzt dem Regen

Machten gute Miene zur verregneten Cocktailnacht am Zollhaus: die Wabe-Mitarbeiter Lara Quell, Bennet Bauer und Yvonne Hellwig (v. li.). Foto: Ziegler
Machten gute Miene zur verregneten Cocktailnacht am Zollhaus: die Wabe-Mitarbeiter Lara Quell, Bennet Bauer und Yvonne Hellwig (v. li.). Foto: Ziegler

WAZ. Lichterketten, Blumengirlanden und Kerzenschein in allen Sommerfarben verwandelten am Samstagabend den Garten am Herbeder Zollhäuschen in eine Traumkulisse. Trotz des pünktlich um 18 Uhr einsetzenden Regens strömten die Partygäste in Scharen zur ersten Cocktailnacht.

Die drei studentischen Hilfskräfte der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) hatten die Idee zu diesem besonderen Abend mit viel Arbeit und Liebe zum Detail umgesetzt. Karibische Speisen und Cocktails lockten etwa 300 Menschen jeden Alters an. Mit so viel Andrang hatte selbst Julia Hellwig vom Organisationsteam nicht gerechnet. Die langen Wartezeiten vor der Bar versüßte sie den Gästen mit Fruchtspießen. Die Gitarren des Markus-Conrad-Duos wurden aber doch zu nass, so dass die Musiker in die seit diesem Sommer neu eingerichteten Gasträume im Zollhaus umziehen mussten.

„Sehr entspannt, auch wenn das Wetter hätte besser sein können, schöne Atmosphäre und gute Preise.“ So fasste es Gast Bastian (25) zusammen. Ivetta Olbrich war zum ersten Mal hier und wusste gar nicht, dass die Wabe mit Langzeitarbeitslosen arbeitet. „Jetzt habe ich Verständnis, wenn mal was nicht gleich sofort klappt.“

Als um halb elf die Lichter ausgingen, sagte ihre Freundin auf dem Weg zum Auto: „Was für ein wunderschöner Abend.“ Julia Hellwig vom Wabe-Team ist rundum zufrieden und freut sich schon auf eine Neuauflage im kommenden Sommer.

WAZ-Bericht von Kerstin Glathe

14.09.2016: Karibisches Flair im Zollhaus

Zollhaus Herbede

WAZ. Das Zollhaus Herbede bietet einen Abend lang karibisches Flair. Am Samstag, 17. September, lädt die Wabe erstmalig zur Cocktailnacht ein. Ab 18 Uhr gibt es im Zollhaus Cocktail-Variationen, südamerikanisches Essen und kleine Snacks. Jeder Cocktail wird auch in einer alkoholfreien Variante angeboten.

Zusätzlich zu Speisen und Getränken sorgt auch die passende Musik für eine sommerliche Stimmung: Das Markus-Conrad-Duo spielt ab 19 Uhr. Die Cocktailnacht soll ein Stück Karibik nach Witten bringen und die Besucher in Urlaubsstimmung versetzen, so die Veranstalter.

Für alle Besucher hat die Wabe außerdem ein ganz besonderes Angebot auf Facebook. Wer dort unter www.facebook.de/wabembhwitten die zugehörige Veranstaltung der Cocktailnacht teilt, bekommt einen Cocktail seiner Wahl zwei Euro günstiger.

WAZ-Bericht

10.09.2016: Baba Ghanousch ersetzt die Bratwurst

Syrische Flüchtlinge kochen am Schleusenwärterhaus Gerichte aus ihrer Heimat: Olivia, Ayda 3, Hiven, Abdulrahman, Akram und Ayman.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services
Syrische Flüchtlinge kochen am Schleusenwärterhaus Gerichte aus ihrer Heimat: Olivia, Ayda 3, Hiven, Abdulrahman, Akram und Ayman.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services

WAZ. Mittags, vor dem Schleusenwärterhaus in Heven: Hungrige Radfahrer und Spaziergänger sitzen unter den Bäumen am Ruhrufer. Brigitte Hoppe ließt konzentriert die Speisekarte. Statt der obligatorischen Pommes mit Currywurst stehen heute schwierige Wörter wie „Fatousch“ und „Baba Ghanousch” auf dem Plan. Die 63-Jährige entscheidet sich für einen Lammspieß und gibt ihre Bestellung an einer kleinen Holzbude auf. Innen haben sich die fünf Gastköche aus Syrien und dem Irak eingerichtet. Akram (40) steht am Grill und wendet das brutzelnde Fleisch. Die Frauen stehen am Holztresen und schnippeln Berge von Paprika und Tomaten.

Seit drei Wochen kochen die fünf Flüchtlinge jeden Donnerstag und Freitag für die Besucher am Schleusenwärterhaus. Montags und dienstags steht dafür Sprachunterricht auf dem Programm. Das Ganze ist eine Aktion des Förderzentrums „Sprache & Beschäftigung“. In vier verschiedene Betriebe dürfen die anerkannten Flüchtlinge in der Zeit der Projekts schnuppern. Mindestdauer eines Praktikums ist zwei Wochen, die meisten verlängern.

Auch Hiven (33) aus Damaskus fühlt sich an ihrem neuen Arbeitsplatz wohl. Sie schneidet Zitronen für einen der frischen Salate. Zwischen den Töpfen und Pfannen flitzt auch Töchterchen Ayda umher. Die Dreijährige ist Liebling des gesamten Küchenteams. Neugierig untersucht sie alles, was sie nicht kennt. Dabei hat sie einen neuen Lieblingssatz gelernt: „Was ist das?“

Die fremden Speisen kommen bei den Ausflüglern gut an. „Der Spieß war wirklich köstlich“, gibt Brigitte Hoppe ihr Urteil ab. „Alles schmeckt frisch und liegt nicht so schwer im Magen wie unser deutsches Fastfood.“ Nach der Stärkung geht es für die 63-Jährige und ihre Radler-Truppe weiter auf dem Ruhrtalradweg Richtung Wetter.

„Eigentlich hatten wir uns Picknick-Stullen geschmiert“, erzählt eine andere Radfahrerin. „Aber dann sah das Essen so gut aus, dass wir uns nochmal umentschieden haben.“

Die fünf Köche ernten viel Lob für die Speisen. Ann-Kristin (21) ist studentische Hilfskraft des Projekts und übersetzt die anerkennenden Worte der Gäste ins Arabische. Gemeinsam mit Hausleiterin Esther Sennlaub hilft sie auch beim Kassieren und schwierigen Bestellungen. „Ich finde es toll, so lebensnah mit Flüchtlingen zu arbeiten – abseits von den ganzen theoretischen Kursen“, erzählt Ann-Kristin. „Na ja, und das gute Essen war auch ein Anreiz“, fügt die Studentin lachend hinzu.

„Wir sehen die Flüchtlinge nicht als geduldete Gäste“, erklärt Projektleiterin Manuela Leupold vom Förderzentrum „Sprache & Beschäftigung. „Sie reichen ein Stück ihrer Kultur und Heimat weiter. Das ist für beide Seiten wunderschön.“

Das vom Jobcenter geförderte Zentrum bietet Projekte für erwachsene, anerkannte Flüchtlinge an. Ziel ist dabei die berufliche Eingliederung und handlungsorientierter Sprachunterricht.

Träger des Zentrums sind die Wittener Wabe, die AWO und das Deutsche Rote Kreuz.

WAZ-Bericht von Mirjam Benecke

05.09.2016: Junge Musiker lassen es richtig krachen

Gut besucht war die zweite Ausgabe von 'Rock an der Ruhr'. Foto: Barbara Zabka
Gut besucht war die zweite Ausgabe von 'Rock an der Ruhr'. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Gut besucht war die zweite Ausgabe von „Rock an der Ruhr“, zu der Wabe und SPD am Samstag ans Schleusenwärterhäuschen geladen hatten. Vom Nachmittag bis zum Abend rockten vier Bands die Bühne.

Den Anfang machte „Berit & the Boys“ aus Gelsenkirchen. Sängerin Berit Tenhaven hatte es bei ihrem Auftritt mit Martin Matern allerdings bei lediglich einem Begleit-Boy belassen. Dennoch wusste das Duo mit Songs von Reinhard Mey bis Janis Joplin zu gefallen und erntete den verdienten Applaus des Publikums. Am Abend wurde es voller

Weiter ging es mit den „Returns“ aus Wetter. Die Oldie-Band wurde bereits in den Sechzigerjahren gegründet. Das Publikum applaudierte, obwohl musikalisch vielleicht nicht immer alles reibungslos zusammenlief. Hier stand eindeutig der Wiedererkennungseffekt der Stücke im Vordergrund, und der war gegeben.

Je mehr es auf den Abend zuging, desto voller wurde es, und desto länger wurden auch die Schlangen am Wurst- und am Getränkestand. Voller wurde es auch auf der Bühne. Angetreten war die „Unknown Blues Band“ mit kleinem Bläsersatz. Die Wittener Combo feierte eine Blues-Party, bei der die Besucher voll auf ihre Kosten kamen. Gleich vier der Musiker betätigten sich als Sänger – solo und im Satz – und auch bei den Ansagen spielten sie sich die Bälle zu. Man merkte der Band die Spielfreude an, die keiner der „alten Hasen“ auf der Bühne vermissen ließ.

Mittlerweile wurde es langsam dunkel, und einige Strohballen – eigentlich als zusätzliche Sitzgelegenheiten gedacht – waren von fleißigen Kinderhänden zerpflückt worden; allmählich sah die Wiese vor der Bühne aus wie bei einem großen Rockfestival.

Zeit für die letzte Band des Abends, die „Simple Beatz“, ebenfalls aus Witten. Die jungen Musiker ließen es von Beginn an richtig krachen und nach Steppenwolfs „Born to be wild“ zu Beginn einen Rock-Klassiker nach dem anderen folgen. J.J. Cales „Cocaine“, Bob Marleys „I shot the sheriff“ oder Stevie Wonders „Superstition” wurden dabei auf eigene Weise interpretiert. Allerdings dauerte es eine Weile, bis der Funke aufs komplette Publikum übersprang. Doch auch das gelang, und bei „Sweet home Alabama“ sangen alle mit.

WAZ-Bericht von Walter Demtröder

02.09.2016: Käufer bleiben Möbelbörse nach Umzug treu

Viel zu stöbern gibt’s im Laden. Verwaltungsleiter Axel Kuhlmann zeigt einen Spiegel samt passender Kommode. Foto: Manfred Sander
Viel zu stöbern gibt’s im Laden. Verwaltungsleiter Axel Kuhlmann zeigt einen Spiegel samt passender Kommode. Foto: Manfred Sander

WAZ. Ein kleiner Möbelladen ganz weit draußen, ab vom Schuss. Kann das gutgehen? Für die Gebrauchtmöbel-Börse der Walze war der Umzug von der City raus nach Rüdinghausen ein Risiko. Verwaltungsleiter Axel Kuhlmann gibt zu: „Wir hatten vorher große Befürchtungen, aber heute können wir sagen: Die Wahl des neuen Ladenlokals war goldrichtig.“

Die Eingangstür des 650 Quadratmeter großen Ladens an der Kreisstraße steht kaum still an diesem Vormittag, es ist ein reges Kommen und Gehen: 80 bis 100 Kunden täglich finden den Weg zur Möbelbörse. „Wir machen mindestens so viel Umsatz wie vorher in der Bahnhofstraße“, so Kuhlmann. Die Stammkunden seien der Walze treu geblieben. „Und wir haben tatsächlich viele neue aus dem Umland dazugewonnen.“ Dortmunder vor allem, die Stadtgrenze ist schließlich nur einen Steinwurf weit entfernt.

Studenten kommen vorbei und Schnäppchenjäger, Laufkundschaft und Sammler, die gezielt nach alten Stücken schauen: „Manche kommen alle 14 Tage vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt.“ Wer nichts verpassen will, muss oft vorbeischauen: „So ein Ledersofa ist in der Regel nach zwei Wochen weg – und manchmal werden die Möbel schon verkauft, während wir noch aufbauen“, sagt der Walze-Verwaltungsleiter. Wer da zu spät kommt, hat Pech gehabt: „Nachbestellen ist bei uns nicht.“ Die Ware stammt schließlich aus Wohnungsauflösungen, manches ist zudem gespendet: Einzelstücke also.

Die Vorstellung, es kauften vor allem Sozialschwache hier ein, sei grundverkehrt, versichert Verkäuferin Silke Kreitz. „Es kommen alle: Reiche und Arme, querbeet.“ Auch der Altersdurchschnitt sei kaum zu benennen: Sie verkaufe junge Möbel an Alte und alte an Junge. „Die mögen es ja sehr, etwa eine Chippendale-Kommode mit einem modernen Teil zu kombinieren.“

Wer Lust hat zu stöbern, der kann fündig werden: Omas Sofa steht neben einer angesagten Kommode im Kolonial-Stil, der alte Rumtopf auf dem Esstisch mit den flotten Rattan-Stühlen. Günstig ist alles: Ein dreiteiliges Ledersofa gibt’s für 330 Euro, die Waschmaschine für 200, ein goldenes Mokka-Service für 13 Euro – runterhandeln erlaubt.

Einem älteren Herrn aus Herdecke hat es an diesem Vormittag eine Stereoanlage für 65 Euro angetan. „Da überlege ich gerade“, sagt er und dreht an den Knöpfen – doch seine Frau bremst: „Eigentlich wollten wir doch nach einem Schlafzimmerschrank gucken.“ Auch Viola Norwidat schlendert zum wiederholten Mal durch die Gänge. Kaufen will sie jedoch nichts, sie spendet lieber regelmäßig Hausrat für die Börse: „Uns geht es jetzt gut“, sagt die Stockumerin. Aber sie wisse noch, was es heißt, mit wenig auskommen zu müssen. „Für die, die wenig haben, ist so ein Laden goldrichtig.“

Die Möbelbörse an der Kreisstraße 128 ist mo. bis fr. von 9.30 bis 18 Uhr, sa. von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Wer Möbel spenden will oder eine Wohnungsauflösung plant: 69 81 51

Zum Team der Möbelbörse gehören viereinhalb Stammkräfte und rund 20 Langzeitarbeitslose, die sechs bis zwölf Monate hier arbeiten, u.a. in Transport, Aufbereitung und Ab- und Aufbau.

WAZ-Bericht von Britta Bingmann

31.08.2016: Wittener Wabe serviert syrische Gerichte am Ruhrufer

Praktikanten mit einer Fluchtgeschichte zaubern syrische Gerichte.
Praktikanten mit einer Fluchtgeschichte zaubern syrische Gerichte.

WAZ. Die Küche des Schleusenwärterhauses wird mit einer arabischen Prise nachgewürzt. Ab sofort können Gäste donnerstags und freitags von 13 bis 18 Uhr die syrische Küche probieren.

Das Angebot der von der Wabe (Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung) betriebenen Gastronomie an der Ruhr reicht von gegrilltem Lamm- und Hähnchenspießen bis „Taboulé“ und anderen Salatspezialitäten. Solche exklusiven Leckereien werden noch bis Sommerende zubereitet.

Die Idee dabei: Menschen mit Fluchtgeschichte, die im Förderzentrum Witten beraten und betreut werden, machen ein Praktikum unter realen Bedingungen. Im Ruhrtal sollen angehende Köche oder Küchenhelfer ihr Talent ausleben und gleichzeitig die Sprache lernen können. Unter praktischen Begebenheiten werden Einkäufe, das Vor- und Zubereiten sowie die Kalkulation und der Verkauf Teil des Sprachunterrichts vor Ort

WAZ-Bericht

27.07.2016: Ruhrfähre könnte bald bei Stiepel in See stechen

Bald zwischen Stiepel und Blankenstein unterwegs? Für den Verkehr in Witten war die „Hardenstein 1“ zu klein geworden. Foto: Jürgen Augstein
Bald zwischen Stiepel und Blankenstein unterwegs? Für den Verkehr in Witten war die „Hardenstein 1“ zu klein geworden. Foto: Jürgen Augstein

WAZ. Kommt die Fähre oder kommt sie nicht? Die Idee, die alte Fährverbindung auf der Ruhr zwischen Bochum-Stiepel und Hattingen-Blankenstein an Wochenenden für Ausflügler wieder aufleben zu lassen, bleibt in der Diskussion. Die Strecke befindet sich direkt hinter dem Wehr am Kemnader See an der Wittener Stadtgrenze – ein Ausflugsziel, das auch bei vielen Wittenern sehr beliebt ist.

Während der Verein Ruhrfähre weiter Geld für eine Machbarkeitsstudie sammelt und diese voraussichtlich im Spätsommer vorlegen will, hängt jetzt vieles an einer politischen Entscheidung: Denn die Ruhrauen in Stiepel sollen ab 2017 unter Naturschutz gestellt werden.

Der Landschaftsplan sieht dann lediglich das Befahren der Ruhr mit Fahrzeugen ohne Motor vor. Für eine Fähre mit Elektromotor müsste eine Sondererlaubnis her. Zum Einsatz kommen soll möglichst die alte, motorisierte Fähre „Hardenstein 1“ der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), die für den Wittener Betrieb zu klein geworden war: Sie ist nur für 16 Personen ausgelegt, die neue Fähre, die in Witten schippert, für 45. Zuletzt war in der Diskussion, dass die Wabe den Fährbetrieb zwischen Stiepel und Blankenstein übernimmt.

Ob es dafür eine Sondererlaubnis geben wird, ist noch unklar. Die Bochumer Stadtrats-Fraktion FDP & Die Stadtgestalter macht sich für die Fähre stark. „Es ist eine charmante Idee, die alte Fährverbindung über die Ruhr, die bis 1960 Bestand hatte, mit Hilfe einer kleinen Elektrofähre wieder aufzunehmen“, so Vorsitzender Felix Haltt. Um diesen Betrieb zu ermöglichen, haben FDP & Stadtgestalter eine Anregung beim Umwelt- und Grünflächenamt eingereicht: Für den Fährbetrieb soll es eine Ausnahme geben. „Der Schutz der Natur ist in keiner Weise gefährdet, da sich die Anleger außerhalb des Naturschutzgebiets befinden“, meint Manfred Baldschus, FDP-Bezirksvertreter und Mitglied des Vereins.

Der Landschaftsplan BochumMitte/Ost (Naturschutzgebiet Ruhraue Stiepel) lag bis Mitte Juli im Zuge einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Technischen Rathaus aus. Der Entwurf soll nun überarbeitet und danach den parlamentarischen Gremien vorgelegt werden, ehe er ein zweites Mal öffentlich ausgelegt und schließlich vom Rat beschlossen wird, erklärt Thorsten Lumma vom Umwelt- und Grünflächenamt. „Voraussichtlich im kommenden Frühjahr wird das soweit sein.“

Ob die Sondergenehmigung für den Fährbetrieb eine Chance hat, mag Lumma nicht voraussagen. „Die Machbarkeitsstudie wird darüber Aussagen liefern“, sagt er. „Wenn die Vereinbarkeit mit dem Naturschutz gegeben ist, spricht grundsätzlich nichts gegen einen Fährbetrieb.“ Auf Stiepeler Seite soll der Anleger „Zur alten Fähre“ als Haltepunkt dienen. Wo die Fähre in Blankenstein halten könnte, darüber machten sich die Vereinsmitglieder jetzt vor Ort ein Bild. „Zwischen dem Gelände des Rudervereins und der Mündung des Pleßbachs in die Ruhr gibt es zwei bis drei gute Standorte“, meint Klaus Thormählen, zweiter Vorsitzender. Manfred Overrath vom Heimatverein Blankenstein ergänzt: „Das Gelände des Rudervereins wird gar nicht tangiert.“ Der Ruderverein hatte zuvor Bedenken geäußert, dass ein Fährbetrieb die Wettkämpfe stören könnte.

WAZ-Bericht von Sven Westernströer

22.07.2016: Rotarier bepflanzen Beet rund ums Böckchen

Die Rotarier haben die Patenschaft für das Blumenbeet rund um das Böckchen im Stadtpark übernommen und bezahlen außerdem die Reinigung der Radwege-Hinweisschilder durch die Wabe: Dr. Michael Koch (hinten, v.l.), Uwe Liesche, Rainer Altenberend (vorne, v.l.) und Frank Flörecke. Foto: Barbara Zabka
Die Rotarier haben die Patenschaft für das Blumenbeet rund um das Böckchen im Stadtpark übernommen und bezahlen außerdem die Reinigung der Radwege-Hinweisschilder durch die Wabe: Dr. Michael Koch (hinten, v.l.), Uwe Liesche, Rainer Altenberend (vorne, v.l.) und Frank Flörecke. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Da wird sich nicht nur das „Böckchen“ freuen: Die Skulptur, die inmitten eines Beetes im Stadtpark steht, schaut jetzt nicht mehr auf Wildwuchs, sondern auf ein ordentlich gepflanztes Blumenmeer. Das ist den Mitgliedern des Rotary Clubs Witten zu verdanken, die an einem sonnigen Samstag Ende Mai die Ärmel hochgekrempelt, ordentlich geschwitzt und in vierstündiger Arbeit 1500 Pflanzen in den Boden gebracht haben.

„Heimat“ – unter diesen Begriff wollen die Rotarier in diesem Jahr ihre Aktivitäten ganz besonders stellen. Und dazu gehöre, dass die Stadt schöner wird, sagt Präsident Dr. Michael Koch. Dass der Serviceclub sich für den Anfang ausgerechnet das Böckchen-Beet schräg gegenüber von Haus Witten ausgesucht hat, hat natürlich auch einen Grund: „Wir haben die Skulptur vor 59 Jahren gespendet.“ Bei der einmaligen Pflanzaktion wird es nicht bleiben, denn die Rotarier haben eine Patenschaft für die 50 m² große Fläche übernommen. So, wie sich andere Bürger schon um die Beete vor ihrer Haustür kümmern, werden auch sie sich jetzt regelmäßig an dieser Stelle im Stadtpark als Gärtner betätigen. Fünf Müllsäcke voller Unkraut

„Ich habe vor zwei Wochen fünf Müllsäcke voll Unkraut da rausgeholt“, sagt zum Beispiel Rainer Altenberend. Und schon wieder lugen einige Halme frech hervor. Im Herbst folgt dann die Winterbepflanzung. Statt roter und weißer Begonien außen sowie weiß und lila blühendem Salbei im Mittelkreis, werden dann Stiefmütterchen und Blumenzwiebeln gesetzt.

Weil die Stadt aber von einem hübschen Beet allein nicht schöner wird, hatten die Rotarier noch eine Idee: Ihnen stach die rotweiße Radwegebeschilderung ins Auge, auf der mancherorts kaum noch etwas zu erkennen war. Dafür holten sie dann die Wabe ins Boot und zahlten ihr die Reinigung von zehn Schildern.

Eine Mitarbeiterin habe sich 30 bis 40 Schilder im Bereich Innenstadt, Uni und Bommern angeguckt, ihr Aussehen dokumentiert und die zehn schlimmsten ausgewählt, erklärt Wabe-Chef Thomas Strauch. Die seien teils hinter Gebüsch versteckt oder von Algen verklebt gewesen. Bernd Hohmeister und Marcel Hedtmann waren dann mit Vorarbeiter Uwe Freund unterwegs, um die Schilder zu reinigen. Gerade steht Hedtmann auf der Leiter und wienert das letzte, das auf der Ruhrstraße/Ecke Husemannstraße steht.

Zehn saubere Schilder und ein ordentliches Beet sind ein Anfang, aber wird Witten davon wirklich schöner? Die Aktion solle eine Art Vorbildcharakter haben, erklärt Rotary-Präsident Koch. Er und die anderen Mitglieder setzen auf Nachahmer und hoffen: „Vielleicht macht das ja Schule.“

WAZ-Bericht von Annette Kreikenbohm

05.06.2016: Ein Stück Frankreich im Hohenzollernviertel

Bei der Eröffnung der Boule-Bahn am Karl-Marx-Platz (von li.): Haimo Hurlin (Vorsitzender Verschönerungsverein), Thomas Strauch (Wabe), Susanne Fuchs (BW Annen) und Philipp Topp (Kreissportbund). Foto: Flemming Krause
Bei der Eröffnung der Boule-Bahn am Karl-Marx-Platz (von li.): Haimo Hurlin (Vorsitzender Verschönerungsverein), Thomas Strauch (Wabe), Susanne Fuchs (BW Annen) und Philipp Topp (Kreissportbund). Foto: Flemming Krause

WAZ. Seit rund fünf Jahren ist der Verschönerungsverein Hohenzollernviertel damit beschäftigt, das Erscheinungsbild seines Stadtviertels aufzuhübschen. „Wir haben verschiedene kleine Projekte gestartet“, erzählt Haimo Hurlin, der Vorsitzende dieser Nachbarschaftsinitiative. Ihr letztes Projekt: Eine frei nutzbare Boulebahn auf dem Karl-Marx-Platz. Vor einer Woche startete die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) mit dem Bau der zehn Meter langen und drei Meter breiten Bahn, jetzt wurde sie eröffnet.

Mehr als 50 Anwohner und syrische Flüchtlinge kamen zur Einweihung und ließen die Kugeln sofort fliegen. „Wir hatten die Idee, dass wir den Platz mehr nutzen und uns ihn als Bürger aneignen müssen“, betont Hurlin. „Bislang hatte der Platz doch eher das Image, ein Hundeklo und Parkplatz zu sein.“

Da man dieses Projekt nicht alleine stemmen konnte, holte sich der Verschönerungsverein Unterstützung. Die Wabe legte die Bahn an und räumte zudem das gesamte Areal auf. „Die haben unglaublich reingehauen“, freut sich der Vereinsvorsitzende.

Ein wichtiger Motor sei zudem der Kreissportbund gewesen: Der Bau einer Boulebahn passte perfekt in das Projekt „Bewegt älter werden im Quartier“ vom Landessportbund NRW. „Als der Verein uns gefragt hat, ob wir sie finanziell etwas unterstützen, haben wir uns sofort eingeklinkt“, erläutert Philipp Topp vom Kreissportbund Ennepe-Ruhr. „Boule ist eine altersübergreifende Sportart und leicht zu lernen.“ 2000 Euro Fördermittel stellte der Landessportbund bereit.

Ebenfalls an der Boule-Bahn beteiligt: die DJK Blau-Weiß Annen ist für die sportliche Komponente verantwortlich – etwa bei Boule-Turnieren. „Wir sind ein DJK-Verein und haben den Boulesport ja quasi mitentwickelt“, begründet Susanne Fuchs, Vorsitzende von Blau-Weiß Annen, ihr Mitwirken. Nun wolle man das befreundete Wiesenviertel ermutigen, ebenfalls einen Bouleplatz zu bauen, „um dann Quartiersturniere spielen zu können“, hofft Hurlin auf Nacheiferer.

WAZ-Bericht von Flemming Krause

17.05.2016: Als die Wabe den Ruhrtal-Tourismus entdeckte

2008 bekam der Ruhrtalradweg seine Wegweiser. Eberhard Zimmerschied, Sonja Leidemann, Thomas Strauch und Andreas Müller packen mit an. Foto:Liesenhoff
2008 bekam der Ruhrtalradweg seine Wegweiser. Eberhard Zimmerschied, Sonja Leidemann, Thomas Strauch und Andreas Müller packen mit an. Foto:Liesenhoff

WAZ. Heute ist die Wabe – die Wittener Gesellschaft für Arbeit- und Beschäftigungsförderung – aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr feiert sie ein kleines Jubiläum: Im August vor 20 Jahren wurde sie gegründet. Damals war die Wabe nur ein kleines, zartes Pflänzchen. Ziel war und ist es, Langzeitarbeitslose von der Straße zu holen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Fünf neue ABM-Kräfte übernahmen die Projektleitung. Alle waren vor ihrer Einstellung schon eine gewisse Zeit arbeitslos. Eine von ihnen war Gartenbau-Ingenieurin Irena Cichy. Sie ist bis heute der Wabe treugeblieben und hat viele der zahlreichen Projekte federführend mitentwickelt und betreut. Der heutige Geschäftsführer Thomas Strauch stieß erst drei Jahre später, also 1999, zum Team. Seit zehn Jahren gehört auch Susanne Fuchs zum Führungskader.

Heute ist der Ruhrtal-Tourismus ein bedeutendes Standbein der Wabe. Das Königliche Schleusenwärterhaus, Ruhrtalfähre, Zollhaus und nicht zuletzt die Radstation sind einige Beispiele. „Durch das Thema Fahrrad sind wir eigentlich erst auf Freizeit und Tourismus gekommen“, erinnert sich Thomas Strauch. „Und in diesem Bereich lag und liegt eine Menge Entwicklungspotenzial.“

Wieder ein Blick zurück: Der Garten- und Landschaftsbau war in den ersten Jahren die Seele der Wabe. Der Betriebshof befand sich an der Marienstraße. „Wir haben an vielen großen Projekte mitgearbeitet. Sie alle haben unsere Stadt schöner und liebenswerter gemacht“, erinnert sich Irena Cichy. Dazu gehören Lutherpark, Breddegarten, Spielplatz Haldenweg, Steinbruch Imberg und der Park der Generationen. „Alle Projekte wurden vom Land gefördert, weil Beschäftigung damit verknüpft war“, so Strauch.

Weitere Standbeine waren der Hochbau und die museale Wiederherstellung von Gebäuden – beispielsweise der Umbau der alten Gepäckabfertigung im Hauptbahnhof zur beliebten Radstation. Die DLRG-Wachstation am Südufer des Kemnader Sees, die Kleinzechen Egbert, Margarethe und Turteltaube, aber auch das Goepelhaus tragen die Handschrift der Wabe.

Schon immer war die Gesellschaft auch über die Stadtgrenzen hinaus aktiv. Ein gutes Bespiel ist die Betreuung des Ruhrtal-Radwegs vom Hengsteysee bis Dahlhausen. Auf dem 42 Kilometer langen Teilstück sehen die Ruhrtal-Ranger nach dem Rechten. Und nach dem Spendenaufruf „Ein Meter Radweg“ konnten die Mitarbeiter ein Stück „Holperstrecke“ zwischen Schleuse und Lakebrücke pflastern.

Zum Rad kam vor der Ruhrtal-Kulisse ziemlich schnell das Thema Wasser. Insgesamt 14 Bootsanleger wurden gebaut. Und die erste kleine Ruhrtal-Fähre wurde angeschafft. Sie verbindet die Schleuse mit der Burgruine Hardenstein. Die Ruine hat dem kleinen Schiff auch schließlich seinen Namen vermacht:„Hardenstein“. Rund 150 000 Menschen nutzen diesen Fährdienst in jedem Jahr – gegen eine Spende. Seit 2010 wurde ihre „große Schwester“ eingesetzt. Fähre Nummer eins liegt jetzt vorübergehend auf dem „Trockendock“.

Zum aufblühenden Tourismus gehört natürlich auch die Bewirtung der Gäste. Die ersten Gehversuche gab es mit Grillständen und einem kleinen Verkaufspavillon auf der Wiese am Schleusenwärterhaus. „Schließlich haben wir das alte Häuschen 2006 gepachtet. Zwei Jahre später dann gekauft“, so der Geschäftsführer. „Ein neues Projekt war geboren. Alle haben die Ärmel hochgekrempelt, um den Sanierungsstau zu beseitigen und die Gastronomie in Schwung zu kriegen.“ Ein Rückschlag war der Brand am 24. Januar 2015. Doch nach Wiederaufbau und Vollsanierung geht der Betrieb jetzt weiter.

Ein paar Schritte weiter liegt das alte Zollhaus an der Lake-Brücke. Die Wabe hat es 2012 gepachtet und in Absprache mit dem Eigentümer, der Friedr. Lohmann GmbH, durchsaniert. Jetzt gibt es ein weiteres Kleinod am Ufer der Ruhr – mit leckerem Essen und Kulturprogramm.

Im Laufe der beiden letzten Jahrzehnte hat die Wabe auch den Werkhof übernommen. In direkter Nachbarschaft der Firma Wiegard am Hellweg werden Heranwachsende auf das Berufsleben vorbereitet. Auch das Wittener Arbeitslosen-Zentrum, bekannt als „Walze“, ist in der Wabe aufgegangen. „Unser erstes Gebrauchtmöbelkaufhaus war im Novum“, erzählt Strauch weiter. Weil die Immobilie verkauft werden sollte, musste die Möbelbörse an die Kreisstraße umziehen.

Auch heute noch ist der rote Faden die Beschäftigungsförderung für Menschen, die sonst keine Chancen haben. „Die Zeit, die Arbeitsverdichtung und das Tempo am ersten Arbeitsmarkt sind wichtige Faktoren, wo unsere Leute nicht sofort mithalten können“, erklärt Thomas Strauch. „Aus diesem Grunde organisieren wir unsere Arbeit um den einzelnen Menschen herum – entsprechend seinen Fähigkeiten und Können.“

Rund 40 Leute sind momentan sozialversicherungspflichtig bei der Wabe beschäftigt. Sie verdienen in der Stunde mehr als den derzeitigen Mindestlohn von 8,50 Euro. Dazu kommen rund 70 Ein-Euro-Jobber, die pro Stunde 1,50 Euro erhalten.

„Drei von fünf ehemaligen Mitarbeitern kommen nach der Wabe in eine feste Stellung“, zieht Strauch ein positives Fazit. Insgesamt 3000 Langzeitarbeitslose fanden unterm Strich mit der Wabe zurück ins Berufsleben. Wichtigste Voraussetzung ist die Bereitschaft und der Wille zum Mitmachen. Die Wabe arbeitet nicht profit-orientiert, aber rentabel. „Die Wirtschaftlichkeit muss stimmen. Und beim Faktor Zeit brauchen wir einen größeren Spielraum“, ergänzt Irena Cichy. „Ansonsten lässt sich alles einrichten.“

Eine Radverbindung zwischen Emscher und Ruhrtal, ein Gartenbau-Projekt mit der Awo Ennepe-Süd für Schwerbehinderte und eine weitere Fährverbindung auf der Ruhr vom Stiepeler Alten Fährhaus zum Ruderclub Welper: Pläne für die Zukunft hat das quirlige Wabe-Team auch schon geschmiedet.

WAZ-Bericht von Barbara Zabka

08.04.2016: Kapitän der Ruhrtalfähre in Witten baut Schiff selbst

Feiern in diesem April zehnjähriges Jubiläum: Kapitän Christoph Heemann und die große Hardenstein. Mit Unterstützung hat der 48-Jährige das Schiff selbst gebaut. Foto: Thomas Nitsche
Feiern in diesem April zehnjähriges Jubiläum: Kapitän Christoph Heemann und die große Hardenstein. Mit Unterstützung hat der 48-Jährige das Schiff selbst gebaut. Foto: Thomas Nitsche

WAZ. Hundert Meter – so lang ist die Strecke, die Christoph Heemann berufsbedingt etwa 50-mal am Tag fährt. Der 48-Jährige ist Kapitän der Ruhrtalfähre. Seit zehn Jahren bringt er Radfahrer und Wanderer nahe der Burgruine Hardenstein von einem Ufer der Ruhr ans andere. Genau so lange gibt es die Fähre: „Ich war von Anfang an dabei“, sagt Heemann. Vom Programmierer zum Kapitän

Vor seinem Job als Fährleiter hat der gebürtige Hattinger als Programmierer gearbeitet. Als die Wabe 2006 das Projekt mit der Ruhrtalfähre startete, meldete sich Heemann freiwillig – und bekam eine Festanstellung. An den Schreibtisch zurück will er nicht. „Mir gefällt die freie Natur. Das ist einer der schönsten Plätze im Ruhrgebiet.“

Zu Beginn seiner Laufbahn stand Heemann am Ruder der kleinen Hardenstein. Die reichte irgendwann nicht mehr aus: „Die Passagiere mussten zum Teil zwei Stunden warten.“ Ein Jahr habe er die Werften der Welt abtelefoniert – auf der Suche nach einem bezahlbaren Schiff. „Irgendwann habe ich gemerkt: Das können wir vergessen. Wir müssen das selber machen.“ Eine Werft aus Holland stiftete ein Schiffswrack. „Wir haben den Rumpf genommen und den Rest selbst zusammengeschweißt“, sagt Kapitän Heemann. Geholfen haben ihm Mitarbeiter der Deutschen Edelstahlwerke in Witten und einige Schiffsbauer.

Die Pläne hat der 48-Jährige allein gemacht. „Im Prinzip muss man nur ins Gesetz gucken. Da steht auf 1500 Seiten, wie man ein Schiff bauen muss.“ Weil er einige Semester Maschinenbau studiert hat, habe er zudem „ein bisschen Ahnung“ von Stahl. Trotzdem: „Dass das Schiff schwimmt, wusste ich erst, als wir es ins Wasser gelassen haben.“

15,3 Meter lang und 20 Tonnen schwer ist die neue Hardenstein. An 250 Tagen im Jahr schippert Kapitän Heemann auf ihr über die Ruhr. Langeweile nicht in Sicht? „Wenn man 50-mal am Tag hin- und hergefahren ist, hat man auch mal Lust durchzufahren“, gibt der 48-Jährige zu. „Aber mein Job ist abwechslungsreich.“ Als Fährleiter steuert Heemann nicht nur das Schiff. „Ich kümmere mich auch um die Formalien, teile zum Beispiel Dienste ein.“ Neben dem 48-Jährigen sind bis zu drei weitere Vertragskräfte auf der Hardenstein im Einsatz sowie jeweils fünf Ein-Euro-Jobber und Ehrenamtliche. Ursprünglich habe die Wabe den Fährdienst als reines Freiwilligenprojekt geplant, sagt Heemann. „Aber das ist ein Fulltime-Job.“ Für die Passagiere ist die Überfahrt im Prinzip kostenlos. Sie zahlen, „was es ihnen wert ist“. Offenbar gibt es genug Spenden, um das Projekt am Leben zu halten.

Dennoch: Den Beruf des Fährleiters ergreife jedoch niemand planmäßig. „Dafür gibt es zu wenig feste Stellen.“ Ein Grund, warum sich die Fährleiter in Deutschland kennen. „Unter uns besteht ein großer Zusammenhalt“, sagt Christoph Heemann. „Jedes Jahr gibt es das große deutsche Fährleitertreffen, das findet immer woanders statt.“ Dieses Jahr gehe es nach Bamberg, zur Regnitz-Fähre. „Das ist eine kleine Kanalfähre, die mit einem Holzstab gesteuert wird“, freut sich der 48-Jährige. Mit dabei: seine 16-jährige Tochter. „Sie begleitet mich immer. Ihr scheint die Schifffahrt auch im Blut zu liegen.“

WAZ-Bericht von Andrea Böhnke

02.04.2016: Hohe Bordsteinkanten bremsen Senioren aus

Eine typische Situation: Der absenkte Bordstein ist zugeparkt, Rollstuhlfahrerin Elisabeth Roth kann nicht auf den Bürgersteig der Kreisstraße gelangen.Foto: Thomas Nitsche
Eine typische Situation: Der absenkte Bordstein ist zugeparkt, Rollstuhlfahrerin Elisabeth Roth kann nicht auf den Bürgersteig der Kreisstraße gelangen.Foto: Thomas Nitsche

WAZ. 2014 lief das Projekt „Soziale Stadt Annen“ aus, in sieben Jahren wurden fünf Mio Euro in Wittens schwächelnden Stadtteil investiert. Im Anschluss möchten verschiedene Gruppen – etwa die Wabe mit ihrem Biwaq-Projekt oder die Awo mit Quartiersmanager Norbert Henke – sich weiter kümmern. Im Fokus stehen nun die älteren Annener.

Zunächst geht es um Mobilität: Wie gut können sich Senioren in Annen bewegen? Wie schwierig das sein kann, ist einem als fitter Fußgänger wenig bewusst. Bei einem Stadtrundgang prüfte gestern Rollstuhlfahrerin Elisabeth Roth eine typische Route: vom Awo-Seniorenheim Kreisstraße durch die Bebelstraße bis zum Drogeriemarkt am S-Bahnhof.

Sie begleiteten Mitglieder von Wabe, Awo und SPD, der Seniorenvertretung sowie Bezirkspolizist Bernd Sander. Solche Rundgänge soll es in nächster Zeit in vielen Ecken Annens geben. Sicherheit und Barrierefreiheit wolle man dokumentieren, die Ergebnisse gingen dann an die Stadtverwaltung. Viele der Schwachstellen sind allerdings schon lange bekannt.

Wenn Elisabeth Roth aus dem Altenheim rollt, fangen die Probleme an: Die Kreisstraße hat nur auf einer Straßenseite einen Bürgersteig. An einigen Stellen ist der Trottoir abgesenkt, genau davor parken aber häufig Autos. Das ist nichtmals die Schuld der Autofahrer, denn diese Stellen sind nicht auf der Straße – etwa mit weißen Zacken – markiert. Und: selbst kleinste Erhöhungen schaffen manche betagten Damen nicht mit ihrem Rollator.

Weiter geht es den mehrfach geflickten und holperigen Bürgersteig gen Bebelstraße. „Ich fahre sowieso immer auf der Straße“, sagt Elisabeth Roth. Mit pinkem Tuch, grell-orangefarbener Decke und Warnweste rollt sie in ihrem E-Rolli die Strecke entlang. Zur Bushaltestelle biegt sie nicht in die Straße Im Rohr ab, das Kopfsteinpflaster dort hält sie ab.

Kurz vor der Kreuzung Kreisstraße/Bebelstraße gibt es wieder etwas zu bemängeln: Die Straßenlampen verschwinden in den Baumkronen und sind schmutzig, unten kommt zu wenig Licht an. „Mit anderen Leuchtmitteln könnte man da bestimmt etwas machen“, findet Polizist Bernd Sander.

Bei einem anderen Angstraum findet auch er keine Lösung: „Bei trübem Wetter oder im Dunklen trauen sich viele Senioren nicht auf den Rheinischen Esel.“ Helles Licht neben die Ruhebänke schlägt Norbert Henke vor. „Das liegt eher an der Bevölkerungsstruktur und nicht an der Beleuchtung“, glaubt Polizist Sander. Willy Humberg, Ratsherr für Annen, bekräftigt: „Früher war es viel schlimmer in der Bebelstraße, es ist sehr viel ruhiger geworden.“

Weiter geht’s zum Bahnhof. „Der ist ganz schlimm“, winkt Elisabeth Roth ab. Fast witzig ist die Fußgängerinsel auf der Friedrich-Ebert-Straße: Der abgesenkte Bordstein der Straße befindet sich seitlich davon. „Zum Drogeriemarkt kommt man am besten über die Fußgängerampel an der Annenstraße“, sagt Bernd Sander, „gerade im Alter sollte man besser die sicheren Wege gehen“.

WAZ-Bericht von Susanne Schild

23.02.2016: Wabe stellt neues Personal zur Saison ein

WAZ. Die Wabe sucht zum Saisonstart im März neue Mitarbeiter für die Gastronomie von Schleusenwärter- und Zollhaus. Studentische Hilfskräfte haben ebenso eine Chance wie Mitarbeiter auf geringfügiger Beschäftigungsbasis oder Arbeitslose im Zuge von Beschäftigungsmaßnahmen.

Im Einzelnen werden studentische Hilfskräfte für den Service gesucht, außerdem erfahrene Mitarbeiter für den Biergartenbetrieb, die Arbeitslosengeld II beziehen. Der Wittener Verein für Arbeit und Beschäftigungssicherung braucht außerdem einen ausgebildeten Gastronomen als Teamleiter.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere wunderschön an der Ruhr und im Muttental gelegenen Gastronomien stetig weiterzuentwickeln und damit den zunehmenden Ruhrtaltourismus zu stärken“, heißt es in der Stellenbeschreibung. Zu bieten hat die Wabe einen „reizvollen“ Arbeitsplatz. Dafür erwartet sie vom Gastronom „vielfältige Erfahrung in der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Originalität und kostenbewusstes Handeln“.

WAZ-Bericht

19.02.2016: Was verkraftet das Wittener Ruhrtal?

'Wabe-Chef Thomas Strauch im behutsamen sanierten alten Zollhaus neben der Lakebrücke. Seit Oktober 2015 sind auch die Innenräume für Gäste nutzbar. Die Außengastronomie steht den Besuchern schon deutlich länger zur Verfügung. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Wabe-Chef Thomas Strauch im behutsamen sanierten alten Zollhaus neben der Lakebrücke. Seit Oktober 2015 sind auch die Innenräume für Gäste nutzbar. Die Außengastronomie steht den Besuchern schon deutlich länger zur Verfügung. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

WAZ. Etwa 140 000 Radler setzen pro Saison mit der Ruhrtalfähre über, 1,5 Millionen spazieren, skaten oder radeln jährlich am Kemnader See. Das Ruhrtal ist ein Besuchermagnet wie nie.

Doch was verkraftet die Region? Und wie sieht ihre Zukunft zwischen Natur, Kultur und Massenevents wie dem Zeltfestival mit 140 000 Gästen in nur 17 Tagen aus?

Das will die Reihe „Ruhrauengespräche“ klären, die im Mai stattfindet. Wo könnte sie besser angesiedelt sein als am Schleusenwärterhaus, das selbst zu den Publikumshits der Region zählt? An fünf Terminen können die Besucher dort mit Experten aus verschiedenen Bereichen diskutieren, natürlich umsonst und draußen. Die jeweilige Uhrzeit steht noch nicht fest, wird also noch bekannt gegeben.

Los geht’s am 5. Mai. Dann ist Michael Cramer, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im EU-Parlament, zu Gast. Außerdem wird Björn Frauendienst, Mobilitätsbeauftragter der Bochumer Uni, darüber berichten, wie mit Leihrädern (Stichwort: Metropolrad-Ruhr) die Verbindung zwischen Uni und Wittener Ruhrtal geschaffen werden könnte. Denn eine Mietstation ist auch für das Zollhaus an der Lakebrücke geplant.

Das wird bekanntlich, ebenso wie das Schleusenwärterhaus, von der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe) bewirtschaftet. Die zeichnet, unterstützt von den Stadtwerken, auch für die „Ruhrauengespräche“ verantwortlich. Naherholung und Stadtentwicklung oder Energiegewinnung durch (Ruhr-)Wasser sind außerdem Themen. „Wenn WAZ-Leser weitere Ideen haben, die in die Reihe passen, können sie sich gern bei uns melden“, sagt Wabe-Chef Thomas Strauch ( Tel. 39538-25).

Am 11. Mai wird beispielsweise Prof. Christa Reicher, Raumplanerin der TU Dortmund, unter dem Titel „Stadt der Zukunft“ darüber sprechen, wie die Naherholung im Ruhrtal künftig aussehen könnte. Weitere Termine sind u. a. am 12. Mai (Christine Fuchs, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, erzählt über „Witten und Velocity“) sowie am 19.Mai, wenn Dr. Stefan Thomas über (Ruhrwasser-)Energie und Klimaforschung mit dem Publikum diskutieren möchte.

„Wir hätten in dieser Reihe auch gerne noch einen Imker dabei gehabt, um über Bienen und Bienensterben zu sprechen. Aber das hat nicht geklappt, weil die im Mai besonders beschäftigt sind“, sagt Thomas Strauch, Chef der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Wabe), von der die Reihe ins Leben gerufen wird. Übrigens auf Anregung des Journalisten und Kandidaten der vorigen Bürgermeisterwahl Walter Budziak, wie Strauch betont.

Auch das Thema „Energieerzeugung in lokaler Gemeinschaft“ fände er für die „Ruhr-auengespräche“ wünschenswert. Schließlich liegt der energiereiche Fluss gleich vor der Haustür. Auch vor dem Schleusenwärterhaus, das nach Brandstiftung in 13-monatiger Bauzeit wiedererrichtet wurde. Am 18. März wird es, zeitgleich mit dem Start des Fährbetriebs, erneut seine Pforten öffnen. 160 000 Euro wurden in die Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes gesteckt.

Auch das Zollhaus an der Lakebrücke hat die Wabe ordentlich aufgemöbelt. So wurden – natürlich immer in Absprache mit dem Denkmalschutz – u. a. die Fußböden erneuert oder zwei Schlafzimmer in einen Gastraum verwandelt. An diesen Beispielen zeigt sich wieder: Das Ruhrtal ist ständig in Bewegung.

WAZ-Bericht von Michael Vaupel

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